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    Privatisierung von Rosneft

    Gemeint ist eine Teilprivatisierung in Höhe von 19,5 Prozent der Rosneft-Unternehmensanteile im Jahr 2016. Da der Unternehmenspreis aufgrund niedriger Ölpreise sehr günstig war, erwirtschaftete der Staat dabei nur rund 10,5 Milliarden Euro. Als Käufer wurden das Schweizer Konsortium Glencore und die Qatar Investment Authority ausgewiesen. Unabhängige Medien witterten eine Täuschung und lieferten Hinweise darauf, dass das Paket an einige Institutionen ging, die unter der Kontrolle vom Rosneft-Vorstandsvorsitzenden Igor Setschin stünden. Setschin gilt als ein enger Vertrauter von Staatspräsident Putin.

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    Baschneft

    Baschneft ist das sechstgrößte Mineralölunternehmen Russlands. 49 Prozent der Unternehmensanteile hatte die russische Holding AFK Sistema im Jahr 2010 aufgekauft. Damals hatte sich auch Rosneft – ein Energieunternehmen, das sich zu großen Teilen in Staatsbesitz befindet – um das Aktienpaket beworben, kam allerdings nicht zum Zug. Mit Verdacht auf Geldwäsche leiteten die Behörden 2014 ein Ermittlungsverfahren gegen AFK Sistema ein. Das Aktienpaket wurde zugunsten des Staates beschlagnahmt. 2016 übernahm Rosneft auf Wunsch der Regierung den staatlichen Anteil an Baschneft in Höhe von rund 50,08 Prozent. 

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    Prozess gegen Dimitri Ugai

    Der Yoga-Lehrer Dimitri Ugai wurde Ende 2016 wegen „Missionierung“ durch Yoga angeklagt. Da sein Verhalten keinen Straftatbestand erfüllte, wurde das Verfahren Ende Januar 2017 eingestellt. 

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    Prozess gegen Viktor Krasnow

    Gemeint ist die Gerichtsverhandlung gegen Viktor Krasnow, der sich im russischen facebook-Pendant VKontakte in einer mutmaßlich verletzenden Weise über die Nichtexistenz Gottes äußerte. Das Verfahren wurde im Februar 2017 wegen Verjährung eingestellt.

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    Vierzig mal vierzig

    Sorok Sorokow (dt. Vierzig mal vierzig) ist eine orthodoxe Bewegung, die 2013 vor dem Hintergrund des Skandals um Pussy Riot entstand. Zu den selbst erklärten Zielen der vielschichtigen Gruppierung gehören die Förderung orthodoxer Werte, der Widerstand gegen LGBT und die Unterstützung des Klerus beim Bau neuer Kirchen. Nach eigenen Angaben engagieren sich rund 10.000 Mitglieder in der Bewegung.

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    Torfjanka-Park

    Der Torfjanka-Park ist ein Park in Moskau, rund 14 Kilometer nördlich vom Kreml. Im Sommer 2015 wurde die Anlage Schauplatz einer Auseinandersetzung, die Aufmerksamkeit in der ganzen Stadt erregte. Gegen den begonnenen Kirchenbau auf dem Parkgelände formierte sich damals vielschichtiger Widerstand. Dieser rief wiederum orthodoxe Aktivisten auf den Plan, die eine Umsetzung der beschlossenen Baupläne forderten. Nach einer Reihe von Konflikten entschieden die Behörden, die Kirche an einem anderen Ort zu errichten. Einige Baugegner wurden im November 2016 (wiederholt) verhaftet, ihnen wird unter anderem „Verletzung religiöser Gefühle“ vorgeworfen.

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    Ruslan Sokolowski

    Ruslan Sokolowski (geb. 1994) ist ein bekannter Videoblogger aus Jekaterinburg – mit rund 1,3 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Russlands. Bekannt geworden ist er vor allem durch seinen Video-Clip vom August 2016, in dem er in einer Kirche Pokémon Go spielte und darüber berichtete, dass er den seltensten Pokémon – Jesus – nicht gefangen habe. In einem Gerichtsverfahren wurde Sokolowski im Mai 2017 wegen „Schüren von Hass“ und „Verletzung religiöser Gefühle“ zu dreieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Verfahren sorgte für große Resonanz, vor allem unabhängige Medien berichteten darüber. Die Anzahl von Sokolowskis YouTube-Abonnenten stieg von rund 200.000 auf 330.000.

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    Beschlüsse des Landeskonzils von 1917/1918

    Das Landeskonzil von 1917/1918 tagte zwischen August 1917 und September 1918. Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs und der Oktoberrevolution 1917 beschloss es unter anderem die Abschaffung des seit 1721 bestehenden Heiligen Synods, der unter staatlicher Aufsicht die russische Kirche leitete. Stattdessen entschied das Konzil über die Wiedereinführung des Patriarchentums in Russland, als oberste Rechts- und Verwaltungseinheit des Klerus. Daneben beriet die Versammlung der Geistlichen auch über Fragen nach dem möglichen Verhältnis von Kirche und Staat.

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    Zwanziger-Schar (Dwadzatka)

    Durch ein Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat aus dem Jahr 1918 wurde den sowjetischen Gläubigen das Recht zugesprochen, Teile der konfiszierten Kirchengüter in Anspruch zu nehmen. So konnten sie beispielsweise auch Kirchengebäude beanspruchen, um dort Gottesdienste abzuhalten. Hierzu mussten sich 20 gläubige Antragsteller (umgangssprachlich Dwadzatka) zusammenfinden, die eine Übergabe mit der Staatsmacht aushandeln und sich verpflichten mussten, nicht gegen die Staatsorgane der Sowjetunion zu agitieren.   

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