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    Bebauung der Ländereien der Timirjasew-Akademie

    Ein Teil des rund 540 Hektar großen Geländes um die – rund zehn Kilometer vom Kreml entfernte – Russische Staatliche Agraruniversität, Timirjasew-Akademie sollte im März 2016 zur Bebauung freigegeben werden. Da viele Universitätsmitarbeiter und Anwohner dagegen protestierten, entschieden die Moskauer Behörden zunächst für den Verbleib des Geländes im Besitz der Akademie. Nach Angaben unabhängiger Medien sind die Pläne für die Bebauung damit jedoch noch nicht vom Tisch. 

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    Ochta-Zentrum

    Ochta-Zentrum ist die Bezeichnung für das nicht realisierte Bauprojekt eines Geschäftsviertels in St. Petersburg. Der Bauträger Gazprom wollte dort 2007 unter anderem seine neue Unternehmenszentrale hochziehen – ein Gebäude mit rund 400 Metern Höhe. Da das neue Viertel das Stadtbild wesentlich verändert hätte, erhoben viele Bürger und Stadtplaner Beschwerden. Das Projekt wurde eingestampft, im kleineren Maßstab setzt Gazprom es seit 2012 im St. Petersburger Stadtteil Lachta um.

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    Petschenka gosdepa

    Im Original Petschenka gosdepa (dt. Keks vom State Department). Als „Keks“ (russ. petschenka) ist im Russischen oft ironisch-sarkastisch eine Entlohnung gemeint. Keks vom State Department ist eine Anspielung auf die in Staatsmedien verbreiteten Verschwörungstheorien über die Finanzierung russischer Oppositioneller durch das US-Außenministerium.  

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    Meeting gegen das Renovierungsgesetz

    Im umfangreichsten Abriss- und Neubauprojekt, das jemals in Russland vorgenommen wurde, sollen bis zu 8000 Moskauer Wohnhäuser, zumeist Plattenbauten aus den 1950er und 1960er Jahren, abgerissen und ihre Bewohner umgesiedelt werden. Knapp 1,6 Millionen Menschen könnten betroffen sein. Mehrere tausend Menschen gingen am 14. Mai in Moskau auf die Straße, um gegen die geplante Massenumsiedlung innerhalb der Stadt zu demonstrieren. Ab dem 15. Mai können die Bewohner der rund 4500 vom Abriss betroffenen Plattenbauten innerhalb eines Monats für oder gegen das Programm stimmen. Für Kritik sorgt dabei vor allem das Vorhaben der Stadt, die Nichtwähler als Befürworter zu zählen. 

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    Vorwärts, Genossen, im Gleichschritt

    Der Ursprung der Melodie ist nicht eindeutig zu klären. Das historische Liederlexikon nennt verschiedene mögliche Entstehungsgeschichten. Die bekannteste Theorie ist, dass das russische Studentenlied Medlenno dwishetsja wremja (dt. Langsam bewegt sich die Zeit) von 1858 als Grundlage genutzt wurde. Bekanntheit in Deutschland erlangte das Lied laut des historischen Liederlexikons erst 1917 durch Hermann Scherchen, der es für die Berliner Arbeiterchöre übersetzte und neu arrangierte.

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    Zentralna Rada

    Die Zentralna Rada war zwischen März 1917 und April 1918 das höchste Gesetzgebungsorgan der Ukraine. Nach dem Sturz der Zarenregierung in der Februarrevolution 1917 forderte diese Zentralversammlung die Autonomie des Landes innerhalb eines föderal aufgebauten Russlands. Im Zuge einer Reihe von Konflikten mit der Provisorischen Regierung Russlands, nahm die Rada zunächst Abstand von dieser Forderung. Nach der Oktoberrevolution 1917 wiederholte sie den Anspruch, bevor sie im Januar 1918 die Ukraine für unabhängig von Russland erklärte. Immer wieder aufgelöst und neu einberufen, wurde die Rada im Januar 1919 schließlich von den Bolschewiki endgültig aufgelöst.

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    Ansiedlungsrayon

    Als Ansiedlungsrayon (russ. Tscherta osedlosti) wurden zwischen 1791 und 1917 jene Gebiete des Russischen Zarenreiches bezeichnet, in denen Juden der ständige Aufenthalt erlaubt war. Das Gebiet erstreckte sich im Westen des Zarenreiches von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und umfasste jene Gouvernements, die zuvor zu Polen-Litauen gehört hatten, sowie jene, die nach den Russisch-Türkischen Kriegen Katharinas II. an das Russische Reich gefallen waren. Zeitweise lebten im Ansiedlungsrayon mehr als fünf Millionen Juden, rund 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung. 

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    Leonid Radin

    Leonid Radin (1860–1900) war ein russischer Revolutionär und Dichter. Er entwickelte ein Siebdruckverfahren, mit dem viele revolutionäre Schriften in Umlauf gebracht wurden. Für seine revolutionäre Tätigkeit verurteilte man Radin 1896 zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe. Im Moskauer Taganka-Gefängnis dichtete er das Arbeiterlied Smelo, Towarischtschi, w nogu (dt. Vorwärts Genossen, im Gleichschritt)– eine Hymne der Arbeiterbewegung, deren Nachdichtung Brüder, zur Sonne, zur Freiheit auch in Deutschland Bekanntheit erlangte.

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    Revolution 1905

    Als Erste Russische Revolution bzw. Russische Revolution 1905 wird eine bis ins Jahr 1907 reichende Serie von Ereignissen bezeichnet, die ihren Anfang am sogenannten Blutsonntag nahm, als hunderte friedliche Demonstranten am 9. Januar 1905 (nach gregorianischem Kalender am 22. Januar) durch die Armee getötet wurden. Zar Nikolaus II. reagierte auf die andauernden Massenunruhen mit dem Erlass des sogenannten Oktobermanifests (Manifest über die Verbesserung der staatlichen Ordnung) – Vorläufer der ersten Verfassung, das unter anderem weitgehende Bürgerrechte gewährte. Da die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, Agrarreformen und einer Volksvertretung damit faktisch nicht erfüllt wurden, blieben die tiefgreifenden sozialen Spannungen weitgehend bestehen. Viele Historiker sehen darin eine der Ursachen für die Februar- und Oktoberrevolution 1917.

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