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    Kitesh

    Kitesh ist eine Siedlung rund 300 Kilometer südwestlich von Moskau. Sie besteht vor allem aus rund 15 Häusern, einem Bauernhof, einer Tischlerei und einer Schule. Die Einwohner Kiteshs verstehen sich als Siedler. Neben Versuchen in Subsistenzwirtschaft betreiben sie eine Erziehungseinrichtung für Heimkinder. Der Ortsname geht auf alte russische Mythen zurück. Ähnlich wie Atlantis oder Shangri-La wird Kitesh darin häufig als Sehnsuchtsort dargestellt.

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    Artemi Posanenko

    Artemi Posanenko (geb. 1988) ist ein russischer Soziologe. Er schloss im Jahr 2011 sein Studium an der Moskauer Higher School of Economics (HSE) ab und ist seit 2014 im Graduiertenprogramm der HSE an der Fakultät für Sozialwissenschaften. Dort forscht er zu Sozialen Strukturen, sozialen Institutionen und Prozessen. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf staatlicher und kommunaler Verwaltung.

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    Amerika als Jenseits und Neue Welt (Symbol)

    In der klassischen russischen Literatur steht Amerika symbolhaft sowohl für etwas Verheißungsvolles als auch für etwas, das Russland völlig entgegengesetzt ist. Auch die Bedeutung eines Jenseits taucht oft auf, zumeist aber ähnlich positiv besetzt wie bei Platons Beschreibung des Hades – der Unterwelt der griechischen Mythologie.

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    Prawda (Zeitung)

    Die Prawda (dt. Wahrheit) ist eine russische Tageszeitung, die 1912 von Lenin aus dem Exil gegründet wurde. Sie sollte eine Zeitung von Arbeitern für Arbeiter sein und war in der Sowjetunion das Parteiorgan der KPdSU. So war die Prawda mit einer offiziellen täglichen Auflage von elf Millionen Exemplaren die größte Zeitung der Sowjetunion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion geriet sie allerdings in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1996 eingestellt, bevor sie im April 1997 als Organ der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation unter Chefredakteur Alexander Ilin neu gegründet wurde. Seit 2009 ist Boris Komozki Chefredakteur der Zeitung.

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    Übernahme von NTW durch Gazprom (2001)

    NTW war ein unabhängiger und häufig für seine Fernsehdebatten gerühmter Fernsehsender. Gemessen an den Einschaltquoten war er der größte Privatsender des Landes. Er galt im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2000 als Putin-kritisch, vor allem sein Besitzer Wladimir Gussinski ist mit scharfen Tönen gegen den Kandidaten Putin aufgefallen. Im April 2001 wurde der Sender feindlich durch Gazprom übernommen. Präsident Putin attackierte nach seiner Wahl die Medienoligarchen Gussinski und Beresowski scharf. Er äußerte Vermutungen, dass sie Geld geraubt und Massenmedien gekauft hätten, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Die Übernahme durch Gazprom gilt als Startpunkt von systematischen Medien-Verstaatlichungen unter Putin. NTW entwickelte sich dabei zu einem der am stärksten staatlich gesteuerten Kanäle.

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    Komintern

    Die Kommunistische Internationale (kurz Komintern) war ein internationaler Zusammenschluss sozialistischer Organisationen, der auf Lenins Initiative 1919 ins Leben gerufen wurde und der sich die proletarische Weltrevolution auf die Fahnen schrieb. In der Praxis wurde die Komintern spätestens nach Stalins Machtübernahme ab Mitte der 1920er Jahre von der Kommunistischen Partei der Sowjetunion dominiert. Sie nutzte die Komintern als Instrument zur Einflussnahme auf sozialistische Parteien im Ausland. 1943 wurde die Komintern als Zugeständnis an die westlichen Alliierten von Stalin aufgelöst.

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    Sowjetunion mischt sich in amerikanische Wahlen 1984 ein

    Eine direkte Einmischung ist nicht belegbar. Die Sowjetunion hat aber zur US-amerikanischen Präsidentschaftswahl 1984 eine Propagandakampagne gestartet, in der sie sich offen für die kommunistischen KandidatInnen einsetzte. Ähnliche Kampagnen fanden auch in anderen Ostblock-Staaten statt. Bemerkenswerterweise konzentrierten sie sich vornehmlich nicht auf den kommunistischen Hauptkandidaten Gus Hall, sondern auf die Vize-Präsidentschaftskandidatin Angela Davis. Diese Aktivistin war schon seit den 1970er Jahren eng mit der Sowjetunion verbunden, wo sie als Dissidentin des Kapitalismus galt.

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    Oligarchen demontierten die Regierung (1997)

    Gemeint sind vor allem die Großunternehmer Boris Beresowski und Wladimir Gussinski –  Oligarchen, die damals starken Einfluss auf die Politik ausübten. 1997 haben sie mit einem Investorenkonsortium ein Angebot für die Privatisierung des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Svyazinvest abgegeben, jedoch überraschend nicht den Zuschlag bekommen. Viele Beobachter bewerteten ihre darauf erfolgte Attacke auf die Regierung als eine Art Racheaktion. Diesen Quellen zufolge sollen die Oligarchen dafür gesorgt haben, dass ein Großteil des regierungsinternen Reformflügels abtreten musste. Ersetzt wurden diese Minister überwiegend durch Silowiki, die den Oligarchen gewogen waren. Mit dem Machtantritt Wladimir Putins flüchteten Beresowski und Gussinski Anfang der 2000er Jahre ins Exil. 

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    die Duma ist kein Ort für Diskussionen (Gryzow)

    Dass die Duma „kein Ort für Diskussionen“ sei, ist ein in den Medien kursierender angeblicher Ausspruch des ehemaligen Vorsitzenden Boris Gryzlow. Dieser schlug bei einer Duma-Sitzung im Dezember 2003 eigentlich vor, keine Diskussion über die Kandidaten für die Posten seiner Stellvertreter zu führen. Von den Medien verfälscht, ist die plakative Phrase fester Bestandteil des öffentlichen Diskurses über die Duma geworden.

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