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    einheitliches Geschichtslehrbuch

    Die politische Forderung nach einer Vereinheitlichung der Schulbücher für Geschichte stammt aus dem Jahr 2001 vom damaligen Bildungsminister Wladimir Filippow. Die Diskussion dazu reißt seitdem nicht ab; auch wurden schon mehrere Versuche unternommen, die Fülle an Lehrmaterialien zu reduzieren. An russischen Schulen kursierten zeitweise über 100 verschiedene – mit Empfehlungs-Prädikaten des Bildungsministeriums versehene – Geschichtslehrbücher. Seit dem Beginn des Schuljahres 2015 werden sie abgeschafft und durch drei Varianten der sogenannten einheitlichen Geschichtsbücher ersetzt. Damit will die Regierung einen historischen Kanon durchsetzen, der zu diesem Zweck von der Historischen Gesellschaft Russlands (RIO) erarbeitet worden war. Das Konzept schaffe aus Sicht von Experten eine monopole Geschichtsdeutung und widme sich mehr der patriotischen Erziehung als einer quellenbasierten Geschichtsvermittlung.

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  • Gnose

    Akt des Landesverrats (Putin-Zitat)

    Gemeint ist eine Rede Putins vor dem Föderationsrat. Er sprach von einer einzigartigen Situation: Russland habe den Krieg gegen den Kriegsverlierer verloren. Diese Aussage konkretisierte er jedoch nicht. Manche Beobachter gingen davon aus, dass der Präsident damit den Friedensvertrag von Brest-Litowsk gemeint hat: Der Vertrag war der separate Friedensschluss, mit dem  Sowjetrussland als Teilnehmer aus dem Ersten Weltkrieg ausschied. Dabei verlor es rund 26 Prozent seines damaligen europäischen Territoriums.

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    orthodoxe Aktivisten

    Gemeint sind sogenannte orthodoxe Aktivisten. Neben der häufigen Eigenbezeichnung sind damit vor allem in der liberalen Presse solche Menschen gemeint, die sich aus (vermeintlich) religiösen Motiven gegen die politische oder künstlerische Kritik an der politischen Ordnung Russlands wenden. 

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  • Gnose

    Akt des Landesverrats (Filina)

    Gemeint ist eine Diskussion, die zur Mitte der 2000er Jahre vornehmlich in klerikalen und kirchennahen Kreisen geführt wurde in Bezug auf die Jahre 1905 bis 1917. Demnach seien nicht nur Bolschewiki (dt. Mehrheitler) unter Führung von Wladimir Lenin am Zusammenbruch des Großen Russlands schuldig. Auch die eigentlich dem Zaren ergebenen Kreise um die Konstitutionell-Demokratische Partei hätten indirekt dazu beigetragen, dass der im Jahr 2000 heiliggesprochene Zar von den Bolschewiki ermordet worden sei, so die dabei postulierte These.

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    Historische Gesellschaft Russlands

    Die Historische Gesellschaft Russlands (RIO) ist ein Historikerverband unter Leitung von Sergej Naryschkin – ehemaliger Dumavorsitzender und seit Oktober 2016 Direktor des Auslandsgeheimdienstes SWR. Mit dem Ziel der „nationalen historischen Aufklärung“ setzt sich der Verband unter anderem gegen die (auch angeblich aus dem Ausland forcierte) Geschichtsklitterung ein. RIO versteht sich als Nachfolger des zwischen 1866 und 1917 bestehenden Historikerverbands Imperiale Russische Historische Gesellschaft. Obwohl erst 2012 (neu) gegründet, feierte das RIO 2016 ein 150-jähriges Jubiläum.

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    1921 (als Chiffre für die Hungersnot)

    1921 ist eine Chiffre für die Hungersnot im Wolgagebiet. Aufgrund einer massiven Dürre kam es in diesem Jahr zu Missernten. Zusätzlich verschlechterten Bürgerkrieg und ineffiziente Planwirtschaft die Versorgungssituation. Schätzungen zufolge verhungerten in den Jahren 1921 bis 1923 rund fünf Millionen Menschen. 

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    1937 (als Chiffre für den Großen Terror)

    1937 ist eine gängige Chiffre für den Großen Terror – Höhepunkt der stalinistischen Säuberungswellen. Schätzungen zufolge wurden in den Jahren 1937/38 rund 1,5 Millionen mutmaßliche Feinde des stalinistischen Regimes verhaftet. Die Quellenlage ist dürftig, viele Historiker gehen jedoch davon aus, dass etwa 750.000 Menschen exekutiert wurden. Da es kaum zu Freisprüchen kam, wurden nahezu alle übrigen Opfer des Großen Terrors in den Lagern des Gulag und in Gefängnissen inhaftiert.

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    Krasnyje

    Krasnyje (dt. die Roten) war eine – vor allem im Russischen Bürgerkrieg genutzte –  umgangssprachliche Bezeichnung für die Rote Arbeiter- und Bauernarmee. Dazu gehörten das Heer und die Luftstreitkräfte Sowjetrusslands (seit 1922 Sowjetunion). Die Rote Armee ging Anfang 1918 aus den Regimentern der Roten Garde hervor – den Milizen der Bolschewiki bei der Oktoberrevolution. 1946 wurde sie in Sowjetarmee umbenannt.

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    Melodie der sowjetischen Hymne

    Russland hat die einstige Hymne der Sowjetunion im Jahr 2000 für sich übernommen, allerdings mit geändertem Text. Zuvor bildete das Patriotische Lied die neue Nationalhymne – ein Klavierwerk von Michail Glinka aus dem 19. Jahrhundert ohne einen Liedtext. Sie war zunächst nach dem Zerfall der Sowjetunion von einer eingesetzten Kommission ausgewählt und von Jelzin als neue Staatshymne eingeführt worden.

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    Doppeladler

    Der Doppeladler bildet seit 1993 das Staatswappen Russlands. Sein Aufkommen kann für das 15. Jahrhundert belegt werden. Als Symbol stellt der russische Doppeladler Bezüge zum vorrevolutionären Russland her. Woran seine Herkunft genau geknüpft ist, ist in der Forschung umstritten. Eine anerkannte Theorie unter westlichen Wissenschaftlern ist, er habe sich am Habsburgerreich als Vorbild orientiert. Daneben gehen andere Ansätze von byzantinischen Wurzeln aus. 

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