Gnose
Die politische Forderung nach einer Vereinheitlichung der Schulbücher für Geschichte stammt aus dem Jahr 2001 vom damaligen Bildungsminister Wladimir Filippow. Die Diskussion dazu reißt seitdem nicht ab; auch wurden schon mehrere Versuche unternommen, die Fülle an Lehrmaterialien zu reduzieren. An russischen Schulen kursierten zeitweise über 100 verschiedene – mit Empfehlungs-Prädikaten des Bildungsministeriums versehene – Geschichtslehrbücher. Seit dem Beginn des Schuljahres 2015 werden sie abgeschafft und durch drei Varianten der sogenannten einheitlichen Geschichtsbücher ersetzt. Damit will die Regierung einen historischen Kanon durchsetzen, der zu diesem Zweck von der Historischen Gesellschaft Russlands (RIO) erarbeitet worden war. Das Konzept schaffe aus Sicht von Experten eine monopole Geschichtsdeutung und widme sich mehr der patriotischen Erziehung als einer quellenbasierten Geschichtsvermittlung.
Von dekoder-Team