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    Erspartes verliert an Wert (90er Jahre)

    Anspielung auf die Folgen der Wirtschaftspolitik unter Federführung Jegor Gaidars (1956–2009) Anfang der 1990er Jahre. Als mit dem Ende der Sowjetunion die Planwirtschaft in eine kapitalistische Marktwirtschaft umgewandelt werden sollte, beschloss die Regierung etwa im Januar 1992 die Freigabe aller Preise. Dies führte zu einer Hyperinflation: Innerhalb weniger Tage verlor ein großer Teil der Bevölkerung seine gesamten Ersparnisse. Diese Politik wurde später als Schocktherapie bezeichnet.

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    Massenprivatisierung (90er Jahre)

    Als Massenprivatisierung oder Coupon-Privatisierung wird meistens die systematische Privatisierung von Staatsunternehmen zwischen 1992 und 1994 bezeichnet. Das gesamte Staatseigentum an Produktionsmitteln sollte in Privateigentum übergehen. Allen Bürgern standen Coupons (Voucher) zu. Sie bescheinigten ihnen das Recht, einen Teil des Gemeinschaftseigentums in Privateigentum zu überführen. Diese Coupons konnten in Unternehmensanteile umgewandelt oder veräußert werden.

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    Smeinaja Gorka

    Smeinaja Gorka war ein 1986 gegründeter Diskussionsklub für Wirtschaftsfachleute aus dem Lager der liberalen Reformer. Das Format wird auch als Moskauer-St. Petersburger Schule bezeichnet, es vereinte die Kreise um Anatoli Tschubais (geb. 1955) und Jegor Gaidar (1956-2009). Der Klubname geht auf das erste Treffen im gleichnamigen Sanatorium in der Nähe St. Petersburgs zurück.

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    85 Föderationssubjekte

    Russland ist formal ein föderaler Staat. Das Land ist in 83 Föderationssubjekte gegliedert. Außerdem beansprucht das Land sechs weitere Gebiete für sich, die völkerrechtlich zur Ukraine gehören: seit 2014 die Krim und die sogenannte Stadt föderalen Ranges Sewastopol, seit 2022 die sogenannten „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk sowie die von russischen Truppen besetzten Gebiete der ukrainischen Oblaste Cherson und Saporishshja.

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    Pjotr Ofizerow

    Pjotr Ofizerow (geb. 1975) ist ein russischer Unternehmer. 2013 wurde er im Kirowles-Fall zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldbuße wegen besonders schweren Betrugs verurteilt. Das Gericht warf ihm und Alexej Nawalny vor, 2009 den staatlichen Holzkonzern Kirowles zum Abschluss unvorteilhafter Verträge gedrängt und so 16 Millionen Rubel veruntreut zu haben. Im Februar 2016 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen und Zahlung einer Entschädigung an die beiden Verurteilten. Der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation beschloss daraufhin, den Fall wieder aufzunehmen.

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    Ekaterina Schulmann

    Ekaterina Schulmann (geb. 1978) ist eine russische Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine hat sie das Land verlassen. Schulmann schreibt regelmäßig für unabhängige Medien und gilt als Expertin für das Herrschaftssystem Russlands. Im April 2022 wurde sie auf die Liste der sogenannten „ausländischen Agenten“ gesetzt.

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    Strafverfahren gegen Gouverneure (Pawlowski)

    Gemeint ist vor allem das Strafverfahren gegen Nikita Belych (geb. 1975). Der ehemalige Oppositionspolitiker war bis Mitte 2016 Gouverneur der Oblast Kirow. Er galt als letzter liberaler Gouverneur Russlands. Im Juni 2016 wurde er in Moskau festgenommen und der Korruption beschuldigt. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Neben seinem Prozess läuft  derzeit ein Korruptionsverfahren gegen den Gouverneur der Oblast Sachalin. Außerdem wird der Gouverneur der Republik Komi beschuldigt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

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    in der Propaganda auf Russland als neuen Agrarexporteur zu setzen (Pawlowski)

    Im gegebenen Zusammenhang spielt der Interviewte auf die Präsidentschaft von Dimitri Medwedew an. Damals wiesen viele Beobachter darauf hin, dass das diskursive Motiv der aufstrebenden Technologie-Macht zu einem der zentralen programmatischen Punkte von Medwedews Präsidentschaft gehörte – und dass man sich darauf, nicht jedoch auf andere Sektoren konzentriert habe (auch nicht auf den Agrarsektor). Pawlowski will hier einen möglichen Begründungszusammenhang liefern.

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    Konservendose am Katzenschwanz

    Häufige Praxis der Tierquälerei zur Mitte des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion. Damals kamen mehrere pädagogisch ausgerichtete Zeichentrickfilme heraus, um Kinder und Jugendliche von dieser Praxis abzubringen.

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