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    Skandal an der Schule Nr. 57

    Der Skandal begann damit, dass eine Journalistin des unabhängigen Mediums Meduza im September 2016 auf ihrer privaten Facebook-Seite berichtete, ein Geschichtslehrer der Moskauer Schule Nr. 57 sei wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen suspendiert worden. Der Skandal weitete sich aus und erfuhr eine breite Resonanz in der russischen Öffentlichkeit. Zwei weiteren Lehrern wurde ebenfalls gekündigt, ähnliche Vorwürfe wurden gegenüber einem weiteren Lehrer erhoben.

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  • Gnose

    Gesetzesentwurf zur Entkriminalisierung häuslicher Gewalt (2016)

    Elena Missulina (geb. 1954), erst langjährige Duma-Abgeordnete, inzwischen seit September 2015 Mitglied im Föderationsrat, begründete ihre Initiative vom Juli 2016 für eine Änderung des Gesetzes damit, dass Körperverletzung allgemein als Ordnungswidrigkeit und häusliche Gewalt als Straftat geahndet würden. Diese „Absurdität“ müsse nach Ansicht Missulinas abgeschafft werden, die als Hardlinerin gilt und der Partei Gerechtes Russland angehört.

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    Sergej Magnitski

    Der russische Jurist Sergej Magnitski (1972–2009) starb während seiner umstrittenen Untersuchungshaft in einem russischen Gefängnis. Magnitski hatte zuvor hochrangigen russischen Beamten Korruption in Höhe von 230 Millionen Dollar nachgewiesen. Der gesundheitlich angeschlagene Magnitski verstarb aufgrund von Misshandlungen und schlechten Haftbedingungen, weshalb die USA im Dezember 2012 den Magnitsky Act erließen und eine Reihe von russischen Beamten sanktionierten, die für den Tod des jungen Anwalts verantwortlich sein sollen.

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    Juri Dombrowski

    Juri Dombrowski (1909–1978) war ein sowjetischer Schriftsteller. Während der Stalinschen Säuberungen wurde er insgesamt viermal verhaftet und verbannt. In seiner letzten Erzählung Rutschka, noshka, oguretschik (dt. Kugelschreiber, Messerlein, Gürkchen) berichtet er, wie der Protagonist von einem Bekannten zum Trinken eingeladen wird. Die Einladung stellt sich jedoch als Falle heraus, der Held wird zu Tode geprügelt. Die Erzählung gilt als autobiographisch und prophetisch – rund ein Jahr später wurde Dombrowski in einem Moskauer Restaurant zusammengeschlagen und verstarb zwei Monate später im Krankenhaus.

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    OGPU-NKWD-MGB

    OGPU ist die Abkürzung für Vereinigte Staatliche Politische Leitung, die Vorläuferorganisation des NKWD, sie wirkte zwischen 1923 und 1934. Der NKWD bestand in den Jahren 1934 bis 1946. Das MGB (Ministerium für Staatssicherheit) war von 1946 bis 1953 die Nachfolgeorganisation des NKWD.

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    Nikolaj Wawilow

    Nikolaj Wawilow (1887–1943) war ein führender Botaniker und Genetiker. Er wurde 1940 als Mitglied der durch den NKWD erfundenen „werktätigen Bauernpartei“ verhaftet, gefoltert und zum Tode verurteilt. 1942 wurde das Urteil zu 20 Jahren Freiheitsentzug umgewandelt. Wawilow verstarb unter ungeklärten Umständen im Jahr 1943 im Gefängnis.

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    Alexander Chwat

    Alexander Chwat (1907–1993) war Mitarbeiter verschiedener sowjetischer Sicherheitsorgane. Als ein führender Ermittler des NKWD wurde Chwat vor allem durch den Fall Nikolaj Wawilow (1887–1943) bekannt. Im Jahr 1955 musste er zu den gesetzeswidrigen Ermittlungsmethoden aussagen, die er bei Wawilows Befragung angewandt hatte. Wawilow wurde infolge dieser Untersuchung rehabilitiert, Chwat wurde Falschaussage nachgewiesen, die jedoch ohne juristische Konsequenzen für ihn blieb. Der Fall Wawilow wurde der Öffentlichkeit erst im Zuge der Perestroika bekannt.

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    XX. Parteitag der KPdSU

    Vom 14. bis 25. Februar 1956 fand der XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der UdSSR statt. Er gilt als Anfang der sogenannten Tauwetter-Periode. Mit einer fünfstündigen Geheimrede initiierte Parteichef Nikita Chruschtschow eine Entstalinisierungskampagne. Chruschtschow kritisierte den Personenkult um Stalin und verurteilte die stalinistischen Säuberungen an Parteimitgliedern aufs Schärfste.

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    Troika (NKWD Kommission)

    Als Troika oder Gerichtstroika wurden in den Jahren 1937–38 die dreiköpfigen Kommissionen des NKWD bezeichnet, die Strafen gegen inhaftierte Menschen verhängen konnten. Diese Kommissionen stellten keine Justizorgane dar, aufgrund ihrer Entscheidungen wurden jedoch hunderttausende Todesurteile vollstreckt. Die Urteile stützten sich auf Ermittlungen der sogenannten operativen Gruppen und waren endgültig, gegen sie konnte keine Berufung einlegt werden.

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    Andrej-Shukow-Liste

    Ein Verzeichnis mit mehr als 40.000 Mitarbeitern der sowjetischen Sicherheitsorgane aus den Jahren 1935 bis 1939, das die Menschenrechtsorganisation Memorial im November 2016 veröffentlicht hat. Die vom Historiker Andrej Shukow in jahrelanger Arbeit zusammengetragene Liste ist eine Grundlage für die historische Aufarbeitung der politischen Repressionen der Stalinzeit.

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