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    Sergej Schachraj

    Sergej Schachraj (geb. 1956) war 1993 offizieller Vertreter von Präsident Boris Jelzin bei der Verfassungskommission und zeichnete so für die Ausarbeitung der heute in Russland gültigen Verfassung mitverantwortlich. Sie wurde 1993 verabschiedet. Schachraj war von 2004 bis 2013 Leiter des föderalen Rechnungshofs, seit 2011 ist er Mitglied des wissenschaftlichen Beratergremiums beim russischen Sicherheitsrat.

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    Russische Verfassung von 1993

    Gemeint ist hier die Anfang der 1990er Jahre ausgearbeitete und 1993 verabschiedete Verfassung, die von ihrer Grundanlage her an Frankreich orientiert war. Das der Verfassungsnorm zugrunde gelegte Verhältnis von Präsident, Regierung und Parlament interpretiert die Politikwissenschaft verschieden: Erstens als (semi-)präsidentielles, zweitens als superpräsidentielles Regierungssystem, drittens wird es auch als ein präsidentiell-parlamentarisches Mischsystem beschrieben. In der Verfassungspraxis ist die Typisierung seitens der Politikwissenschaft eindeutiger: Hier hat sich ein Verständnis von einem präsidentiellen bis superpräsidentiellen Regierungssystem etabliert. Lediglich die Präsidentschaft Dimitri Medwedews wird im Rahmen eines (semi-)präsidentiell-parlamentarischen Mischsystems verortet.

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    Wer ist schuld? (Roman von Alexander Herzen)

    Die Frage „Wer ist schuld?“ gilt seit der Veröffentlichung des gleichnamigen Romans von Alexander Herzen (1812–1870) im Jahr 1846 als eine klassische Frage der russischen Kultur. Auch viele sowjetischen Filme und Zeichentrickfilme trugen den Titel „Wer ist schuld?“

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    Was tun? (Roman von Nikolaj Tschernyschewski)

    Die als „ewig“ geltende Frage „Was tun?“, wie etwas ändern, ist eine in der Gegenwart häufig benutzte rhetorische Frage, die von ihrer aufgeladenen Bedeutung her auf den gleichnamigen Roman von Nikolaj Tschernyschewski (1828–1898) zurückgeht. Das im Jahr 1863 erschienene Buch animierte 1902 Lenin zur Übernahme des Titels für seine programmatische Schrift, die eine zentrale Stellung innerhalb des Marxismus-Leninismus einnahm. Im Zuge der Erscheinung wurde „Was tun?“ zu einer der klassischen Fragen der sowjetischen Gesellschaft.

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    Zitat von Putin – „gewütet“

    Ein ironisch geflügelter Ausdruck in Russland, der auf eine Aussage Putins bei seiner Fernsehsprechstunde im Jahre 2010 zurück geht. Auf die Frage, was die nicht-systemischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow, Wladimir Ryshkow und Wladimir Milow wollen, antwortete Putin: „Geld und Macht, was sonst? Zu ihrer Zeit in den 1990er Jahren haben sie gewütet, mit Beresowski und anderen, die jetzt im Freiheitsentzug sitzen, mehrere Milliarden weggeschafft. [Jetzt] wollen Sie zurück und ihre Taschen auffüllen.“

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    Eduard Schewardnadse

    Eduard Schewardnadse (1928–2014) war von 1985 bis 1990 und – nach kurzer Abstinenz noch einmal – 1991 Außenminister der Sowjetunion. Von 1995 bis 2003 war Schewardnadse der zweite Präsident Georgiens. Im Februar 1998 wurde er zum dritten Mal Ziel eines Attentats, seine Fahrzeugkolonne geriet unter Maschienengewehr- und Granatwerfer-Beschuss.

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    Privatisierung 1990er Jahre

    Gemeint ist die Privatisierung von Unternehmen – Prozess der Übergabe von Staatseigentum an Produktionsmitteln in Privateigentum zwischen Ende der 1980er und Anfang der 2000er Jahre.

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    Waffenstillstandsabkommen Erster Tschetschenienkrieg

    Gemeint ist das Waffenstillstandsabkommen im Rahmen des Ersten Tschetschenienkrieges (1994–1996) im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Juni 1996. Das Abkommen wurde zunächst von beiden Seiten nicht eingehalten. Erst mit dem Abkommen von Chassawjurt vom August 1996 galt der Konflikt als beendet.

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    Das Projekt der Russisch-Weißrussischen Union

    Das Projekt der Russisch-Weißrussischen Union sieht die Schaffung eines entsprechenden Staatenbundes vor. 1996 gestartet, soll das Projekt unter anderem in einer Wirtschafts- und Verteidigungsgemeinschaft aufgehen. Die Union wurde von vielen Beobachtern bereits in der Anfangsphase als gescheitert erklärt, beide Seite veranstalteten jedoch auch in den vergangenen Jahren immer wieder Treffen und Gipfel.

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    Ermordung der Zarenfamilie

    Im Juli 1918 ermordeten Bolschewiki in Jekaterinburg die Zarenfamilie. Insgesamt wurden 18 Mitglieder der Dynastie getötet. Ein Teil der sterblichen Überreste wurde 1991 aufgespürt und 1998 in der Familiengruft in St. Petersburg feierlich beigesetzt.

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