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    Delo naroda (Zeitung)

    Die Tageszeitung Delo naroda war Organ des Zentralkomitees der Partei der Sozialrevolutionäre. Sie wurde im März 1917 gegründet, musste aber bereits im Januar 1918 wegen „antibolschewistischer Propaganda“ schließen. Unter den Redakteuren waren auch einflussreiche Politiker, wie der Chef der Provisorischen Regierung Alexander Kerenski (1881-1979) und Landwirtschaftsminister Wiktor Tschernow (1873-1952).

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    Flucht der Kerenski-Regierung

    Als die Bolschewiki am 25. Oktober (7. November) 1917 die strategisch wichtigsten Punkte in Petrograd eingenommen haben, floh Alexander Kerenski, der Chef der Provisorischen Regierung, aus der Stadt nach Pskow. Dort versuchte er, den militärischen Widerstand und den Marsch auf die Hauptstadt zu organisieren. Die meisten Mitglieder der Regierung blieben dagegen in Petrograd und wurden in der Nacht von 25. auf 26. Oktober im Winterpalast von den Bolschewiki festgenommen.

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    Provisorische Regierung

    Nach der Februarrevolution 1917, mit der in Russland der letzte Zar gestürzt wurde, wurde in Russland eine „Doppelherschaft“ eingeführt. Auf einer Seite standen die Sowjets der Arbeiter und Soldaten auf der anderen die Provisorische Regierung. Sie bestand bis zur Oktoberrevolution unter wechselnder Führung und hatte sich seit Juli 1917 in den Winterpalast zurückgezogen. Schon im Frühjahr hatte die Regierung – deren Regierungsphase auch als demokratisches Experiment bezeichnet wird – erste Krisenerscheinungen, während die Sowjets zunehmend an Macht gewannen.

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    Alexander Kerenski

    Alexander Kerenski (1881-1970) war russischer Politiker. Nach der Februarrevolution 1917 bekleidete er in der Provisorischen Regierung den Posten des Justizministers und war Minister für Armee und Flotte, zwischen Juli und Oktober 1917 war er Chef der Provisorischen Regierung. Nach der Oktoberrevolution wanderte er nach Frankreich aus, ging später in die USA.

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    Aprilthesen

    Unmittelbar nach seiner Ankunft aus dem Schweizer Exil im April 1917 verkündete Lenin in Petrograd ein politisches Programm, das als Aprilthesen bekannt wurde. Lenin erklärte, die provisorische Regierung dürfe nicht länger unterstützt werden, sondern alle Macht müsse den Sowjets übergeben werden, der Krieg solle sofort beendet und Großgrundbesitzer enteignet werden. Ziel sei es, einen Sowjetstaat zu errichten. Dieses radikale Programm war auch unter den Bolschewiki anfangs sehr umstritten, gewann aber im Laufe des Sommers 1917 immer mehr Anhänger.   

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    Oktober (Film von Eisenstein)

    Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten, ist ein sowjetischer Stummfilm von Sergej Eisenstein aus dem Jahr 1928. Der 102-Minuten lange Film wurde aus Anlass des zehnten Jahrestages der Oktoberrevolution gedreht. Er behandelt den Zeitraum vom Februar bis zum Oktober 1917. Höhepunkt des Films ist die aufwändig inszenierte Erstürmung des Winterpalais’ durch die revolutionären Massen, die es in dieser Form nie gegeben hat. Obwohl der „dokumentarische Charakter“ des Films betont wurde, handelte es sich bei Oktober um eine Propagandainszenierung, die zur Legitimierung des Regimes beitragen sollte. Kommerziell nicht erfolgreich, erregte der Film Aufsehen durch seine ungewöhnliche Montagetechnik.

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    Rabotschaja gaseta

    Die im Zuge der Februarrevolution 1917 gegründete Tageszeitung Rabotschaja gaseta war das Zentralorgan der Partei der Menschewiki. Das Blatt wurde bald nach der Oktoberrevolution mit der Einrichtung des Militärischen Revolutionskomitees wegen antibolschewistischer Propaganda eingestellt.

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    Retsch

    Die 1906 gegründete Tageszeitung Retsch (dt. Rede) positionierte sich als ein unparteiisches demokratisches Medium, war tatsächlich aber ein Organ der Partei der Volksfreiheit (konstitutionelle Demokraten). Herausgeber der Zeitung waren unter anderem die Juristen und Politiker Iwan Petrunkewitsch und Wladimir D. Nabokow (der Vater des Schriftstellers Vladimir Nabokov). Die Zeitung wurde von den Bolschewiki am 26. Oktober 1917 geschlossen, fast die ganze Redaktion wanderte daraufhin aus.

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    St. Petersburg-Petrograd

    Die 1703 als St. Petersburg gegründete Hauptstadt des russischen Zarenreiches wurde unmittelbar nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, in dem Russen unter anderem gegen Deutsche kämpften, in Petrograd umbenannt. Die Umbenennung war mit der massiven anti-deutschen Stimmung verbunden.

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    negative Mobilisierung

    Der Begriff negative Mobilisierung wurde von dem Soziologen und Leiter des Meinungsforschungszentrums Lewada Lew Gudkow eingeführt. Als negative Mobilisierung bezeichnet er die Art und Weise der Konsolidierung der Gesellschaft, die kein klares gemeinsames Ziel hat. Diese Konsolidierung erfolgt vor allem über einen gemeinsamen Feind oder eine unerwünschte Entwicklung, die von aufgeheizten Massen, Angst und Hass begleitet wird. Die negative Mobilisierung entfaltet sich in der Erwartung einer sinkenden Lebensqualität und von einem Verlust gemeinsamer Werte.

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