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    Bolschewiki-Menschewiki (Prochorowa-Interview)

    Als Bolschewiki (dt. wörtl. „Mehrheitler“) wurde die von Lenin angeführte Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands bezeichnet. Anders als die Menschewiki (dt. wörtl. „Minderheitler“), einer Fraktion derselben Partei, die sich für die bürgerliche Revolution einsetzte und die Herrschaft der Massen anstrebte, forderten die Bolschewiki eine Arbeiterrevolution und die Herrschaft der Kaderpartei. Die Bolschewiki bekamen beim II. Parteitag im Jahr 1903 die Mehrheit im Zentralkomitee. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, die Kräfteverhältnisse waren bis zum faktischen Auseinanderbrechen der Partei 1912 ansonsten umgekehrt.

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    Kosaken

    Kosaken ist die Bezeichnung einer sozialen Gruppe, die sich teilweise aus dem (para-)militärischen Stand im 15. Jahrhundert formiert hat. Die soziostrukturelle Zusammensetzung früherer Reiterverbände der Kosaken ist nicht klar nachvollziehbar. Im 18. Jahrhundert wurden sie zum großen Teil in die Kavallerieverbände der regulären Armee des russischen Zaren integriert. Die Wiederbelebung der Tradition nach dem Zerfall der UdSSR wird von oppositionellen Kreisen oft als „folkloristisch“ bzw. „archaisch“ bezeichnet. In den südlichen Regionen Russlands übernehmen Kosaken oft die zweifelhafte Rolle einer Volksmiliz. Es kommt dabei immer wieder zu gewalttätigen Angriffen auf Oppositionspolitiker und Aktivisten, wie z. B. auf Alexej Nawalny oder die Kunstaktivistinnen von Pussy Riot. In der Ukraine spielen die Kosaken eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Staatlichkeit.

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    „Für jede beliebige Partei außer” (Nawalny)

    Mit der Losung  „Für jede beliebige Partei außer die Partei der Gauner und Diebe“ führte Nawalny 2011 eine Diffamierungs-Kampagne gegen die Regierungspartei Einiges Russland durch. Sie  wird als eine wichtige Ursache für den Vertrauensverlust dieser Partei, vor allem bei der urbanen Bevölkerung Russlands, gesehen. Einiges Russland verlor bei der Wahl 15 Prozentpunkte gegenüber 2007. Kurz nach der Wahl gab es zahlreiche Meldungen über mutmaßliche Wahlfälschungen. Dies führte zu massiven Protestveranstaltungen, die am 4. Dezember in Moskau und St. Petersburg begannen. Diese Demonstrationen bildeten die bislang größte Protestwelle im postsowjetischen Russland.

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    KPdSU

    Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) war die zentrale Machtstruktur im Einparteiensystem der Sowjetunion. Ihr Vorläufer, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands, wurde 1898 gegründet. In der Zeit ihres Bestehens bis 1991 vertrat die Partei unterschiedliche Strömungen: vom (Marxismus-)Leninismus bis zum (Neo-)Stalinismus. Das Zentralkomitee (ZK) der Partei bildete das oberste Entscheidungsgremium. Das daraus gewählte Politbüro und dessen Vorsitzender – der Generalsekretär der KPdSU – war der faktisch deckungsgleiche Führungskern von Partei und Staat.

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    Maria Baronowa

    Maria Baronowa (geb. 1984) ist eine Journalistin. Im Zuge der Proteste gegen Wahlfälschungen von 2011 bis 2013 wurde ein Verfahren gegen sie eröffnet. Anlässlich einer Amnestie zum 20. Jahrestag der Verfassung Russlands wurde sie freigesprochen. Bei der Dumawahl im September 2016 tritt sie als Direktkandidatin für die sogenannte Liste Chodorkowski an.

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    Andrej Subow

    Andrej Subow (geb. 1952) ist Historiker, Politik- und Religionswissenschaftler. Er lehrte am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), wurde jedoch aufgrund seiner Kritik an der Krim-Annexion im März 2014 entlassen. Zwar wurde die Kündigung kurze Zeit später annulliert, sein Arbeitsvertrag jedoch im Juli 2014 nicht verlängert. Bei der Dumawahl im September 2016 kandidierte er für die Partei PARNAS.

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    Partei des Wachstums

    Die Wachstumspartei (russ. Partija Rosta) eine russische liberal-konservative Partei, die sich im März 2016 aus der Partei Rechte Sache (russ. Prawoje Delo) neu formiert hat. Der Fokus des politischen Zusammenschlusses liegt auf wirtschaftlichem Wachstum, ihr Vorsitzender ist Boris Titow (geb. 1960). Bei den Dumawahlen 2016 schaffte sie es mit 1,29 Prozent der Stimmen nicht, ein Abgeordnetenmandat zu erlangen.

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    Sergej Kriwiw

    Russischer Physiker (geb. 1961), politischer Aktivist und Mitglied der Partei PARNAS, der wegen seiner Teilnahme an den sogenannten Bolotnaja-Protesten im Oktober 2012 verhaftet und im anschließenden Gerichtsverfahren zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt wurde.

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    Ilja Ponomarjow

    Ilja Ponomarjow (geb. 1975) war zwischen 2007 und 2016 Dumaabgeordneter der Partei Gerechtes Russland. Der linke Politiker war der einzige Abgeordnete, der 2014 gegen die Annexion der Krim gestimmt hat. Im Sommer 2014 ist er mit seiner Familie in die USA ausgewandert. Das Mitglied der Stiftung Skolkowo wurde 2015 der Veruntreuung beschuldigt. Im Mai 2019 verkündete Ponomarjow auf Facebook in ukrainischer Sprache, dass er die ukrainische Staatsbürgerschaft erhalten habe. Im April 2022 startete er auf YouTube den Kanal Utro Fewralja (dt. ein Februar-Morgen), der sich an ein russisches Publikum richtet. Seit Oktober 2022 zählt Ponoarjow zu sogenannten „ausländischen Agenten“.

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    italienischer Streik 2012 (Albaz)

    Als Italienischer Streik wird im Russischen die Streikform Dienst nach Vorschrift bezeichnet. Im gegebenen Zusammenhang handelt es sich um den Streik, den die Duma-Abgeordneten Gennadi Gudkow, Dimitri Gudkow und Ilja Ponomarjow 2012 ausgerufen haben. Sie brachten 350 Änderungsvorschläge zu der Gesetzesvorlage ein, die eine Verschärfung von Verwaltungsstrafen für die Teilnahme an unangemeldeten Versammlungen vorsah. Der Abstimmungsprozess dauerte bis Mitternacht. Das hemmende Verhalten der Streikenden sabotierte somit einen politischen Vorgang.

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