Der Sibirische Punk bzw. Sibirischer Underground war seit den frühen 1980er Jahren eine Sammelbezeichnung für Vertreter des politischen Punk aus Sibirien. Zu den bekanntesten Vertretern zählte die Band Grashdanskaja Oborona. Viele der Bands galten in der UdSSR als „sozial gefährlich“.
Grashdanskaja Oborona (dt. „Bürgerwehr“) war eine (Post-)Punkband mit Einflüssen aus Hardcore-Punk, Garage und Noise-Rock. Der bekannteste Vertreter des Sibirischen Punk gründete sich 1984 und existierte mit mehreren Unterbrechnungen bis zum Tod des Frontmanns Jegor Letow im Jahr 2008. Die Band war für ihre regime- und gesellschaftskritischen Texte bekannt.
Kino war eine Rockband aus Leningrad, sie gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Musikszene in der Perestroika-Zeit. Die Band wurde 1981 gegründet, mit dem tödlichen Autounfall des Frontmanns Viktor Zoi wurde die Band 1990 aufgelöst.
Aquarium gehört zu den Urvätern der russischen Rockgeschichte. Die Band formierte sich 1972 und genießt auch heute noch größte Popularität in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Frontmann der Gruppe ist Boris Grebenschtschikow, der oft auch einfach BG genannt wird.
Korol i Schut (dt. „König und Narr“) war eine Art-Punk-Band aus St. Petersburg. Sie existierte zwischen 1988 und 2014 und war vor allem wegen ihrer erzählerischen Texte, die sich oft an bekannte Märchen anlehnten, bekannt.
Splin (von engl. „spleen“, „üble Laune“) ist eine russische Rockband, die 1994 um den Sänger und Gitarristen Alexander Wassiljew in St. Petersburg gegründet wurde. Sie zählt aktuell zu den populärsten Rockbands in Russland.
Als Viktor-Zoi-Gedenkmauer wird eine Wand in der Moskauer Straße Arbat bezeichnet, die die Fans von Viktor Zoi und seiner Band Kino mit Zeilen aus seinen Gedichten und Liedern sowie Sprüchen wie „Zoi lebt“ vollgeschrieben haben. Sie entstand gleich nach dem tragischen Unfalltod Zois am 15. August 1990 und ist zum Pilgerort für viele Menschen aus ganz Russland geworden.