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    „Außerordentliche Staatliche Kommission zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ (TschGK)

    In der Sowjetunion war die „Außerordentliche Staatliche Kommission zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ (TschGK) damit beauftragt, das Ausmaß der Verbrechen der Nationalsozialisten zu untersuchen. Im Jahr 1942 eingesetzt, nahm die Intensität ihrer Tätigkeit erst nach der Befreiung der von den Deutschen besetzten Gebiete zu – zum einen mit Blick auf mögliche Kriegsverbrecherprozesse, zum anderen um eine Grundlage für mögliche Reparationsforderungen zu schaffen. Im Sommer 1944 begannen die Untersuchungen zu Maly Trostenez in Belarus, dem größten NS-Vernichtungsort auf dem besetzten Gebiet der Sowjetunion.

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    Chartija 97

    Chartija-97 ist eine Menschenrechtsorganisation, die ihren Namen in Anlehnung an die bekannte Bürger- und Menschenrechtsinitiative Charta 77 aus der früheren Tschechoslowakei gewählt hat. Im Jahr 1997 ins Leben gerufen, gilt die Gründung als eine Reaktion auf das umstrittene Referendum, mit dem Machthaber Alexander Lukaschenko 1996 de facto das Parlament aufgelöst hat. Bis heute betreibt Chartija-97 auch ein gleichnamiges Informationsportal im Internet, das von den belarussischen Autoritäten seit dem Jahr 2018 blockiert wird.

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    Europäisches Belarus

    Europäisches Belarus ist eine im Jahr 2008 gegründete Bürgerbewegung, die das Ziel hatte, Impulse für einen EU-Beitritt von Belarus zu geben. Ihr Mitbegründer Andrej Sannikow trat als Kandidat der Bewegung zur Präsidentschaftswahl 2010 gegen Alexander Lukaschenko an. Als Lukaschenko am 19. Dezember zum Sieger erklärt wurde, kam es in Minsk zu Massenprotesten gegen Wahlfälschung mit mehreren zehntausend Teilnehmern – und zahlreichen Festnahmen. Nachdem Sannikow von Mai 2011 bis April 2012 in Belarus in Haft war, ging er ins Exil.

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    „Bleib zuhause“

    Flashmob-Aktion im Internet, die im Frühjahr 2020 in Russland (wie auch weiteren Ländern  weltweit) aufgekommen war und an der sich auch medizinisches Personal in Belarus beteiligte. In sozialen Netzwerken luden Ärzte und Pfleger Videos und Bilder mit Aufrufen hoch, zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus zuhause zu bleiben.

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    Dimitri Bolkunez

    Dimitri Bolkunez (geb. 1983, belarussisch: Dsmitry Balkunez) ist ein belarussischer Politologe, der lange in Russland gelebt hat und im April 2021 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Warschau übersiedelte. Als Grund gab er an, sich in Russland vor einem Zugriff durch den belarussischen Geheimdienst nicht mehr sicher zu fühlen. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach in Belarus gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet worden sei – wegen vermeintlicher „öffentlicher Beleidigung” von Machthaber Alexander Lukaschenko. Bolkunez äußert sich regelmäßig sowohl in russischen als auch in belarussischen Medien zur Lage in seiner Heimat, ebenso auf seinem Youtube-Kanal. 

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    Sergej Dylewski

    Sergej Dylewski (geb.1989, belarussisch: Sjarhei Dyleuski) ist eine der Symbolfiguren des Protest-Sommers 2020 in Belarus, die aus den Reihen der Arbeiterschaft kam. Im Minsker Traktorenwerk, einem der landesweit größten Staatsunternehmen, war er zum Anführer eines Streiks avanciert. Nach mehreren Wochen Ordnungshaft und einem gegen ihn eröffneten Strafverfahren flüchtete er im Oktober 2020 nach Polen und gründete von dort aus die Exil-Gewerkschaft Belarussische Arbeitervereinigung (BOR). Er gehört zum Koordinierungsrat um die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. 

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    Belarussische Arbeitervereinigung (BOR)

    Die Belarussische Arbeitervereinigung (BOR) ist eine im Exil gegründete, nicht offiziell anerkannte Gewerkschaftsorganisation, die sich als Sprachrohr der Unzufriedenen in den staatlichen Industrieunternehmen von Belarus versteht. Ihr Gründer ist Sergej Dylewski, der im Oktober 2020 nach Polen flüchtete, nachdem ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet worden war. Zuvor war Dylewski nach der Teilnahme an Demonstrationen und Streiks mehrere Wochen in Ordnungshaft. Das Vorgehen gegen den Aktivisten wird international als politisch motiviert kritisiert.

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    Siehst Du das Erdhörnchen

    Zitat aus der Armee-Komödie „DMB“ (Premiere im Jahr 2000) des russischen Regisseurs Roman Katchanow. Das Zitat hat sich seitdem zur Redewendung entwickelt. Wer es verwendet, will ironisch ausdrücken, dass etwas nur auf dem Papier gilt oder in jemandes Vorstellung, während die Realität gänzlich anders aussieht. Im Internet kursiert das Zitat zuweilen als Meme.

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    Maske der Trauer in Magadan

    Die Maske der Trauer ist ein 1996 errichtetes Denkmal in der russischen Stadt Magadan. Es erinnert an die Opfer der stalinistischen Verbrechen, die in den Gulag-Zwangsarbeitslagern der Kolyma-Region interniert waren. Entstanden als Zwangsarbeitslager, wurde Magadan in den 1930er Jahren Verwaltungszentrum des Gulag-Komplexes im Fernen Osten. Stadt und Hafen wurden so hauptsächlich von Häftlingen errichtet.

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    Vorfall im Oktober 2021 bei Memorial in Moskau

    Gemeint ist ein Vorfall vom 14. Oktober 2021 in den Räumen der Menschenrechtsorganisation Memorial in Moskau. Bei der öffentlichen Vorführung eines Films über die Hungersnot in der Ukraine in den 1930er Jahren stürmte eine Gruppe maskierter Personen den Saal und störte die Veranstaltung. Die daraufhin gerufene Polizei führte einige der Störer sowie Memorial-Mitarbeiter ab. Filmzuschauer durften das Gebäude längere Zeit nicht verlassen; die Polizei verpflichtete sie, Protokolle mit persönlichen Daten auszufüllen und verwehrte den gerufenen Rechtsanwälten den Zugang zum Gebäude. 

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