Quelle

Grani.ru

Grani.Ru

Die Internet-Zeitung Grani.Ru (wörtl. ungefähr: Facetten) existiert seit dem Jahr 2000 und ist damit eines der ältesten oppositionellen Internet-Medien Russlands.

Grani.Ru wurde von dem Oligarchen Boris Beresowski gegründet und auch einige Jahre von ihm finanziert. Zur Zeit gehört sie zu gleichen Teilen dem ständigen Chefredakteur Wladimir Korsunski und der Herausgeberin Yulia Berezovskaya (die Namensgleichheit mit dem ersten Besitzer ist Zufall).

Die Finanzierung der Zeitung erfolgt teils durch Fördermittel1, teils durch Werbung und Spenden.

Obwohl die Zeitung seit ihrer Gründung verschiedene Besitzer hatte, sind die Redaktionspolitik und die politische Einstellung weitgehend konstant geblieben. Grani.Ru versteht sich als regierungskritisches Medium. Die Herausgeberin Berezovskaya sagte 2013 in einem Interview: „Wir haben schon unsere Kritik an den Vorgängen im Land kundgetan, lange bevor der Protest zum Mainstream wurde.“2

Viele der Autoren des Portals – etwa Elena Bonner, Walerija Nowodworskaja oder Lew Rubinstein  – gehören bzw. gehörten zu den Dissidenten und Oppositionellen der ersten Stunde.

Im März 2014 wurde der Zugriff auf das Internetangebot von Grani.Ru aus Russland für eine unbestimmte Zeit wegen „öffentlicher  Aufrufe zur Teilnahme an ungenehmigten Demonstrationen“ gesperrt3. Grani.Ru wurde so zum ersten Internet-Medium, das nach dem sogenannten Lugowoj-Gesetz (sieht die Möglichkeit einer außergerichtlichen Sperrung von Webseiten gemäß Entscheidung der Staatsanwaltschaft vor) in Russland verboten wurde. Seitdem setzen sich internationale Organisationen wie Amnesty International und Reporter ohne Grenzen für das Portal ein. Leser aus Russland können derzeit nur über eine Mirror-Site auf Grani.Ru zugreifen.

Eckdaten:

Gegründet: 2000
Chefredakteur: Wladimir Korsunski
Herausgeberin: Yulia Berezovskaya
URL: https://graniru.org/


1: http://www.colta.ru/articles/media/559
2: http://www.colta.ru/articles/media/559
3: https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-106-2014/protest-website-blockiert
Gnosen

im Gnosmos

als Text

im Gnosmos

als Text

Neueste Gnosen
Gnose Belarus

Die Beziehungen zwischen Belarus und der EU

Die Beziehungen zwischen der EU und Belarus gleichen seit ihrem Beginn vor 30 Jahren einer Achterbahnfahrt. Doch seit der Niederschlagung der Proteste im Herbst 2020 werden immer neue Tiefpunkte erreicht, Verträge gekündigt, Sanktionen verhängt. Fabian Burkhardt über ein kompliziertes Verhältnis.

Gnose

Bantiki – Haarschleifen

Je kleiner die Mädchen, desto größer die Haarschleife? Die riesigen weißen bantiki, die Haarschleifen sowjetischer Schülerinnen waren Ikonen einer idealisierten sowjetischen Kindheit. Wie die Blumensträuße für die Lehrerinnen gehören sie auch heute noch zu den Bildern des ersten Schultags, dem 1. September.

Gnose

Sowjetische Schuluniformen – Normierung und Eigensinn

Die sowjetische Schuluniform gab es nicht. Und neben dem Überstülpen staatlicher Werte eröffneten die Uniformen auch Möglichkeiten der Abgrenzung: nämlich das Spiel mit Varianten. Man konnte Uniformen aus anderen Republiken anziehen, die Accessoires variieren und die Uniform auf lässige Weise tragen, um Coolness zu demonstrieren und die Lehrer zu provozieren. 

Gnose Belarus

Soligorsk

Soligorsk ist eine der jüngsten belarussischen Städte. Und eine der reichsten. Lennart Petrikowski über eine Stadt, in deren Architektur und Wirtschaftsstruktur sich vergangene und gegenwärtige Ideologien besonders deutlich widerspiegeln.

Gnose Belarus

Die Brester Festung

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann auch die Schlacht um die Brester Festung. Der Widerstand der Besatzung ist in Russland und Belarus bis heute legendär und zentraler Bestandteil der Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg”. Doch es ist komplizierter. Christian Ganzer mit einer Gnose über selektive Erinnerung und verzerrte Fakten.

Gnose Belarus

Viktor Scheiman

Viktor Scheiman gilt als graue Eminenz der belarussischen Politik und rechte Hand Alexander Lukaschenkos. Sein Name fällt, wenn es um Waffenhandel, zwielichtige Devisengeschäfte und politischen Mord geht. Im Juni ist er unerwartet als Leiter des einflussreichen Verwaltungsamts des Präsidenten zurückgetreten. Eine Gnose von Waleri Karbalewitsch.

Gnose Belarus

Jüdisches Leben in Belarus bis 1917

Auf den Gebieten der heutigen Republik Belarus lebte früher ein großer Teil der weltweiten jüdischen Diaspora, zahlreiche Städte waren jüdisch geprägt. Dennoch zählt das jüdische Erbe zu den weniger beleuchteten Aspekten der belarussischen Geschichte. Eine Gnose von Anke Hilbrenner. 

Gnose

Deutscher Überfall auf die Sowjetunion

In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion. Claudia Weber über den Anfang des Großen Vaterländischen Krieges, die unerhörte Wendung in den zwischenstaatlichen Beziehungen und über Stalins Kalkül. 

Gnose

NATO-Russland Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der NATO und Russland, sie hätten derzeit einen Tiefpunkt erreicht, „wie wir ihn seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr kennen“, so NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Ulrich Schmid zeichnet die gegenseitigen Hoffnungen und Enttäuschungen nach, von den 1990er Jahren bis heute. 

Gnose Belarus

Ales Adamowitsch

Zusammen mit Wassil Bykau bildete er das Zweigestirn der belarussischen Nachkriegsliteratur. Behutsam bündelte der ehemalige Partisan Ales Adamowitsch die persönlichen Stimmen der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs in einem Chor und verwandelte sie in Literatur. Nina Weller über einen Schriftsteller und Menschenrechtler, dessen Stimme bis heute großes moralisches Gewicht hat. 

Abseits der Norm, © Julia Autz (All rights reserved)