Quelle

Forbes

Forbes Russia

Forbes ist ein russisches Wirtschaftsjournal, das aus der gleichnamigen US-amerikanischen Zeitschrift hervorging. Dieses ist vor allem bekannt für das jährliche Vermögens-Ranking aller Dollar-Milliardäre weltweit, unter denen traditionell eine Reihe bekannter OligarchenAls Oligarchen werden Großunternehmer bezeichnet, die starken Einfluss auf die Politik nehmen. In Russland, aber auch in anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, in denen Wirtschaft und Politik sehr eng verwoben sind, stellen sie ein zentrales Charakteristikum des politischen Systems dar. Mehr dazu in unserer Gnose und Geschäftsleute aus Russland zu finden sind.

Das Journal erscheint in Russland seit 2004 als monatliche Print-Ausgabe, seit 2009 gibt es außerdem eine russischsprachige Online-Version. Forbes Russia wurde zunächst von Axel Springer Russia herausgegeben, einem Tochterunternehmen des in Deutschland ansässigen Axel Springer Verlags. Dieser musste das Journal jedoch verkaufen, nachdem in Russland 2014 ein Gesetz erlassen wurde, das ausländische Anteile an russischen Medien auf 20 % begrenzt.

Seit 2015 wird das Journal in Russland daher von der Artcom Media Group herausgegeben, welche dem Geschäftsmann Alexander FedotowMichail Fedotow (geb. 1949) ist ein russischer Jurist und seit 2010 Vorsitzender des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten. Viele Kritiker werfen dem Gremium vor, als eine Art Feigenblatt für das autoritäre Herrschaftssystem zu dienen. Bei seinem Amtsantritt sagte er, dass zu den wichtigsten Aufgaben des Menschenrechtsrats eine „Destalinisierung des gesellschaftlichen Bewusstseins“ gehöre. gehört. Im Januar 2016 übernahm Nikolai Uskow die Chefredaktion, der zuvor das Journal Snob leitete. 

 

Eckdaten

Gegründet: 2004
Herausgeber: Artcom Media Group
Chefredakteur: Nikolai Uskow
URL: www.forbes.ru

Gnosen

im Gnosmos

als Text

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Neueste Gnosen

Der Samowar

In Russland trägt man keine Eulen nach Athen, sondern reist mit dem eigenen Samowar nach Tula: Boris Belge über den „Selbstkocher“, die Russifizierung des Tees und die Niederlage des Samowars im Kampf gegen elektrische Kleingeräte.

Musik der Perestroika

Rock war in der Sowjetunion verfemt. Olga Caspers erzählt, wie die „ideologisch untragbare“ Musik den Lebensstil der Gegenkultur in die Massenkultur transportierte – und damit zu einem Motor der Perestroika wurde. 

Haus der Regierung

Wer es in diese stalinsche Gated Community geschafft hatte, war im Kommunismus angekommen. Auch heute leben hier vor allem die Privilegierten. Monica Rüthers über das Haus der Regierung.
 

FSB

„Romantische Erzählungen über die Arbeit von Spionen“ brachten Putin laut eigener Aussage zum KGB. Heute glänzt der Nimbus des FSB vor allem wegen seines bekanntesten Ex-Mitarbeiters. Christopher Nehring erklärt, warum der größte russische Geheimdienst jedoch nur noch ein Akteur unter anderen ist.

Alexandra Kollontai

Sie war Berufsrevolutionärin, Vorkämpferin der Frauenemanzipation, erste Diplomatin weltweit und außerdem auch Literatin. Sie selbst sagte, sie habe „nicht nur ein, sondern viele Leben gelebt“. Bis heute sind ihre Schriften nicht gefeit vor Vereinnahmung und einseitiger Rezeption. Beate Fieseler über Alexandra Kollontai.

Die Massenerschießungen von Katyn

Im Frühjahr 1940 töteten Angehörige des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) mehrere Tausend polnische Offiziere in der Nähe des Dorfes Katyn unweit der russischen Stadt Smolensk. Claudia Weber über Katyn als Chiffre für eines der schrecklichsten Verbrechen, die das stalinistische Regime im Zweiten Weltkrieg verübte.

Monumentale Propaganda

Es gab sie überall: Die Stalins, Lenins, und wer es noch auf die Sockel im ganzen Sowjetreich schaffte. Bis sie dort unerwünscht waren. Die Geschichte über den Aufstieg und Fall und teilweisen Wiederaufstieg der Monumente schreibt Monica Rüthers.

Tschetschenien

Von der Kolonialisierung Tschetscheniens durch Russland bis hin zum Kadyrow-Regime: Marit Cremer über die islamisch geprägte Republik im Nordkaukasus. 

Kurilenkonflikt

„Wir müssen den Zweiten Weltkrieg beenden“, sagt Dimitri Peskow. Damit meint der Kreml-Sprecher einen Friedensvertrag, der zwischen Russland und Japan seit 1956 geplant ist und den es immer noch nicht gibt. Sören Urbansky über die Kurilen – eine Inselkette, die zum ständigen Zankapfel bei Friedensbemühungen wurde.

Schafauftrieb in Dagestan, Foto © Jewgenija Shulanowa/Takie Dela (All rights reserved)