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Andrej Swjaginzew

Obwohl Andrej Swjaginzew erst vier Spielfilme gedreht hat, zählt er bereits zu den wichtigsten Regisseuren in Russland. Seine Dramen widmen sich den Schattenseiten des Lebens in der russischen Provinz. Der letzte Film Leviathan löste eine kontroverse Debatte über das darin transportierte Russlandbild aus und verhalf Swjaginzew durch eine Oscar-Nominierung zum internationalen Durchbruch.

Swjaginzew (geb. 1964) absolvierte zunächst eine Schauspielausbildung und wechselte erst im Jahr 2000 in die Regie. Sein Filmdebut Die Rückkehr (Wozwraschtschenije) von 2003 ist ein dramatisches Familien-Roadmovie, das an den russischen Mystizismus Andrej TarkowskisAndrej Tarkowski (1932–1986) war ein sowjetischer Regisseur und gilt als einer der einflussreichsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Seine Werke greifen spirituelle, philosophische und metaphysische Themen auf und zeichnen sich durch lange Einstellungen und eine unkonventionelle Handlungsstruktur aus. In der Sowjetunion blieb Tarkowski, der seine Filme stets gegen die behördliche Zensur verteidigen musste, die offizielle Anerkennung versagt. 1983 emigrierte er, seine letzten beiden Filme entstanden im Ausland. erinnert. Auch sein zweiter Film Die Verbannung (Isgnanije) von 2007 ist ein Familiendrama. Das Werk beeindruckt durch seine eindrückliche Bildsprache, die in Elena (2011) und LeviathanDer Film Leviathan von Andrej Swjaginzew ist ein 2014 erschienenes russisches Sozialdrama. Der international beachtete und golden-globe-gekrönte Film löste in Russland aufgrund der kritischen Darstellung der russischen Lebensrealität heftige Kritik aus. (2014) weiter perfektioniert wird. Während Swjaginzews beiden ersten Spielfilme von innerfamiliären Konflikten handeln, greifen Elena und Leviathan den Konflikt zwischen dem (einfachen und ohnmächtigen) Volk einerseits und der allmächtigen russischen Bürokratie andererseits auf.

Seine Filme vermitteln ein ausgesprochen düsteres Bild der zeitgenössischen Lebensrealität in Putins Russland, weshalb Swjaginzew in seiner Heimat regelmäßig kritisiert wird.1 Im Ausland hingegen wird sein Werk positiv rezipiert und auf internationalen Festivals gefeiert: Auf den Filmfestspielen in Venedig 2003 erhielt sein Regiedebut Die Rückkehr als bester Film im Wettbewerb den Goldenen Löwen, und Leviathan war 2015 als bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert.


1.Süddeutsche Zeitung: «Leviathan» – Golden-Globe-Sieger spaltet Russland
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Leviathan

Der Film Leviathan von Andrej Swjaginzew ist ein 2014 erschienenes russisches Sozialdrama. Der international beachtete und golden-globe-gekrönte Film löste in Russland aufgrund der kritischen Darstellung der russischen Lebensrealität heftige Kritik aus.

Andrej Tarkowski

Andrej Tarkowski (1932–1986) war ein sowjetischer Regisseur und gilt als einer der einflussreichsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts. Seine Werke greifen spirituelle, philosophische und metaphysische Themen auf und zeichnen sich durch lange Einstellungen und eine unkonventionelle Handlungsstruktur aus. In der Sowjetunion blieb Tarkowski, der seine Filme stets gegen die behördliche Zensur verteidigen musste, die offizielle Anerkennung versagt. 1983 emigrierte er, seine letzten beiden Filme entstanden im Ausland.

Wladimir Medinski

Wladimir Medinski leitet seit 2012 das Kulturministerium der Russischen Föderation. Zu den zentralen Anliegen seiner Kulturpolitik zählen die Förderung des russischen Patriotismus sowie der Einsatz gegen vorgeblich antirussische Tendenzen in der Kultur.

Moskauer Staatliche Lomonossow-Universität

Die Staatliche Universität Moskau ist eine klassische Volluniversität. Sie ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste und renommierteste Hochschule Russlands. Abgesehen von ihrer unangefochtenen Bedeutung für das Bildungssystem spielte sie immer wieder auch politisch eine wichtige Rolle und prägt zudem das architektonische Stadtbild Moskaus.

Ermittlungskomitee

Das Ermittlungskomitee (Sledstwenny komitet/SK) ist eine russische Strafverfolgungsbehörde. Sie gilt als politisch überaus einflussreich und wird häufig mit dem US-amerikanischen FBI verglichen.

Sergej Bondartschuk

Sergej Bondartschuk (1925–1994) war ein bedeutender sowjetischer und russischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Bereits mit 32 wurde er als jüngster Schauspieler überhaupt als Volkskünstler der UdSSR ausgezeichnet. Sein Regiedebüt Ein Menschenschicksal (1959) gilt heute als Klassiker des sowjetischen Kinos. Im Westen wurde er vor allem durch die Verfilmung des Romans Krieg und Frieden (1967) von Lew Tolstoi bekannt, in der er auch eine der Hauptrollen übernahm. Der Film gehört zu den erfolgreichsten sowjetischen Filmen und hatte auch international großen Erfolg. 1969 erhielt er den Golden Globe und den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Weitere bedeutende Regiearbeiten Bondartschuks sind unter anderem Waterloo (1970), Boris Godunow (1986) und der Mehrteiler Der stille Don (1994).

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Szene aus dem Film Stalker (All rights reserved)