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Frauen und die Revolution

Sie steht auf einem Felsen, am Horizont erheben sich weiße Wolken aus Fabrikschornsteinen. In der Hand hält sie einen Hammer, zu ihren Füßen liegt eine Sichel, über dem schlichten roten Kleid trägt sie eine rote Arbeitsschürze. Ihr Gesicht hat die junge Frau der strahlenden Sonne zugewandt, mit ihrer Hand weist sie auf prunkvolle Gebäude aus Stein hinter sich – auf eine Stadt der Zukunft. Die Unterschrift dieses Propagandabildes aus dem Jahr 1920 lautet: „Was die OktoberrevolutionAm 25. Oktober (7. November) 1917 stürzten die Bolschewiki die Provisorische Regierung, die nach der Februarrevolution eingesetzt wurde. Die Machtübernahme in Petrograd erfolgte ohne viel Blutvergießen, jedoch schloss sich ihr ein mehrjähriger Bürgerkrieg mit Millionen Todesopfern an. Zahlreiche westeuropäische Staaten unterstützten den Widerstand gegen die Bolschewiki auch militärisch. So nahm die Geschichte der UdSSR ihren Anfang. den Arbeiterinnen und Bäuerinnen gegeben hat.“ Die Antworten gibt das Bild mit seinen Gebäuden, inklusive Kindergarten, einer Schule für Erwachsene und dem Sowjet der Arbeiter- und Bauerndeputierten. Gleich einer Handlungsaufforderung sieht der Betrachter Frauen und Kinder in diese mustergültige Stadt ziehen, die für den einst Unterdrückten attraktive soziale und kulturelle Anreize bieten soll.

Nur durch die Befreiung der Arbeiterklasse werde sich auch die Lage der Arbeiterinnen verbessern – diese Losung wurde beim Ersten Allrussischen Frauenkongress im Jahr 1908 laut. Sie kam von Alexandra KollontaiAlexandra Kollontai (1872–1952) war eine sowjetische Politikerin und Feministin. Da sie einer adligen Familie entstammte, wurde ihr Engagement bei der revolutionären Frauenbewegung von der russischen Oberschicht als Skandal aufgenommen. Als erste weibliche Ministerin in der Geschichte leitete sie in den Jahren 1917–1918 das Kommissariat für Volkswohlfahrt. In dieser Eigenschaft setzte sie unter anderem eine radikale Lockerung des Scheidungsrechts, verbesserten Mutterschutz und ein Recht auf Abtreibung durch. , der wichtigsten und schillerndsten Vertreterin der sozialistischen Frauenbewegung. Kollontai vertrat die Position, dass es auch einer eigenen Agitation der Frauen bedürfe. Sie, als überzeugte Feministin und Sozialistin aus gutem Hause, forderte Gleichberechtigung, ein zentrales Thema auf dem Kongress in Sankt Petersburg, an dem viele Vertreterinnen unterschiedlicher Frauenorganisationen teilnahmen. Es ging vor allem um das Wahlrecht für Frauen, um den Zugang zu höherer Bildung und zu neuen Berufen.

Die Frauenbewegung politisierte die Frauen: Am 23. Februar/8. März 1917 gingen sie auf die Straße. In PetrogradDie 1703 vom Zaren Peter dem Großen gegründete und nach seinem Schutzheiligen, Apostel Simon Petrus, benannte Stadt Sankt Petersburg wurde 1914 zum ersten Mal umbenannt. Sie hieß bis zu Lenins Tod im Jahr 1924 Petrograd. Dann wurde der Name zu seinen Ehren in Leningrad geändert. Seit 1991 heißt sie wieder Sankt Petersburg, umgangssprachlich meist Piter genannt. markiert eine Demonstration zum Internationalen Frauentag den Auftakt zur FebruarrevolutionDie Februarrevolution – ausgelöst durch eine Hungerdemonstration in Petrograd, der sich Streiks von Arbeitern und Soldaten anschlossen – beendete das zaristische Regime, das die Unterstützung der Bevölkerung bereits weitgehend verloren hatte. Mit der Revolution endete die über dreihundert Jahre währende Herrschaft des Hauses Romanow im Russischen Reich. Gleichzeitig läutete sie die Phase der „Doppelherrschaft“ von Provisorischer Regierung und dem Petrograder Rat (Sowjet) der Arbeiter- und Soldatendelegierten ein..1  Die Frauen forderten Brot und FriedenAnfang 1917 kam es wegen des Krieges zu Versorgungsschwierigkeiten in der russischen Hauptstadt Petrograd und anderswo. Es kam zu Demonstrationen verarmter und vom Hunger bedrohter Menschen, vor allem von Frauen. Diese Proteste weiteten sich rasch aus und führten innerhalb weniger Tage zu einer Massenbewegung, die schließlich den Sturz des letzten Zaren zur Folge hatte (Februarrevolution). – angesichts der schlechten Versorgung und den langen KriegsjahrenRussland ist dem Ersten Weltkrieg an der Seite der Alliierten Anfang August 1914 beigetreten. Nach anfänglichen spektakulären Erfolgen kam es zu Rückschlägen und bald stellte sich heraus, dass der russische Staat den Belastungen eines modernen Krieges nicht gewachsen war. Die Transportprobleme und schlechte Versorgung der Städte führten Anfang 1917 zu großen Demonstrationen, die in die Februarrevolution mündeten. Die Frage von Frieden und Krieg war auch nach der Abdankung Nikolaus´ II. von entscheidender Bedeutung. Die Provisorische Regierung führte den Krieg weiter, was zu einem militärischen und innenpolitischen Desaster führte. Erst nach der Oktoberrevolution wurde am 3. März 1918 ein separater Friedensvertrag zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten geschlossen. Russland musste erhebliche Verluste an Territorium, Produktionskapazitäten und Bevölkerung hinnehmen. war das erste Priorität. Daneben klagten sie auch grundlegende Rechte ein, wie das bereits lang erhoffte Wahlrecht. Im Juli 1917 wurde es den Frauen in Russland zugesprochen.2 

Vorstellungen von einer sozialistischen Zukunft

Doch nach der siegreichen Oktoberrevolution und der Machtübernahme der BolschewikiDie Bolschewiki („Mehrheitler“) unter Führung von Wladimir Lenin waren zunächst eine Minderheitenfraktion innerhalb der russischen Sozialdemokratie. Ihren Namen erhielten sie aufgrund eines einmaligen Abstimmungserfolges über die Menschewiki („Minderheitler“) auf einem Parteitag im Jahr 1903. Nach der Parteispaltung im Jahre 1912 konstituierten sie sich als revolutionäre Kaderpartei. Im Oktober 1917 organisierten sie den Sturz der Provisorischen Regierung in Russland und gingen aus dem anschließenden Bürgerkrieg siegreich hervor.  galt es, die Theorie – nämlich die Vorstellungen einer sozialistischen Zukunft und Lebensweise – in die Praxis umzusetzen. Seit 1918 sollten zahlreiche Gesetzesmaßnahmen rasch zu einer neuen, gleichberechtigten Gesellschaft führen, darunter die Legalisierung von Ehescheidungen und Abtreibungen, ein vereinfachtes Ehegesetz, ein staatlicher Mutterschutz, die Gleichstellung von Mann und Frau sowie gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Bei diesem historischen Experiment bedachten die Machthaber anfangs jedoch nicht, wie ein Übergang zu schaffen sei, sprich: wie die vorhandenen Alltagsbedingungen mit den theoretischen Zielen in der Praxis vereinbart werden könnten.

Die Frauenfrage als wichtiger Bestandteil des Byt

Zur Benennung der verschiedenen Aspekte des Alltagslebens benutzten Zeitgenossen den Begriff Byt. Er umfasste sowohl Strukturen, wie soziale Einrichtungen, aber auch individuelle Einstellungen, Denk- und Verhaltensweisen.3 Wichtiger Bestandteil des neuen Byt war die Frauenfrage, unter der eine breite Einbeziehung von Frauen in die Arbeiterschaft verstanden wurde, indem reproduktive Arbeiten im Haushalt und in der Familie durch staatliche Institutionen übernommen werden sollten. 

Die prägendste Person des bolschewistischen Feminismus wurde schließlich Alexandra Kollontai. Sie setzte sich für eine Vereinbarkeit von Haus-, Familien- und Lohnarbeit für Frauen ein und überlegte sich dafür praktische Umsetzungen.4 Nach der Oktoberrevolution wurde sie Ministerin im ersten sowjetischen Kabinett unter LeninNach der Februarrevolution, die zur einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Arbeiter- und Soldatensowjet geführt hatte, fixierte sich Lenin auf den gewaltsamen Sturz der Provisorischen Regierung. Die bolschewistische Partei wurde zum Anziehungspunkt für alle unzufriedenen, radikalen und anarchistischen Elemente, die durch die revolutionären Ereignisse aufgewühlt worden waren. Nach dem misslungenen Juliaufstand nutzte Lenin die politische Krise und das Machtvakuum aus, um seine Strategie des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 zu verwirklichen. . Zu dieser Zeit sind ihre Forderungen noch radikaler: Im November 1918 sprach sie über die Zerschlagung des familiären Haushalts und die Abschaffung der privaten Kinderbetreuung.5

Shenotdel – die Frauenabteilung

Bereits 1918 wurde dank der Beharrlichkeit von Inessa ArmandInès Armand (1874–1920) war eine russische Revolutionärin mit französischen Wurzeln. Von 1918 bis 1920 leitete sie die Frauensektion des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands – eines der obersten Entscheidungsgremien des Landes. , Alexandra Kollontai und anderen weiblichen Bolschewiki nach zähen Verhandlungen und trotz massiver Widerstände eine eigene Abteilung für Arbeiterinnen und Bäuerinnen beim Zentralkomitee der Partei geschaffen, das sogenannte Shenotdel (von Shenskij Otdel, dt. Frauenabteilung).6 Das Hauptanliegen des Shenotdel bestand in der Gleichstellung von Frauen durch die Schaffung eines neuen Byt. Damit war die gesellschaftspolitische Mobilisierung von Frauen gemeint, ihre Einbindung in die Arbeiterschaft, die Durchführung von Bildungsmaßnahmen, Errichtung von Krippen, Kindergärten, Kantinen, Wäschereien und medizinischen Beratungsstellen und so weiter.

Die Frauenabteilungen hatten maßgeblich Anteil an der Propagierung eines neuen Weiblichkeitsideals, das Ordnungssinn, moralische Integrität, Fürsorge für die eigene Familie und die Familie des Staates, gesellschaftliches Engagement, Erwerbstätigkeit und Mutterschaft beinhaltete und sich als Leitbild für die 1930er Jahre durchsetzte. Dennoch war das vorrangige Ziel immer die Frage, wie das neue Frauenbild in der sozialistischen Gesellschaft aussehen sollte, welche Schritte zur Erreichung der Emanzipation erforderlich waren.

Verlust revolutionärer Utopien

In der frühen Sowjetunion wurde die Frau zunächst als Sinnbild für die Segnungen der neuen Zeit mit zahlreichen Konnotationen aufgeladen: Sie symbolisierte Freiheit, Sozialismus, siegreiches Proletariat, ein besseres Leben und ein neues Menschenbild.7 Schon bald aber zeigte sich ein Verlust solcher revolutionärer Utopien. Die Forderung nach einer breiten Einbeziehung von Frauen in die Arbeiterschaft und somit einer schnellen Umsetzung des Gleichheitsanspruchs schien während des Bürgerkriegs durch eine hohe weibliche Erwerbstätigkeit greifbar nahe zu sein. Die Desillusionierung folgte bereits nach Beendigung des Krieges und durch den Übergang zur Neuen Ökonomischen PolitikAls Neue Ökonomische Politik (Nowaja Ekonomitscheskaja Politika – NEP) wird eine kurze Periode in der Geschichte der Sowjetunion der 1920er Jahre bezeichnet. Das Ziel von NEP bestand in der Dezentralisierung und Liberalisierung der Wirtschaft und in der teilweisen Rückkehr zu marktwirtschaftlichen Methoden. Während der Hungersnöte im und nach dem Bürgerkrieg (1918–1923) trug die NEP maßgeblich zur Verbesserung der Versorgung bei. Im Zuge der Einführung der Planwirtschaft und der Realisierung des ersten Fünfjahrplans wurde die NEP 1928 de facto abgeschafft. (Nowaja Ekonomitscheskaja Politika, NEP) im Jahr 1921. Die zurückkehrenden Männer verdrängten die Frauen wieder von den stellvertretend eingenommenen Arbeitsplätzen. 

In Petrograd markiert eine Demonstration zum Internationalen Frauentag den Auftakt zur Februarrevolution

Bereits durch den Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik ab 1921 erfolgte eine Abkehr von den ursprünglichen Plänen zum Aufbau einer neuen Lebensweise. Dafür sind verschiedene Gründe zu nennen: vor allem aber die Erkenntnis der Machthaber, dass ein Wandel in den Lebensweisen sich nicht allein durch strukturelle Veränderungen, Gesetze und Propaganda vollziehen konnte, sondern ein von Beginn an nicht bedachter Übergang geschafft werden musste.

Rekonstruktion der patriarchalischen Geschlechterrollen

Als weiteres Problem erwiesen sich Vorstellungen einer Geschlechterordnung, die beharrlich eine männliche Dominanz und weibliche Unterordnung vorsah. Das schon bestehende Bild von Weiblichkeit wurde neuerlich bestätigt und patriarchalische, hierarchische Geschlechterrollen wurden rekonstruiert: Alle umzubauenden Bereiche des Byt galten als ausschließlich weibliche Belange. Ein entsprechendes soziales Engagement spiegelte die Tugendhaftigkeit der neuen Sowjetbürgerin. Aus einer ursprünglich biologischen Geschlechterdifferenz, die in der Gebärfähigkeit der Frau begründet lag, wurde nun – allerdings eher unbewusst und ungewollt – eine kulturelle und soziale Differenz aufgebaut, indem die Frauensache als etwas Besonderes definiert wurde und dadurch den Status einer speziellen Kategorie erhielt.8

Doppelbelastung

Entgegen den ursprünglichen revolutionären Zielen war die Arbeiterin keineswegs mit dem Mann gleichgestellt, sondern musste sich neben der Fabrikarbeit auch noch um Haushalt und Kindererziehung kümmern, weshalb sie am gesellschaftlichen Leben aus Zeitmangel nicht teilnehmen konnte. Spätestens seit der forcierten Industrialisierung zu Beginn der 1930er Jahre gehörte die Doppelbelastung von Beruf und Familie zur normalen weiblichen Biographie.9

Trotz nachweislicher Erfolge bei der Mobilisierung von Frauen und einem ständigen Anstieg an sozialen Einrichtungen verstärkte sich 1929/1930 von Seiten des Zentralkomitees der Partei die Kritik an den Frauenabteilungen und sie wurden ersatzlos „reorganisiert“.10 Mit dem Wegfall dieser Institution und den gleichzeitig einschneidenden Veränderungen in der politischen Führung, wo sogenannte linke Bolschewiki zum Schweigen gebracht wurden, wurden weitere Diskussionen über Lebensweisen, wie sie kontrovers, aber offen in den zwanziger Jahren geführt wurden, abrupt beendet. Nun galt es, so schnell wie möglich den „Sozialismus in einem Land“ durchzuführen, kritische Töne wurden von einer beschönigenden Propaganda abgelöst.


1.Altrichter, Helmut (2017): Russland 1917: Ein Land auf der Suche nach sich selbst, Paderborn, S. 112
2.Goldberg Ruthchild, Rochelle (2010): Equality & Revolution: Women's Rights in the Russian Empire, 1905-1917, Pittsburgh
3.Bolšaja Sovetskaja Ėnciklopedija: Tom 8, Moskau, 1927
4.Kollontai, Alexandra (1979): Zwei Richtungen: (Aus Anlass der Ersten Internationalen Konferenz Sozialistischer Frauen in Stuttgart 1907), in: Dies.: Der weite Weg: Erzählungen, Aufsätze, Kommentare. hrsg. v. Bauermeister, Christiane u.a., Frankfurt am Main, S. 46-47 und Farnsworth, Beatrice Brodsky (1980): Aleksandra Kollontai: Socialism, Feminism, and the Bolshevik Revolution, Stanford/California, S. 136-161, S. 168
5.Während die Idee kollektiver Speiseeinrichtungen, Wäschereien und Konsumgenossenschaften zum Bezug von Lebensmitteln großen Anklang fand, empfanden viele Zuhörerinnen die Abschaffung der privaten Kinderbetreuung als bedrohlichen Eingriff in ihr privates Leben. S. Farnsworth: Kollontai S. 136-161, S. 168
6.Samojlova, K. (1920): Organizacionnye zadači otdelov rabotnic, Moskau und  Scheide, Carmen (2001): Kinder, Küche, Kommunismus: Das Wechselverhältnis zwischen sowjetischem Frauenalltag und Frauenpolitik von 1921 bis 1930 am Beispiel Moskauer Arbeiterinnen, Zürich/Basel
7.Gillen, Eckhart (1978): Von der politischen Allegorie zum sowjetischen Montageplakat, in: Knödler-Bunte, Eberhard / Erler, Gernot (Hrsg.): Kultur und Kulturrevolution in der Sowjetunion, Berlin, S. 57-80; Bonnell, Victoria E. (1991): The Representation of Women in Early Soviet Political Art, in: Russian Review 50 (1991) S. 267-288
8.Auch die kritische Feministin Kollontai hatte nicht in Betracht gezogen, dass Kindererziehung, Kochen und Waschen durchaus Tätigkeiten waren, die von Männern durchgeführt werden könnten.
9.Attwood, Lynne (1999): Creating the new Soviet Woman: Women`s Magazines as Engineers of Female Identity, 1922-1953, New York; Buckley, Mary (1989): Women and Ideology in the Soviet Union, New York
10.Wood, Elizabeth A. (1997): The Baba and the Comrade: Gender and Politics in Revolutionary Russia, Bloomington und Goldman, Wendy Zeva (1996): Industrial Politics, Peasant Rebellion and the death of the Proletarians Women’s Movement in the USSR, in: Slavic Review 55/1, S. 46-77; Goldman, Wendy Zeva (1993): Women, the State and Revolution: Soviet Family Policy and Social Life, 1917-1936, Cambridge

Diese Gnose wurde gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

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