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    Wiedergeburtsbewegung (Belarus)

    Die belarussische Wiedergeburtsbewegung entstand im 19. Jahrhundert in den belarussischen Gebieten des Russischen Zarenreiches. Ihr Ziel war die Entwicklung der belarussischen Kultur, Sprache und Bildung; ihre Vertreter setzten sich für die sozialen Rechte der Bauern, für das griechisch-römische Glaubensbekenntnis und für die Popularisierung einer nationalen belarussischen Identität ein. Der Begriff Wiedergeburt (belaruss. adradshenne) bezog sich auf das Mittelalter, als Alt-Belarussisch (Ruthenisch) die Kanzleisprache des Großfürstentums Litauen gewesen war. Aufgrund zaristischer Repressionen und einer geringen Anhängerschaft blieb die Bewegung lange im Untergrund, erst nach der Revolution von 1905 erlangte sie politischen Einfluss,seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erlebte sie eine Renaissance. 

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    Nascha Niwa (1906–1915)

    Nascha Niwa (dt. Unser Acker) war eine zwischen 1906 und 1915 in Vilnius erscheinende Wochenzeitung. Sie war ursprünglich das inoffizielle Organ der Belarussischen Sozialistischen Hramada, einer 1902 gegründeten sozialdemokratischen Partei. Nachdem die Partei 1907 ihre politischen Tätigkeiten einstellen musste, richtete sich Nascha Niwa zunehmend an Aktivisten der nationalen Bewegung und die künstlerische Intelligenzija und wurde zum zentralen Forum der belarussischen Wiedergeburtsbewegung. Ihre Auflage betrug etwa 3.000 Exemplare

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    Rot-grüne Flagge

    Die rot-grüne Flagge, die zudem ein belarussisches Ornament ziert, ist seit 1995 die Staatsflagge der Republik Belarus. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2012. Die Flagge, eingeführt durch ein umstrittenes Referendum unter Alexander Lukaschenko, ist weitgehend identisch mit der Flagge der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik (BSSR), die im Jahr 1951 eingeführt wurde. Bis dahin war die Flagge rot wie die der Sowjetunion. 

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    Die radikale außenpolitische Kursänderung innerhalb von wenigen Tagen (Karbalewitsch)

    Zu dieser Aussage erklärt Karbalewitsch auf Nachfrage von dekoder: „Die Außenpolitik eines jeden Staates muss die nationalen Interessen dieses Staates widerspiegeln. Und was ist in Belarus passiert? Bis zum 9. August 2020 erklärten die belarussischen Behörden alle alternativen Präsidentschaftskandidaten zu Lukaschenko zu Agenten Russlands. Und nach dem 9. August wurden dieselben alternativen Präsidentschaftskandidaten zu Agenten des Westens erklärt, und Russland wurde als bester Freund und Verbündeter bezeichnet. Weil Putin Lukaschenko unterstützte. Aber die nationalen Staatsinteressen wie auch die Verbündeten und Feinde können nicht innerhalb weniger Tage ausgetauscht werden. Das bedeutet, dass die Außenpolitik nicht die Interessen von Belarus widerspiegelt, sondern die Interessen einer Person – Lukaschenko.“

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    Die Obrigkeit kann nicht wie einst regieren

    Bei diesem Ausspruch handelt es sich um kein direktes Zitat von Lenin, sondern um eine bekannte sinngemäße Formel. Sie wurde auf Grundlage von Lenins Schriften, die zwischen 1913 und 1920 entstanden sind und die sich mit den essentiellen Vorbedingungen für eine revolutionäre Situation beschäftigten, populär. Der zweite Teil dieser Vorbedingungen heißt: Die unteren Klassen wollen nicht wie einst leben (russ. Nisy ne chotjat shit po-staromu).

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    Pahonja-Wappen

    Das Wappen Pahonja ist ein bedeutendes Wappen aus Belarus. Der Ursprung des Reiters auf Pferd, der ein Schild mit einem Doppelkreuz trägt, geht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Es ist fast identisch mit dem heutigen Staatswappen von Litauen, was auf die gemeinsame Geschichte der beiden Länder zurückzuführen ist. Das Pahonja, was sich als Verfolgung übersetzen lässt, wurde nach dem Ende der Sowjetunion 1991 zum Staatswappen der Republik Belarus bestimmt. Nach einem umstrittenen Referendum im Jahr 1995 wurde es von Alexander Lukaschenko durch das heutige Wappen ersetzt, das sich an dem der Belarussischen Sowjetrepublik orientiert. Seitdem ist das Wappen, wie auch die weiß-rot-weiße Fahne, zum Symbol der Oppositionsbewegung avanciert. 

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    die „Unglaublichen“ (Ausspruch)

    Die „Unglaublichen“ (russ. newerojatnyje) ist ein Ausspruch, der im Zuge der Proteste in Belarus seit dem Jahr 2020 populär wurde. Er geht zurück auf die Wahlkampfveranstaltungen von Swetlana Tichanowskaja im Juli 2020, auf denen auch Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo auftraten. Das Trio adressierte die anwesenden Belarussen so immer wieder als die „Unglaublichen“.

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    Ostpolen (Kresy)

    Als Ostpolen (auch Kresy) wurden im 17. und 18. Jahrhundert jene östlichen Gebiete Polen-Litauens bezeichnet, die vorher zum Großfürstentum Litauen gehört hatten. Ab 1772 gelangten sie im Zuge der Teilungen Polens in das Russische Zarenreich. Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Polnisch-Ukrainischen (1918–1919) und dem Polnisch-Sowjetischen Krieg (1920–1921) wurden sie unter der Bezeichnung Ostpolen wieder Teil der Polnischen Republik. Im September 1939 wurden die Gebiete mit ihren etwa 13 Millionen Einwohnern von der Roten Armee besetzt und von der Sowjetunion annektiert.

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    Ukrainische Aufstandsarmee (UPA)

    Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) war der militärische Arm der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), einer antikommunistischen und ethnonationalistischen Untergrundorganisation in der Westukraine. Die UPA wurde 1942 gegründet und existierte bis in die 1950er Jahre. Nach dem Krieg kämpfte sie weiter gegen die sowjetische Herrschaft.

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    RSFSR

    Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) war die größte und bevölkerungsreichste Teilrepublik der Sowjetunion. Sie wurde in Folge der Oktoberrevolution am 7. November 1917 gegründet. Nach der Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 nannte sich die RSFSR in Russische Föderation um, im Dezember 1993 wurde sie im Zuge einer Verfassungsänderung endgültig aufgelöst.

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