Autor:in

dekoder-Team


  • Gnose

    Krama (App)

    Krama (dt. Geschäft) ist eine Smartphone-App, die im Zuge der Proteste gegen die Wahlfälschungen in Belarus von Sergej Kostroma entwickelt wurde. Mit der App kann der Barcode von Produkten im Supermarkt gescannt werden. Sie überprüft, ob das Produkt von einem Unternehmen hergestellt wurde, das direkt dem belarussischen Staat gehört und möglicherweise gegen streikende Angestellte vorgeht. Krama hilft somit bei Einkäufen, wenn man keine staatsnahen Unternehmen unterstützen will.

    Von

  • Gnose

    Maxim Katz

    Maxim Katz (geb. 1984) ist ein populärer Blogger und Politiker aus Russland. Er begann seine Karriere in den 2000-er Jahren als gesellschaftspolitischer Aktivist, als er gemeinsam mit Ilja Warlamow die Stiftung Gorodskije Projekty (Städtische Projekte) gründete. Sie setzte sich dafür ein, den städtischen Raum in Russland lebenswerter zu machen. Von 2012 bis 2016 saß Katz für die liberale Partei Jabloko in der Munizipalversammlung des Moskauer Bezirk Schtschukino, von 2012 bis 2013 gehörte er dem Koordinationsrat der russischen Opposition an. Katz betreibt einen YouTube-Kanal mit etwa 2,4 Millionen Abonnenten. Nach Beginn der russischen Vollinvasion gegen die Ukraine kritisierte er den Krieg, musste das Land verlassen und wurde 2023 in Abwesenheit zu acht Jahren Haft verurteilt. Zwischen Katz und den Mitstreitern von Alexej Nawalny besteht seit vielen Jahren eine Rivalität.

    Von

  • Gnose

    Weiße Zettel (Belarus)

    Unbeschriftete weiße DIN A4-Blätter, die an Fensterscheiben geklebt werden, sind Ausdruck der Solidarität mit den Protesten gegen die Wahlfälschungen in Belarus. Anders als weiß-rot-weiße Flaggen werden sie so gut wie nie von Sicherheitskräften entfernt. Diese Aktionsform knüpft an einen Anti-Lukaschenko-Flashmob aus dem Jahr 2017 an, bei dem ebenfalls weiße Blätter an Fenstern angebracht wurden.

    Von

  • Gnose

    Offene Türen (Belarus)

    Seit Beginn der Proteste gegen die Wahlfälschungen in Belarus kommt es wiederholt zu massiver Polizeigewalt. Doch immer wieder solidarisieren sich Anwohner mit den Protestierenden und öffnen die Türen ihrer Privatwohnungen, um flüchtende Demonstranten vor weiteren Übergriffen durch die Sicherheitskräfte zu schützen und vor möglichen Inhaftierungen zu bewahren. Allerdings kommt es mittlerweile auch regelmäßig vor, dass OMON und Miliz Privatwohnungen stürmen und gezielt durchsuchen.

    Von

  • Gnose

    „Spazieren gehen“

    Dieser Ausspruch bezieht sich auf die bekannten Worte „Ja guljaju“ (dt. „Ich gehe spazieren“) der belarussischen Protestikone Nina Baginskaja. Die 73-Jährige ist seit vielen Jahren nahezu bei allen wichtigen Demonstrationen mit einer weiß-rot-weißen Fahne, einem Symbol der Opposition, zugegen. Dabei wurde sie unzählige Male festgenommen. Zudem hat sie zahlreiche Geldstrafen kassiert. Auf die gängige Frage von OMON- oder Milizmitarbeitern, was sie denn da mache, antwortet sie gewöhnlich, dass sie spazieren gehe. Ein Ausdruck, der sich umgangssprachlich für „protestieren“ eingebürgert hat. 

    Von

  • Gnose

    Panturkismus

    Als Panturkismus wird das ideologische Bestreben bezeichnet, alle Turkvölker zu einer kulturellen und nationalen Einheit zusammenzufassen. Von den rund 40 Ethnien, deren Sprachen zur Familie der Turksprachen gerechnet werden, leben etwa 20 Ethnien (teilweise) in Russland. Schätzungen zufolge entspricht dies einer Bevölkerungszahl von rund zehn Millionen von den weltweit etwa 180 bis 200 Millionen TurksprachlerInnen. 

    Von

  • Gnose

    Separatismus abwehren

    Unabhängigkeits- und Separatismus-Fragen beschäftigen das heutige Russland spätestens seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In der Argumentation steht dabei das Selbstbestimmungsrecht der Völker oft gegen das Recht auf territoriale Integrität, je nach Fall und Interesse kann die Position wechseln. Gern zitiertes Beispiel sind die Tschetschenienkriege (1994–1996 und 1999–2009), in denen die russische Armee gegen separatistische Widerstandskämpfer der Republik im russischen Nordkaukasus kämpfte. Ein anderes Beispiel ist der Kosovo, dessen Unabhängigkeit Russland (aber auch Aserbaidshan und Spanien) nicht anerkannt hatte. Demgegenüber steht das Beispiel Krim, bei dem Russland neben anderen Argumenten auch das Prinzip der Selbstbestimmung der Völker anführte. 

    Von

  • Gnose

    Chalchin Gol

    Anspielung auf eine Einschätzung des russischen Politologen Dimitri Jewstafjew: Dieser hat Ende Oktober 2020 in einer Talkrunde im staatlichen Fernsehsender Rossija 1 dafür plädiert, Russland solle härter gegen den zunehmenden Einfluss der Türkei in der Kaukasus-Region vorgehen. Jewstafjew sagte, dass Russland punktuell Gewalt anwenden sollte, um den Ausbruch eines großen Konflikts an Russlands Grenzen hinauszuzögern. Als Analogie brachte er die Schlacht von Chalchin Gol vor, in der 1939 der Japanisch-Sowjetische Grenzkonflikt zugunsten der Sowjetunion entschieden wurde.

    Von

  • Gnose

    Panzer vor Smolensk

    Smolensk ist eine Stadt mit rund 325.000 Einwohnern im Westen Russlands, unweit der Grenze zu Belarus. Sie bildet einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Moskau und den baltischen Ländern sowie zwischen Moskau und Westeuropa. Russische Propaganda benutzt die Formel „polnische [beziehungsweise US-amerikanische] Panzer vor Smolensk“ manchmal als Bedrohungsszenario für Russland. Dabei wird auch darauf verwiesen, dass es notwendig sei, Belarus als russische Pufferzone zu halten.

    Von

  • Gnose

    tschetschenische Diaspora in Deutschland

    Die erste Zuwanderung von Menschen aus Tschetschenien nach Deutschland fand in geringem Umfang bereits während des Ersten Tschetschenienkrieges von 1994 bis 1996 statt. Erst im zweiten Krieg begann ab 2001/2002 eine größere Fluchtbewegung nach Westeuropa. Heute leben die größten Gruppen in Frankreich, Belgien, Österreich, Deutschland, Norwegen und Polen.

    Von