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    State Research Center of Virology and Biotechnology VECTOR

    Gemeint ist das State Research Center of Virology and Biotechnology VECTOR in Naukograd (dt. Wissenschaftsstadt) Kolzowo, nahe Nowosibirsk. 1974 gegründet, gehört VECTOR heute zu den führenden russischen Forschungs- und Diagnostik-Einrichtungen in den Bereichen Virologie und Epidemiologie.

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    Wassili Wlassow

    Wassili Wlassow (geb. 1953) ist ein russischer Mediziner und Professor für Gesundheitsökonomie an der Higher School of Economics in Moskau. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Epidemiologie und Fragen nach der Effektivität von Gesundheitssystemen. Wlassow war Präsident und ist derzeit Vizepräsident der Expertengesellschaft für evidenzbasierte Medizin – eine 2003 in Moskau gegründete wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich unter anderem für die Weiterentwicklung und Verbreitung von Diagnose-  und Behandlungsmethoden einsetzt, deren Wirksamkeit empirisch nachgewiesen ist. 

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    „Stirb du heute und ich sterbe morgen“

    Der in Russland bekannte Ausspruch „Stirb du heute und ich sterbe morgen“ stammt höchstwahrscheinlich aus dem Jargon des Gulag. Er meint, dass im Lageralltag alles dem Selbsterhaltungstrieb untergeordnet war: Auch aufgrund der Willkür seitens der Aufseher herrschte unter den Insassen permanent Todesangst und ein Zynismus, der in Aussprüchen wie diesem seinen Ausdruck fand.

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    Korruptionswahrnehmung

    Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International befindet sich Russland seit Jahren im untersten Drittel und teilt sich aktuell Platz 137 mit Liberia, dem Libanon und anderen fragilen Post-Konflikt-Gesellschaften. Laut Umfragen des renoommierten Lewada-Zentrums vertreten 31 Prozent der Russen die Meinung, dass die Korruption zwischen dem Amtsantritt Putins im Jahr 2000 und 2017 gar zugenommen habe. 43 Prozent sahen keine Veränderung und nur 15 Prozent waren der Meinung, die Korruption sei zurückgegangen. 

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    Deutscher im Kreml

    Die Herkunft der Zuschreibung „der Deutsche im Kreml” für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ist unklar. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch das gleichnamige Buch von Alexander Rahr aus dem Jahr 2000. Für den deutschen Osteuropa-Historiker ist Putin ein germanophiler Politiker: Der Präsident beherrsche die deutsche Sprache, lese die deutsche Presse und sei auch mit innenpolitischen Prozessen in Deutschland vertraut.

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    Monetarisierung von Sozialleistungen

    Soziale Vergünstigungen (russ. lgoty) sind geldlose Formen sozialer Unterstützung für unterschiedliche, in der Regel einkommensschwache Bevölkerungsteile. Sie waren größtenteils während der Präsidentschaft Boris Jelzins eingeführt worden, um die Armut des überwiegenden Teils der Bevölkerung zu mindern. So wurden zum Beispiel Kriegsveteranen unterstützt, außerdem auch Menschen mit Behinderungen, Arbeiter und Angestellte im Hohen Norden, Schüler, Studenten, die Liquidatoren der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl, Opfer der politischen Repressionen und viele mehr. Die Hilfen bestanden vor allem aus kostenlosen Fahrten im öffentlichen Nahverkehr, kostenloser medizinischer Behandlung und kostenlosen Medikamenten in den Apotheken.Bei der Monetarisierung war vorgesehen, diese Hilfen in Geldzahlungen umzuwandeln. Die Höhe dieser Zahlungen entsprach – insbesondere in den ersten Versionen des Gesetzentwurfs – eindeutig nicht den tatsächlichen Kosten. Die Zahl der Bürger, die von dieser Reform betroffen waren, wurde insgesamt auf 40 Millionen geschätzt. Mit anderen Worten: Von den Änderungen wäre jede zweite Familie in Russland betroffen gewesen. Das erklärt die Ausmaße der Protestbewegung und die Relevanz des solidarischen Handelns.

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    zweites Pakistan

    Das militärische Eingreifen der Sowjetunion in Afghanistan dauerte von 1979 bis 1989 an und gilt für viele Beobachter als ergebnislos: Der Abzug hinterließ Afghanistan politisch und militärisch weitgehend ohne die angestrebte Ordnung. Im Afghanistankrieg stand Pakistan auf Seiten der USA und unterstützte damit indirekt die Mudschahedin, die gegen die sowjetischen Truppen kämpften.

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    Haiʾat Tahrir asch-Scham

    Als Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) wird der Zusammenschluss islamistischer Milizen bezeichnet, der im syrischen Bürgerkrieg kämpft. Das von vielen Staaten als Terrororganisation eingestufte Bündnis wurde 2017 als Reaktion auf die Gespräche der sogenannten Astaninskaja Troika gegründet: ein Format aus Russland, Iran und Türkei, das sich zum Ziel setzt, den syrischen Bürgerkrieg zu beenden. HTS ging aus der al-Nusra-Front hervor, die als indirekter syrischer Arm der al-Qaida gilt. Der Kreml bezeichnet HTS heute weiterhin als al-Nusra-Front. 

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    Einführung der Reisefreiheit in der Sowjetunion

    In den 1960er bis 1980er Jahren wurde der Wunsch, aus der Sowjetunion zu emigrieren, offiziell nicht mehr wie zuvor als Verbrechen betrachtet, sondern als Verrat an Mitbürgern. Der bürokratische Prozess der Einreichung und Prüfung von Auswanderungsanträgen machte eine Ausreise nahezu unmöglich: 1984 zum Beispiel konnten lediglich 896 Menschen legal das Land verlassen. Diese Ausreisehürden wurden mit einem neuen Gesetz vom Mai 1991 beseitigt.

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    Jackson-Vanik-Handelsgesetz

    Das Jackson-Vanik-Handelsgesetz ist eine 1974 beschlossene Novelle des US-amerikanischen Handelsgesetzes. Mit der Gesetzesnovelle kann der Handel mit Ländern eingeschränkt werden, die die Auswanderung ihrer Bürger behindern und andere Menschenrechte verletzen. Benannt ist die Gesetzesänderung nach den Kongressabgeordneten Henry Jackson und Charles Vanick. Die Sowjetunion beziehungsweise Russland fielen bis November 2012 insgesamt 38 Jahre unter diese Regelung. Im Dezember 2012 erließen die USA den Magnitsky Act, womit sie eine Reihe von russischen Beamten sanktionierten, die für den Tod des russischen Anwalts Sergej Magnitski (1972–2009) verantwortlich sein sollen. 2016 trat schließlich der Global Magnitsky Act in Kraft, mit dem unter anderem allen Menschenrechtsverletzern die Einreise in die USA verweigert werden kann.

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