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    Iwan Kolpakow

    Iwan Kolpakow (geb. 1984) ist einer der Gründer des liberalen Exilmediums Meduza und war seit 2016 Chefredakteur der Plattform. Im November 2018 trat er von diesem Posten zurück, nachdem ihm von der Ehefrau eines Redakteurs vorgeworfen worden war, sie sexuell belästigt zu haben, Kolpakow soll dabei stark angetrunken gewesen sein. Seinen Angaben zufolge erfolgte dieser Rücktritt, um weiteren Imageschaden von Meduza abzuwenden, an den Vorfall selbst könne er sich nicht erinnern, könne ihn deswegen weder ausschließen noch bestätigen. Im März 2019 gab die Meduza-Mitbegründerin Galina Timtschenko bekannt, Kolpakow wieder als Chefredakteur eingesetzt zu haben.

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    Igor Cholmanskich (UralWagonSawod)

    UralWagonSawod ist ein Rüstungs- und Maschinenbauunternehmen in der russischen Stadt Nischni Tagil, rund 1400 Kilometer östlich von Moskau. Einschlägige Bekanntheit in liberalen Kreisen Russlands erlangte das Unternehmen Ende 2011, als der UralWagonSawod-Mitarbeiter Igor Cholmanskich (geb. 1969) in die jährliche Fernsehsprechstunde Wladimir Putins zugeschaltet wurde. In Hinsicht auf die damaligen Massenproteste gegen Wahlfälschungen signalisierte Cholmanskich dabei seine Bereitschaft, mit seinen Kollegen nach Moskau zu kommen, sich gegen die Protestierenden zu stellen und somit für „Stabilität“ zu sorgen. 2012 wurde Cholmanskich zum bevollmächtigten Vertreter des Präsidenten im Föderationskreis Ural ernannt. Diese Position bekleidete er bis 2018.

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    britische Forscher

    Britische Forscher ist ein in Russland seit etwa 2004 bekanntes Internet-Mem, das der scherzhaften Darstellung von Absurdität und Wertlosigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse dient. Die Herkunft des Begriffs ist nicht ganz klar, vermutlich bezog er sich anfangs auf Meldungen über wissenschaftliche Erkenntnisse, die nicht nachvollziehbar waren – als Verweis auf angebliche Experten.

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    Aufzeichnungen aus einem Kellerloch

    Anspielung auf Fjodor Dostojewskis 1864 erschienenen Roman Aufzeichnungen aus einem Kellerloch (Sapiski is podpolja). Der Ich-Erzähler und Protagonist des Romans – ein ehemaliger Beamter, der seine Arbeit gekündigt hat – wohnt allein in einer Kellerwohnung in Sankt Petersburg. Von Anderen zeit seines Lebens erniedrigt, verspürt er den Drang zur Erniedrigung seiner selbst und allen, die ihm unterlegen sind. Er beschreibt sich als bösartig, egoistisch, zynisch und verkommen und klagt zugleich die moderne Gesellschaft an, die ihn notwendigerweise zu dem gemacht habe, der er ist. Ein zentrales Ziel seiner Kritik ist die blinde Fortschrittsgläubigkeit seiner Zeitgenossen, die auf der Grundlage technischer Errungenschaften ein idealistisches und progressives Menschenbild der Zukunft entwirft.

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    karateli

    Seit Beginn des Ukraine-Konflikts verwenden staatsnahe russische Medien den Begriff karateli, um ukrainische Kampfgruppen zu diskreditieren. Ursprünglich bezeichnete man in der Sowjetunion unter anderem Angehörige faschistischer Strafbataillone als karateli (dt. „Bestrafer“). Der Begriff wird insbesondere mit den Judenverfolgungen in der Sowjetunion zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht. 

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    sbereshenije naroda

    Bei der Angliederung der Krim stützte sich der Kreml auf das Argument, die ethnischen Russen vor ukrainischer „Aggression“ zu schützen. Ähnlich wurde auch die russische Offensive im Georgienkrieg 2008 gerechtfertigt – schließlich sei es dabei um den Schutz der seit 2002 systematisch in Russland eingebürgerten Abchasen und Südosseten gegangen. Der Schutz-Gedanke steht dabei auch im Zusammenhang mit der Formel sbereshenije naroda – das Behüten, Bewahren des Volkes. Das Rezept geht auf den Schriftsteller Alexander Solschenizyn zurück, der darin das Potential für eine neue „nationale Idee“ sah. Die Politik habe demnach eine Fürsorgepflicht, müsse sich um das Volk kümmern. Wladimir Putin befürwortet diese Definition der „nationalen Idee“, bei seiner Botschaft an die Föderationsversammlung im Jahr 2019 sagte er, dass sbereshenije naroda eine politische Schlüsselaufgabe sei.

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    Byt (Kollontai)

    Mit dem Begriff byt wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschiedene Aspekte des Alltagslebens bezeichnet. Er umfasste sowohl Strukturen, wie soziale Einrichtungen, aber auch individuelle Einstellungen, Denk- und Verhaltensweisen. Wichtiger Bestandteil des „neuen byt“ war die Frauenfrage, unter der eine breite Einbeziehung von Frauen in die Arbeiterschaft verstanden wurde, indem reproduktive Arbeiten im Haushalt und in der Familie durch staatliche Institutionen übernommen werden sollten.

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    Kommunistische Partei RKP(b)

    Die Kommunistische Partei hieß von 1918 bis 1925 Kommunistische Partei Russlands (der Bolschewiki) RKP(b), dann Kommunistische Allunionspartei (der Bolschewiki) WKP(b) und ab 1952 schließlich Kommunistische Partei der Sowjetunion KPdSU.

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    Rosstat

    Der Föderale Dienst für staatliche Statistik (kurz: Rosstat) ist für die Durchführung von statistischen Erhebungen zuständig, unter anderem zu Parametern der ökonomischen, sozialen und demografischen Lage im Land. Im April 2017 wurde Rosstat in das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung eingegliedert. Experten befürchten seither eine Einflussnahme des Ministeriums auf die Berechnungen der Statistikbehörde. Im Dezember 2018 wurde Pawel Malkow neuer Leiter von Rosstat. Er hatte zuvor die Abteilung für Öffentliche Verwaltung beim Wirtschaftsministerium geleitet und kündigte kurz nach seinem Amtsantritt an, die Qualität der statistischen Erhebungen zu verbessern.

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