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    Tawritscheski Dworez

    Der Tawritscheski Dworez (dt. „Taurisches Palais“) ist ein 1789 im Auftrag Katharinas der Großen (1729–1796) fertiggestellter Palast in St. Petersburg. Anfang des 20. Jahrhundert wurde der Palast zum Mittelpunkt des politischen Lebens: Seit 1906 tagte dort die Staatsduma und nach der Februarrevolution residierten hier die Provisorische Regierung und der Petrograder Rat der Arbeiter und Soldaten. Am 5. (18.) Januar 1918 tagte hier die am kommenden Tag von den Bolschewiki aufgelöste Allrussische Verfassunggebende Versammlung. Noch heute dient das klassizistische Palastgebäude als Tagungsort.

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    Volkskommissariat

    Das Volkskommissariat war im revolutionären Russland und der UdSSR die oberste Behörde der Regierung. Als zentrale politische Organe mit voneinander abgetrennten Aufgabenbereichen hatten die Volkskommissariate faktisch die Funktion von Ministerien inne und die Volkskommissare die Rolle der Minister. Diese bildeten im Rat der Volkskommissare von 1917 bis 1946 die Regierung der UdSSR. 1946 wurde der Rat der Volkskommissare von Stalin in Ministerrat umbenannt.

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    Allrussische Verfassunggebende Versammlung (1918)

    Am 5. (18.) Januar 1918 eröffnete die demokratisch gewählte Allrussische Verfassunggebende Versammlung. Hier sollte die neue Regierungs- und Verfassungsform Russlands bestimmt werden. Jedoch lösten die Bolschewiki unter Führung Lenins die Versammlung bereits am 6. Januar gewaltsam auf, da es ihnen nicht gelungen war, als stärkste Kraft in der Versammlung vertreten zu sein. Auch friedliche Demonstrationen, die in Petrograd am 5. Januar zur Unterstützung der Verfassunggebende Versammlung stattfanden, wurden mit Waffengewalt niedergeschlagen.

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    einziger Europäer in Russland

    Eine Anspielung auf einen Brief von Alexander Puschkin an den russischen Philosophen Pjotr Tschaadajew 1836, in dem er die russische Gesellschaft kritisierte und die Regierung als den „einzigen Europäer in Russland“ bezeichnete. 

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    sowjetische Hymne

    Am 1. Januar 1944 löste die Staatshymne der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken die Internationale als Hymne der Sowjetunion ab. Der Text der Hymne stammt vom russischen Schriftsteller und Dichter Sergej Michalkow (1913–2009) und dem sowjetisch-armenischen Dichter Gabriel El-Registan (1899–1945), die Musik vom russischen Komponisten Alexander Alexandrow (1883-1946). Bis 1956 wurde die Hymne in ihrer ursprünglichen Textversion inklusive einer Lobpreisung Stalins aufgeführt. Ab 1956 wurde sie dann ohne Gesang und ab 1970 in einer von Michalkow neu getexteten Version, ohne Lobpreisung Stalins, gespielt. Nach Auflösung der Sowjetunion wurde die Melodie mit wiederum neuem Text am 30. Dezember 2000 als Hymne der Russischen Föderation wieder eingeführt.

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    Prospekt

    Der schon im Russischen Kaiserreich verwendete Ausdruck Prospekt (von lat. prospectus, Aussicht) bezeichnet breite, mehrspurige und lange Straßen in den russischen Städten. In diesen sind sie zentral gelegen oder fungieren als Verbindungslinien äußerer Bezirke mit dem Stadtzentrum. Straßen, die ähnliche äußere Eigenschaften aufweisen, sich jedoch außerhalb der Innenstädte befinden, werden als Chausseen bezeichnet. Weltweit bekannte Prospekte sind etwa der Newski-Prospekt in St. Petersburg oder der Leningradski-Prospekt in Moskau.

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    Todesstrafe

    Brutale und öffentliche Hinrichtungen waren im Russischen Reich Realität. Nach der Oktoberrevolution erreichten die Hinrichtungen politisch inhaftierter Gefangener unter Stalin ihren zahlenmäßigen Höhepunkt. Auch nach dessen Tod wurde die Todesstrafe in der Sowjetunion weiterhin praktiziert. Erst 1996 wurde sie im Zuge von Russlands Eintritt in den Europarat durch ein von Boris Jelzin ausgesprochenes Todesstrafen-Moratorium ausgesetzt und 1999 durch das Verfassungsgericht offiziell verboten. Laut einer aktuellen Meinungsumfrage des Lewada-Zentrums befürworten 49 Prozent der Russen nach wie vor die Todesstrafe, 40 Prozent der Befragten sprachen sich gegen sie aus.  

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    Kirill Rogow

    Kirill Rogow (geb. 1966) ist ein russischer Politologe, Philologe und Journalist. Von 1998 bis 2002 war Rogow Chefredakteur des von ihm mitbegründeten Nachrichten- und Wissenschaftsportals Polit.ru. Von 2005 bis 2007 arbeitete er als stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Kommersant und bis 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gaidar Institut der ökonomischen Politik sowie als Kolumnist für Vedomosti und Novaya Gazeta.

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    Dobeszarja

    Die russische Oktoberrevolution 1917 galt selbst bei denjenigen, die ihr ablehnend gegenüberstanden, stets als historisches Ereignis ersten Ranges und als Zäsur in der Menschheitsgeschichte. „Vor der Revolution“ und „nach der Revolution“ waren demnach zwei grundverschiedene Wirklichkeiten. Während nach 1917 das „normale“ Leben begann, galt alles davor als eine ferne, sagenumwobene Zeit, die mit dem geflügelten Wort Dobeszarja (dt. wortwörtlich „Bis-ohne-Zar“) umschrieben werden kann. 

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