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    effektiver Manager

    Der Begriff effektiver Manager ist in Russland eng an die Vorstellung der Modernisierung gekoppelt, die nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einer der wichtigsten politischen Maximen wurde. Zum einen werden damit Wirtschaftsexperten und Top-Manager bezeichnet, die erfolgreich Staatsunternehmen modernisierten. Zum anderen gelten auch häufig Technokraten als effektive Manager. Eine andere Bedeutung erlangte der Begriff in der russischen Geschichtsschreibung, die Stalin unter anderem als effektiven Manager deutet. Die moralischen Zusammenhänge werden hier allerdings ausgeblendet.

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    junger Reformer

    Als Mladoreformatory (dt. junge Reformer) wurden nach dem Zerfall der Sowjetunion diejenigen Politiker bezeichnet, die – im Gegensatz zu den sogenannten roten Direktoren – für marktwirtschaftliche Reformen in Russland eintraten. Zu den jungen Reformern wird das Kabinett von Jegor Gaidar und von Sergej Kirijenko gezählt. Auch der 2015 ermordete Politiker Boris Nemzow galt damals als ein junger Reformer. 

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    Marina Zwetajewa

    Marina Zwetajewa (1892–1941) war eine der bedeutendsten russischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Sie stammte aus der Familie Iwan Zwetajews, der 1912 das berühmte Museum für Bildende Künste A.S. Puschkin in Moskau gründete. In Zwetajewas Dichtung flossen Anklänge von Symbolismus und Akmeismus ein. Als sie 1939 aus dem Exil, wo sie seit 1922 mit ihrem Mann gelebt hatte, in die Sowjetunion zurückkehrte, sah sie sich den Verdächtigungen des Geheimdienstes konfrontiert, der sie aufgrund ihres Auslandsaufenthaltes der Spionage bezichtigte. Zwetajewa nahm sich 1941 in der Verbannung das Leben. Erst unter Chruschtschow in den 1960er Jahren wurde sie rehabilitiert. 

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    Kupalle in Belarus

    Der Iwan-Kupala-Tag (belaruss. Kupalle, russ. Kupala) ist ein in ostslawischen Ländern bis heute gefeiertes Mittsommerfest. Die ursprünglich heidnische Feier, die sich über die Jahrhunderte mit christlichen Traditionen verwoben hat, ist mit zahlreichen Ritualen und Bräuchen verbunden: So springen in der Nacht der Sonnenwende junge Paare über Lagerfeuer, junge Frauen lassen ge-flochtene Blumenkränze zu Wasser. Auch werden Kräuter gesammelt, denen man Heilkräfte zu-spricht. Einige Flügel der Russisch-Orthodoxen Kirche stehen dem Fest wegen seiner heidnischen Ursprünge kritisch gegenüber. 

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    Helmut Schmidt über Daniil Granin

    Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918–2015) schrieb das Vorwort für die 2015 erschienene deutsche Ausgabe von Granins Roman Mein Leutnant. Kennengelernt hatten sie sich, als Granin 2014 im Bundestag eine Rede hielt während der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Helmut Schmidt kommentierte Granins Roman mit den Worten: „Frieden ist ein unschätzbares Gut. Das Buch von Daniil Granin erinnert sehr eindringlich daran.“ 

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    Held der Sowjetunion

    Held der Sowjetunion war die höchste Auszeichnung des Landes. Der Ehrentitel wurde 1934 eingeführt. Mit seiner Verleihung zeichnete der Staat insgesamt 12.776 Menschen für ihren Heroismus aus. Als Propaganda-Motiv sollte der Ehrentitel zur Nachahmung animieren. Seit den 1960er Jahren bekamen auch einige Städte die Auszeichnung Heldenstadt. 

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    Soja Kosmodemjanskaja

    Soja Kosmodemjanskaja (1923–1941) war während des Großen Vaterländischen Krieges eine Soldatin der Roten Armee. 1941 wurde sie als eine Diversantin (Saboteurin) ins von Deutschen besetzte Hinterland entsandt, wo sie deutsche Stützpunkte zerstören sollte. Der Auftrag gelang Kosmodemjanskaja nur zum Teil, im November 1941 wurde sie verhaftet und hingerichtet. Nach ihrem Tod wurde sie von der sowjetischen Kriegspropaganda zu einer Heldin stilisiert, ihr Name wurde in zahlreichen Liedern, Filmen und Büchern zur Heroisierung der sowjetischen Widerstands genutzt. 

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    Bulat Okudshawa

    Bulat Okudshawa (1924–1997) war ein sowjetischer Dichter und Liedermacher. Er gilt als einer der Begründer des sowjetischen Autorenliedes – ein Barden-Genre, das er von den 1960er bis 1980er Jahren maßgeblich mit prägte. Nach der Perestroika war Okudshawa einer der Mitbegründer des Autorenverbands P.E.N. in Russland. Er engagierte sich in der demokratischen Bewegung und war eine gewichtige Stimme bei der Aufarbeitung stalinistischer und leninistischer Verbrechen.  

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    Wassili Grossman

    Wassili Grossman (1905–1964) war ein sowjetischer Ingenieur, Schriftsteller und Journalist. Im Zweiten Weltkrieg schrieb er für die populäre Zeitung der Roten Armee Krasnaja Swesda (dt. Roter Stern). Grossmann war an der Erarbeitung des sogenannten Schwarzbuches beteiligt, welches die Ermordung der sowjetischen Juden unter deutscher Besatzung dokumentierte. Zu den Opfern des Holocausts zählte auch seine Mutter. Wie das Schwarzbuch fielen auch viele seiner Texte in der Sowjetunion der Zensur zum Opfer und konnten teilweise erst Jahre nach seinem Tod erscheinen.

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    Semjon Budjonny

    Semjon Budjonny (1883–1973) war während des Großen Vaterländischen Krieges Marschall der Sowjetunion – bis 1945 oberster militärischer Rang der Sowjetunion (mit der Einführung des Rangs Generalissimus für Stalin rutschte der Rang in der Hierarchie auf den zweiten Platz). Bereits nach dem Bürgerkrieg (1917–1922/1923), dessen Verlauf Budjonny mit prägte, wurde seine Figur zu einem gängigen Propaganda-Motiv: Bis in die 1970er Jahre wurde sein Name in zahlreichen Liedern, Filmen und Büchern zur Heroisierung der Sowjetarmee genutzt. Budjonny wurde dreimal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet. 

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