Der Iwan-Kupala-Tag (belaruss. Kupalle, russ. Kupala) ist ein in ostslawischen Ländern bis heute gefeiertes Mittsommerfest. Die ursprünglich heidnische Feier, die sich über die Jahrhunderte mit christlichen Traditionen verwoben hat, ist mit zahlreichen Ritualen und Bräuchen verbunden: So springen in der Nacht der Sonnenwende junge Paare über Lagerfeuer, junge Frauen lassen ge-flochtene Blumenkränze zu Wasser. Auch werden Kräuter gesammelt, denen man Heilkräfte zu-spricht. Einige Flügel der Russisch-Orthodoxen Kirche stehen dem Fest wegen seiner heidnischen Ursprünge kritisch gegenüber.
Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918–2015) schrieb das Vorwort für die 2015 erschienene deutsche Ausgabe von Granins Roman Mein Leutnant. Kennengelernt hatten sie sich, als Granin 2014 im Bundestag eine Rede hielt während der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Helmut Schmidt kommentierte Granins Roman mit den Worten: „Frieden ist ein unschätzbares Gut. Das Buch von Daniil Granin erinnert sehr eindringlich daran.“
Held der Sowjetunion war die höchste Auszeichnung des Landes. Der Ehrentitel wurde 1934 eingeführt. Mit seiner Verleihung zeichnete der Staat insgesamt 12.776 Menschen für ihren Heroismus aus. Als Propaganda-Motiv sollte der Ehrentitel zur Nachahmung animieren. Seit den 1960er Jahren bekamen auch einige Städte die Auszeichnung Heldenstadt.
Soja Kosmodemjanskaja (1923–1941) war während des Großen Vaterländischen Krieges eine Soldatin der Roten Armee. 1941 wurde sie als eine Diversantin (Saboteurin) ins von Deutschen besetzte Hinterland entsandt, wo sie deutsche Stützpunkte zerstören sollte. Der Auftrag gelang Kosmodemjanskaja nur zum Teil, im November 1941 wurde sie verhaftet und hingerichtet. Nach ihrem Tod wurde sie von der sowjetischen Kriegspropaganda zu einer Heldin stilisiert, ihr Name wurde in zahlreichen Liedern, Filmen und Büchern zur Heroisierung der sowjetischen Widerstands genutzt.
Bulat Okudshawa (1924–1997) war ein sowjetischer Dichter und Liedermacher. Er gilt als einer der Begründer des sowjetischen Autorenliedes – ein Barden-Genre, das er von den 1960er bis 1980er Jahren maßgeblich mit prägte. Nach der Perestroika war Okudshawa einer der Mitbegründer des Autorenverbands P.E.N. in Russland. Er engagierte sich in der demokratischen Bewegung und war eine gewichtige Stimme bei der Aufarbeitung stalinistischer und leninistischer Verbrechen.
Wassili Grossman (1905–1964) war ein sowjetischer Ingenieur, Schriftsteller und Journalist. Im Zweiten Weltkrieg schrieb er für die populäre Zeitung der Roten Armee Krasnaja Swesda (dt. Roter Stern). Grossmann war an der Erarbeitung des sogenannten Schwarzbuches beteiligt, welches die Ermordung der sowjetischen Juden unter deutscher Besatzung dokumentierte. Zu den Opfern des Holocausts zählte auch seine Mutter. Wie das Schwarzbuch fielen auch viele seiner Texte in der Sowjetunion der Zensur zum Opfer und konnten teilweise erst Jahre nach seinem Tod erscheinen.
Semjon Budjonny (1883–1973) war während des Großen Vaterländischen Krieges Marschall der Sowjetunion – bis 1945 oberster militärischer Rang der Sowjetunion (mit der Einführung des Rangs Generalissimus für Stalin rutschte der Rang in der Hierarchie auf den zweiten Platz). Bereits nach dem Bürgerkrieg (1917–1922/1923), dessen Verlauf Budjonny mit prägte, wurde seine Figur zu einem gängigen Propaganda-Motiv: Bis in die 1970er Jahre wurde sein Name in zahlreichen Liedern, Filmen und Büchern zur Heroisierung der Sowjetarmee genutzt. Budjonny wurde dreimal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet.
Alexander Matrossow (1924–1943) war während des Großen Vaterländischen Kriegs ein sowjetischer Soldat. Berühmt geworden ist er durch seine Selbstaufopferung, die von der sowjetischen Kriegspropaganda zur Heroisierung der Roten Armee genutzt wurde: Demnach habe Matrossow die Schießscharte eines deutschen Maschinengewehr-Bunkers mit seiner Brust verdeckt und damit das Leben seiner Kameraden gerettet. Der Ausspruch grudju na ambrasuru (dt. mit der Brust vor die Schießscharte) wurde zum geflügelten Wort, der mit nur 19 Jahren Verstorbene bekam posthum den höchsten Ehrentitel des Landes – Held der Sowjetunion.
Kliment Woroschilow (1881–1969) war ein sowjetischer Politiker und Militär. Von 1934 bis 1940 war er Verteidigungsminister der Sowjetunion. Während des Großen Vaterländischen Kriegs war Woroschilow Mitglied des Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR – eine Art Kriegskabinett. Mit 34,5 Jahren Mitgliedschaft war er in der Geschichte der UdSSR das am längsten wirkende Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion – das faktisch oberste Entscheidungsgremium.
Die Politikwissenschaftlerin Ekaterina Schulmann bezeichnet Russland als ein hybrides Regime. Gemeint ist ein politisches System, das sowohl demokratische als auch autokratische Merkmale aufweist. Ende 2016 löste Schulmann mit diesem Begriff eine politikwissenschaftliche Kontroverse aus. So trat beispielsweise der Politologe Grigori Golossow dafür ein, das russische System mit seinem eingeschränkten Pluralismus besser als einen Autoritarismus zu definieren.