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    Konzert der Großmächte

    Anspielung auf das sogenannte Wiener System, das die vier Siegermächte der Napoleonischen Kriege 1815 auf dem Wiener Kongress beschlossen. Das auch als Europäisches Konzert der Großmächte bekannte System erstrebte ein Gleichgewicht der Kräfte in einem multipolaren politischen Umfeld. In der Praxis bedeutete es im Grunde die Beibehaltung des Status quo und Frieden zwischen Großmächten bei gleichzeitiger Eroberungen kleinerer Nachbarstaaten. 

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    Schlussakte von Helsinki

    Als Helsinki bzw. Schlussakte von Helsinki wird das Ergebnis der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) bezeichnet, die ab 1973 in der finnischen Hauptstadt stattfand. Die Konferenz, an der 35 Länder teilnahmen, gilt als einer der Grundsteine für die Entspannungspolitik während des Kalten Krieges. In einer weitreichenden Absichtserklärung verpflichteten sich  die Teilnehmer 1975 unter anderem zur Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und zur Wahrung von Menschenrechten.

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    Internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg

    Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg ist ein seit 1997 stattfindendes Jahrestreffen von internationalen Politikern, Wirtschaftsführern und -experten. Es wird von der russischen Regierung organisiert. Der Präsident Russlands nimmt seit 2005 an diesen Treffen teil, das Wirtschaftsforum gilt in Russland als eines der wichtigsten Formate für den Dialog zwischen Politik und Wirtschaft. 

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    Nikita Chruschtschow

    Nikita Chruschtschow (1894–1971) war zwischen 1953 und 1964 Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Er übernahm das Amt nach Stalins Tod, 1956 initiierte er mit seiner Geheimrede auf dem XX. Parteitag der KPdSU die Entstalinisierung des Landes. Chruschtschow betrieb ein massives Programm der Aufrüstung, dessen Auswirkungen als eine der Ursachen für die Kuba-Krise 1962 gelten. Seine Annäherung an die BRD sowie seine tiefgreifende Parteireform kosteten ihn viele Unterstützer in der KPdSU-Führung: 1964 wurde Chruschtschow gestürzt, sein Amt übernahm Leonid Breshnew.

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    Sozialistischer Realismus

    Sozialistischer Realismus war seit den 1930er Jahren eine de facto staatlich verordnete Kunstrichtung, die jahrzehntelang die Kunstwelt der Sowjetunion und vieler anderer Ostblockländer prägte. In Kunst, Architektur und Literatur des Sozialistischen Realismus wurden häufig Alltagsszenen realisiert, in denen der Sowjetmensch – analog zur Staatspropaganda – als technikgläubig und optimistisch dargestellt wurde.   

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    Michail Kalatosow

    Michail Kalatosow war ein sowjetischer Regisseur (1903–1973), der gebürtig aus Georgien stammte. Sein 1930 erschienener Film Das Salz Swanetiens gilt als wegweisend für die spätere sowjetische Dokumentarfilmschule. Als einziger Filmemacher der sowjetischen Geschichte bekam er 1958 die Goldene Palme beim Film-Festival in Cannes für seinen Film Die Kraniche ziehen.

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    Jewgenija Ginsburg

    Jewgenija Ginsburg (1904–1977) war eine sowjetische Journalistin und Historikerin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Memoiren, die sie überwiegend ihren Erfahrungen in sowjetischen Arbeitslagern widmete. 1937 wurde Ginsburg Opfer Stalinscher Säuberungen, als angebliche Trotzkistin wurde sie zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ihre auch ins Deutsche übersetzten Erinnerungen stehen in einer Reihe mit den Werken von Warlam Schalamow und Alexander Solschenizyn. 

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    Tamisdat

    Dissidenten kannten unterschiedliche Wege, Literatur unters Volk zu bringen: Im Samisdat, also durch das Abschreiben und Vervielfältigen der Texte. Oder indem Manuskripte ins Ausland geschmuggelt, dort gedruckt und die Bücher dann zurück ins Land geschmuggelt wurden. Das Wort ist angelehnt an den Samisdat (von sam – selbst, isdatelstwo – Verlag) und setzt sich zusammen aus tam (dort) und isdatelstwo (Verlag).  

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    Kolyma

    Kolyma wird oft synonym zu Gulag verwendet – ein System von Arbeitslagern in der Sowjetunion. Im engeren Sinne bezeichnet der Begriff einen Fluss und eine Region im Fernen Osten des Landes. Zu Zeiten der Stalinschen Repressionen befanden sich auf dem Gebiet Kolyma rund 25 Arbeitslager, die jeweils über mehrere Lagerpunkte verfügten. Der sowjetische Schriftsteller und Dissident Warlam Schalamow verbrachte ab 1937 rund 16 Jahre in den Lagern des Gebiets. Er beschrieb seine Erfahrungen in Erzählungen aus Kolyma, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. 

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    Sergej Kirow

    Sergej Kirow (1886–1934) war ein Revolutionär und sowjetischer Politiker. Er war Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion – dem de facto obersten Entscheidungsgremium des Landes. Kirow galt als ein Günstling Stalins, manchen Historikern zufolge war sein Einfluss auf die politischen Geschicke der UdSSR aber beschränkt. Unter bisher ungeklärten Umständen wurde Kirow 1934 von einem Attentäter erschossen.

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