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    Lew Lurje

    Lew Lurje (geb. 1950) ist ein russischer Historiker aus St. Petersburg. Er verfasst vor allem populärwissenschaftliche Abhandlungen über die neuere Geschichte Russlands und die Lokalgeschichte St. Petersburgs.

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    Gerüchte über eine deutsche Partei am Hof (Erster Weltkrieg)

    Nach anfänglichen Erfolgen im Jahr 1914 erlitt die russische Armee im Ersten Weltkrieg eine Niederlage nach der anderen. Es mehrten sich zudem Gerüchte, am Zarenhof existiere eine „deutsche Partei“, die sich gegen das Russische Imperium verschworen habe. Nahrung erhielten solche Gerüchte aufgrund der vielen baltendeutschen Adligen im russischen Offizierskorps und vor allem wegen der deutschen Abstammung der Zarin Alexandra Fjodorowna, Ehefrau von Zar Nikolaus II.

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    Duma 1905 bis 1917

    Im Zuge der Revolution von 1905 ordnete Zar Nikolaus II. die Schaffung einer gewählten Duma an, die als zweite Kammer neben dem Reichsrat weitgehend dem Zaren unterstand. Als erstes Parlament in der Geschichte Russlands hatte diese Duma zeitweise eingeschränkte Entscheidungskompetenzen. Der Zar behielt sich etwa das Recht vor, Beschlüsse der Duma außer Kraft zu setzen, radikale Parteien wurden zunächst nicht zur Wahl zugelassen und das 1907 erlassene Wahlrecht privilegierte Wohlhabende und Landbesitzer. Im Laufe der Zeit wurde die Duma dennoch zu einem Ort der Kritik an der Monarchie. Formal existierte die Duma bis Oktober 1917.

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    Hungerrevolten Februar 1917

    Anfang 1917 kam es wegen des Krieges zu Versorgungsschwierigkeiten in der russischen Hauptstadt Petrograd und anderswo. Es kam zu Demonstrationen verarmter und vom Hunger bedrohter Menschen, vor allem von Frauen. Diese Proteste weiteten sich rasch aus und führten innerhalb weniger Tage zu einer Massenbewegung, die schließlich den Sturz des letzten Zaren zur Folge hatte (Februarrevolution).

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    Kinofilm Matilda

    Matilda ist ein Spielfilm von Regisseur Alexej Utschitel, der im Oktober 2017 in die Kinos kam. Lars Eidinger spielt den noch nicht gekrönten Nikolaus II., der eine heimliche Liaison mit der Ballerina Matilda Kschessinskaja eingeht. Schon Anfang 2017 kam es zu Aufrufen, den Film nicht zu zeigen. So hieß es etwa von der Organisation Christlicher Staat – Heilige Rus, schon jegliche Information im Vorfeld zu diesem Film sei eine Erniedrigung des heiliggesprochenen Zaren und würde einen „russischen Maidan“ provozieren.

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    Sobornost

    Der Begriff sobornost bezeichnet in der orthodoxen Theologie die „Einheit in der Vielfalt“ innerhalb der Kirche. Die Individualität und Freiheit des Einzelnen ist dabei in einer Gemeinschaft erhalten, die einander durch Liebe verbunden ist. In einigen Strömungen des russischen (Rechts-)Konservatismus gilt Sobornost auch als das eigentümlich russische Ordnungsprinzip der Gesellschaft: Das Individuum ist dabei der Gemeinschaft untergeordnet. Damit wird das Prinzip nicht selten dem westlichen Gesellschaftsvertrag oder dem System von Checks and Balances entgegengestellt.

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    Politkommissar

    Im russischen Original politruk, ein zusammengesetztes Wort aus polititscheski rukowoditel (dt. politischer Leiter). Es bezeichnet einen Politoffizier bzw. -kommissar: einen militärischen Rang in Streitkräften der Roten Armee, der 1919 eingeführt wurde. Da das Offizierkorps der jungen Roten Armee zu großen Teilen aus ehemaligen zaristischen Offizieren bestand, installierte die Sowjetmacht diese Instanz, um deren Loyalität zu überwachen. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Kommissare vor allem für politische Bildung und Propaganda zuständig. 1991 wurde die Instanz politruk abgeschafft. 

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    „Ein Dieb gehört ins Gefängnis“

    Im Russischen Original „Wor dolshen sidet w Tjurme“ (dt. „Ein Dieb gehört ins Gefängnis“) – ein geflügeltes Wort aus dem 1979 erschienenen Film Mesto Wstretschi ismenit nelsja (dt. „Der Treffpunkt kann nicht geändert werden“). In der Filmszene geht es um die Frage, ob es legitim ist, einem offensichtlichen – aber nicht überführten – Dieb Geklautes unterzuschieben, oder ob ein Staatsdiener immer ehrlich sein muss. 2010 zitierte Wladimir Putin die berühmte Filmsequenz. In der jährlichen Fernsehsprechstunde des Präsidenten, dem Direkten Draht, fragte ihn eine Bürgerin, wie lange der verurteilte Oligarch Michail Chodorkowski noch im Gefängnis bleiben werde. Putin antwortete lapidar: „Ein Dieb gehört ins Gefängnis.“

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