Eine umfassende Retrospektive des ukrainischen Fotografen Boris Mikhailov ist derzeit in Paris zu sehen. Mikhailov widmet sie allen, „die unter dem heimtückischen und unerklärlichen Angriff auf unser Land leiden“. Kunstkritiker Anton Dolin hat die Ausstellung für Meduza besucht.
Der russische Fotograf Max Sher lebt im Exil in Berlin. Er fotografiert die Stadt – hauptsächlich den Westteil – und interpretiert das, was er entdeckt, als postsowjetischen Raum. Doch das ist keine Nostalgie, wie er sagt, sondern Zeichen eines Übergangs im Leben – für ihn und für hunderttausende andere Menschen, die Russland verlassen haben.
Die Repressionen in ihrer Heimat haben viele Belarussinnen und Belarussen ins Ausland getrieben. Eine Fotoausstellung in Warschau hat sich ihrem Heimweh nach Minsk gewidmet. dekoder zeigt eine Auswahl der Bilder.
Zs und Vs auf Autos, Panzern und öffentlichen Plätzen – der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird auch auf Ebene der Codes, Symbole und Zeichen geführt. Doch derer bedient sich nicht nur die russische Propaganda, sondern auch die Protestbewegung in Russland. Elisabeth Bauer und Yelizaveta Landenberger mit einer Momentaufnahme dieser coded language und ausgewählten Beispielen – in Wort und Bild.
Bis 2020 war der IT-Sektor die Hoffnung der belarussischen Wirtschaft. Er hatte eine stürmische Entwicklung genommen; auf ihn entfiel ein immer größerer Anteil am belarussischen BIP. Die Proteste nach den Wahlen 2020, die Repressionen und der Krieg in der Ukraine haben alles verändert. Hat Belarus als IT-Standort noch eine Zukunft?
In den vergangenen Jahren ist in Belarus rund um die Nacht der erschossenen Dichter eine neue Erinnerungskultur entstanden. Wie sieht diese aus? Was geschah in jener Oktobernacht im Jahr 1937 und warum? In einem Bystro gibt die Historikerin Iryna Kashtalian Antworten auf diese und andere Fragen.
„Es ist schwer, aus der Diktatur heraus mit der eigenen Stimme zu sprechen.” Wolha Waloschkina gelingt dies dennoch. In ihrem Essay für unser Projekt Spurensuche in der Zukunft beschreibt sie, wie die Gewalterfahrungen der Stalin-Zeit und auch der Zeit unter Alexander Lukaschenko die belarussische Gesellschaft geprägt haben und welche Auswege es möglicherweise gibt.