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Doshd

Doshd

Doshd (TV Rain) ist ein unabhängiger TV-Sender mit kremlkritischem Profil. Der Sender gehört zur gleichnamigen Medien-Holding mit Sitz in Moskau, zu der auch die Online-Zeitschriften Bolschoi Gorod und Republic (ehemals Slon) zählen. Eigentümerin der Doshd-Holding und Gründerin des Fernsehkanals Doshd ist Natalja Sindejewa. 

Der Sender finanziert sich durch Abonnements seiner Zuschauer. In der Berichterstattung nehmen politische Themen und Diskussionen großen Raum ein, es werden jedoch auch Dokumentationen und experimentelle künstlerische Inhalte gezeigt.

Doshd begann als reines Internet-Angebot, war in einigen Teilen des Landes jedoch bald auch über Satellit und Kabel zu empfangen. Dies änderte sich 2014, als sich der Sender im Zentrum eines landesweiten Skandals wiederfand: Im Vorfeld des 70. Jahrestags der Leningrader Blockade durch die Wehrmacht hatte Doshd seinen Zuschauern in einer Sendung die Frage gestellt, ob „es notwendig war, Leningrad aufzugeben, um hunderttausende Leben zu retten“ (während der Leningrader Blockade kamen über eine Million Menschen um). Die Frage löste einen landesweiten Skandal aus, die meisten Kabelnetzbetreiber sowie Provider von Satelliten-Fernsehen stellten daraufhin ihre Zusammenarbeit mit Doshd ein. Der Sender musste auch seine Redaktionsräume verlassen.

Seit diesem Vorfall gab es immer wieder Berichte darüber, dass Doshd unter politischem Druck stehe. Im August 2021 hat das russische Justizministerium den Sender zum sogenannten „ausländischen Agenten“ erklärt. Neben Doshd kamen viele weitere unabhängige Medien die Liste, schon zuvor hatte das Justizministerium die Online-Medien Meduza, VTimes, The Insider sowie Mitarbeiter von Projekt als „Agenten“ gelistet.

Während des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die russische Medienaufsicht am 1. März 2022 angeordnet, Doshd zu sperren; laut Medienberichten setzen die Provider das bereits um. Einen Tag später teilte Chefredakteur Tichon Dsjadko auf Telegram mit, dass er sowie weitere Mitarbeiter Russland verlassen. Ihre „persönliche Sicherheit ist bedroht“. Eine Ausstrahlung aus einem anderen Land sei nicht geplant, so Dsjadko. Man wolle aber alle Entscheidungen – gemein sind die Netzsperren, die die Webseite und alle Kanäle in den Sozialen Netzwerken betreffen – anfechten und soweit das gehe, von außerhalb weiterarbeiten. Am 3. März erklärte Doshd-Gründerin Natalja Sindejewa, dass der Sender seine Arbeit vorübergehend einstellt.

Eckdaten:

Gegründet: 2008, online seit 2010
Chefredakteur: Tichon Dsjadko
Herausgeber: OOO Doshd
URL: www.tvrain.ru

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Anders sein – Dissens in der Sowjetunion, © Anna Che (All rights reserved)