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Poslednije Tridzat

Poslednije Tridzat

Poslednije Tridzat (dt. „Die letzten Dreißig“) ist ein 2015 gegründetes Medienprojekt. Es versteht sich als Plattform für Rückblick und Reflexion des Weges, den Russland in den letzten 30 Jahren, seit Beginn der Perestroika 1985, gegangen ist.

Poslednije Tridzat veröffentlicht einerseits analytische Texte von Journalisten und Wissenschaftlern, andererseits auch Erinnerungen von Zeitzeugen.

Im Fokus des Projektes stehen zwölf Themenbereiche: Wirtschaft, Subkulturen, Migration, Politaktivismus, Ausbildung, Islam, Internet, Demographie, Bürgergesellschaft, Magie, Wahlen, Zentrum und Peripherie.

Hauptsächlich erzählen dabei die Zeitzeugen von sich selbst. Zehn Geschichten und Erinnerungen bilden das Zentrum eines jeden Themenblocks. Flankiert werden diese von einer wissenschaftlichen Analyse und einem journalistischen Kommentar. Unter den Autoren sind beispielsweise der Wirtschaftswissenschaftler Sergej Guriew, der Soziologe Rostislaw Turowski oder die Journalisten Oleg Kaschin und Boris Grosowski.

 

Eckdaten:

Gegründet: 2015
Gründer: Sergej Karpow, Sergej Prostakow   
Projektleitung: Sergej Karpow
URL: www.last30.ru

Gnosen

im Gnosmos

als Text

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Neueste Gnosen

Sergej Dorenko

Sergej Dorenko ist tot. Er galt als TV-Ikone der späten 1990er Jahre, sogenannter Telekiller und auch als derjenige, der Putin zum Präsidenten gemacht hat. Gernot Howanitz über den kontroversen Journalisten und sein widersprüchliches Verhältnis zum Präsidenten.

Rechtsstaatlichkeit

Russland schneidet bei der Durchsetzung von Menschenrechten schlechter ab als Nigeria. Vor diesem Hintergrund analysiert Benjamin Reeve, inwiefern Russland überhaupt noch ein Rechtsstaat ist.

Russland und China

37 Staats- und Regierungschefs sind zum Gipfel „Neue Seidenstraße" nach Peking gekommen. Auch Putin. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und China trägt seit der Angliederung der Krim immer mehr Früchte. Anastasia Vishnevskaya-Mann erklärt, warum Russland in dieser Beziehung allerdings nur Juniorpartner ist.

Der Samowar

In Russland trägt man keine Eulen nach Athen, sondern reist mit dem eigenen Samowar nach Tula: Boris Belge über den „Selbstkocher“, die Russifizierung des Tees und die Niederlage des Samowars im Kampf gegen elektrische Kleingeräte.

Musik der Perestroika

Rock war in der Sowjetunion verfemt. Olga Caspers erzählt, wie die „ideologisch untragbare“ Musik den Lebensstil der Gegenkultur in die Massenkultur transportierte – und damit zu einem Motor der Perestroika wurde. 

Haus der Regierung

Wer es in diese stalinsche Gated Community geschafft hatte, war im Kommunismus angekommen. Auch heute leben hier vor allem die Privilegierten. Monica Rüthers über das Haus der Regierung.
 

FSB

„Romantische Erzählungen über die Arbeit von Spionen“ brachten Putin laut eigener Aussage zum KGB. Heute glänzt der Nimbus des FSB vor allem wegen seines bekanntesten Ex-Mitarbeiters. Christopher Nehring erklärt, warum der größte russische Geheimdienst jedoch nur noch ein Akteur unter anderen ist.

Alexandra Kollontai

Sie war Berufsrevolutionärin, Vorkämpferin der Frauenemanzipation, erste Diplomatin weltweit und außerdem auch Literatin. Sie selbst sagte, sie habe „nicht nur ein, sondern viele Leben gelebt“. Bis heute sind ihre Schriften nicht gefeit vor Vereinnahmung und einseitiger Rezeption. Beate Fieseler über Alexandra Kollontai.

Die Massenerschießungen von Katyn

Im Frühjahr 1940 töteten Angehörige des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) mehrere Tausend polnische Offiziere in der Nähe des Dorfes Katyn unweit der russischen Stadt Smolensk. Claudia Weber über Katyn als Chiffre für eines der schrecklichsten Verbrechen, die das stalinistische Regime im Zweiten Weltkrieg verübte.

Monumentale Propaganda

Es gab sie überall: Die Stalins, Lenins, und wer es noch auf die Sockel im ganzen Sowjetreich schaffte. Bis sie dort unerwünscht waren. Die Geschichte über den Aufstieg und Fall und teilweisen Wiederaufstieg der Monumente schreibt Monica Rüthers.

Schafauftrieb in Dagestan, Foto © Jewgenija Shulanowa/Takie Dela (All rights reserved)