Quelle

Snob

Snob ist ein im Jahr 2008 gegründetes Medium, dass sowohl online, als auch monatlich im Print erscheint. Es ist als internationales Projekt angelegt, dass russischsprachigen Lesern aus aller Welt eine Diskussionsplattform bieten will. Die Nutzer von Snob können nicht nur über die Inhalte diskutieren und den Autoren Fragen dazu stellen, sondern auch selbst Texte veröffentlichen. Dabei ist Snob kein rein textbasiertes Kulturprojekt. Die Macher von Snob organisieren regelmäßig Veranstaltungen und betreiben in Moskau ein eigenes Veranstaltungszentrum. Mit ihren Veranstaltungen in London und New York beziehen sie außerdem auch ihre Leser außerhalb Russlands ein und bleiben so ihrem Grundsatz treu, „[...] für Menschen, die in verschiedenen Ländern überall auf der Welt leben, verschiedene Sprachen sprechen, aber Russisch denken“, einen Raum für die Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Kultur zu schaffen.

An dem Projekt beteiligen sich bekannte russische Intellektuelle wie Sachar PrilepinSachar Prilepin (geb. 1975) ist ein russischer Schriftsteller. Neben seinen Büchern verfasst er auch journalistische Artikel, in denen er sich häufig gegen liberale Tendenzen in der russischen Gesellschaft wendet. Prilepin war Mitglied der inzwischen verbotenen Nationalbolschewistischen Partei des umstrittenen Oppositionellen Eduard Limonow. Medienberichten zufolge befehligt er seit März 2017 als Major ein Bataillon im Donbass. Mehr dazu in unserer Gnose und Vladimir SorokinVladimir G. Sorokin (*1955) gilt neben Viktor Pelevin, Tatjana Tolstaja und anderen als einer der bedeutendsten Vertreter der Postmoderne in Russland. Er stand den Konzeptualisten im sowjetischen Untergrund nahe und tritt seit den 1980er Jahren als Erzähler, Drehbuchautor und Dramatiker in Erscheinung. Seine Texte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.  Mehr dazu in unserer Gnose , aber auch mediale Größen wie Xenia SobtschakXenia Sobtschak (geb. 1981) ist eine bekannte Journalistin und Aktivistin der russischen Opposition. Als Tochter des ehemaligen St. Petersburger Bürgermeisters und Putin-Vertrauten Anatoli Sobtschak wurde sie in Russland zunächst als It-Girl bekannt und moderierte mehrere Unterhaltungsshows. Seit 2011 engagiert sich Sobtschak in der Opposition. Sie beteiligte sich auch an den Bolotnaja-Protesten gegen Wahlfälschung. Damit wurde sie für das staatliche Fernsehen, in dem sie bis dahin omnipräsent gewesen war, zu einer Persona non grata und tritt seitdem nur noch im unabhängigen Fernsehsender TV Doshd auf. Im Oktober 2017 gab Sobtschak ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2018 bekannt.  Mehr dazu in unserer Gnose oder Xenia Sokolowa mit Beiträgen. Die Website bietet neben tagesaktuellen Nachrichten vor allem Reportagen, Essays und Dokumentationen aus der und über die russische Gesellschaft.

 

Eckdaten

Gegründet: 2008
Herausgeber: Marina Geworkjan
Chefredakteur des Projektes: Xenia Tschudinowa
Chefredakteur des Printmagazins: Sergej NikolajewMykolajiw (russ. „Nikolajew“) ist eine ukrainische Großstadt mit rund 485.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Südlicher Bug, der ins Schwarze Meer mündet. 1789 gegründet, wurde hier nach dem Großen Vaterländischen Krieg ab 1945 eines der sowjetischen Zentren für Schiffbau angelegt. Auch heute befinden sich hier drei große Werften, die sowohl zivile als auch militärische Schiffe bauen.itsch
URL: www.snob.ru

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