Anselm Bühling hat Slawistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin studiert und übersetzt seit 1996 aus dem Englischen und Russischen – unter anderem Michail Chodorkowski, Masha Gessen und Joshua Yaffa. Seit 2016 ist er beim Online-Literaturmagazin tell aktiv.
Die belarussischen Machthaber haben die Leugnung des „Genozids am belarussischen Volk“ per Gesetz unter Strafe stellen lassen. Allerdings verwischt der Ausdruck historische Tatsachen und macht deren künftige wissenschaftliche Erforschung so gut wie unmöglich. Alexander Friedman erklärt das umstrittene Gesetz und seine Zusammenhänge in einem Bystro.
Über Jahrhunderte hat sich in zahlreichen Ländern eine belarussische Diaspora herausgebildet. Auch mit dem Krieg in der Ukraine sind auch viele Belarussen, die sich in Kiew oder anderen ukrainischen Städten etwas neu aufgebaut hatten, wieder auf der Flucht. Die ersten Auswanderungswellen aus dem belarussischen Kulturraum gab es bereits zu Zeiten des Großfürstentums Litauen. Seither haben politische Wirren, Kriege, autokratische Herrschaften, aber auch wirtschaftliche Notzeiten zu weiteren Migrationsbewegungen geführt. Dass Zehntausende nach dem politischen Krisenjahr von 2020 ihr Land verlassen haben, ist in der Geschichte des unabhängigen Belarus bisher beispiellos. Das gab der Diaspora als politische Kraft völlig neuen Auftrieb.
Es ist Tag acht in Putins Krieg gegen die Ukraine. Bei aller Ohnmacht müssen alle jetzt herausfinden, wo die eigene Verantwortung liegt – und was nötig ist, um weiter mit sich leben und in den Spiegel schauen zu können. Der russische Soziologe Grigori Judin im Meduza-Interview.
Die Lage an der Grenze zwischen Polen und Belarus spitzt sich weiter zu: Welche Taktik verfolgt Lukaschenko, wenn er die Flüchtlingskrise zusehends verstärkt? Welche Rolle spielt Russland? Der Journalist Alexander Klaskowski sucht nach Antworten.
Zahlreiche sowjetische Jüdinnen und Juden fielen dem Holocaust zum Opfer, Soldaten der Roten Armee zählten zu den ersten, die das Grauen der Konzentrationslager dokumentierten. Dennoch spielte der Holocaust nach 1945 keine Rolle in der sowjetischen Kriegserinnerung. Im heutigen Russland ist der Umgang mit dem Holocaust vom sowjetischen Erbe, aber auch von aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen geprägt.
Eine junge Fotografin bekommt Brustkrebs – und fotografiert ihren Heilungsprozess. „Es ist nicht leicht, Empfindungen zu zeigen, die sich im Inneren abspielen und von außen nicht sichtbar sind.“ Eine Fotoserie von Alyona Kochetkova.
Bei der Holocaust-Gedenkfeier in Yad Vashem am 23. Januar 2020 wird auch Putin anwesend sein. Sein polnischer Amtskollege Andrzej Duda dagegen fehlt. Historiker Alexej Miller spricht im Interview mit der Novaya Gazeta über Erinnerungskriege und ihr Instrumentarium.
Wie nehmen sich die Menschen auf der Krim wahr: Als Russen, Ukrainer oder schlicht als Krimbewohner? Wie haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse auf der Halbinsel seit 2014 verändert? Und wie einfach oder kompliziert ist es ein- und auszureisen?
Hat Russland die Krim völkerrechtswidrig annektiert oder sie rechtmäßig in sein Hoheitsgebiet eingegliedert? Drei Expertinnen aus der Ukraine, Russland und Deutschland diskutieren die Rolle des Völkerrechts – fünf Fragen und Antworten.