Quelle

RBC

RBC

Die Nachrichtenplattform RBC.ru (Abkürzung von RosBusinessConsulting) gehörte bis Mai 2017 zur Mischholding ONEXIM, dessen Haupteigentümer der russische Unternehmer Michail ProchorowProchorow gilt als typischer Vertreter der politisch gut vernetzten russischen Superreichen, die in den 1990er Jahren mit zwielichtigen Firmenübernahmen ein Vermögen machten. Im Jahr 2011 betrat er überraschend die politische Bühne. Mit seiner Kandidatur für die Präsidentschaftswahl – von einigen als Projekt des Kreml betrachtet – erzielte er auf Anhieb ein Ergebnis von acht Prozent der Stimmen. Mehr dazu in unserer Gnose ist. Zu RBC gehören auch eine Tageszeitung, ein Wirtschafts-Fernsehsender sowie mehrere Magazine. Das Portal beschäftigt sich vorrangig mit politischen und wirtschaftlichen Themen und wendet sich an moderne, gebildete und gut situierte Leser. 

RBС veröffentlichte eine Reihe investigativer Materialien, die die Tätigkeit von großen Staatsunternehmen, hohen Beamten und ihren Familienmitglieder beleuchteten. Im Frühjahr 2016 hatten russische Steuerbehörden und das Innenministerium Druck auf ONEXIM ausgeübt. Am 13. Mai wurde die dreiköpfige Chefredaktion von RBC – Elisaweta Ossetinskaja, Roman Badanin und Maxim Soljus – entlassen. Diese Entlassung wurde in den Medien breit diskutiert. An ihre Stelle traten Jelisaweta Golikowa und Igor Trosnikow als Co-Leiter der vereinigten Redaktion, die zuvor unter anderem für die staatliche Nachrichtenagentur TASS gearbeitet hatten. Nach der Vorstellung der neuen Leiter, bei der über die neue Redaktionspolitik gesprochen wurde, verließen das Medium einige Journalisten und Redakteure. 
Im Mai 2017 verkaufte ONEXIM RBC an den russischen Unternehmer Grigori Berjoskin, dem auch die Tageszeitung Komsomolskaja PrawdaKomsomolskaja Prawda ist eine russische Tageszeitung mit Sitz in Moskau mit einer verkauften Auflage von rund 655.000 Exemplaren. Sie gilt als ein Kreml-nahes Boulevardblatt. gehört. Schon ein Jahr zuvor hatte ONEXIM angekündigt, sich aus dem Russland-Geschäft komplett zurückziehen zu wollen. 

 

Eckdaten

Gegründet: 1993
Herausgeber: RBC Information Consulting
Gründer: Sergej Kaplun, Alexander Mogultschik und Dimitri Belik
URL: www.rbc.ru

Gnosen

im Gnosmos

als Text

im Gnosmos

als Text

Neueste Gnosen

Leinwandbilder: Russen und Deutsche im Film

Feind- und Freundbilder auf Zelluloid, Wahnsinn ohne Logik und die Logik des Wahnsinns: Filmwissenschaftlerin Oksana Bulgakowa beschreibt, welche Bilder vom jeweils Anderen in Russland und Deutschland auf die Leinwand projiziert wurden und werden. 

Anton Tschechow

Der Vater der Drei Schwestern, der Landschaftsplaner des Kirschgartens und Autor von Stücken ohne Namen. Und der Vorläufer des Absurden. Am 29. Januar ist sein 160. Geburtstag. 

Die Krim – ein jüdischer Sehnsuchtsort

Nach der Revolution 1917 entsponn sich eine hitzige Debatte über jüdische Ansiedlungsprojekte. Eine der damals debattierten Fragen lautete: Krim oder Zion? Und einige zogen eine Ansiedlung auf der Krim der in Palästina vor. Jakob Stürmann über den jüdischen Sehnsuchtsort Krim, der allerdings nur von kurzer Dauer war.

Afrikapolitik

Afrika rückt mehr und mehr auf die politische Agenda des Kreml. Dabei spielen die Länder des Kontinents für Russland wirtschaftspolitisch keine wichtige Rolle – beträgt das jährliche Handelsvolumen doch nur rund 20 Milliarden US-Dollar. Felix Riefer erklärt die Gründe für das zunehmende Afrika-Interesse des Kreml. 

AIDS in der Sowjetunion

Ab 1981 sorgte eine neu entdeckte Krankheit weltweit für Verunsicherung – AIDS. 1985 wurde auch in der Sowjetunion der erste Fall registriert. Eine Gnose darüber, wie die UdSSR mit dem Virus und den Betroffenen umging – und wie dies die Situation in Russland bis heute beeinflusst.

Gazprom

Allzeithoch bei Exporten, Aktie auf Fünfjahrespeak, Rekorddividenden: Gazprom brilliert derzeit auf allen Gebieten. Warum der Glanz des Unternehmens jedoch bald verblassen könnte, erklärt Julia Kusznir. 

Die Sowjetunion und der Fall der Berliner Mauer

„Nach meiner Kenntnis gilt das sofort ... unverzüglich.“ Als Politbüromitglied Günter Schabowski mit seiner überstürzten Aussage zur Gültigkeit des neuen Reisegesetzes gegen 19 Uhr am 9. November den Sturm auf die Berliner Mauer auslöste, war weder der Kreml noch die sowjetische Botschaft in Ost-Berlin im Bilde. Jan Claas Behrends über das Epochenjahr 1989 und die Reaktionen Moskaus.

„Geh hin, ich weiß nicht wohin“, Foto © Andrey Ivanov (All rights reserved)