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Batenka

Schanson à la russe

Was den Franzosen die Liebe, ist den Russen der Knast? Zumindest ist ein wichtiger Zweig der russischen Populärmusik inspiriert von Lagergesängen, die die GulagDer Begriff Gulag steht im weitesten Sinne für das sowjetische Lagersystem und damit für den Terror und den Repressionsapparat, den die kommunistische Partei der Sowjetunion zum Erhalt ihrer Macht aufbaute. GULag ist die Abkürzung für Hauptverwaltung der Erziehungs- und Arbeitslager. Diese Verwaltungsstruktur existierte von 1922 bis 1956 und unterstand dem sowjetischen Sicherheitsdienst.-Insassen einst aus den Weiten der sibirischen Steppe mitbrachten. Pawel Belosludzew hat den russischen Chanson für Batenka unter die Lupe genommen.

Quelle Batenka

Interesse an der Gefängnis-Subkultur gewann ich als Teenager, als ich einen Mitschüler dabei ertappte, wie dieser ehrfürchtig Michail KrugMichail Krug (1962–2002) war ein bekannter russischer Liedermacher und Chansonnier. Krugs Fans nannten ihn „König des russischen Chansons“, sein Lied Wladimirski Zentral gehört zu den bekanntesten Stücken der Musikgattung. lauschte. Der Typ pinnte sich auch Bilder mit A.U.E.Arestanski Uklad Jedin (AUE) ist ein mutmaßlicher loser Zusammenschluss von Gangs und ein Verbrecherkodex aus russischen Jugendgefängnissen. Kriminalitätsexperten gehen davon aus, dass die netzwerkartige Struktur seit den 2000er Jahren vor allem Kommunikationsformen und Verhaltenskodizes unter Jugendlichen regelt.-Symbolik an die Wand, teilte Zitate von Knastbrüdern in Sozialen Medien und hatte ganz allgemein ein Faible für die Gefängnis-Mythologie. Ich kann mich sogar erinnern, dass er einmal in vollem Ernst zu mir sagte: „Vor dem Bau bist du nie sicher.“„Vor (Armut und) dem Bau bist du nie sicher“ ist ein russisches Sprichwort, das sich auf Unberechenbarkeit des Lebens bezieht. Demnach müsse man immer bereit sein, zu verarmen, ungerechtfertigt im Gefängnis zu landen oder niederträchtig behandelt zu werden. Goldene Worte, danke dir, Wowan.

Damals schon fragte ich mich: Wie kann es sein, dass erstens ein Kind, und zweitens eines, das – klar! – nie gesessen hat, in den Bann der brutalen Ästhetik krimineller russischer Superhelden gerät? Warum beißen Leute, die mit dieser Kultur absolut nichts zu tun haben, bei Liedern über Tattoos mit Kirchenkuppeln oder Spielkarten-Assen an? Was ist daran für sie romantisch? Ist das krankhafte Empathie oder Liebe zur Exotik? Keine Ahnung, echt. Aber dass gegenwärtig die Gefängnismusikindustrie in die Ewigkeit eingeht, muss ich und müsst ihr wohl einsehen.

Gefängnisfolklore – erste Dokumentationen

1908 bereiste der Volkskundler und Komponist Wilhelm HarteveldWilhelm Harteveld (1859–1927) war ein Musikwissenschaftler, Komponist und Dirigent. Geboren in Stockholm, lebte er von 1882 bis 1919 in Russland. Er bereiste russische Zwangsarbeitslager, sammelte Gefangenen-Lieder und machte sie einem breiteren Publikum zugänglich. Im Zuge der Oktoberrevolution 1917 verließ Harteveld 1919 Russland: Er ging zunächst nach Konstantinopel, später kehrte er aber wieder nach Stockholm zurück. die rauen sibirischen Weiten, um erstmals die Musikkultur in den Straflagern Sibiriens zu dokumentieren. Seine Sammlung aus gut 200 Liedern über das schwere Dasein der Zwangsarbeiter nannte Harteveld dementsprechend: Lieder der KatorgaAls Katorga wurde in Russland Zwangsarbeit von Häftlingen bezeichnet. Der Begriff wird vom Griechischen Katergon abgeleitet – ein Ruderschiff, Vorläufer der Galeere. Seit dem 17. Jahrhundert war Katorga die schwerste Strafform nach der Todesstrafe. Nach der Februarrevolution 1917 abgeschafft, wurde sie 1943 wieder eingeführt. Bis 1948 wurden sogenannte Landesverräter zu 15 bis 20 Jahren Katorga verbannt und meistens in unwirtliche Gebiete der Sowjetunion verschickt..

„Ich bin glücklich, wenn Sie anhand dieser Lieder erkennen, dass die Menschen, die sie gemacht haben, genau solche Menschen sind wie Sie“, begann Harteveld seine Vorträge und meinte das absolut ernst, denn wie wir wissen, unterschied sich die gesellschaftliche Wahrnehmung des Gefängnisses in der Vergangenheit leider nicht sonderlich von der heutigen.

Die Nacht vor der Strafe, aus der Sammlung Lieder der Kartoga

Deutsch
Original

Verzeih mir, Heimat, schönes Land!
in Verbannung ich mich fand,
Auf ewig dort, wo furchtbare Minen sind,
Wo Türme stehen wie ein Gebirgskamm,

Harmlosen Spaß gibt es hier nicht,
nicht Flachland und geschmückte Felder.
Vorwurf und Verachtung –
die werden dort in meine Seele dringen.

Hier wird die Sehnsucht meine Freundin,
weit weg von meinen Lieben leb ich als Waise
Erinnerung und Schmerz der Trennung
lassen mich leiden bei hundert Jahren Arbeit!

«Ночь перед наказанием», из сборника «Песни каторги»

Прости отчизна, край отрадный!
В изгнанье вечно я решён,
Туда, где россыпи ужасны,
Как башни, где хребты, стоят,

Где нет невинных развлечений,
Равнин, украшенных полей
И где упрёки и презренья
Должно нести душе моей.

Там буду жить с подругой-скукой,
Вдали от милых, сиротой,
С воспоминаньем и разлукой
Страдать в работе вековой!

18 Jahre später stirbt Harteveld, ohne auch nur zu ahnen, wie weit es sein ethnografisches Erbe noch bringen wird.

Die Gefängnismusikindustrie des letzten Jahrhunderts (genauer, der Sowjetzeit) hat etwas Paradoxes. Aspekte, die gut nachvollziehbar die Straflagerexistenz aufgreifen, und mit ihr die geächtete Popularisierung und Romantisierung einer kriminellen, marginalen Lebensweise, wurden damals von bekannten Lied- und Chanson-Interpreten besungen: zum Beispiel von Leonid UtjossowLeonid Utjossow (1895–1982) war ein sowjetischer Schauspieler und Estrada-Sänger. Üblicherweise wurden unter der Bezeichnung Estrada alle Richtungen der Bühnenkunst zusammengefasst, die in der Sowjetunion populär waren. Im engeren Sinne kann Estrada mit der deutschen Schlagermusik verglichen werden. Utjossow war 1965 der erste Estrada-Künstler, der die Auszeichnung Volkskünstler der UdSSR bekam.:Gop so smykom S odesskogo kitschmana, Irtlatsch Strongilla:Na Bogatjanowskoj otkrylasja piwnaja, Arkadi Sewerny:Nu, ja otkinulsja, kakoi basar-woksal, Michail Gulko:Berjosy MurkaMurka ist wohl das bekannteste russische Lied aus dem kriminellen Liederrepertoire. Als Urheber gilt zwar der Dichter Jakow Jadow (1873–1940), das Lied existiert aber in zahlreichen Varianten und gehört eher zum allgemeinen Liedgut. Wenn es auch Unterschiede in Details, Reimen und im Text gibt, bleibt das generelle Sujet des Liedes stets unberührt: Es geht um Liebe, Verrat und Tod. Obwohl es von Kriminellen und Banditen handelt und das Lied voller Jargonwörter ist, ist Murka weit über die Grenzen der kriminellen Subkultur hinaus beliebt.. Es ist aber auch klar, dass die Musiker das nicht aus propagandistischen Motiven heraus machten, sondern wegen des Stils und der damit verbundenen Haltung. Nicht einmal um zielgerichtet Kontakt zum Gefängnis-Milieu bekommen, hatte je einer von ihnen gesessen. Nur Arkadi Sewerny hatte irgendwelche kriminellen Verbindungen, doch darum geht es hier nicht.

Worin besteht die Problematik des Kartoga-Milieus? Ganz einfach: Eine Gefängnis-Musikkultur, die die Gemeinschaft der Häftlinge als einheitliche, unabhängige Stimme hätte repräsentieren können, gab es überhaupt nicht. Sie trug die Bürde eines gesichts- und namenlosen Medienprodukts, das keine Chance hatte, auf den Markt zu gelangen, einfach weil es keine geeigneten Ressourcen und Vertriebswege gab. Durch das Fehlen von Helden und von Möglichkeiten, den Trend zu popularisieren, behielt das Knast-Producing die Form eines Ausflusses lyrischer Stilmittel, wurde aber keineswegs zu einem vollwertigen Konzept, das massentauglich gewesen wäre.

Grauer Anzug von Alik Berison

Deutsch
Original

Ein grauer Anzug, die neuen Stiefel knarzen
– hab ich getauscht gegen die Jacke aus dem Knast.
Acht Jahre hab ich nun viel Leid erlebt,
Und nicht nur eines meiner Haare ist ergraut

Алик Берисон, «Костюмчик серенький»

Костюмчик серенький, колёсики со скрипом
Я на тюремные бушлаты променял.
За восемь лет немало горя мыкал,
И не один на мне волосик полинял.

Vermutlich lag das auch an der Kriegs- und Nachkriegskrise: am enthemmten Zustand des Justizsystems und an der fehlenden Meinungsfreiheit.

Eine neue Welle intellektueller Knast-Erzeugnisse kam in den 1950er Jahren herangerollt, als massenweise politische Gefangene freigelassenBefreiung vom Despoten, zarte Protestkultur und Poeten als Volkshelden: Die Zeit des Tauwetters in den Jahren nach Stalins Tod brachte eine Neudefinition des sowjetischen Lebens. Kultur und Politik erfuhren eine euphorische Phase der Liberalisierung. Doch schon mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows setzte eine politische Restaurationsphase ein, die bis zur Perestroika andauern sollte. Heutzutage wird das Tauwetter oft nostalgisch verklärt, unter Historikern ist seine Deutung weiterhin umstritten. wurden. Zwar gab’s die heutigen Informationskanäle noch nicht, dafür aber die mündliche Überlieferung.

Die Märchen aus der Gefängniswelt verbreiteten sich in Windeseile, und manche von ihnen schafften es sogar in das Liedgut, das man im Hinterhof zur Gitarre sang (Schol Stolypin). Die letzte Welle kam in den 1990ern und gewann nach dem Zerfall der sowjetischen OrdnungDer Zerfallsprozess der Sowjetunion begann Mitte der 1980er Jahre und dauerte mehrere Jahre an. Die Ursachen sind umstritten. Während einige hauptsächlich Gorbatschows Reformen für den Zerfall verantwortlich machen, sehen andere die Gründe vor allem in globalen Dynamiken. Eine zentrale Rolle spielte in jedem Fall die Politik der russischen Teilrepublik. an Wucht, als klar wurde, dass man seine Ideen umsetzen kann, ohne bestraft und daran gehindert zu werden. So erschienen Michail Krug, Alexander Djumin, Michail Swesdinski und andere Celebrities des neuen russischen BlatnjaksBlatnjak beziehungsweise blatnaja pesnja (dt. „cooles“, beziehungsweise „hartes Lied“) ist eine russische Musikgattung, die ursprünglich den harten Alltag und die Gepflogenheiten des kriminellen und gefängnisnahen Milieus besang. Entstanden im 19. Jahrhundert als gegenkulturelles Musikgut, ging die Gattung etwa in den 1990er Jahren in die Massenkultur ein. Der Begriff Blatnjak wird heute oft synonym zum russischen Chanson verwendet. Die Stilmittel wurden zwar weitgehend beibehalten, die Themen sowie Interpreten entbehren heute aber zumeist das Kriminelle., den man nun dank erfolgreicher Kommerzialisierung und kultivierter Mimikry den neuen russischen Chanson nennt. Oder den kriminellen – jeder wie er will.

Der revolutionäre Durchbruch des Genres und dazugehöriger Persönlichkeiten der Subkultur in Radio und Fernsehen erlaubten es der Häftlingsseele, wie ein Dschinn ins Freie zu drängen und endlich der Welt ihre Werte zu lehren. In dieser Zeit wurde auserlesener Blatnjak auf allen Musikkanälen rauf- und runtergespielt, an diesem Hype kam niemand vorbei. Und im Jahr 2000 entstand eine Hochburg für einschlägige Interpreten – der Radiosender SchansonRadio Schanson ist nach eigenen Angaben mit mehr als 8 Millionen Hörern eines der drei meistgehörten Radiosender Russlands. Der Sender ging im Jahr 2000 in Moskau on Air und sendet seitdem russlandweit rund um die Uhr., den täglich allein in Moskau eine Million Menschen hören.

Trotz seiner Popularität (die übrigens bis dato nicht nachlässt) treten intellektuelle Gesellschaftsschichten gegen die Popularisierung des Chanson auf und sprechen von der Geschmacklosigkeit und Minderwertigkeit des Genres.

Eines der interessantesten Phänomene rund um den russischen Chanson ist, wie die Leute über ihn denken: die Kritiker negativ, und das Publikum positiv. Wie bei Filmen mit Jim Carrey. Das macht den Reiz aus.

Symbolische Einsamkeit

Man geht allgemein davon aus, dass der russische Blatnjak die Musik von Einzelpersonen ist. Dass es immer weiter Soloprojekte sind, mag an der symbolischen Einsamkeit liegen, die im Schaffen von Chansonniers und Chansonnetten häufig durchscheint, oder auch an einer charakterlichen Besonderheit moderner „Kartogaer“. Natürlich gibt es auch Ausnahmen der Regel, etwa Butyrka, Worowaiki, Zona, Pjatiletka und Belomorkanal.

Bild der Vergangenheit von Michail Swesdinski

Deutsch
Original

Noch nie hat mich jemand Vater genannt,
auch Ehemann sagte bisher keiner.
Kann sein, dass mein Leben in Einsamkeit vergehen wird
und Familiengemütlichkeit werd ich wohl kaum erleben.

Михаил Звездинский, «Картина прошлого»

Меня ещё отцом никто не называл,
Как мужем до сих пор не называли.
Быть может, в одиночестве вся жизнь пройдёт —
Уют семьи увижу я едва ли.

Zum Teil liegt es sicher daran, dass das Genre gewissermaßen eine russische Form der DIY-Kultur ist. In den 1990ernDie 1990er Jahre waren in Russland ein Jahrzehnt des radikalen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs. Demokratischer Aufbruch einerseits und wirtschaftlicher Niedergang andererseits prägten die Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion. war das auf jeden Fall so, als sich zahlreiche Musiker eigenständig auf den Markt hinauswagten, ohne Unterstützung von Producern, einfach indem sie ihre Alben zu Hause aufnahmen oder in Studios von Freunden. Heute wird der Chanson bereits gesponsert und gut bezahlt, wie man an der Vielzahl an Plattenlabeln sieht, die dank der neuen Beliebtheit des Genres aus dem Boden geschossen sind.

Die Semantik des Gefängnischansons – Mama, Glaube und Tattoos

Es ist unmöglich, eine einheitliche Antwort darauf zu finden, was genau denn nun der Kriminal-Chansonnier populär machen will und welchen Überzeugungen er anhängt. Allerdings gibt es doch Gesetzmäßigkeiten. Im Mitteilungsblatt des KasanerKasan ist die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan. Die Stadt mit rund 1,2 Millionen Einwohnern liegt rund 800 Kilometer östlich von Moskau. Wegen der gut erhaltenen Altstadt und des UNESCO-Weltkulturerbes Kasaner Kreml gilt Kasan für viele als eine der schönsten Städte Russlands. Instituts für Rechtswissenschaften des russischen Innenministeriums erschien 2017 ein Aufsatz von Anton Schalagin und Olga Chrustaljowa zum Thema Gefängnisfolklore im Kontext der kriminellen Subkultur. Darin versuchen die Autoren das ideologische Profil des modernen kriminellen Helden zu klassifizieren. Aufgezählt werden Charakteristika wie: gezieltes Begehen von Finanzdelikten, demonstratives und übersteigertes Konsumverhalten, kriminelle Verbindungen und unmoralisches Verhalten, darunter Geringschätzung althergebrachter Traditionen.

Die Themen, die die Ästhetik der Gefängnislieder ausmachen, sind dieselben wie vor hundert Jahren. Am häufigsten und typischsten finden sich:

Die Mutter. Lesen Sie sich die Titel der Knastlieder der 1990erDas Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war von tiefgreifenden Umbrüchen gezeichnet, aufgrund derer es in das kollektive Gedächtnis als die wilden 1990er eingegangen ist. Mit dem Begriff werden weniger die neu erlangten Freiheiten, sondern eher negative Erscheinungen wie Armut und Kriminalität assoziiert. und 2000er Jahre durch, und sehen Sie selbst. Hallo, Mama von Krug, Mutter von Alexander Djumin, Mama von Viktor Petlura. Jeder Chansonnier, der etwas auf sich hält, singt ein Lied über die Mutter. Die Bedeutung der Texte läuft immer auf dasselbe hinaus: „Verzeih mir, Mama“, „Mamachen, schenk mir Wodka nach“. Die Mutter ist im Chanson zum ideologischen Kult erhoben.

Interessanterweise kommt der Vater in den Liedern viel seltener vor. Vielleicht ist das einfach die Knast-Symbolik. Aber wer weiß.

Der Glaube. Fast in jedem Lied hört man etwas, das mit der Kirche zu tun hat. Jeder anständige Chansonnier muss ein Lied über erlöschende Kerzen, Kuppeln (egal ob echte oder tätowierte) oder Gebete um die Vergebung seiner Sünden im Repertoire haben. Der Tätowierer richtet mir den Rücken – ein Kloster mit lauter Kuppeln (Alexander Djumin Blagoweschtschenski zentral), Goldene Kuppeln erfreuen mein Herz (Michail Krug Goldene Kuppeln), Gott bewahre uns vor dem Gericht (Andrej Sarja, Dialog s sowestju).

Russian criminal tattoos und sonstige Knastmoden. Jeder anständige Chansonnier hat ein Lied über TattoosIm Original Nakolotschka (Koseform für Tätowierung) oder Partatschok (dt. etwa „kleiner Dieb“). Der Ausdruck Partatschok bezeichnet im russischen Gefängnisjargon Fenja eine Tätowierung. Knasttätowierungen wurden insbesondere während der Sowjetzeit innerhalb krimineller Netzwerke und in der Gefängniskultur der Gulag-Inhaftierten zur Darstellung von Rang und Karriere des Trägers verwendet. Besonders populär war die Tattoo-Tradition von 1930 bis 1950, seit den 1980er Jahren geht die Bedeutung der Tattoo-Praktik zurück.. So will es die Seele der Kriminalität. Das Tattoo ist in der Gefängnisreligion gleichsam das Geschichtsbuch. Für jeden der persönliche Schutzengel. Ein Lied mit dem Titel Nakolotschka findet man bei mindestens zwei Interpreten: Michail SchufutinskiMichail Schufutinski (geb. 1948) gilt derzeit als einer der herausragendsten Chansonsänger Russlands. Laut Musikkritikern hat sich Schufutinski in den letzten Jahren großer Innovationen und Modernisierungen des Chansons verdient gemacht. und Alexander Udatscha.

Ansonsten zählt zur Knastmode auch alles andere aus der Welt des russischen Gefängnisses: So gibt es Lieder über Pritschen, über Diebe im GesetzAnspielung auf die „Diebe im Gesetz“ (russ. wory w sakone) – eine kriminelle Subkultur mit straffen Hierarchien und strengem Regelwerk, das als „Diebesgesetz“ bezeichnet wird., über im Gefängnis verlorene Freunde, Landstreicherei, kriminelle Machenschaften, Banden, Strafkolonien und dergleichen mehr.

Die Natur. Ja, das Verbrechervolk ist auch zur Wahrnehmung der Umwelt fähig, kann auch ästhetisches und seelisches Vergnügen an der Betrachtung äußerer Schönheit empfinden. Vieles dreht sich in den Naturliedern um die Liebe zu heimatlichen Gefilden.

Weiße Birke von Alexander Djumin

Deutsch
Original

Überm Fluss über dem Wald ein gelockter Ahorn stand
Verliebt war er in eine Birke mit ihrem weißen Band,
und wenn über dem Feld der Wind sich legte,
für die Birke sein Lied sich regte:

Ach, weiße Birke, ick liebe dir!
Deinen schlanken Zweig streck aus nach mir
Verloren bin ich ohne Liebe, ohne Zärtlichkeit.
Meine liebe weiße Birke, ich bin zu allem bereit!

Александр Дюмин, «Белая берёза»

Над рекой над лесом рос кудрявый клён,
В белую берёзу был тот клён влюблён.
И когда над полем ветер затихал,
Он берёзе песню эту напевал

«Белая берёза, я тебя люблю.
Ну протяни мне ветку свою тонкую.
Без любви, без ласки пропадаю я.
Белая берёза, ты — любовь моя»

Die Liebe. Wie denn auch ohne? In der Knastlyrik ist sie natürlich ein wenig seltsam, und eigentlich durch und durch sexistisch (man denke nur an das berühmte Zitat von Michail Krug: „Ich mag keine Frauen, die eine eigene Meinung haben. Sobald eine Frau anfängt zu glauben, sie sei klug und habe Verstand, wie ein Mann, hört sie auf eine Frau zu sein. Wieso soll ich ihr dann in der Straßenbahn den Vortritt lassen, ihr die Hand reichen, wozu Blumen schenken?“), aber es gibt sie. Erinnerungen, romantische Oden, das war’s dann schon.

Beim Versuch, in den Texten der Knastmusik die wichtigsten Schlüsselwörter auszumachen, erörtert Glaskowa im erwähnten Aufsatz, dass im neuen russischen Chanson drei Gefühle vereint seien, die zur russischen Seele gehören: Kränkung, Sehnsucht und Gram. Kein Wunder. Fast jedes Lied handelt von Enttäuschung vom Leben. Sogar wenn es eigentlich um Tattoos geht. Oder um schöne Mädchen.

Das Schicksal - die Böse von Iwan Kutschin

Deutsch
Original

Weiße Rosen blühen, die roten sind gewelkt
Entweder hab ich den Traum versoffen
oder es hat ihn sich jemand gegriffen.

Иван Кучин, «Судьба-злодейка»

Розы белые цветут, красные завяли,
То ли я пропил мечту, то ль её украли.

Opferdarstellung: Fake-Blatnjak

Noch so ein aufwühlendes Phänomen ist beim russischen Chanson, ähnlich wie beim Rap, die Frage nach der Authentizität, der Glaubwürdigkeit. Während beim Rap die Polemik bei Ghetto- und Straßen-Metaphern ansetzt, lautet hier die Frage: Kann einer, der nie in Haft war, Kriminal-Chansonnier sein? Genrekönig Michail KrugMichail Krug (1962–2002) war ein bekannter russischer Liedermacher und Chansonnier. Krugs Fans nannten ihn „König des russischen Chansons“, sein Lied Wladimirski Zentral gehört zu den bekanntesten Stücken der Musikgattung., Sergej Nagowizyn – fast keiner der Blatnjak-Sänger hat je gesessen. Krug outete sich dazu sogar einmal: „Warum wollen denn alle diese Parallele ziehen: Er singt Knastlieder, also hat er gesessen – ich hab nicht gesessen!“

Ein interessanter Fall war die Sängerin Katja Ogonjok, die zu Lebzeiten (sie starb 2007 im Alter von 30 Jahren) behauptete, sie sei zwei Jahre in Haft gewesen. Im Nachhinein dementierte ihr Producer Wladimir Tschernjakow die Legende. Was ist die Logik dahinter? Warum tun die Leute so, als wären sie kriminelle Autoritäten? Für das Show-Business oder aus Sympathie für die Subkultur? Das Phänomen der Glaubwürdigkeit ist in soziokultureller Hinsicht nicht ausreichend erforscht.

Gefängnis-Underground

Kehren wir zur Kriminallyrik als Konzept zurück, so zeichnet sich innerhalb des Gefängnisakademismus auch ein Underground ab – im wörtlichen Sinn das, was nicht aus den Zellen dringt, was nicht kommerzialisiert wird: radikale Selfmades, Amateur-Sänger hinter Gittern und Randerscheinungen aller Art. Sucht man auf Youtube nach „Gefängnismusik“ oder „Blatnjak“, erhält man einen Haufen Nonames, mit alten Handys aufgenommene Videos, in denen Alltagsszenen aus dem Häftlingsleben abgespult werden.

Die Knastepoche: ein langes, glückliches Leben

Der Knast braucht keinen Harteveld mehr. Das Internet ermöglicht es den Menschen, ungehindert und selbständig für ihre Ideen und Werte einzustehen. Das betrifft auch die Gefängnisfolklore: Das 21. Jahrhundert ist mit seinem Siegeszug der digitalen Technologien zumindest für jene Leute ein Goldschatz, die in strengen Vollzugsanstalten ein schweres Dasein fristen und keine richtige Gelegenheit zur Selbstverwirklichung haben.

Sieht man auf dem Bildschirm die Gesichtslosigkeit derer, die vom schweren Los des Gaunerlebens singen, und denkt über die Bedeutung der globalen Knastlyrik nach, dann ist man verwirrt und verunsichert: Welche Art von Mitgefühl ist hier angebracht? Und was das russische Chanson angeht: Wird es weiter bestehen? Dieser Frage kann man nur mit Empirie beikommen, mit einfachen Worten: Warten wir mal hundert Jahre – dann wird man sehen. Zu die Bude.


In dieser Übersetzung wurden Ausschnitte folgender Lieder zitiert:
Leonid Utjossow Gop so smykom und S odesskogo kitschmana; Irtlatsch Strongilla: Na Bogatjanowskoj otkrylasja piwnaja; Arkadi Sewerny: Nu, ja otkinulsja, kakoj basar-woksal; Michail Gulko: Berjosy und Murka; Jelena Entina: Shol Stolypin; Michail Krug: Hallo, Mama; Alexander Djumin: Mama und Blagoweschtschenski zentral; Viktor Petlura Mama; Iwan Kutschin: Sudba-Slodejka
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Gulag

Der Begriff Gulag steht im weitesten Sinne für das sowjetische Lagersystem und damit für den Terror und den Repressionsapparat, den die kommunistische Partei der Sowjetunion zum Erhalt ihrer Macht aufbaute. GULag ist die Abkürzung für Hauptverwaltung der Erziehungs- und Arbeitslager. Diese Verwaltungsstruktur existierte von 1922 bis 1956 und unterstand dem sowjetischen Sicherheitsdienst.

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Russenhocke, Trainingshose und ein aggressiv-tumber Gesichtsausdruck: Als Bürgerschreck verpönt, gilt der Gopnik grundsätzlich als kleinkriminell. dekoder-Politikredakteur Anton Himmelspach überholt dieses Klischee.

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Gnosen
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Murka

Im Kultfilm Mesto wstretschi ismenit nelsja (dt. „Den Treffpunkt darf man nicht ändern“), mit dem berühmten Sänger Wladimir WyssozkiWladimir Wyssozki (1938–1980) war Dichter, Schauspieler und einer der bedeutendsten russischen Liedermacher des 20. Jahrhunderts. In seinen Texten und Liedern, die untrennbar mit seiner rauhen markanten Stimme verbunden sind, setzte er sich kritisch mit dem Alltag in der Sowjetunion auseinander. Trotz Radio- und Konzertverbots besaß er eine immense Popularität in der Bevölkerung. Grundlage hierfür waren zunächst populäre Filme und später unter der Hand verbreitete Amateur-Mitschnitte seiner illegalen Konzerte. in der Hauptrolle, gibt es eine Szene, die ebenso Kultstatus erreichte: Ein Mitarbeiter des Moskauer Kriminalamtes kommt zu einer Bande und gibt sich als Kleinkrimineller aus, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden sei und eine wichtige Information von einem Insassen zu überbringen habe. Da die Kriminellen befürchten, er könne ein Polizist sein, wird Wolodja Scharapow, so der Name des Kriminalbeamten, von ihnen verhört: Wer er sei, wie er ins Gefängnis geraten sei, was er davor gemacht habe. Als Wolodja sagt, er habe Klavier in Restaurants gespielt, wird er gebeten, etwas vorzuspielen. Er spielt eine Etüde von Chopin. Die Banditen scheinen wenig überzeugt. „Was soll ich denn sonst spielen?“, fragt Wolodja. „Murka!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Murka ist wohl das bekannteste russische Lied, das mit kriminellen Subkulturen und dem sogenannten russischen ChansonAls Chanson wird in Russland ein Subgenre der russischen populären Musik bezeichnet, das oft mit dem Thema Gefängnis/Gefangenschaft verbunden ist. Die Wurzeln dieser Stilistik mit ihren teils melancholischen, teils wilden Liedern liegen in der Unterwelt der frühen Sowjetunion. Als Ursprungsort der romantisierenden Ganovensongs gilt die Hafenstadt Odessa in der heutigen Ukraine. verbunden ist. Als Urheber gilt zwar der Dichter Jakow Jadow (1873–1940), das Lied existiert aber in zahlreichen Varianten und gehört eher zum allgemeinen Liedgut. Wenn es auch in Details, Reimen und im Text Unterschiede gibt, bleibt das generelle Sujet des Liedes stets unberührt: Es geht um Liebe, Verrat und Tod.

Sujetwandel

Murka ist ein üblicher Name für Katzen, eine Lautmalerei, denn mur-mur machen Katzen auf Russisch. Außerdem ist Murka ein – vielleicht auch wegen des Liedes derzeit eher unüblicher – weiblicher Kosename, abgeleitet von Maria (Mascha, Marusja).
In der vermutlich älteren Varianten des Liedes, die der russische Volkskundler und Liedersammler Wladimir Bachtin entdeckt hatte1, war kein Bezug auf die kriminelle Welt vorhanden: Das lyrische Ich, das mit Murka in einer Beziehung war, sieht diese im Restaurant tanzend mit einem Hallodri, lauert ihr dann vor ihrem Haus auf, und erschießt sie: „Du hast mich geliebt, dann hast du mich vergessen / und dafür bekommst die Kugel“, lauten die letzten Zeilen des Liedes.

Schon seit den 1920er Jahren kursieren aber Versionen, in denen Murka zur kriminellen Autorität einer Bande in der südlichen Hafenstadt Odessa wird. Mal wird ihre Schönheit besungen, mal ihre List und ihr Mut. Einmal gehen die Mitglieder der Bande auf Diebeszug in ein Restaurant, wo sie Murka sehen – mit Agenten des Moskauer Kriminalamtes und mit einer Nagant Pistole - ein Kennzeichen der sowjetische Polizei. Ähnlich wie in der nicht-kriminellen Variante des Liedes wird Murka am Ende umgebracht: „Stumme Stille, nur der Wind heult / Wir fanden eine verborgene Ecke / und haben Murka in ihrer Lederjacke [auch ein Kleidungsstück, das für die Geheimpolizei in der Sowjetunion sehr typisch war – dek] umgebracht ... / Der rote Kamm ist aus dem Haar gerutscht“, so eine der Varianten.

Murka – MUR – Moskauer Kriminalamt

Berühmt wurde das Lied in dieser kriminellen Variante. Der Name Murka meint hier nicht nur einen Katzennamen, sondern steht auch für die russische Abkürzung des Moskauer Kriminalamtes: Moskowski ugolowny rosysk, kurz: MUR.

Immer wieder werden Versuche unternommen, die „reale Grundlage“ des Liedtextes aufzudecken. In manchen Varianten wird Murka sogar namentlich genannt, nämlich als Marusja (Marija) Klimowa („Murka, Marusja Klimowa, verzeih deinem Geliebten!“). Die Boulevardzeitung Sowerschenno sekretno (dt. „Streng geheim“) veröffentlichte Artikel über die einzige bekannte Marija Klimowa, geb. 1897, die im Moskauer Kriminalamt tätig war und als Kapitän der Miliz beurlaubt wurde.2 Ob sie mit dem Lied etwas zu tun hat, ist allerdings höchst umstritten, und selbst wenn, bleibt Murka eher folkloristische als reale Figur, die ein ganz eigenes Leben in der sowjetischen und auch postsowjetischen Kultur entfaltet hat.3

Obwohl es um Kriminelle und Banditen geht, und das Lied voller Jargonwörter ist, die nicht einmal jeder Muttersprachler kennt, ist der Chanson weit über die Grenzen der kriminellen Subkultur hinaus beliebt. Wladimir Bachtin meint, „die IntelligenzijaAls Intelligenzija wird das Intellektuellen-Milieu Russlands bezeichnet. Der Begriff ist soziostrukturell kaum fassbar, als Minimalkonsens werden jedoch hoher Bildungsgrad und Denkarbeit vorausgesetzt. Die Formel geht auf den Schriftsteller Pjotr Boborykin (1836–1921) zurück.   erlebe seine Ungewöhnlichkeit, Exotik, erlebe es ästhetisch“.

Da ist nicht nur die Grundlage des Sujets, die manch gebildeten Zuhörer sicher an Carmen oder an die Gestalt von Katka aus dem revolutionären Poem Zwölf von Alexander Blok erinnert.4 Sondern da ist auch die Tango-Melodie, die zur Grundlage auch für viele andere blatnyje Chansons geworden ist, und der Text selbst: einfache, nicht stilisierte Wörter, lebendige Intonationen.

Zeichen der Zugehörigkeit

Das Lied wurde dementsprechend nicht nur von „russischen Chansonniers“, wie Grigori Leps und Michail Schufutinski, sondern auch von Schlager- und Popsängern sowie Symphonieorchestern interpretiert. Erhalten geblieben sind ebenfalls Murka-Aufnahmen von Wladimir Wyssozki. Auch Politiker wie Wladimir ShirinowskiWladimir Wolfowitsch Shirinowski (geboren 1946 als Wladimir Eidelstein) ist Gründer und Vorsitzender der nationalistischen Liberal-Demokratischen Partei Russlands (LDPR). Seine Auftritte zeichnen sich durch extrem populistische Rhetorik, antisemitische Stereotype und regelmäßige Handgreiflichkeiten vor laufenden Kameras aus. Zudem hat er wiederholt zu militärischer Gewalt gegen westliche Staaten aufgerufen. Shirinowski ist als zuverlässig Grenzen überschreitender Polit-Clown ein essentieller Bestandteil des russischen öffentlichen Lebens., Natalja PoklonskajaNatalja Poklonskaja (geb. 1980) ist seit 2016 Duma-Abgeordnete der Partei Einiges Russland. Zuvor war sie Generalstaatsanwältin der von Russland angegliederten Republik Krim. Nach dem Machtwechsel in Kiew hatte sich die damalige ukrainische Staatsbürgerin Poklonskaja der neu eingesetzten, kremltreuen Krim-Führung angeschlossen. Ihre Pressekonferenz im März 2014 löste einen Internet-Hype aus, nachdem einige ihrer Aussagen zu millionenfach geteilten Internet-Mems wurden. 2017 konstatierte Poklonskaja ein Gotteswunder: Laut ihrer Erzählung soll eine auf der Krim aufgestellte Büste des heiliggesprochenen Zaren Nikolaus II. geweint haben. Poklonskaja steht seit 2014 auf der Sanktionsliste der EU. und nach eigenen Angaben Wladimir Putin5 gaben den Chanson zum Besten. Somit ist Murka nicht nur Teil der kriminellen Subkultur, sondern auch der Pop-, und sogar der internationalen Klassikkultur sowie ein Element des politischen Lebens.

Als Wolodja, der Protagonist des eingangs erwähnten Filmes, Murka auf dem Klavier vorspielt, wird er sofort als ein Krimineller akzeptiert. Im Film führt das Kriminalamt am Tag darauf einen Spezialeinsatz durch, bei dem die gesamte Bande festgenommen wird. In gewisser Hinsicht schließt sich hier der Kreis: Der Kriminalbeamte rächt im Film den im Lied begangenen Mord an einer seiner Kolleginnen. Ob es bei den Darbietungen des Liedes von russischen Politikern um eine Message an die Wählerschaft gehen soll, ist unklar. Wenn ja, kann sie sicher nicht eindeutig interpretiert werden. Einerseits kann es heißen: Wir sprechen dieselbe Sprache wie ihr und gehören zur gleichen Kultur. Andererseits: Passt auf, es geht um einen Sondereinsatz. So oder so, an der Beliebtheit des Liedes ändert es nichts.


1. Bachtin, Wladimir (1997): „Murkina“ istorija, in: Neva, Nr. 4, S. 129
2. Sovsekretno.ru: Murka iz MURa
3. Das Sujet lag auch der gleichnamigen Serie „Murka“ zugrunde, die 2016/2017 im Ersten Kanal gezeigt wurde.
4. Nikolaeva, T. M.: Russkaja ženščina v gorodskom (blatnom) šansone, in: Fol'klor i postfol'klor: struktura, tipologija semjotika
5. NTV: „Ja že vydajuščijsja muzykant“: Putin rasskazal kak igral „Murku“
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