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    radioaktive Asche (Kisslejow-Zitat)

    Gemeint ist eine Sendung vom 16. März 2014 – dem Tag, an dem das sogenannte Referendum über den Status der Krim stattfand. Der Moderator Kisseljow präsentierte dabei eine (aus dem Zusammenhang gerissene) US-amerikanische Meinungsumfrage, laut der ein großer Teil der US-Amerikaner Putin für einen stärkeren Leader hält als Obama. Kisseljow fügte hinzu, dass Russland das einzige Land der Welt sei, das „die USA in radioaktive Asche verwandeln“ könne. Der Ausspruch Kisseljows wurde alsbald zu einem Mem. Im Oktober 2016 kritisierte Präsident Wladimir Putin indirekt die Wortwahl Kisseljows.

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    Tweets Trumps zur Ukraine und Krim

    Gemeint ist vor allem Trumps Tweet vom 15. Februar 2017: „Crimea was TAKEN by Russia during the Obama Administration. Was Obama too soft on Russia?“ Am Tag  zuvor hatte der Sprecher des US-amerikanischen Weißen Hauses bekanntgegeben, dass der US-Präsident die Rückgabe der Halbinsel an die Ukraine erwarte.

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    Lew Gudkow

    Lew Gudkow (geb. 1946) ist einer der bekanntesten Soziologen Russlands. Von 2006 bis 2021 leitete er das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada, das im September 2016 in das Register der sogenannten ausländischen Agenten aufgenommen wurde. Gudkows Stimme gilt als sehr gewichtig in unabhängigen Medien des Landes sowie im Ausland.

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    Boris Wischnewski

    Boris Wischnewski (geb. 1955) ist seit 2016 Abgeordneter der gesetzgebenden Versammlung der Stadt St. Petersburg. Er gehört der liberalen Partei Jabloko an. Der oppositionelle Politiker veröffentlicht als Journalist häufig Beiträge in unabhängigen russischen Medien. Unter anderem wandte er sich 2014 gegen die russische Angliederung der Halbinsel Krim.

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    Maria Maksakowa–Igenbergs

    Maria Maksakowa–Igenbergs (geb. 1977) ist eine Opernsängerin (Mezzosopran) und war zwischen 2011 und 2016 Dumaabgeordnete der Regierungspartei Einiges Russland. Ende 2016 emigrierte sie mit ihrem Ehemann Denis Woronenkow (Dumaabgeordneter der Partei KPRF) in die Ukraine. Diesen Schritt begründete Woronenkow damit, dass er vom Geheimdienst FSB verfolgt worden sei. Obwohl Maksakowa viele Duma-Entscheidungen mittrug, zeigte sie sich in jüngsten Interviews sehr kritisch gegenüber der politischen Situation Russlands.

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    Angriff auf die Fotoausstellung von Jock Sturges

    Gemeint ist die Ausstellung des US-amerikanischen Fotografen Jock Sturges (geb. 1947) im September 2016 in Moskau. Die Werke von Sturges zeigen nackte Mädchen und junge Frauen, sie thematisieren die Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit der Schönheit. Ähnlich wie auch oft in seinem Heimatland, sorgten die Bilder in Moskau für scharfe Kontroversen. Die ehemalige Duma-Abgeordnete und konservative Senatorin Jelena Missulina beschuldigte die Macher der Kinderpornografie. Anton Zwetkow, Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer Russlands und Vorsitzender der NGO Offiziere Russlands, blockierte mit seinen Gefährten den Eingang zur Fotoschau. Rund drei Wochen nach Eröffnung schlossen die Macher ihre Ausstellung schließlich vorzeitig.

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    Offiziere Russlands

    Die Allrussische gesellschaftliche Organisation zur Mitwirkung bei der Entwicklung einer patriotischen und gesetzestreuen Gesellschaft „Offiziere Russlands“ versteht sich als Interessenvertretung russischer Offiziere und als NGO, die sich der staatlichen Sicherheit widmet. Nach eigenen Angaben hat die Organisation über 100.000 Mitglieder. Sie finanziert sich vorwiegend aus staatlichen Fördergeldern. Da sie nur teilweise Rechenschaft über deren Verwendung abgibt, zählt Transparency International Russia sie zu den intransparentesten NGOs des Landes. Abgesehen von häufigen öffentlichkeitswirksamen Aktionen gegen NGOs, Kulturschaffende und soziale Bewegungen, die als oppositionell verstanden werden, lässt sich das eigentliche Tätigkeitsprofil der Offiziere Russlands kaum nachvollziehen.

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    Witali Milonow

    Witali Milonow (geb. 1974) ist ein russischer Politiker der Regierungspartei Einiges Russland und seit September 2016 Mitglied der Staatsduma. Zuvor war er Abgeordneter der gesetzgebenden Versammlung St. Petersburgs. In dieser Eigenschaft verantwortete er unter anderem die Gesetzesinitiative zum sogenannten Verbot der Homosexualitäts-Propaganda in St. Petersburg. Dieses 2012 verabschiedete Gesetz gilt als Vorläufer des 2013 in Kraft getretenen landesweiten Gesetzes, das die sogenannte Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen in Anwesenheit von Minderjährigen unter Geldstrafe stellt.

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    Raucher als Metapher

    Ein gängiger metaphorischer Vergleich, der ursprünglich von Schaubildern stammt, auf denen eine gesunde Lunge einer Raucherlunge gegenübergestellt ist. Solche Abbildungen, wie sie häufig im Schulunterricht eingesetzt werden, wurden zum Anfang der 2010er Jahre häufig durch andere –  ironische – Motive ersetzt und mem-ähnlich im Internet verbreitet. 

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    Dimitri Butschenkow

    Dimitri Butschenkow (geb. 1980) ist promovierter Politologe und war von 2002 bis 2013 Mitglied der anarchistischen Organisation Autonome Aktion. Im Dezember 2015 wurde er verhaftet. Der Vorwurf: Teilnahme an Massenunruhen in Moskau im Mai 2012. 19 Personen wurden im Zuge dieses sogenannten Bolotnaja-Prozesses verurteilt. Hintergrund ist eine Demonstration auf dem Bolotnaja-Platz in der russischen Hauptstadt einen Tag vor der Präsidentschaftswahl 2012, bei der es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen war. Butschenkow befand sich zum fraglichen Zeitpunkt jedoch nachweislich nicht in Moskau. Im Januar 2017 wurde seine Haft noch einmal bis März verlängert. Das Europäische Parlament stufte Butschenkow als einen von 102 politischen Häftlingen in Russland ein.

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