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Daniil Granin

„Schreiben Sie über sich?“ „Ach wo, diesen Menschen gibt es schon lange nicht mehr.“ Seinem letzten Roman Moi leitenant (2011, Mein Leutnant), den der sowjetisch-russische Schriftsteller Daniil Granin in hohem Alter schrieb, sind diese Worte vorangestellt. Der Zwiespalt zwischen dem Kriegserleben des jungen Soldaten, der sich 1941 euphorisch-naiv als Freiwilliger an die LeningraderDie 1703 vom Zaren Peter dem Großen gegründete und nach seinem Schutzheiligen, Apostel Simon Petrus, benannte Stadt Sankt Petersburg wurde 1914 zum ersten Mal umbenannt. Sie hieß bis zu Lenins Tod im Jahr 1924 Petrograd. Dann wurde der Name zu seinen Ehren in Leningrad geändert. Seit 1991 heißt sie wieder Sankt Petersburg, umgangssprachlich meist Piter genannt. Front gemeldet hatte, und dem Autor, der in seinen Texten über die Tücken der Erinnerung und die Gefahren der ideologisierten Geschichtsschreibung und des historischen Vergessens schrieb, zieht sich wie ein roter Faden durch Granins umfangreiches Werk. Diese innere Spaltung führte ihn auf dem schmalen Grad zwischen sozialistischem Pathos und Regimekritik zur fortwährenden Reflektion basaler Fragen des Menschseins, des ethisch-moralischen Handelns, der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit.

Granin war patriotischer Kriegsveteran und beharrlicher Kritiker des heroischen Mythos vom Großen Vaterländischen KriegAls Vaterländischer Krieg ging Napoleons gescheiterter Feldzug gegen Russland im Jahr 1812 in die russische Geschichtsschreibung ein. Die russische Armee, für die der Überfall unerwartet kam, unternahm einen über mehrere Wochen dauernden Rückzug bis in die Tiefe des Landes hinein. Die erste große und blutige Schlacht, die für den Ausgang des Krieges entscheidend zu sein schien, fand in Borodino bei Moskau statt. Zwar hat die Grande Armée taktisch gesiegt und im Anschluss Moskau besetzt, jedoch waren die Verluste so groß, dass Napoleon bald selbst den Rückzug antreten musste. Im Dezember 1812 wurde Napoleons Armee an der russischen Grenze nahezu vollständig vernichtet.Als Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte. zugleich. Er war ein stiller Mahner, der sich einem ethisch-humanistischen Auftrag verpflichtet sah, aber kein Dissident, der dem sowjetischen System ernsthaft gefährlich werden konnte. Er erlebte die grausamen Verbrechen der deutschen Wehrmacht im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und kämpfte selbst gegen die Deutschen. Und später suchte er bewusst die Freundschaft mit Deutschen – unter anderem mit Heinrich Böll, Günter Grass oder Christa Wolf.

Patriotischer Kriegsveteran und beharrlicher Kritiker des Mythos „Großer Vaterländischer Krieg“ – Daniil Granin / Foto © Pawel Smertin/Kommersant

Geboren wurde er am 1. Januar 1919 als Daniil Alexandrowitsch German in Zentralrussland. Die Familie zog aber bald nach Petrograd (später Leningrad) um, in die Stadt, mit der sein Leben und sein Werk auf das engste verbunden sind. Auf sein Studium der Elektrotechnik folgte die Zeit als Soldat und Kommandeur einer Panzerkompanie in Ostpreußen und die Mitarbeit am Wiederaufbau der Elektrizitätswerke. Seine aussichtsreiche akademische Karriere am Polytechnischen Institut brach er kurz vor der Verteidigung zu Gunsten seiner schriftstellerischen Tätigkeit ab1, für die er sich das Pseudonym Granin zulegte.

Das menschliche Ethos bewahren

Leitend in seinen literarischen und essayistischen Texten war von Anfang die Frage, wie der Einzelne auch unter extremen historischen, politischen oder ideologisch verhärteten Bedingungen sein menschliches Ethos im Alltag bewahren kann. Dies thematisierte er vor allem in der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Verantwortung des Wissenschaftlers, Ingenieurs und Intellektuellen, die für ihn zentrale Figuren der Wahrheitssuche darstellten.

Nach ersten kleineren Veröffentlichungen in der Zeitschrift Swesda (dt. „Stern“)2 waren es vor allem die Romane Iskateli (1954, Bahnbrecher) und Sobstwennoje Mnenije (1956, Die eigene Meinung) über die Konflikte zwischen ambitionierten Wissenschaftlern und der engstirnigen Bürokratie der Stalinzeit, die ihn auch international bekannt machten. Zu Granins wichtigsten Büchern der TauwetterzeitBefreiung vom Despoten, zarte Protestkultur und Poeten als Volkshelden: Die Zeit des Tauwetters in den Jahren nach Stalins Tod brachte eine Neudefinition des sowjetischen Lebens. Kultur und Politik erfuhren eine euphorische Phase der Liberalisierung. Doch schon mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows setzte eine politische Restaurationsphase ein, die bis zur Perestroika andauern sollte. Heutzutage wird das Tauwetter oft nostalgisch verklärt, unter Historikern ist seine Deutung weiterhin umstritten. gehörte der Roman Idu na grosu (1962, Dem Gewitter entgegen) über zwei Physiker, die auch in extremen Konfliktsituationen Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem wissenschaftlichen Fortschritt bewahren. Dieses Thema verfolgte er auch später in seinem Dokumentar-Roman Subr (1987, Sie nannten ihn Ur) über den bekannten Genetiker Nikolai Timofejew-Ressowski.

Verklärte Bilder der Vergangenheit

Eine zentrale Stelle nimmt in Granins Werk jedoch die kritische Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg ein. In seiner Novelle Nasch kombat (1968, Unser Bataillionskommandeur) treffen Jahre nach dem Krieg einige Veteranen zusammen, die 1942 in einem Bataillon der Roten Armee gegen die Deutschen gekämpft hatten. Sie sind physisch und psychisch versehrt, von den Wunden und dem Schock, die Krieg und Gewalterfahrungen an ihnen hinterlassen haben. Dennoch sind sie immer noch vereint in der Gewissheit, heroisch die Verteidigung ihres sowjetischen Vaterlands auf sich genommen zu haben. Ausgerechnet der idealisierte und als Held in Erinnerung gebliebene Kommandeur räumt mit den verklärten Bildern der Vergangenheit auf: Schlechte Vorbereitung seiner militärischen Leitung, ungenügende Ausstattung des Trupps und weitgehende Strategielosigkeit hätten damals vorgeherrscht. Der Tod vieler Soldaten, die traumatischen Erfahrungen und die moralische Überforderung der Überlebenden wären bei besserer Planung und Ausstattung vermeidbar gewesen, so die retrospektiv überraschende Deutung.

Die kritische Rezeption der Novelle seitens der offiziellen sowjetischen Literaturkritik war vorhersehbar. Der Umgang Granins mit dem Kriegsthema passte nicht ins erinnerungspolitische Konzept der Sowjetunion der Breshnew-ÄraLeonid Breshnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und prägte als erster Mann im Staat fast zwei Jahrzehnte lang das Geschehen der Sowjetunion. Seine Herrschaft wird einerseits mit einem bescheidenen gesellschaftlichen Wohlstand assoziiert, gleichzeitig jedoch auch als Ära der Stagnation bezeichnet., in der das heroische Bild vom Krieg zum umfassenden Kult institutionalisiert wurde.3 Granins autobiographisch motivierte Kritik an der sowjetischen Kriegsführung und an der Sinnlosigkeit des Todes vieler Soldaten, die patriotisch und enthusiastisch in den Krieg hineingestolpert waren, wurde von der Parteipresse scharf gerügt. Dennoch konnte der Text zunächst erscheinen und lag auch bald in Übersetzungen vor.4

Suche nach dem Schmerz

„Der Historiker sucht Antworten auf Fragen. Der Schriftsteller sucht den Schmerz. Er sucht den Schmerz auf Fragen, auf die man keine Antwort findet“5, vermerkte Granin 2007 in einem Interview. In vielen Prosatexten und Essays Granins werden die traumatischen Kriegserlebnisse und zwiespältigen individuellen Erfahrungen von Angst, Gewalt, Schuld und Hass thematisiert. Wie viele Autoren seiner Generation, die den Krieg selbst erlebt haben, schreibt Granin damit gegen die heroisierten Siegesmythen an, die die offizielle Kriegserinnerung prägten. Diese sogenannte „Leutenantsprosa“ setzt dem Massenheroismus des offiziellen Diskurses die subjektiven, schmerzhaften, wenig heroischen „Schützengrabenwahrheiten“ entgegen: Dabei werden auch die monströsen Verbrechen der Deutschen und die brutale Gewalt der sowjetischen Armee etwa an deutschen Kriegsgefangen thematisiert, allerdings eher selten in ihrem traumatischen Ausmaß reflektiert. Mit der „Leutenantsprosa“ „fand die emotionale Verstörung Eingang in die Literatur, nicht aber die existentielle Verstörung“.6

Granin versuchte in seiner Prosa, die ideologischen Überblendungen der ritualisierten Kriegserzählungen aufzubrechen und der eindimensionalen Sicht auf die Vergangenheit entgegenzuwirken. In seiner späten Erzählung Po tu storonu (2003, Jenseits) demontiert er die festgefahrenen Täter-Opfer-Stereotype. Die Verbrechen der Roten Armee werden hier im Treffen und Dialog von zwei ehemaligen Feinden als Resultat einer brutalen Dialektik des Kriegs reflektiert: Sowjetische Soldaten, die die Grausamkeiten der Deutschen erlebt haben, wurden selbst zu kaltblütigen Tätern an Unschuldigen. Ohne die Verbrechen gleichzusetzen plädiert der Text für gegenseitige Empathie. Sowohl in seinen literarischen Texten als auch bei öffentlichen Auftritten stand Granin in seinen letzten Lebensjahren für die Aufarbeitung der auch heute noch vielfach verdeckten historischen Verbrechen und der Leerstellen der Erinnerung.

Das Blockadebuch

Wie viele sowjetische Autoren der Kriegs- und Nachkriegsgeneration schrieb Granin dem Schriftsteller eine wichtige gesellschaftliche Funktion zu. Er verstand ihn als Vermittler der aus der authentischen Erfahrung hervorgegangenen historischen „Wahrheit“. Ein Meilenstein in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs ist in diesem Zusammenhang das Blokadnaja kniga (Blockadebuch), das Granin gemeinsam mit dem belarussischen Schriftsteller Ales AdamowitschAliaksandr (Ales) Adamowitsch (1927–1994) war ein sowjetischer und belarussischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Er schrieb mit am Szenario für den international gefeierten Antikriegsfilm Komm und sieh, der 1985 in die Kinos kam. Einige seiner Werke, in denen er vor allem den Großen Vaterländischen Krieg thematisierte, wurden auch ins Deutsche übersetzt. herausgab. Die Sammlung von Zeitzeugengesprächen und Tagebucheinträgen über die Gräuel der Belagerung Leningrads erschien 1977 bis 1981 stark zensiert. Damit kamen erstmals Überlebende mit ihren ganz persönlichen Erinnerungen an den grausamen Alltag in der belagerten Stadt jenseits der offiziellen sowjetischen Geschichtsschreibung zu Wort.7

Granin und Adamowitsch wollten, dass das Blockadebuch als Plädoyer für ein menschliches „Heldentum“ verstanden wird, das nicht aus dem Sieg, sondern aus dem Leiden der BlokadnikiBlokadniki ist eine Bezeichnung für die Opfer und die Überlebenden der Leningrader Blockade. Während der Belagerung der Stadt vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 durch die deutsche Wehrmacht kamen über eine Million Leningrader ums Leben. Die meisten Menschen verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss. geboren ist. Mit diesem Buch traten sie auch gegen das Vergessen und für eine Erweiterung des kollektiven Gedenkens auf. Beide Aspekte waren für Granins lebenslange Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit8 leitend. Sie findet man sowohl in seinen Erinnerungen Strach (1997, Jahrhundert der Angst), worin er sich mit den Repressionen der StalinzeitAls Großen Terror bezeichnet man die staatlichen Repressionen gegen die sowjetische Bevölkerung zwischen 1936 und 1938. Der Begriff wurde durch die gleichnamige Monographie des britischen Historikers Robert Conquest geprägt. Während des Großen Terrors wurden Schätzungen zufolge rund 1,6 Millionen Menschen verhaftet, etwa 680.000 von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Die Repressionen erfolgten in mehreren Wellen. Waren zunächst vor allem hohe Parteikader betroffen, gerieten im Laufe der Zeit immer neue Gesellschaftsgruppen ins Visier der Sicherheitsorgane. Eine juristische Aufarbeitung dieser Verbrechen fand bis heute nicht statt. und dem Zusammenbruch der SowjetunionDer Zerfallsprozess der Sowjetunion begann Mitte der 1980er Jahre und dauerte mehrere Jahre an. Die Ursachen sind umstritten. Während einige hauptsächlich Gorbatschows Reformen für den Zerfall verantwortlich machen, sehen andere die Gründe vor allem in globalen Dynamiken. Eine zentrale Rolle spielte in jedem Fall die Politik der russischen Teilrepublik. auseinandersetzt, als auch in seinem viel beachteten autobiographischen Roman Mein Leutnant, worin er nochmals selbst- und gesellschaftskritisch über seine Kriegserfahrungen reflektiert. Auch in seiner letzten großen Rede, die er 2014 anlässlich der Feierstunde zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag hielt, und in der er die Blockade Leningrads ins Zentrum des Gedenkens stellte, finden sich diese beiden Gedanken.

Symbol der Erinnerungskultur

Granin gehörte zu den wenigen Autoren, die bereits zu Sowjetzeiten populär waren und auch in postsowjetischen Zeiten viel gelesen sind. Im sowjetischen Literaturbetrieb hatte er zahlreiche wichtige Posten inne: Jahrelang leitete er die Leningrader Abteilung des sowjetischen Schriftstellerverbandes, 1989 wurde er zum Präsidenten des neu gegründeten sowjetischen P.E.N.-Zentrums, seit 1986 war er Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin und nach der Wende der Vereinigten Akademie der Künste. Granin war unter anderem Träger des Staatspreises der UdSSR (1978), des sowjetischen Ordens der Völkerfreundschaft (1979), des Leninordens (1984, 1989) und der Goldmedaille Serp i molot (dt. Hammer und Sichel, 1989), sowie des Bundesverdienstkreuzes (2001), und der höchsten russischen Auszeichnung des Andrej-Perwoswanni-Ordens (2008).

Bis zu seinem Tod 2017 wurde er in Russland als moralische Instanz anerkannt – trotz seiner nicht immer konfliktfreien Positionen. Und über die Grenzen hinaus wird er bis heute als „gesamtdeutsch-russisches Symbol der ErinnerungskulturIm heutigen Russland gibt es kein homogenes „kollektives Gedächtnis“ an den Krieg, sondern mehrere mit-, neben-, und gegeneinander existierende und agierende Bilder der Kriegserinnerung. Die Verflechtung des politischen und individuellen Gedächtnisses ist das Spezifikum russischer Erinnerungskultur, zu welcher sowohl Siegesstolz als auch Trauer gehören.9 wahrgenommen. Das liegt sicherlich an seinem kontinuierlichen Ringen um ein gesellschaftlich verantwortliches und menschlich gerechtes Handeln. Diese Problematik erlaubte ihm sowohl unter den Bedingungen des Sozialismus als auch unter denen des Kapitalismus einem unverfälschten, wenn auch bisweilen pathetischen Patriotismus zu folgen, und dabei regierungs- und gesellschaftskritisch zu sein.


1.Schorlemmer, Friedrich/Thun-Hohenstein, Franziska (2007): „Der Schriftsteller beginnt dort, wo das Dokument endet“
2.Die Erzählung Variant vtoroj [Dom vtoroj] in der Literaturzeitschrift Zwezda (Nr, 1, 1949), gilt als erste literarische Publikation Granins. Vgl. Čuprinin, Sergej (2009): Daniil Granin, in: Russkaja literatura segodnja: Novyj putevoditel, Moskva, S. 53 
3.Man denke etwa an die Errichtung neuer Denkmäler, wie die gigantisch große Skulptur der Mutter Heimat in Wolgograd (errichtet 1967), an das den „heroischen Verteidigern Leningrads“ gewidmete Monument (erbaut zwischen 1974/75) etc. Vgl. dazu: dekoder: Der Große Vaterländische KriegAls Vaterländischer Krieg ging Napoleons gescheiterter Feldzug gegen Russland im Jahr 1812 in die russische Geschichtsschreibung ein. Die russische Armee, für die der Überfall unerwartet kam, unternahm einen über mehrere Wochen dauernden Rückzug bis in die Tiefe des Landes hinein. Die erste große und blutige Schlacht, die für den Ausgang des Krieges entscheidend zu sein schien, fand in Borodino bei Moskau statt. Zwar hat die Grande Armée taktisch gesiegt und im Anschluss Moskau besetzt, jedoch waren die Verluste so groß, dass Napoleon bald selbst den Rückzug antreten musste. Im Dezember 1812 wurde Napoleons Armee an der russischen Grenze nahezu vollständig vernichtet. in der ErinnerungskulturIm heutigen Russland gibt es kein homogenes „kollektives Gedächtnis“ an den Krieg, sondern mehrere mit-, neben-, und gegeneinander existierende und agierende Bilder der Kriegserinnerung. Die Verflechtung des politischen und individuellen Gedächtnisses ist das Spezifikum russischer Erinnerungskultur, zu welcher sowohl Siegesstolz als auch Trauer gehören.
4.Granin wurde vor allem in der DDR stark rezipiert. Die Publikationen der Novelle Unser Bataillonskommandeur und des Essays Über Barmherzigkeit lösten 1987 in der DDR große Debatten aus.
5.Schorlemmer, Friedrich/Thun-Hohenstein, Franziska (2007)
6.Kukulin, Il’ja (2009): Schmerzregulierung: Zur Traumaverarbeitung in der sowjetischen Kriegsliteratur, S. 235–256
7.Adamowitsch, Ales/Granin, Daniil: Das Blockadebuch: Erster und zweiter Teil, Berlin 1987, 1984. Die bisher in deutscher Übersetzung vorliegende Fassung basiert auf der zwischen 1977 und 1981 im Verlag Sovetskij pisatel' erschienenen, stark verstümmelten Ausgabe. Erweiterte Auflagen, in die fast alle zensierten Stellen aufgenommen wurden, erschienen 2005 im Verlag Terra und 2013 im Verlag Lenizdat. Eine deutsche Übersetzung auf Basis der erweiterten Fassung wird bald erscheinen.
8.Granin, Daniil (2009): Pričudy moej pamjati sowie Granin, Daniil (2002): Istorija sozdanija Blokadnoj knigi, S. 156–161
9.Gloger, Katja (2017): Fremde Freunde: Deutsche und Russen – Die Geschichte einer schicksalhaften Beziehung, S. 239
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Während der Belagerung St. Petersburgs vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 durch die deutsche Wehrmacht kamen über eine Million Leningrader ums Leben. Die meisten Menschen verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss. Nina Weller über das Schicksal der Blokadniki.

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Der Park des Sieges ist eine Gedenkstätte im Westen Moskaus. Auf dem weiträumigen Gelände befinden sich zahlreiche Statuen und Denkmäler, ein Museum sowie weitere Sehenswürdigkeiten, die an den Großen Vaterländischen Krieg erinnern. Die Parkalage hat sich nicht nur zu einem zentralen Gedächtnisort für die Feierlichkeiten am 9. Mai entwickelt, sondern ist auch als Touristenattraktion und Erholungspark bei den Moskauern sehr beliebt.

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