Unsere Gnosen sind Hintergrundtexte, die ein spezifisches Thema oder Phänomen knapp, lesbar und wissenschaftlich fundiert erklären – und zitierbar sind. Gnose kommt vom griechischen gnosis – Erkenntnis. Und das ist es, was unsere Gnosen liefern sollen. Etwa wie in Diagnose oder Prognose.
mehr über Gnosen
Gleichzeitig ist die Gnose ein eigenes dekoder-Format: ein Wort, das wir erfunden haben und das sich bei uns fest eingebürgert hat. Mit ihm bezeichnen wir diese besondere Textform, die es in dieser Kombination – journalistisch zugänglich, wissenschaftlich fundiert, in enger Zusammenarbeit mit Forschenden – nur bei dekoder gibt. Gnosen sind so etwas wie unser Markenzeichen, ein Stück „dekoder-Sprache“.
Darum sind Gnosen für uns mehr als nur „Hintergrundtexte“: Sie stehen für die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, für die Qualität und Glaubwürdigkeit von dekoder – und für das kleine Stück Magic, das unser Projekt von Anfang an geprägt hat.
Standardwerk, Schulbuchkanon, Nationalepos – „Menschen im Sumpf“ ist eines der prägenden Werke der belarussischen Nachkriegsliteratur. Geschrieben wurde dieser erste Band der dreibändigen „Polesischen Chronik“ von Iwan Melesh, der in Belarus bis heute große Verehrung genießt.
Russland installiert in den besetzten ukrainischen Gebieten ein besonders repressives Verhaftungs- und Gefängnissystem, vorbereitet seit 2014 auf der annektierten Krym. Lieselotte Hasselhoff erläutert diese Strukturen anhand Russlands Praxis, ukrainische Zivilist:innen massenhaft zu verfolgen, festzunehmen und verschwinden zu lassen.
Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Zum 1. Januar 2022 lebten hier rund 1,5 Millionen Menschen (zum Vergleich: Kyjiw – rund 3 Millionen). Charkiw liegt im Nordosten des Landes, vom Zentrum bis zur nächsten russischen…
Er war gewiss keiner, der den großen Auftritt suchte oder Skandale provozieren, von sich reden machen wollte. Doch als unbestechlicher, klarsichtiger Geist und beharrlicher Sucher nach dem Wesentlichen eckte er immer wieder an. Als Student wurde…
Armenien hat sich in sehr kurzer Zeit, im Laufe von nur sechs Jahren, vom einzigen wirklichen Verbündeten Russlands im Südkaukasus zu einem Land entwickelt, das den Kreml als Bedrohung wahrnimmt. Moskau und Jerewan sind zwar…
Der Zweite Weltkrieg ist seit über 80 Jahren Geschichte, und doch sind die damit verknüpften Ereignisse bis heute präsent und prägen Diskussionen in den betroffenen Regionen rund um die europäische Erinnerungskultur. So gibt es in…
Das Ukrainische wird von ca. 40 bis 45 Millionen Menschen gesprochen und gehört damit nicht zu den „kleinen“ Sprachen dieser Welt. Dennoch wird häufig gefragt, ob es denn überhaupt eine eigenständige Sprache sei. Ist es…
Am 4. Juni 2025 hat der Sejm, das polnische Parlament, den Wolhynien-Gedenktag am 11. Juli umbenannt. Aus „Nationaler Gedenktag der Opfer des Völkermords ukrainischer Nationalisten an Bürgern der Zweiten Polnischen Republik“ wird nun „Nationaler Gedenktag…
Wozu mit dem Volk anbändeln, wenn deine Karriere nicht davon abhängt? Im Unterschied zu vielen Apparatschiks in der sowjetischen Führungsriege war Pjotr Mascherau gewissermaßen ein Politiker westlichen Typs, der wohl auch aus echten Wahlen als Sieger…
Ukrainerinnen und Ukrainer kämpfen und sterben für die Souveränität ihres Landes. Woher rührt dieses unbedingte Streben nach staatlicher Unabhängigkeit? Was feiert die Ukraine mit ihrem Nationalfeiertag am 24. August? Der Historiker Andrii Portnov skizziert in seiner Gnose die historische Entwicklung von Ideen und Praktiken einer eigenstaatlichen Ukraine.
Janka Bryl (1917–2006) war ein sowjetisch-belarusischer Schriftsteller, der das dokumentarische-literarische Schaffen in Belarus geprägt hat. Gemeinsam mit Ales Adamowitsch und Uladsimir Kalesnik verfasste er das Buch Feuerdörfer, für das die Autoren zu Beginn der 1970er Jahre eindringliche Berichte von Überlebenden des Zweiten Weltkriegs aus Belarus versammelten. Diese Menschen hatten erlebt, wie ihre Dörfer von den deutschen Besatzern und deren Helfern niedergebrannt wurden. Bryl war auch Soldat, Kriegsgefangener und später Partisane – was sein literarisches Schaffen zeit seines Lebens nachhaltig beeinflusst hat.
Häusliche Gewalt ist ein verbreitetes Problem in Russland und wird dennoch als Normalität akzeptiert. Allein in den Jahren 2021-2022 sind in Russland fast 1000 Frauen von ihren Partnern oder nahen Verwandten getötet worden. Mit der Rückkehr kriegstraumatisierter russischer Soldaten aus den Kämpfen gegen die Ukraine verschärft sich die Situation, zumal bereits verurteilte Straftäter unter ihnen sind. Eine Gnose von Regina Elsner über die Entwicklung häuslicher Gewalt und die Rolle von Staat, Kirche und Zivilgesellschaft.