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Kommersant

Kommersant

Kommersant ist eine Tageszeitung, die sich auf Wirtschaftsthemen spezialisiert hat, geht aber auch auf allgemeine gesellschaftliche und politische Themen ein. Die Zeitung wurde vom Journalisten Wladimir Jakowlew im Dezember 1990 gegründet. Die Redaktion positioniert das Blatt als Nachfolger einer gleichnamigen Veröffentlichung, die von 1909 bis 1917 erschien, und hat von dieser auch die  altе Orthographie des Logos mit dem Buchstaben Ъ (Härtezeichen) am Ende übernommen.

Die Zeitung hatte seit ihrer Gründung mehrere Besitzer. Bis 1999 gehörte die ihrem Gründer Wladimir Jakowlew, danach dem OligarchenAls Oligarchen werden Großunternehmer bezeichnet, die starken Einfluss auf die Politik nehmen. In Russland, aber auch in anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, in denen Wirtschaft und Politik sehr eng verwoben sind, stellen sie ein zentrales Charakteristikum des politischen Systems dar. Mehr dazu in unserer Gnose Boris BeresowskiBoris Beresowski (1946-2013) gelangte während der Privatisierungen der 1990er Jahre durch Verbindungen in die Politik zu enormem Reichtum. Er besaß mehrere Medien – darunter große Anteile am staatlichen Ersten Kanal – die er auch zur politischen Einflussnahme nutzte. Zunächst ein enger Vertrauter Jelzins und Unterstützer Putins, kritisierte er Putin ab dem Jahr 2000 für autoritäre Tendenzen. Er entging der eingeleiteten Strafverfolgung durch politisches Asyl in Großbritannien. Von dort aus blieb er bis zu seinem Tod im Jahr 2013 ein scharfer Putinkritiker. (1999-2006), seinem Businesspartner Badri Parakazischwili (2006-2008) und seit 2008 ist Alischer UsmanowAlischer Usmanow (geb. 1953) ist ein russischer Unternehmer. Er verfügt über ein breitgefächertes Firmen-Portfolio, das Investments im Bereich der Metallurgie, der Medien und des Sports umfasst, darunter Anteile bei dem US-amerikanischen Sozialen Netzwerk facebook sowie beim britischen Fußball-Klub Arsenal. Der Geschäftsmann wird den sogenannten russischen Oligarchen zugerechnet, deren unternehmerische und ökonomische Erfolge an Akzeptanz und Unterstützung des politischen Systems Putin gebunden ist. Inhaber des gleichnamigen Verlagshauses Kommersant.

Kommersant gilt als eine zuverlässige Quelle und wird auch von anderen Medien häufig zitiert. Viele anerkannte Journalisten wie Andrei Kolesnikov und Oleg Kashin arbeiten für das Blatt oder haben für es gearbeitet. Kommersant erscheint in 16 regionalen Ausgaben in Städten wie in St. Petersburg, SamaraSamara ist mit rund 1,2 Mio. Einwohnern die neuntgrößte Stadt Russlands. Sie liegt in der Wolgaregion, etwa 1000 km südöstlich von Moskau. Die Stadt wurde 1586 als Bewachungsfestung gegründet. Zu Zeiten der Sowjetunion trug die Stadt den Namen Kuibyshew, vor allem in den Nachkriegsjahren entwickelte sie sich zu einem großen industriellen Zentrum., WladiwostokWladiwostok ist eine Hafenstadt mit rund 600.000 Einwohnern im Fernen Osten Russlands. Unweit der Grenze zu China und Nordkorea gelegen, ist die östlichste Großstadt Russlands das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region. Wladiwostok ist ein wichtiger Verkehrsknoten internationaler Bedeutung: Hier befindet sich die Endstation der Transsibirischen Eisenbahn, ein Seehafen, ein internationaler Flughafen und wichtige Fernverkehrsstraßen. Laut offizieller Angabe beträgt das Fahrgastaufkommen am Wladiwostoker Bahnhof mehr als 20 Millionen Passagiere pro Jahr.  und anderen, zudem gibt es regelmäßig verschiedene thematische Beilagen. Das Verlagshaus veröffentlicht auch eine Reihe analytischer Zeitschriften unter dem Dachtitel Kommsersant, wie Dengi (Geld), WlastDer russische Begriff Wlast ist sehr vieldeutig: Wlast kann sowohl den Macht- und Herrschaftsbegriff umfassen, als auch die Staatsmacht, Regierung, Behörden, Oligarchen oder auch irgendeine Obrigkeit. Je nach Interpretation kann Wlast außerdem ganz andere Bedeutungsinhalte haben: von der personifizierten Staatsmacht Putins, über die Anonymität und Unsichtbarkeit der Macht, wie man es etwa bei Kafka kennt, bis hin zum Orwellschen Unterdrückungsapparat. Mehr dazu in unserer Gnose , Weekend und Ogonjok (mit Themen aus den Ressorts Gesellschaft und Leben), ausserdem betreibt es das gleichnamige Internet-Portal und den Rundfunksender Kommersant-FM.

 

Eckdaten

Gegründet: 1990
Chefredakteur: Sergei Jakowlew
URL: www.kommersant.ru

Gnosen

im Gnosmos

als Text

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Neueste Gnosen

Entstalinisierung unter Chruschtschow

Als Nikita Chruschtschow seine Rede beendet hatte, soll tosender Applaus aufgebrandet sein. So vermerkt es das Stenogramm des XX. Parteitags der KPdSU. Zeitgenossen hingegen berichteten von einer tödlichen Stille, die geherrscht haben soll. Jochen Krüger über Chruschtschows Geheimrede, die die Entstalinisierung einleiten sollte.

Juri Dud

Er gilt weder als Intellektueller noch als Oppositioneller. Vielmehr ist er ein Hipster mit perfekt gestyltem Haar, lässig gekleidet, das iPhone stets griffbereit. Mit seinen Interviews erreicht er ein Millionenpublikum. Eva Binder über Juri Dud, den neuen Medienstar im russischen Internet.

Verfassungskrise 1993

Die Ereignisse vom Oktober 1993 bilden die Grundlage für das heutige politische System Russlands. Philipp Casula über die Verfassungskrise, die eine politische Kultur der Stärke und Kompromisslosigkeit hervorbrachte.

Sachar Prilepin

Vom nonkonformistischen Oppositionellen zum patriotischen Medienliebling: Schriftsteller Sachar Prilepin polarisiert. Er kämpfte als Major im Donbass (Puschkin habe ihn dazu motiviert) und ist nun stellvertretender Leiter des Gorki Künstlertheaters in Moskau. Nina Frieß und Konstantin Kaminskij über den politisch-literarischen Dichterkrieger.

Hungersnot in der Sowjetunion 1932/33

„Ist es ein Wunder, dass meine Haare begannen zu ergrauen, als ich vierzehn Jahre alt war?“, erinnert sich ein Ukrainer an die Hungersnot 1932–33. Robert Kindler über die dramatische Hungerkatastrophe, der über sieben Millionen Menschen in der Sowjetunion zum Opfer fielen. 

Pawel Durow

Philologe und Programmierer, Internet-Unternehmer und Verteidiger des Rechts auf Privatsphäre: Pawel Durow forderte mit seinem abhörsicheren Messenger Telegram die russische Politik heraus und zieht daraus symbolischen wie realen Gewinn.

Leonid Wolkow

Wenn Alexej Nawalny Präsident wäre, dann wäre Leonid Wolkow der Chef seiner Administration. Doch zwischen Heute und der Präsidialadministration liegen – im günstigsten Falle – noch viele Nächte im Gefängnis. Jan Matti Dollbaum über den Oppositionspolitiker, der Nawalnys Präsidentschaftskampagne geleitet hat. 

Iwan Turgenjew

„Vom Gipfel der europäischen Zivilisation aus kann man wohl auch ganz Russland überblicken.“ Zum 200. Geburtstag schreibt Kririll Subkow über Iwan Turgenjew, dessen Werk viele russische und ausländische Autoren prägte.

Tosnenski Rajon, Leningradskaja Oblast, Russland, 2004, Sergey Maximishin (All rights reserved)