Medien

Das „Babyn Jar Russlands“

In Rostow am Don ist der größte NS-Tatort des Holocaust auf dem Gebiet des heutigen Russlands. Ungefähr 20.000 Jüdinnen und Juden sind dort am 11./12. August 1942 an der Smijowskaja Balka (dt. Schlangenschlucht) ermordet worden. Was in Deutschland wenig bekannt ist: Der Holocaust begann in Osteuropa, auf den von Deutschen besetzten Gebieten der Sowjetunion. Meist wurden die Jüdinnen und Juden, Männer, Frauen, Kinder, erschossen und in Massengräbern verscharrt. 

In Russland allerdings spielt der Holocaust in der offiziellen Erinnerungspolitik eine untergeordnete Rolle. Jüdinnen und Juden werden als Opfer der systematischen NS-Vernichtungspolitik meist ausgeblendet. Das drückt sich häufig in dem schon zu Sowjetzeiten ideologisch überformten Begriff der „friedlichen Bevölkerung“ aus, der auf zahlreichen Erinnerungstafeln zum Gedenken an die Toten zu finden ist. Unter der Präsidentschaft Wladimir Putins ist der Sieg über Hitlerdeutschland zudem massiv staatsideologisch instrumentalisiert worden. Eine differenzierte Erinnerungsarbeit, auch in der Auseinandersetzung mit dem Holocaust, steht daher immer auf einer fragilen Basis.
Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung jedoch hat – Hürden und Widersprüchen zum Trotz – vor allem durch das unermüdliche Engagement zivilgesellschaftlicher Kräfte seit einigen Jahren vielfach Beachtung finden können. Das sagt Historikerin Christina Winkler, die intensiv zur Geschichte des Holocaust in Rostow am Don geforscht und eine Ausstellung dazu gemacht hat.
Für Christina Winkler steht Rostow exemplarisch für viele besetzte Städte in den damaligen Sowjetrepubliken, in denen die Nationalsozialisten grauenhafte Verbrechen verübt haben. Im Interview spricht sie über die Massenerschießung von Rostow, den Wert von Lokalhistorikern bei der Aufarbeitung von NS-Gräueltaten in Russland und darüber, wie in Rostow mit dem Gedenken umgegangen wird. dekoder veröffentlicht dazu einzelne Bilder ihrer Ausstellung.

Quelle dekoder

dekoder: Rostow am Don war von den Nationalsozialisten zwei Mal besetzt: im Winter 1941 für acht Tage und ab Sommer 1942 mehr als ein halbes Jahr. Wie sind die Nazis gegen die jüdische Bevölkerung vorgegangen? 

Christina Winkler: In den wenigen Tagen der ersten Besatzung gingen sie sehr brutal gegen die Zivilbevölkerung vor. In dieser Zeit gab es die ersten Morde an den Jüdinnen und Juden, mit bereits rund tausend Opfern. In der zweiten Besatzung begannen die Deutschen in großem Maßstab und systematisch gegen die jüdische Bevölkerung Rostows vorzugehen. Die Stadt hatten sie ab dem 24. Juli 1942 in ihrer Gewalt. Schon ab August wurden Appelle in der Stadt ausgehängt, in denen die jüdische Bevölkerung dazu aufgefordert wurde, sich registrieren zu lassen. Außerdem nicht-jüdische Familienmitglieder, Ehemänner und -frauen sowie Kinder.

Aus Zeitdokumenten der Deutschen ist bekannt, dass sich nach dem ersten Aufruf schnell etwa 2000 Personen registriert hatten. Wenige Tage später gab es einen zweiten, in dem es hieß, dass die Juden sich am 11. August an verschiedenen Sammelpunkten in der Stadt einzufinden hätten, um dann angeblich – so lautete der Vorwand – umgesiedelt zu werden. Ihnen wurde versprochen, sie würden an einem anderen Ort leben und arbeiten können. Es war das Vorgehen, wie es auch aus Babyn Jar und von den Deportationen zum Vernichtungsort Maly Trostenez bekannt ist.
Diesem zweiten Aufruf sind sehr viele Leute gefolgt. Das ist aus Zeugenaussagen bekannt, die in russischen Archiven in den Akten der sowjetischen Sonderkommission zu finden sind. In den Aufrufen, die wie Plakate in der Stadt aushingen, wurde gesagt, man solle Wertgegenstände und Kleidung für wenige Tage und die Schlüssel zu den Wohnungen mitbringen. An den insgesamt sechs vorgegebenen Sammelpunkten warteten Angehörige des Sonderkommandos 10a, die SS, aber auch Kollaborateure. Sie sorgten dafür, dass die Menschen mit bereitstehenden Lkw weggebracht wurden. Aus den Augenzeugenberichten ist auch bekannt, dass einige zu Fuß gehen mussten. 

Es war das dritte Jahr des Zweiten Weltkrieges, an anderen Orten der Sowjetunion hat es bereits Gräuel an der jüdischen Bevölkerung gegeben, darunter in Babyn Jar. Hat sich das nicht herumgesprochen? Gab es kein Misstrauen gegen die Besatzer?

Es gab tatsächlich verschiedene Gerüchte von Gräueltaten gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Das trugen unter anderem Flüchtlinge aus Polen und der Ukraine weiter, die sich in Rostow aufhielten. Allerdings hatten die Deutschen zu der damaligen Zeit einen positiven Ruf. Zum Teil ging dieser auf den russischen Bürgerkrieg zurück, als deutsche Truppen zwischenzeitlich Regionen im Westen Russlands besetzt hielten, darunter auch die Stadt Rostow. Viele Rostower waren es durch die Sowjetmacht zudem gewohnt, Anordnungen der Obrigkeiten einfach zu erfüllen. So schenkten die meisten dieser Menschen den Gerüchten keinen Glauben. Trotzdem sind nicht alle zu den Sammelpunkten gegangen. Es gibt auch Berichte, dass sich Juden nach Bekanntwerden dieser angeblichen Umsiedlungsaktion das Leben nahmen. Sie hatten also geahnt, was sie tatsächlich erwartet. Alle anderen wurden von den Sammelpunkten direkt zu einer Schlucht – der Smijowskaja Balka – nordwestlich des Stadtzentrums gebracht. Die meisten wurden erschossen, ein Teil von ihnen wurde in Gaswagen1 erstickt. Ein dafür abgestelltes Sonderkommando hatte auf die Ankommenden bereits gewartet. 

Als Verbrechensort des Holocaust ist Rostow in Deutschland kein Begriff, auch andere Vernichtungsorte auf dem früheren Gebiet der Sowjetunion und den von ihr annektierten Gebieten sind es kaum. Wie kommt das? 

Bis die Wissensvermittlung in den Schulen anfängt, dauert es natürlich immer seine Zeit: Das Thema muss in den Hochschulen mit validen Erkenntnissen beforscht worden sein, um es an Lehrer vermitteln zu können, die es wiederum in den Schulunterricht einbringen können. Zwar wird das Thema seit den 1980er Jahren schon deutlich besser wahrgenommen, doch das reicht noch nicht. Woher soll es kommen, wenn noch wenig Forschung vorliegt? Zur Realgeschichte des Holocaust auf dem früheren sowjetischen Gebiet gibt es noch viele weiße Flecken. Dadurch berichten auch die Medien viel weniger darüber. Bisher liegt Forschung zwar auf Deutsch, Englisch und Russisch vor, allerdings sind das schwerpunktmäßig militärhistorische Arbeiten, sodass dieses Thema noch nicht ins deutsche Bewusstsein vorgedrungen ist. Patrick Desbois’ Der vergessene Holocaust von 2009 hat hier aber immerhin viel in der Wahrnehmung einer breiteren Öffentlichkeit bewirkt.
Teil des Problems ist vielleicht auch ein grundsätzliches Wegschauen vom Leid im Osten. Vielleicht, weil die Opferzahl von 27 Millionen Menschen unter der sowjetischen Bevölkerung so gigantisch ist, bringt sie eine gewisse Abneigung mit sich, sich diesem Leid zuzuwenden. Das ist eine persönliche Vermutung. Defacto habe ich von westlichen Historikern nur ganz wenige Studien gefunden, die sich mit der deutschen Besatzung in Russland insgesamt beschäftigt haben. Als ich 2010 mit meiner Arbeit begonnen hatte, waren die Studien, die es zu Rostow selbst gab, in der Regel von russischen Historikern, meist Lokalhistorikern, die nur in Originalsprache vorlagen. Die Arbeit von Andrej Angrick2 zur Einsatzgruppe D bildete hier eine Ausnahme. Mittlerweile gibt es ein paar mehr Arbeiten zu dieser Region.  

Wie ist das Wissen um die Massenerschießung an der jüdischen Bevölkerung Rostows in Russland?

Es ist nicht so, dass jeder in Russland erzählen könnte, was in Rostow passiert ist.
Doch seit gut zehn Jahren hat sich durchaus viel getan. Der Holocaust auf russischem Gebiet ist mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Das hat damit zu tun, dass es inzwischen mehr öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen gibt, darunter die jährliche „Gedenkwoche für die Opfer des Holocaust“, die vor allem für die Schulen eine wichtige Bedeutung hat. Das befördern Institutionen wie das Zentrum Holocaust, das seit 30 Jahren nichts anderes macht als Forschung zu übernehmen, Tatorte zu identifizieren und Erinnerungsarbeit zu leisten. Gemeinsam mit dem Russischen Jüdischen Kongress werden an den Orten von Massenerschießungen auch Denkmäler aufgestellt. Das ist eine gigantische Arbeit, die mich eigentlich am meisten beeindruckt. Diese Aufarbeitung geschieht unter sehr intensiver Beteiligung der Bevölkerung, darunter von Lokalhistorikern und Lehrern, die sich mit ihren Schülern mit der Geschichte ihrer Heimatstadt beschäftigen. Ich glaube, die Massenerschießung an der Smijowskaja Balka von Rostow bezeichnet heute nicht nur ein Fachpublikum als das „Babyn Jar Russlands“. 
Dazu, dass es in Russland bekannter geworden ist, dürfte auch ein Eklat um die Gedenktafel in Rostow beigetragen haben, der landesweit Aufsehen erregte.

Können Sie den Hintergrund für diesen Streit um das Denkmal in Rostow kurz erläutern?

An der Smijowskaja Balka steht seit dem 30. Jahrestag im Jahr 1975 ein Denkmal, vor dem wiederum im Jahr 2004 eine Gedenktafel angebracht wurde. Auf dieser wurde in Bezug auf die Opfer explizit vom Holocaust gesprochen. Dazu muss man wissen, dass es dort bis dahin keinerlei Erläuterung gegeben hatte. Sieben Jahre später, im November 2011, wurde diese Tafel in einer Nacht- und Nebelaktion – wie sich herausstellte im Auftrag der städtischen Kulturverwaltung von Rostow – entfernt und ausgetauscht. Auf der neuen Tafel wurde auf die Formel aus Sowjetzeiten zurückgegriffen, dass dort „friedliche Bürger“, unterschiedlicher ethnischer Herkunft umgekommen seien. Die jüdische Gemeinde in Rostow klagte dagegen erfolglos. Später gab es einen Kompromiss. Der sieht so aus, dass die jüdischen Opfer auf der Tafel explizit erwähnt werden, der Begriff Holocaust allerdings ausgespart bleibt.

Für die Aufarbeitung des Holocaust sprachen Sie von der aktiven Rolle ganz anderer Akteure als dem Staat. Neben den jüdischen Gemeinden erwähnten Sie Lokalhistoriker. Warum?

Weil sie in vielen Orten für die Erinnerungsarbeit bedeutend sind. In Rostow zum Beispiel gibt es einen Lokalhistoriker, der auch an der Universität Dozent war. Er hatte sich bereits in den 1990er Jahren mit der Geschichte seiner Heimatstadt und dem Holocaust beschäftigt. Es gibt auch einen Lokalhistoriker aus Arsgir in der Region Stawropol, Anatolij Karnauch. Er hat nicht nur die Leidensgeschichte der jüdischen Bevölkerung minutiös recherchiert und aufgearbeitet, sondern sogar die Namen von Opfern ausfindig gemacht. Das ist ein Anliegen, das besonders schwer zu erfüllen ist. Das, was diese Menschen leisten, ist eine ganz starke zivilgesellschaftliche Initiative. Teilweise handelt es sich dabei – wie es auf Russisch oft genannt wird – um „Enthusiasten“. Das wird solchen Menschen aber gar nicht gerecht, weil es eine Lebensarbeit ist, die zum Beispiel dieser Mann in Arsgir übernommen hat. Vom Russischen Jüdischen Kongress wurde er dafür geehrt.

In Rostow gab es weitere Opfergruppen unter nationalsozialistischer Besetzung. Wer waren die Opfer, wer die Täter?

Was die Täter angeht: Es gab die SS, verschiedene SS-Sonderkommandos, aber auch Wehrmachtsoldaten waren zum Beispiel bei der Absicherung von Tatorten beteiligt. Zudem gab es einheimische Helfer, die verraten, denunziert und ausgeliefert haben. Bei den weiteren Opfergruppen haben wir allein mehr als 50.000 Rostower, die zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden. Diejenigen, die nach dem Krieg von dort zurückkehrten, hatten es ebenfalls schwer, weil sie dafür in ihrer Heimat oft ausgegrenzt und verfolgt wurden. 
Weiterhin gab es mehrere tausend Kriegsgefangene in einem Lager in Rostow. Sie sind durch die katastrophalen Zustände umgekommen oder erschossen worden. Die mehr als 70 Patienten der Städtischen Psychiatrischen Klinik wurden allesamt in Gaswagen erstickt. Die Not war auch für die Zivilbevölkerung wahnsinnig groß: Man muss sich vorstellen, das Rostow bereits im Sommer 1941 stark bombardiert und massiv zerstört worden war. Viele Menschen wurden im Bombenhagel getötet. Die Überlebenden litten vor allem Hunger. Das berichteten mir Zeitzeugen, die den Besatzungsalltag als Kinder noch miterleben mussten. Die Massenerschießung an den Juden in Rostow macht die Stadt zum größten NS-Tatort des Holocaust auf dem Gebiet der heutigen Russischen Föderation. 
Es ist eine schreckliche Bilanz, die man ziehen muss. Rostow steht dabei exemplarisch für die vielen besetzten Städte in den damaligen Sowjetrepubliken – wo das Fazit gleichsam grauenhaft zu nennen ist.


Die Ausstellung unter dem Titel Die Vergessenen war erstmals zum 75. Jahrestag der Massenerschießung der Jüdinnen und Juden in Rostow zu sehen. Christina Winkler hat sie recherchiert, ausgearbeitet und kuratiert. Partner waren das Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies, das Zentrum Holocaust in Russland und das Museum Karlshorst. Es gibt eine deutsch-englische Fassung mit Metallständen sowie einer Medienstation, die bisher in verschiedenen Städten in Großbritannien und Deutschland zu sehen war, darunter in Glasgow (Rostows Partnerstadt), Berlin und Gera sowie in der Gedenkstätte Dachau.
Eine weitere, russischsprachige Fassung ist auf leichteren Rollup-Ständen gestaltet und wird in Südrussland bis heute gern in Schulen gezeigt.

Einwohner Rostows beim Ausheben von Schützengräben im Zentrum der Stadt / Foto © Gosudarstwenny Archiw Rostowskoi Oblasti, GARO
Im Zuge der Kämpfe um Rostow zerstörtes Haus in einem Vorort der Stadt (1943) / Foto © Staatliches Russisches Film und Foto Archiv
Einwohner transportieren Sarg ihres von den Deutschen erschossenen Verwandten (1943) / Foto © GARO

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zerstörtes Gebäude des ehemaligen Kinos „Burewestnik“ / Foto © Gosudarstwenny Archiw Rostowskoi Oblasti, GARO
Links: Der zweite Aufruf der SS an die jüdische Bevölkerung, mit dem sie aufgefordert worden war, am 11. August 1942 zu den Sammelpunkten in der Stadt zu kommen. / Dokument aus dem Gosudarstwenny Archiw Rostowskoi Oblasti, GARO / Rechts: Eine Gedenktafel erinnert an einen der Sammelpunkte von damals / Foto © Christina Winkler

Das als „Lazarett 192“ bezeichnete Lager für sowjetische Kriegsgefangene / Foto © Gosudarstwenny Archiw Rostowskoi Oblasti, GARO

Leichen ermordeter sowjetischer Soldaten auf dem Gelände des „Lazarett 192“ (1943) / Foto © Gosudarstwenny Archiw Rostowskoi Oblasti, GARO

Das Denkmal in Rostow an der Smijowskaja Balka / Foto © Kurt Blank

Bildredaktion: Andy Heller
Interview: Mandy Ganske-Zapf
Veröffentlicht am 27. Dezember 2021

Die Bildauswahl zeigt dekoder mit freundlicher Genehmigung der Archive in Rostow und Moskau und mit großem Dank an Christina Winkler und Kurt Blank.


1.Dabei handelte es sich um umgebaute Lkw, in die Dutzende Menschen gepfercht wurden, um sie dann durch das Einleiten von Auspuffgasen zu ersticken. 
2.Gemeint ist die Publikation „Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941–1943“. 
dekoder unterstützen

Weitere Themen

Gnose

Russlands Jugend und der Zweite Weltkrieg

Der Große Vaterländische Krieg gehört zu einer wichtigen Ressource in der Entwicklung der russischen Identität. Doch wie bewertet Russlands junge Generation den Krieg? Und wie geht sie mit dem offiziellen Geschichtsbild des Kreml um? Nina Frieß und Félix Krawatzek über widersprüchliche Erinnerung der jungen Menschen.

Gnosen
en

Der Holocaust in der Sowjetunion und den von ihr annektierten Gebieten

Etwa sechs Millionen Juden fielen dem Holocaust zum Opfer, die überwiegende Mehrheit in Osteuropa. Rund drei Millionen von ihnen hatten zuvor in Polen gelebt und auch die deutschen Vernichtungslager, bis heute weltweites Symbol des nationalsozialistischen Völkermords, befanden sich auf polnischem Boden. Doch nicht nur das polnische Judentum wurde fast vollständig ausgelöscht: Auch auf dem Gebiet der Sowjetunion ermordeten deutsche Einheiten unter Mithilfe einheimischer Hilfskräfte Millionen Menschen. Nur wenige kamen in die Vernichtungslager in Polen, die Juden aus der Ukraine und dem Baltikum, aus Belarus, Russland und Moldawien wurden meist Opfer von Massenerschießungen. Obwohl etwa einem Drittel der sowjetischen Juden die Evakuierung gelungen war, gab es gerade in jenen Gebieten, die erst 1939/1940 von der Sowjetunion annektiert worden waren, kaum eine Chance auf Untertauchen und Überleben.

Minsk 1941 (Farbfoto) / Foto © Bundesarchiv, N 1576 Bild-006/Herrmann, Ernst, CC-BY-SA 3.0

Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs lebten in der Sowjetunion etwa 2,8 Millionen Juden. Ihre Gemeindestrukturen und politischen Organisationen waren durch die sowjetische Herrschaft der vergangenen 20 Jahre zerschlagen worden. Ein vielseitiges jüdisches Leben wie im Zarenreich oder in den ersten Jahren der Sowjetunion existierte nicht mehr und Judentum wurde nun als Nationalität definiert. Mit den sowjetischen Annexionen Ostpolens (1939) sowie Bessarabiens und des Baltikums (1940) wuchs die jüdische Bevölkerung um etwa 1,6 Millionen Menschen, hinzu kamen etwa 200.000 Flüchtlinge aus den deutsch besetzten Gebieten.1 Somit hatten die Gruppen, die man gemeinhin als „sowjetische“ Juden bezeichnet, recht unterschiedliche soziale, politische und kulturelle Charakteristika.

Die deutsche Invasion in der Sowjetunion 1941/42 erstreckte sich schließlich über Gebiete, in denen etwa 4,1 Millionen Juden lebten. Allerdings entging ein erheblicher Teil von ihnen der Besatzung. Denn während Ostpolen und Litauen innerhalb weniger Tage von der Wehrmacht überrannt wurden, blieb in den weiter östlich gelegenen Gebieten Zeit, um Teile der Bevölkerung zu evakuieren. Dies betraf vor allem Fachpersonal samt Familien, darunter auch zahlreiche Juden. Zudem wurde ein Teil der jüdischen Männer zur Roten Armee eingezogen. Allerdings hatten es die sowjetischen Stellen während der Zeit des Hitler-Stalin-Pakts bis Juni 1941 unterlassen, die jüdische Bevölkerungsgruppe über die Verfolgungen unter deutscher Herrschaft zu unterrichten. Fast alle der etwa 2,5 bis 2,6 Millionen Juden, die in den westlichen Gebieten der Sowjetunion zurückgeblieben waren, fanden während der deutschen Besatzung den Tod.2

Die Eskalation des Holocaust

Mit dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann auch der systematische Mord an den Juden Europas. Zwar hatten Sicherheitspolizei und einzelne Einheiten der Wehrmacht bereits nach dem Krieg gegen Polen Massenerschießungen an Polen und Juden vorgenommen und zehntausende Juden waren dort in Lagern und Ghettos umgekommen. Doch für den Krieg gegen die Sowjetunion waren noch weit größere Verbrechen geplant. Bevölkerung und Kriegsgefangene sollten dort nicht nur völlig entrechtet werden – bestimmte Personengruppen sollten direkt ermordet werden. Dieser deutsche Vernichtungskrieg richtete sich nicht nur gegen alle Juden, sondern auch gegen die sowjetischen Kriegsgefangenen, von denen mindestens 2,5 Millionen verhungerten oder erschossen wurden, Roma, Patienten psychiatrischer Anstalten, kommunistische Funktionäre und die Bevölkerung in den Partisanengebieten, wo Hunderttausende ihr Leben bei angeblichen „Vergeltungsaktionen“ verloren. Das genaue Ausmaß dieser Mordbefehle lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Sicher ist jedoch, dass im Zuge des Kampfes gegen den vorgeblichen „jüdischen Bolschewismus“ Angehörige der sowjetischen Eliten in Kommunistischer Partei und Staatsapparat, insbesondere alle Juden unter ihnen, direkt nach dem Einmarsch getötet werden sollten, ebenso wie gefangene Politoffiziere und jüdische Soldaten der Roten Armee. Darüber hinaus war geplant, große Teile der Bevölkerung von der Nahrungsmittelversorgung abzuschneiden und verhungern zu lassen. Schließlich ergingen auch besondere Befehle gegen die jüdische Bevölkerung, insbesondere jüdische Männer im wehrfähigen Alter sollten ermordet werden.3

Jüdische Rotarmisten in deutscher Gefangenschaft, 1942 (Farbfoto) / Foto © PIXPAST.com

Bereits wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion begannen deutsche Einheiten mit ihren Mordaktionen, so am 23. Juni 1941 im westukrainischen Sokal, dann am 24. Juni in der Stadt Garsden (Gargždai) im westlichen Litauen. Während der ersten Wochen des Krieges deklarierten die Besatzer diese Mordaktionen als Vergeltung für angebliche Vergehen von Juden, doch bald wurden kaum mehr solche Begründungen vorgeschoben. Die deutsche Polizei suchte nun systematisch nach den führenden Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinden, etwa nach Akademikern und Verwaltungsbeamten. Diese wurden unter Vorwänden zur Meldung aufgerufen und anschließend erschossen. Darauf folgten junge jüdische Männer, die ebenfalls zu einem erheblichen Teil ermordet wurden.

Mit dem schnellen Vormarsch der Wehrmacht im Juli/August 1941 drangen die Mordkommandos immer weiter nach Osten vor. Vereinzelt begannen sie nun, auch jüdische Frauen und Kinder zu erschießen, so zuerst in Mitau (Jelgava) in Lettland. Die neu installierte Zivilverwaltung in Litauen forderte sogar, Frauen und Kinder systematisch zu ermorden, da die Männer und damit oft die Ernährer der Familien bereits getötet worden waren. Den Übergang zu einer neuen Dimension der Massenmorde markiert das Massaker in Kamjanez-Podilskyj in der Ukraine, wo Ende August 1941 innerhalb von zwei Tagen 23.800 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordet wurden.

Totaler Massenmord

Spätestens an diesem Punkt wurde deutlich, dass alle Juden in den besetzten Gebieten ermordet werden sollten. Auch in Litauen löschten deutsche und litauische Kommandos im August/September 1941 ganze jüdische Gemeinden aus, lediglich in Wilna, Kaunas und Schaulen (Siauliai) sind Ghettos eingerichtet worden. Aber besonders weiter östlich, hinter der Front, begannen die deutschen SS- und Polizeikommandos unmittelbar nach der Eroberung von Städten damit, alle dort verbliebenen Juden binnen kurzer Zeit zu ermorden.

Ihren Höhepunkt erreichten diese Verbrechen dann aber nach der Eroberung Kiews. In enger Absprache mit den Wehrmachtstellen organisierte die Einsatzgruppe C einen Aufruf an alle in Kiew verbliebenen Juden, sich am 29. September an einer Kreuzung im Westen der Stadt zu versammeln. Eine Augenzeugin schrieb in ihr Tagebuch: „Es gehen Frauen, Männer, junge Mädchen, Kinder, Greise, ganze Familien. Viele führen ihr Hab und Gut auf Schubkarren mit sich, aber die meisten tragen Sachen auf den Schultern. Sie gehen schweigend, leise. Es ist unheimlich.“4 An diesem und dem folgenden Tag ermordete das Sonderkommando 4a zusammen mit einem Polizeibataillon und ukrainischen Helfern 33.771 Menschen im Babyn Jar-Park. Weitere solche Massaker folgten im Oktober in Dnjepropetrowsk und im Dezember in Charkiw.

Zuletzt erreichten die deutschen Besatzer auch die Kerngebiete der Sowjetunion, also das Territorium der RSFSR. Auch dort richteten sie kaum Ghettos ein, sondern erschossen binnen weniger Tage alle Juden, die sie ergreifen konnten, insgesamt bis zu 200.000 Menschen. Der Mehrzahl der jüdischen Einwohner auf dem Gebiet des heutigen Russlands war jedoch vorher die Flucht ins Innere der Sowjetunion gelungen.5

Im September/Oktober 1941 wandten die deutschen Funktionäre ihre Aufmerksamkeit wieder den westlichen Gebieten der Sowjetunion zu. Dort lebten die meisten Juden noch, weil die Mordkommandos oft schnell mit den Fronttruppen weitergezogen waren. Insbesondere in jenen ehemals ostpolnischen Gebieten, die 1939 von Stalin annektiert und der Belarussischen und der Ukrainischen SSR angegliedert worden waren, setzte nun eine zweite Welle von Massakern ein. Anders als noch im Sommer, als vor allem Männer erschossen wurden, ermordeten die Täter nun vor allem Kinder, alte Menschen und auch Frauen, weil man diese nicht als Arbeitskräfte einsetzen wollte. Auch die Deportation von Juden aus dem Deutschen Reich diente als Vorwand, um die einheimischen Juden zu ermorden, so beim Rigaer Blutsonntag Ende November/Anfang Dezember 1941.

Die Mehrzahl der Massenmorde fiel ins Jahr 1942. Vor allem im ehemaligen Ostpolen wurde zwischen Mai und November ein Ghetto nach dem anderen durch Massenerschießungen vernichtet. Dazu dienten auch die beiden Vernichtungsorte Bronnaja Gora und Maly Trostenez im heutigen Belarus. Nach der zweiten deutschen Offensive, die 1942 bis nach Stalingrad führte, gerieten auch die Juden im Nordkaukasus in eine tödliche Falle. Oft handelte es sich um Menschen, die aus anderen Gebieten geflüchtet oder evakuiert worden waren und nun im September/Oktober 1942 den Deutschen in die Hände fielen und sofort erschossen wurden. Lediglich in Ostgalizien, in Minsk, Riga und Litauen bestanden einige Ghettos bis ins Jahr 1943, dann wurden auch deren Insassen ermordet oder in Zwangsarbeitslager – vor allem in Estland - deportiert. Die letzten jüdischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen deportierte die SS dann 1944 nach Westen, wo sie im Strudel der Evakuierungen und „Todesmärsche“ wenig Chancen auf Überleben hatten.

Verzeichnis der Orte, in denen in der besetzten Sowjetunion mehr als 500 Juden erschossen wurden / Karte © Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Stiftung Topographie des Terrors6

Die Täter und ihre Helfer

Es waren nicht allein die berüchtigten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, die massenhaft mordeten. Zunehmend wurden auch reguläre Polizeibataillone der Ordnungspolizei eingesetzt. Als dritte Kraft aus dem SS- und Polizeiapparat traten zwei Brigaden der Waffen-SS zu den Tätern. Insbesondere die SS-Kavalleriebrigade, die im Raum zwischen Belarus und der Ukraine eingesetzt war, ermordete im Zuge vermeintlicher Partisanenbekämpfung Zehntausende jüdischer Menschen. Und auch die Wehrmacht unterstützte die Verbrechen nicht nur tatkräftig durch ihre Militärverwaltung und Logistik, einzelne Einheiten erschossen selbst Juden. Für die Ermordung von etwa 50.000 jüdischen Kriegsgefangenen war die Wehrmacht sogar überwiegend verantwortlich.7

Lange ist übersehen worden, dass nicht nur die deutschen Angreifer, sondern auch ihre rumänischen Verbündeten einen Vernichtungskrieg in der Sowjetunion führten. Schon unmittelbar nach ihrem Angriff Anfang Juli 1941 begannen rumänische Einheiten damit, Juden in Bessarabien und der nördlichen Bukowina zu ermorden, Regionen, die Stalin 1940 Rumänien abgenommen hatte. Bei ihren Verbrechen standen die rumänischen Täter den Deutschen in nichts nach. Nach der Besetzung der Großstadt Odessa im Oktober 1941 verübten sie sogar eines der größten Massaker des Holocaust, mindestens 25.000 Juden wurden in der Hafenstadt ermordet, wahrscheinlich noch erheblich mehr. Danach vertrieben die rumänischen Besatzer die überlebenden Juden Richtung Norden innerhalb ihres eigenen Besatzungsgebietes, wo sie zwischen Dezember 1941 und März 1942 deutschen, rumänischen und ukrainischen Einheiten zum Opfer fielen. Vermutlich fallen zehn Prozent aller Morde an Juden in der besetzten Sowjetunion in die Verantwortlichkeit rumänischer Stellen.8

In den besetzten sowjetischen Gebieten, sowohl weiter westlich als auch in der Russischen Föderation, waren einheimische Helfer am Holocaust beteiligt. Daneben bemühten sich die Besatzer darum, in Zusammenarbeit mit antikommunistischen Untergrundgruppen Pogrome auszulösen. Dies gelang vor allem in der Westukraine, etwa in Lemberg, Tarnopol oder Zloczow sowie in Litauen. Nicht selten initiierten einheimische antisemitische Aktivisten diese Gewaltaktionen auf eigene Faust, die oft parallel zu den deutschen Massenerschießungen verliefen.9

Kein Entkommen

Für die Juden unter Besatzung war die Lage nahezu aussichtslos. Die stalinistische Staatsführung machte die deutschen Verbrechen an Juden zwar anfangs international bekannt, unternahm jedoch kaum etwas zur Rettung von Menschenleben. Vielmehr zeigte sie ab 1942 zusehends selbst antisemitische Züge.10 Wer 1941 nicht hatte fliehen können, war nun ungehemmter Gewalt ausgeliefert. Insbesondere in der Westukraine und im Baltikum sahen sich die Juden zudem mit einer antisemitisch eingestellten Bevölkerungsmehrheit konfrontiert. Nicht selten kamen Denunziationen von Nachbarn; einheimische Polizisten machten den Verfolgten das Leben schwer und verübten auf eigene Faust Gewaltakte. Antikommunistische Untergrundgruppen wie die Ukrainische Aufstandsarmee waren sogar mehrheitlich antisemitisch eingestellt und ermordeten oftmals versteckte Juden.11 Nur in größeren Städten war die Möglichkeit gegeben, in Verstecken oder mit falschen Papieren unterzutauchen. Die ersten kleinen jüdischen Widerstandsgruppen bildeten sich um die Jahreswende 1941/42, teilweise mit dem Ziel, Rache für die Verbrechen zu üben, in erster Linie aber, um Menschenleben zu retten. So beteiligten sie sich an Ghettorevolten und Fluchtversuchen. Eine Flucht war jedoch fast nur in Regionen mit Waldgebieten erfolgreich, da man hier zeitweise untertauchen und selbst einige „Familienlager“ bilden konnte. Außerdem operierten dort Partisanengruppen. Obwohl diese den Juden meist ambivalent gegenüberstanden, gelang doch einigen, meist jungen Männern die Aufnahme. Insgesamt überlebte jedoch nur ein Bruchteil der untergetauchten Juden den Krieg.

Nach dem Holocaust

Nach dem Ende des Krieges wurde der Holocaust in der Sowjetunion nur kurz thematisiert und verschwand dann als Thema aus der Öffentlichkeit. So wurde etwa die Arbeit am Schwarzbuch über die Vernichtung der Juden eingestellt und die Opfer des Holocaust wurden als „friedliche Sowjetbürger“ zu den Millionen zivilen Opfern des Großen Vaterländischen Krieges gezählt. Erst während der Perestroika fand das Thema in die Öffentlichkeit. In den Nachfolgerepubliken der Sowjetunion, auf deren Territorium der Holocaust stattgefunden hat, wird bis heute unterschiedlich mit diesem Teil der Geschichte umgegangen. Insbesondere im Baltikum und in der Ukraine kollidiert die Erinnerung an den Judenmord in manchen Orten mit der Heroisierung antikommunistischer Kräfte, von denen einige aber selbst an den Verbrechen beteiligt waren. In Russland wird der Holocaust zwar inzwischen auf politischer Ebene stark in die nationale Geschichtserzählung integriert, auf lokaler Ebene treffen zivilgesellschaftliche Erinnerungsinitiativen jedoch mitunter auf Widerstände.

Zum Weiterlesen

 

Altman, Ilja (2008): Opfer des Hasses: Der Holocaust in der UdSSR 1941–1945, Gleichen/Zürich
Arad, Yitzhak (2009): The Holocaust in the Soviet Union, Lincoln 
Bundesarchiv, Institut für Zeitgeschichte, Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universtät Freiburg: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, Band 7: Sowjetunion mit annektierten Gebieten I: Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien, bearb. von Bert Hoppe, Hildrun Glass, München, 2012 und Band 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II: Generalkommissariat Weißruthenien und Reichskommissariat Ukraine, bearb. von Bert Hoppe, Imke Hansen, Martin Holler, München, 2016

1.Altshuler, Mordechai (1998): Soviet Jewry on the Edge of the Holocaust: A Social and Demographic Profile, Jerusalem 
2.Pohl, Dieter (2012): Just How Many? On the Death Toll of Jewish Victims of Nazi Crimes, in: Kokh, A./Polian, P. (Hrsg.): Denial of the Denial, or the Battle of Auschwitz: The Demography and Geopolitics of the Holocaust, Boston, S. 129-148 
3.Browning, Christopher (2003): Die Entfesselung der „Endlösung“. Nationalsozialistische Judenpolitik 1939-1942, München, S. 360-428 
4.Bundesarchiv, Institut für Zeitgeschichte, Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universtät Freiburg (2012): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945: Sowjetunion mit annektierten Gebieten I: Besetzte sowjetische Gebiete unter deutscher Militärverwaltung, Baltikum und Transnistrien, Band 7, München, S. 296 
5.Rebrova, Irina (2020): Re-Constructing Grassroots Holocaust Memory: The Case of the North Caucasus, Berlin, S. 341 
6.Karte aus der Ausstellung „Massenerschießungen: Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944“, wissenschaftliche Erarbeitung der Karte: Dr. Andrej Umansky, Dr. Alexander Kruglov. Erschießungsorte mit weniger als 500 Opfern sind auf der Karte nicht verzeichnet.
7.Pohl, Dieter (2008): Die Herrschaft der Wehrmacht: Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941-1944, München, S. 243-282 
8.Ioanid, Radu (2000): The Holocaust in Romania: The Destruction of Jews and Gypsies Under the Antonescu Regime, 1940-1944, Chicago 
9.Dean, Martin (2000): Collaboration in the Holocaust: Crimes of the Local Police in Belorussia and Ukraine, 1941-44, London 
10.Kostyrcenko, G. V. (2003): Tajnaja politika Stalina: Vlast' i antisemitizm, Moskva 
11.McBride, Jared (2016): Peasants into Perpetrators: The OUN-UPA and the Ethnic Cleansing of Volhynia, 1943–1944, in: Slavic Review 75 (2016), S. 630-654 
dekoder unterstützen
Weitere Themen
Gnose

„Ostarbeiter“

Lange gehörten sie in Deutschland zu den vergessenen Opfern des Nationalsozialismus. Auch 75 Jahre nach dem Kriegsende liegt noch ein Erinnerungsschatten über dem Schicksal der sowjetischen Zwangsarbeiter.

Gnose

Großer Vaterländischer Krieg

Als Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte.

Gnose

Frauen im Großen Vaterländischen Krieg

Emanzipationsbegehren, Heldentum und die Lust, mit den Männern gleichzuziehen, standen am Anfang. Übrig blieben unendliche Müdigkeit und vielleicht noch Erleichterung darüber, wenigstens am Leben geblieben zu sein. Beate Fieseler über Frauen im Großen Vaterländischen Krieg.

weitere Gnosen
Anders sein – Dissens in der Sowjetunion, © Anna Che (All rights reserved)