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Juri Norstein

Mit Zeichentrickfilmen wie Joshik w Tumane (dt. „Der Igel im Nebel“) erschuf Juri Norstein außergewöhnliche filmische Welten, die der Animation eine neue Richtung verliehen und Kinder wie Erwachsene bis heute begeistern und berühren. Henriette Reisner über den russischen Trickfilmer, der am 15. September seinen 80. Geburtstag feierte.

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Blokadniki

Vor 80 Jahren begann die Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht. Während der Belagerung der Stadt vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 kamen über eine Million Menschen ums Leben. Die meisten verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss. Nina Weller über das Schicksal der Blokadniki.

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Bantiki – Haarschleifen

Je kleiner die Mädchen, desto größer die Haarschleife? Die riesigen weißen bantiki, die Haarschleifen sowjetischer Schülerinnen waren Ikonen einer idealisierten sowjetischen Kindheit. Wie die Blumensträuße für die Lehrerinnen gehören sie auch heute noch zu den Bildern des ersten Schultags, dem 1. September.

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Juri Gagarin

Am Morgen des 12. April 1961 um 9.07 Uhr Moskauer Zeit startete der 27-jährige Jagdflieger und Oberleutnant der Luftwaffe Juri Gagarin (1934–1968) im Raumschiff Wostok als erster Mensch in den Weltraum. Nach 108 Minuten landete er wohlbehalten in der Nähe von Saratow. Nach diesem Triumph feierte Parteichef Nikita Chruschtschow ihn als „Kolumbus unserer Tage“.

Die Sowjetunion versprach sich von diesem „Beginn einer kosmischen Ära“ nicht nur einen globalen Prestigegewinn im „Space Race“ gegenüber dem nordamerikanischen Konkurrenten. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges – im August desselben Jahres folgten der Bau der Berliner Mauer und ein Jahr später die Kubakrise – dienten Gagarin und der zweite Kosmonaut, German Titow, als Symbolfiguren, die die russischen Worte Mir (dt. Frieden) und Drushba (dt. Freundschaft) bis in den letzten Winkel der Welt verbreiteten.

Auch innenpolitisch verkörperte Gagarin wenige Jahre nach dem Ende der Stalinzeit mit seinem bald zur Ikone gewordenen Lächeln das Versprechen auf einen gesellschaftspolitischen Neuanfang, der mehr Freiheit und Wohlstand für alle verhieß.

Doch dieses utopische Zukunftsversprechen verblasste bald. Chruschtschow wurde 1964 gestürzt, verstärkte kulturpolitische Repressionen folgten, und die Amerikaner landeten 1969 auf dem Mond. Als Gagarin am 27. März 1968 im Alter von nur 34 Jahren bei einem Übungsflug mit einem Jagdflugzeug tödlich verunglückte, wurde aus dem utopischen Himmelssohn schon bald eine nostalgische Erinnerungsfigur.

Symbol für eine vergangene Aufbruchszeit

Unser Gagarin wurde zum Symbol für eine vergangene Aufbruchszeit, die unter Breshnew in Filmen, populären Liedern und auf Briefmarken stark verklärt wurde. In der Kinderliteratur oder im Schulunterricht diente der erste Kosmonaut als ein omnipräsentes Jugendidol, auf das sich jede und jeder einen eigenen Reim machen konnte.

Später nahm sein Bild vermehrt nationale und religiöse Züge an und machte ihn zu einer überzeitlichen, Russlands Größe und Schicksal symbolisierenden, Erlöserfigur.

Gagarin ist jedoch nicht nur ein Produkt der staatlichen Propaganda. Er war gleichzeitig auch eine Projektionsfigur für jede Art von eskapistischen Wunschträumen. Der Mensch, der aus seiner Wohnung in den Weltraum flog, wie eine bekannte Installation des Künstlers Ilja Kabakow heißt, stand auch in der dissidenten Subkultur für den Ausbruch aus der dogmatischen Enge des irdischen Alltags.

Globale Popikone

Selbst das Science-Fiction-Genre in der Sowjetunion profitierte noch von seinem Image und konnte auf fremden Planeten und in fernen Jahrhunderten all jene gesellschaftlichen Wunschträume und totalitären Angstphantasien literarische Wirklichkeit werden lassen, die in der „realistischen“ Prosa jener Jahre undenkbar waren.

So ist aus Gagarin heute eine beliebig adaptierbare globale Popikone geworden, deren utopisch-exotischer Charme als nationaler Kulturheros gegen die Verwerfungen globaler Marktwirtschaft, als Patron von Partyveranstaltungen im Kampf gegen die Klimaerwärmung genauso wie als tragischer Papiersoldat des kommunistischen Gesellschaftsprojekts (siehe den gleichnamigen Film von Aleksej German jun.) in Stellung gebracht werden kann.

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Raumfahrtprogramm der UdSSR

Am 12. September 1959 ist die Raumsonde Luna-2 gestartet. Nach knapp eineinhalb Tagen schlug sie auf dem Mond auf – ihr Vorgänger war noch vorbeiflogen. Matthias Schwartz über das Raumfahrtprogramm der UdSSR.

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Tauwetter

Befreiung vom Despoten, zarte Protestkultur und Poeten als Volkshelden: Die Zeit des Tauwetters in den Jahren nach Stalins Tod brachte eine Neudefinition des sowjetischen Lebens. Kultur und Politik erfuhren eine euphorische Phase der Liberalisierung. Doch schon mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows setzte eine politische Restaurationsphase ein, die bis zur Perestroika andauern sollte. Heutzutage wird das Tauwetter oft nostalgisch verklärt, unter Historikern ist seine Deutung weiterhin umstritten.

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Perestroika

Im engeren Sinne bezeichnet Perestroika die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umgestaltung, die auf Initiative von Michail Gorbatschow ab 1987 in der Sowjetunion durchgeführt wurde. Politische Öffnung und größere Medienfreiheit führten bald dazu, dass sich die Forderungen nach Veränderung verselbständigten – obwohl die Reformen neben viel Hoffnung auch viel Enttäuschung brachten. Die Perestroika läutete einen unaufhaltsamen Prozess des Wandels ein und mündete im Ende der Sowjetunion.

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Perestroika: Wirtschaft im Umbruch

In den 1980ern verschlechterte sich die Lage der sowjetischen Planwirtschaft Jahr für Jahr. Als Gorbatschow die Krise ab 1985 durch punktuelle marktwirtschaftliche Reformen überwinden wollte, kam die sozialistische Ökonomie erst recht ins Straucheln.

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„Man schreibt selbst, redigiert selbst, man zensiert selbst und sitzt auch selbst die Strafe dafür ab.“ Mit diesen Worten brachte der bekannte sowjetische Dissident Wladimir Bukowski das Phänomen Samisdat auf den Punkt. Am vergangenen Sonntag verstarb er im Alter von 76 Jahren in Großbritannien.

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Andrej Sacharow

Heute vor 100 Jahren wurde der Physiker und weltbekannte sowjetische Dissident Andrej Sacharow geboren. Der Vater der sowjetischen Wasserstoffbombe engagierte sich nach einer inneren Kehrtwende zunehmend gegen atomare Aufrüstung und für die Wahrung der Menschenrechte. Eduard Klein über Leben und Wirken des Friedensnobelpreisträgers.

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