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Echo Moskwy

Echo Moskwy wurde 1990 gegründet und ist damit der älteste unabhängige Rundfunksender Russlands. Der Sender erreicht täglich in vielen Regionen Russlands einige Millionen Zuhörer und findet sich stets unter den Top Ten der Moskauer Radiosender. Der langjährige Chefredakteur Alexej WenediktowEin bekannter und erfahrener Journalist (geb. 1955). Seit 1990 arbeitet Wenediktow beim Radiosender Echo Moskwy. Obwohl der Sender unter seiner Leitung regelmäßig liberale und oppositionelle Stimmen zu Wort kommen lässt, bezeichnet sich Wenediktow als konservativ. (seit 1998) gilt als ein Urgestein des unabhängigen Journalismus in Russland.

Echo Moskwy, umgangssprachlich einfach Echo genannt, wird oft als eine Bastion der Opposition verstanden. Ursprünglich war Echo eine Gemeinschaftsgründung der Stadt Moskau, der journalistischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Universität MGUDie Staatliche Universität Moskau ist eine klassische Volluniversität. Sie ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste und renommierteste Hochschule Russlands. Abgesehen von ihrer unangefochtenen Bedeutung für das Bildungssystem spielte sie immer wieder auch politisch eine wichtige Rolle und prägt zudem das architektonische Stadtbild Moskaus. Mehr dazu in unserer Gnose und der Zeitschrift Ogonjok. Die Gründungsväter Sergej Korsun und Sergej Buntman wollten mit Echo eine „für die UdSSR grundlegend neue Form des Sprechradios“ ins Leben rufen, „die auf die Prinzipien des freien Journalismus gegründet ist, auf die vollkommene Abwesenheit von Propaganda und Gehirnwäsche“1.  In den 1990er Jahren ist der Sender rasant gewachsen und wurde 1998 von der Media-Most-Holding gekauft, die dem Medienmagnaten Wladimir GussinskiWladimir Gussinski (geb. 1952) war Inhaber und Leiter der Medienholding Most, zu der unter anderem der Radiosender Echo Moskvy und der ehemals regierungskritische TV-Sender NTW gehörten. Im Jahr 2000 wurde Gussinski wegen Betrugs verhaftet. Nach eigener Aussage wurde er nur deshalb aus dem Gefängnis entlassen, weil er zugestimmt habe, seine Medienholding an Gazprom zu verkaufen. Im Zuge dieses Verkaufs verließen viele Journalisten den Sender, Gussinski emigrierte nach Israel. gehörte.

Seit 2001 befindet sich der Sender mehrheitlich im Besitz der überwiegend staatlich gehaltenen GazpromGazprom ist das international größte Erdgasunternehmen: Auf Gazprom entfallen rund 69 Prozent der russischen und 12 Prozent der weltweiten Gasförderung. Die Aktienmehrheit gehört dem russischen Staat. Das Unternehmen beschäftigt knapp eine halbe Million Menschen und ist der größte Gas-, Strom-, und Wärmelieferant in Russland.  Mehr dazu in unserer Gnose -Media Holding. Echo bietet aber weiterhin nach allgemeiner Einschätzung eine unabhängige Berichterstattung, interviewt oppositionelle Politiker und verbreitet auch solche Stimmen, die in den Sendern mit großen Reichweiten nie zu hören sind, wie etwa Alexej NawalnyAlexej Nawalny ist einer der bekanntesten Oppositionspolitiker und Aktivisten Russlands, der die staatliche Elite in seinen Veröffentlichungen regelmäßig mit schwerwiegenden Vorwürfen zu Korruption und Machtmissbrauch konfrontiert. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins. Mehr dazu in unserer Gnose , Yevgenia Albats oder Viktor SchenderowitschViktor Schenderowitsch (geb. 1958) ist ein kreml-kritischer Moskauer Journalist und Satiriker, der bereits für unterschiedliche TV-Sender gearbeitet hat. Seit 2003 moderiert er wöchentliche Sendungen auf Echo Moskwy und bei Radio Swoboda. Er tritt regelmäßig auch als Redner auf Demonstrationen auf. Zuletzt sprach er sich für einen Boykott der Fußballweltmeisterschaft 2018 aus, die in Russland ausgetragen wurde.. Der Sender lässt aber auch viele weniger kritische Stimmen zu Wort kommen, etwa den Journalisten Maxim Schewtschenko oder den Schriftsteller Sergej SchargunowSergej Schargunow (geb. 1980) ist ein russischer Schriftsteller und Fernsehmoderator. Seit Oktober 2016 sitzt er als Abgeordneter für die Kommunistische Partei der Russischen Föderation in der Staatsduma. Schargunow gilt als Kritiker des ukrainischen Euromaidans und Unterstützer des außenpolitischen Kurses von Wladimir Putin..

In den letzten Jahren ist Echo in mehrere Skandale geraten, die die Unabhängigkeit des Mediums zumindest zum Teil in Frage stellten. So tauchten Hinweise auf, dass in Einzelfällen heikle Inhalte vor ihrer Veröffentlichung mit staatlichen Stellen abgestimmt wurden.2 Einige renommierte Journalisten, unter anderem der Mitbegründer von Echo, Sergej Korsun, haben den Sender verlassen, letzterer mit der Begründung: „Der Organismus funktioniert noch, doch das Gehirn ist schon tot.“3 Für viele Probleme und Ambivalenzen der russischen Medienlandschaft kann gerade Echo als exemplarisch gelten.

Echo ist auch zugleich ein Internetportal, auf dem mehrere bekannte Journalisten und Intellektuelle ihre Blogs führen. Die Sendungen werden teils auch als Live-Video im Internet übertragen.

Eckdaten

Gegründet: 1990
Chefredakteur: Alexej Wenediktow
Mehrheitlicher Besitzer: GazpromGazprom ist das international größte Erdgasunternehmen: Auf Gazprom entfallen rund 69 Prozent der russischen und 12 Prozent der weltweiten Gasförderung. Die Aktienmehrheit gehört dem russischen Staat. Das Unternehmen beschäftigt knapp eine halbe Million Menschen und ist der größte Gas-, Strom-, und Wärmelieferant in Russland.  Mehr dazu in unserer Gnose -Media-Holding
URL: www.echo.msk.ru


1.Echo Moskwy: Timeline
2.Novaya Gazeta: «Šaltaj-Boltaj» opublikoval predpolagaemuju perepisku glavy Roskomnadzora
3.Korsun, Sergej: O grustnom… Echo Moskvy (1990-2015). R.I.P.

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