Medien
Gnosen
en

Alexander Newski

Als Fürst von Nowgorod errang Alexander Jaroslawitsch „Newski“ im 13. Jahrhundert wichtige militärische Siege gegen Schweden und den Deutschen Orden. Diese Erfolge begründeten die Verehrung, die ihm bis heute in Russland zuteil wird. Von der Orthodoxen Kirche heiliggesprochen, tilgten die BolschewikiDie Bolschewiki („Mehrheitler“) unter Führung von Wladimir Lenin waren zunächst eine Minderheitenfraktion innerhalb der russischen Sozialdemokratie. Ihren Namen erhielten sie aufgrund eines einmaligen Abstimmungserfolges über die Menschewiki („Minderheitler“) auf einem Parteitag im Jahr 1903. Nach der Parteispaltung im Jahre 1912 konstituierten sie sich als revolutionäre Kaderpartei. Im Oktober 1917 organisierten sie den Sturz der Provisorischen Regierung in Russland und gingen aus dem anschließenden Bürgerkrieg siegreich hervor.  zunächst die Erinnerung an ihn aus der Geschichte, bis er als nationale Identifikationsfigur unter Stalin in den 1930er Jahren wieder rehabilitiert wurde.

Alexander Jaroslawitsch „Newski“ (ca. 1221–1263) regierte als Fürst von NowgorodWeliki Nowgorod (dt. Großes Nowgorod) ist eine Stadt südöstlich von Sankt Petersburg. Im Jahr 859 zum ersten mal erwähnt, gehört sie zu den ältesten Städten Russlands. Aufgrund der strategisch vorteilhaften Lage an den zwei wichtigsten Handelswegen (von der Ostsee nach Byzanz und zum Kaspischen Meer), wurde die Stadt im 14. Jahrhundert zu einer der größten Handelsstädte Europas und war Hauptstadt der Republik Nowgorod. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war Nowgorod unabhängig von Moskau und zeichnete sich durch seine feudal-demokratischen Institutionen wie dem sogenannten Wetsche (dt. Volksversammlung) aus. Aufgrund dieser Versammlungen gilt Weliki Nowgorod als Beispiel einer frühdemokratischen Stadtrepublik. und Großfürst von Wladimir-Susdal in der sogenannten Zeit der Teilungen (Udelnaja Rus). Der Glanz des Kiewer Reiches war im 13. Jahrhundert bereits verblasst, und Teilfürstentümer stritten um dessen Erbe. Zusätzlich sahen sich die Fürsten von außen bedroht – und das gleich von mehreren Seiten: Mongolen griffen aus dem Osten an, katholische Mächte aus dem Norden und Westen. Im Jahr 1240 jedoch bezwang Alexander Jaroslawitsch an der Spitze eines Nowgoroder Heeres auf dem Gebiet des heutigen St. Petersburg eine Streitmacht des schwedischen Königs – dem Sieg in dieser Schlacht an der Newa verdankt er seinen Beinamen „Newski“. Und sein militärischer Erfolg riss nicht ab: In der Schlacht auf dem Eis besiegte er 1242 ein Heer des Deutschen Ordens auf dem Peipus-See. Auch aufgrund seiner strategischen Geschicklichkeit stieg Alexander 1252 schließlich zum Großfürsten der Rus auf. Als solcher verfolgte er gegenüber den mongolischen Fremdherren eine moderate Ausgleichspolitik. Er starb 1263 auf der Rückreise vom Khan der Goldenen Horde in Gorodez an der Wolga.

Bereits kurz nach seinem Tod wurde Alexander Newski am Ort seines Grabes in Wladimir als (Lokal-)Heiliger verehrt – die ältesten erhaltenen IkonenDie Ikonenverehrung ist ein zentrales Element der orthodoxen Glaubenspraxis. Als Kultbilder der orthodoxen Kirchen zeigen sie Christus, die Gottesmutter Maria und andere Heilige, zuweilen auch biblische Szenen. Um nach traditioneller Praxis verehrt werden zu können, muss eine Ikone von der Kirche geweiht sein. Durch die Ikone gelangen Gläubige in einen direkten Kontakt mit den dargestellten Heiligen und indirekt auch zu Gott. zeigen ihn im Gewand eines orthodoxen Mönches. Mitte des 16. Jahrhunderts, in der Regierungszeit Iwans IV. (des Schrecklichen), wurde Alexander Newski dann von der Russisch-Orthodoxen KircheDie Russisch-Orthodoxe Kirche ist die christliche Kirche mit der größten Glaubensgemeinschaft in Russland. Prägend für ihr Verhältnis zum russischen Staat ist das von der byzantinischen Mutterkirche übernommene Ideal der Symphonie, d. h. einer harmonischen Beziehung zwischen Staat und Kirche. Vor 1917 galt die Orthodoxie neben der Autokratie und dem „Volk“, genauer: einem volksverbundenen Patriotismus, als eine der wichtigsten Stützen des russischen Staates und des Zarenreichs – eine Traditionslinie, die heute wieder wirksam scheint. offiziell heiliggesprochen. Schließlich stieg er durch die Kirchenpolitik von Zar Peter I. (dem Großen) zu einem der wichtigsten russischen Nationalheiligen auf: Der Reformzar setzte den Heiligen als Schutzpatron der neuen Hauptstadt St. Petersburg ein, gründete dort zu seinen Ehren ein prächtiges Kloster (Alexander-Newski-Lawra) und ließ die Reliquien des Heiligen aus der Stadt Wladimir an die Newa überführen. Seit dieser Zeit durfte Alexander Newski auf IkonenDie Ikonenverehrung ist ein zentrales Element der orthodoxen Glaubenspraxis. Als Kultbilder der orthodoxen Kirchen zeigen sie Christus, die Gottesmutter Maria und andere Heilige, zuweilen auch biblische Szenen. Um nach traditioneller Praxis verehrt werden zu können, muss eine Ikone von der Kirche geweiht sein. Durch die Ikone gelangen Gläubige in einen direkten Kontakt mit den dargestellten Heiligen und indirekt auch zu Gott. und in der Historienmalerei nur noch als Fürst (und nicht mehr als Mönch) dargestellt werden. Im 19. Jahrhundert spielte Alexander Newski nicht zuletzt als Namensheiliger von drei Zaren (Alexander I., II. und III.Zar Alexander III. (1845–1894) regierte Russland als vorletzter Kaiser (1881–1894). Seine Regierungszeit prägten eine repressive Innen- und eine auf Ausgleich bedachte Außenpolitik. Am Ende des 19. Jahrhunderts fühlte er sich zunehmend vor Herausforderungen der Moderne gestellt, sei es in Gestalt politischer Ideen wie des Liberalismus oder durch technische Innovationen wie dem Projekt der Transsibirischen Eisenbahn.) eine herausragende Rolle, auch wurden ihm in dieser Zeit zahlreiche orthodoxe Kirchen innerhalb und außerhalb Russlands geweiht. Während des Ersten WeltkriegsRussland ist dem Ersten Weltkrieg an der Seite der Alliierten Anfang August 1914 beigetreten. Nach anfänglichen spektakulären Erfolgen kam es zu Rückschlägen und bald stellte sich heraus, dass der russische Staat den Belastungen eines modernen Krieges nicht gewachsen war. Die Transportprobleme und schlechte Versorgung der Städte führten Anfang 1917 zu großen Demonstrationen, die in die Februarrevolution mündeten. Die Frage von Frieden und Krieg war auch nach der Abdankung Nikolaus´ II. von entscheidender Bedeutung. Die Provisorische Regierung führte den Krieg weiter, was zu einem militärischen und innenpolitischen Desaster führte. Erst nach der Oktoberrevolution wurde am 3. März 1918 ein separater Friedensvertrag zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten geschlossen. Russland musste erhebliche Verluste an Territorium, Produktionskapazitäten und Bevölkerung hinnehmen. avancierte Alexander Newski dann zu einer entschieden antideutschen nationalen Identifikationsfigur.

Eine der ältesten IkonenNach der OktoberrevolutionAm 25. Oktober (7. November) 1917 stürzten die Bolschewiki die Provisorische Regierung, die nach der Februarrevolution eingesetzt wurde. Die Machtübernahme in Petrograd erfolgte ohne viel Blutvergießen, jedoch schloss sich ihr ein mehrjähriger Bürgerkrieg mit Millionen Todesopfern an. Zahlreiche westeuropäische Staaten unterstützten den Widerstand gegen die Bolschewiki auch militärisch. So nahm die Geschichte der UdSSR ihren Anfang. versuchten die Bolschewiki das Andenken an Alexander Newski zunächst zu unterdrücken. Zum einen wurden seine Gebeine abermals an einen anderen Ort gebracht – diesmal in das neu gegründete Leningrader Museum für Religion und Atheismus. Zum anderen verschwand sein Name aus den Geschichtsbüchern für den Schulunterricht. Mitte der 1930er Jahre jedoch, vor dem Hintergrund von Stalins Wende zur Ideologie des Sowjetpatriotismus, reaktivierten die Bolschewiki Alexander Newski als historische Identifikationsfigur. Die neuen Machthaber unterstrichen dabei vor allem seine militärischen Verdienste und seine Rolle als politischer Führer. Diese Rolle stellte auch der gleichnamige Historienfilm von Sergej Eisenstein aus dem Jahr 1938 heraus. Newskis Rehabilitierung erreichte im Großen Vaterländischen KriegAls Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte. ihren Höhepunkt – er avancierte während des Krieges zu einer der wichtigsten historischen Heldenfiguren der UdSSR. Dabei wurde eine Verbindungslinie zwischen den Kämpfen Nowgorods unter Alexander Newski gegen den Deutschen Orden und dem Kampf der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland gezogen.

Alexander Newski nimmt auch im heutigen Russland einen prominenten Platz im kulturellen Gedächtnis ein. In der TV-Show Imja Rossija (deutsch: „Der Name Russlands“) wurde er 2008 von den Fernsehzuschauern zur wichtigsten Figur der russischen Geschichte gewählt. Seit der Rücküberführung seiner Reliquien im Jahr 1989 ist die Alexander-Newski-Lawra in St. Petersburg erneut das Zentrum seiner Heiligenverehrung.

dekoder unterstützen
Weitere Themen

Russisch-Orthodoxe Kirche

Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist die christliche Kirche mit der größten Glaubensgemeinschaft in Russland. Prägend für ihr Verhältnis zum russischen Staat ist das von der byzantinischen Mutterkirche übernommene Ideal der Symphonie, d. h. einer harmonischen Beziehung zwischen Staat und Kirche. Vor 1917 galt die Orthodoxie neben der Autokratie und dem „Volk“, genauer: einem volksverbundenen Patriotismus, als eine der wichtigsten Stützen des russischen Staates und des Zarenreichs – eine Traditionslinie, die heute wieder wirksam scheint.

Großer Vaterländischer Krieg

Als Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte.

Alexander III.

Zar Alexander III. (1845–1894) regierte Russland als vorletzter Kaiser (1881–1894). Seine Regierungszeit prägten eine repressive Innen- und eine auf Ausgleich bedachte Außenpolitik. Am Ende des 19. Jahrhunderts fühlte er sich zunehmend vor Herausforderungen der Moderne gestellt, sei es in Gestalt politischer Ideen wie des Liberalismus oder durch technische Innovationen wie dem Projekt der Transsibirischen Eisenbahn.

Die Reformen Alexanders II.

Als Reformen Alexanders II. (auch: die Großen Reformen) wird ein Bündel von Gesetzesänderungen bezeichnet, von denen die Abschaffung der Leibeigenschaft 1861 als die wichtigste gilt. Durch weitreichende Strukturreformen sollte das Russische Reich auf die neuen Herausforderungen der Industrialisierung vorbereitet und weiter an europäische Normen herangeführt werden.

Lubok

Als Lubok werden einfache, meist farbige russische Druckgrafiken bezeichnet, die vor allem im 17. – 19. Jahrhundert verbreitet waren und auch als Volksbilderbögen bekannt sind. Im übertragenen Sinne kann der Begriff „Lubok“ auch für Dinge benutzt werden, die als plump, vulgär oder unbeholfen gelten.

Peredwishniki

Die Peredwishniki (dt. Wanderer) waren die erste unabhängige Künstlervereinigung Russlands. Künstler wie Ilja Repin, Viktor Wasnezow und Iwan Schischkin organisierten ab 1870 in ganz Russland Wanderausstellungen mit Motiven aus dem Leben der einfachen Bevölkerung. Die Arbeiten der Gruppe standen für ein erwachendes Heimatgefühl, griffen aber auch sozialkritische Aspekte auf.

weitere Gnosen
Szene aus dem Film Kin-dsa-dsa! (All rights reserved)