Betrug lautet der Vorwurf gegen den Starregisseur Kirill Serebrennikow. Da gibt es flammende Verteidiger genauso wie zweifelnde Kritiker. Während diese Debatte läuft, beschreibt Andrei Movchan vom Moskauer Carnegie Center, warum es fast unmöglich sei, Business zu betreiben ohne dabei Gesetze zu brechen.
Wohnhäuser, Datschen, Gräber, alles wird in Russland eingezäunt, gerne auch blickdicht. Kommersant sinniert über den russischen Wunsch nach Abgrenzung, der, ausgerechnet, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seinen Lauf nahm.
Regisseur Kirill Serebrennikow steht unter Hausarrest. Ihm wird Betrug in Millionenhöhe vorgeworfen. Viele zweifeln an den Vorwürfen, es tobt eine Debatte, an der sich auch zahlreiche Prominente wie der Geiger Gidon Kremer, Autor Boris Akunin oder Regisseur Andrej Kontschalowski beteiligen: Warum ausgerechnet Serebrennikow? Soll hier ein Exempel statuiert werden? Und wer steckt dahinter?
Perestroika, Angliederung der Krim und die Folgen: Vladimir Sorokin, eine der schlagkräftigsten Stimmen der russischen Literatur, nimmt im Interview mit Kommersant-Ogonjok die post-sowjetische Gesellschaft, Politik und Literatur auseinander. Es bleibt nicht viel übrig.
Das Historiendrama Matilda sorgte bereits vor der für Oktober 2017 geplanten Veröffentlichung für Furore: Der Film von Regisseur Alexej Utschitel thematisiert eine voreheliche Liason des künftigen Zaren Nikolaus II. Lautstarker Protest kommt vor allem von…
Der Film Matilda ist noch gar nicht in den Kinos. Weil Kritiker Sturm dagegen laufen, ist die für Oktober anstehende Premiere schon jetzt in Russland zum wahrscheinlich größten Kulturereignis des Jahres avanciert. Nun gab das Kulturministerium die Freigabe – das ließ den Streit um das Historiendrama um Zar Nikolaus II. hochkochen.
Es gibt ein groß inszeniertes Talk-Duell und Politologe Wladimir Pastuchow seziert es für republic nach Maß. Heraus kommt eine handliche Typologie russischer Sichtweisen auf die Politik.
Schlechte Zeiten gab es immer mal. Doch diesmal war es das Ende für das Nickelwerk von Resh. Einst machte es die Stadt am Ural zu einem bedeutenden Industriezentrum. Heute ist davon nicht viel geblieben, weder das Werk, noch eine Perspektive, schreibt Victoria Ivleva in einer Reportage für Takie Dela – und dokumentiert den Abschied auch in Bildern.
Oft wird er als Russlands Unruheregion, als „inneres Ausland“ bezeichnet: der Nordkaukasus. Soziologe Denis Sokolow macht im Interview aber viele Gemeinsamkeiten mit anderen russischen Regionen aus. Unterschiede gebe es vor allem innerhalb der Region selbst, die von Dagestan über Tschetschenien bis Karatschai-Tscherkessien reicht.
Seit Anfang Juli läuft die Kultkomödie in restaurierter Fassung in russischen Kinos. Matthias Schwartz über den wohl merkwürdigsten Wurf in der sowjetischen Filmgeschichte: Punk trifft Wüste, dazu ein Schuss Satire in Kombination mit Science-Fiction – der Film Kin-dsa-dsa! lässt die Helden in die Welt eines fremden Planeten eintauchen, der den sowjetischen Alltag in einer grotesken Szenerie verwurstet, an ökologischen wie kulturkritischen Topoi gleichermaßen kratzt und sich um all das zugleich kein bisschen schert.