Aggressor, Machtmensch, Friedensmittler: Alexander Lukaschenko ist jetzt schon tief in den Krieg Russlands gegen die Ukraine verstrickt. Dennoch windet er sich in dieser scheinbar ausweglosen Situation zwischen verschiedenen Rollen. Eine Auswahl an Stimmen aus belarussischen Medien zu Lukaschenkos möglichen Zielen und Strategien und seiner fatalen Abhängigkeit vom Kreml – der meistgelesene Text im Belarus-dekoder 2022.
Ringsherum Imitation und Fassade: Maxim Trudoljubow über eine Welt der Lüge, mit der Putin sich selbst und sein Land vergiftet habe und nun die Ukraine in eine Katastrophe stürzt.
Putin verkennt die gesellschaftlichen Realitäten in der Ukraine, meint Artyom Shraibman. Auf seinem Telegram-Kanal erklärt der belarussische Politikanalyst, warum der „Entnazifizierungs“-Plan von vornherein realitätsfern war – mit nun immer fataleren Folgen.
Über Russlands Krieg gegen die Ukraine sammelt dekoder hier als Leseempfehlungen unterschiedliche Analysen, Artikel und Hintergründe aus russischen, ukrainischen, belarussischen, deutschen und englischen Medien.
Von Anfang März bis Ende April 2022 erzählte Mila Teshaieva auf dekoder aus ihrer Heimatstadt im Krieg – einer der meistgelesenen Beiträge im Russland-dekoder 2022 (Platz 3).
Wird der Druck von innen, der Unmut in Gesellschaft und Elite einen kritischen Moment erreichen – je länger der Krieg dauert und je stärker die Sanktionen wirken? Zwei Experten-Einschätzungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und eine gemeinsame Hoffnung.
Der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevič wendet sich in einem offenen Brief an die Ukraine gegen die Anfeindungen, die den Belarussen im Zuge des Krieges entgegengebracht werden – weil Alexander Lukaschenko sein Land als Aufmarschgebiet hergibt.
Es ist Tag acht in Putins Krieg gegen die Ukraine. Bei aller Ohnmacht müssen alle jetzt herausfinden, wo die eigene Verantwortung liegt – und was nötig ist, um weiter mit sich leben und in den Spiegel schauen zu können. Der russische Soziologe Grigori Judin im Meduza-Interview.
Mit einfachen Worten und einer Entschuldigung gegenüber der Ukraine sorgte Oleg Anissimow, ein russischer Delegierter der UN-Klimakonferenz, für Aufsehen – weil ein westlicher Journalist Anissimows Worte aus einem geschlossenen Online-Meeting öffentlich machte. Mit Meduza spricht er über die Geschichte hinter der Nachricht, Schuld, Angst und Verantwortung.
„Die Zukunft ist dort, wo ich einen eigenen Namen habe.“ – Die belarussische Lyrikerin Hanna Komar fragt sich in ihrem Essay, wie man eine Idee von Zukunft in einer existentiellen Situation sprachlich adäquat einfangen kann.