Gnosen

Unsere Gnosen sind Hintergrundtexte, die ein spezifisches Thema oder Phänomen knapp, lesbar und wissenschaftlich fundiert erklären und zitierbar sind. Gnose kommt vom griechischen gnosis – Erkenntnis. Und das ist es, was unsere Gnosen liefern sollen. Etwa wie in Diagnose oder Prognose.  

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Gleichzeitig ist die Gnose ein eigenes dekoder-Format: ein Wort, das wir erfunden haben und das sich bei uns fest eingebürgert hat. Mit ihm bezeichnen wir diese besondere Textform, die es in dieser Kombination – journalistisch zugänglich, wissenschaftlich fundiert, in enger Zusammenarbeit mit Forschenden – nur bei dekoder gibt. Gnosen sind so etwas wie unser Markenzeichen, ein Stück „dekoder-Sprache“.  

Darum sind Gnosen für uns mehr als nur „Hintergrundtexte“: Sie stehen für die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, für die Qualität und Glaubwürdigkeit von dekoder – und für das kleine Stück Magic, das unser Projekt von Anfang an geprägt hat. 

Editorial: Gnose und Gnu


  • Gnose

    Die Massenerschießungen von Katyn

    Im Frühjahr 1940 töteten Angehörige des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) auf Befehl des Politbüros mehrere Tausend polnische Offiziere in der Nähe des Dorfes Katyn unweit der russischen Stadt Smolensk. Die Massenerschießungen waren Teil einer von Stalins Politbüro angeordneten Aktion gegen polnische Kriegsgefangene. Die deutsche Wehrmacht entdeckte das Massengrab im April 1943 und missbrauchte das Ereignis für eine große anti-sowjetische Propagandakampagne.

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  • Gnose

    Monumentale Propaganda

    Nach der Oktoberrevolution 1917 erkannte Lenin die Bedeutung der symbolischen Besetzung von Raum und Zeit. Im April 1918 unterzeichnete er das Dekret über Monumentalpropaganda, die fortan den öffentlichen Raum prägen sollte. Zu Propagandazwecken ließ Stalin Denkmäler von sich selbst schon zu Lebzeiten aufstellen. Nach seinem Tod wurden die meisten der Denkmäler und Bilder gestürzt. Auch im Zuge der Perestroika gab es in den (ehemaligen) Ländern der Sowjetunion zahlreiche Denkmalstürze.

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  • Gnose

    Tschetschenien

    Das russische Föderationssubjekt Republik Tschetschenien liegt im Nordkaukasus, zwischen Inguschetien im Westen und Dagestan im Osten. Die islamisch geprägte Republik ist nach einer kurzen Zeit der Unabhängigkeit und zwei Kriegen Teil Russlands. Sie umfasst ein Territorium von 15.600 Quadratkilometern und ist damit etwa so groß wie Thüringen. Nach offiziellen Angaben leben rund 1,3 Millionen Menschen in Tschetschenien. Die Republik ist eine der ärmsten Regionen Russlands und eine mit den massivsten Verstößen gegen Menschenrechte. Als Oberhaupt der Republik ist seit 2007 Ramsan Kadyrow im Amt.

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  • Gnose

    Erinnerung an den Afghanistan-Krieg

    Auf dem Höhepunkt der Perestroika 1989 zogen die letzten sowjetischen Truppen aus Afghanistan ab. Seither durchlebte die Erinnerung an den Krieg eine rasante Verwandlung. Erst als moralische und politische Fehlentscheidung verurteilt, ist drei Jahrzehnte später eine Umdeutung der Intervention zu konstatieren, die auf Betreiben des Staates beruht.

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  • Gnose

    Kurilenkonflikt

    Der Kurilenkonflikt zwischen der Sowjetunion beziehungsweise Russland und Japan schwelt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Japan beansprucht die vier Südinseln des Kurilen-Archipels, die die Sowjetunion damals zu ihrem Hoheitsgebiet erklärte. Die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen den beiden Ländern wird seitdem von dem Streit um die vier Pazifikinseln verhindert. Der Disput hemmt letztlich auch eine enge strategische Partnerschaft und ökonomische Kooperation beider Länder, deren Potential als sehr hoch eingeschätzt wird.

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  • Gnose

    Sowjetnostalgie und Stalinkult

    Die Zahl der Russen, die den Verlust der Sowjetunion bedauern, liegt derzeit bei 66 Prozent. Das zeigen aktuelle Umfragen des Lewada-Zentrums. Offensichtlich birgt die Sowjetära mit ihren utopischen Zielsetzungen angesichts des seit Jahren stagnierenden russischen Alltags Sehnsuchtspotenzial. Spätestens seit Mitte der 2000er Jahre ist die Sowjetnostalgie außerdem Teil des patriotischen Projekts Russlands, den verlorenen imperialen Status wiederzugewinnen.

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  • Gnose

    Butowski Poligon

    Der Butowski Poligon (dt.  Schießplatz Butowo) war während des Großen Terrors unter Stalin ein Massenerschießungs- und Begräbnisort. Mindestens 20.760 Menschen wurden hier im Süden Moskaus erschossen und verscharrt, darunter viele Geistliche. In den 1990er Jahren avancierte Butowo zu einem Erinnerungsort russisch-orthodoxer Prägung, an dem die kirchliche Interpretation einer antistalinistischen Erinnerungspolitik deutlich wird.

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    Blokadniki

    Blokadniki ist eine Bezeichnung für die Opfer und die Überlebenden der Leningrader Blockade. Während der Belagerung der Stadt vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 durch die deutsche Wehrmacht kamen über eine Million Leningrader ums Leben. Die meisten Menschen verhungerten oder erfroren, viele starben im Bomben- und Artilleriebeschuss.

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  • Gnose

    Nord Stream 2

    Nord Stream 2 (NS2) war ein Pipeline-Projekt des gleichnamigen Konsortiums aus dem Mehrheitseigner Gazprom und fünf europäischen Partnern. Die Ostseepipeline sollte 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland transportieren. Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine stoppte die Bundesregierung im Februar 2022 die Inbetriebnahme. Ende September 2022 schlugen die Nord Stream-Stränge Leck – die EU geht von Sabotage aus.

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    Moskauer Staatliche Lomonossow-Universität

    Die Staatliche Universität Moskau ist eine klassische Volluniversität. Sie ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste und renommierteste Hochschule Russlands. Abgesehen von ihrer unangefochtenen Bedeutung für das Bildungssystem spielte sie immer wieder auch politisch eine wichtige Rolle und prägt zudem das architektonische Stadtbild Moskaus.

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    Sergej Sobjanin

    Sergej Sobjanin (geb. 1958) ist seit 2010 Bürgermeister der Stadt Moskau. Er gilt als „Mann Putins“, wurde von diesem im Jahr 2000 zum Generalgouverneur des Gebiets Ural ernannt und setzte von dort seine politische Karriere fort. Als Bürgermeister Moskaus setzte er teilweise die Bauprojekte seines Vorgängers Juri Luschkow aus, dem Korruption vorgeworfen wurde. Sobjanin gründete eine große, von der Moskauer Regierung kontrollierte Medienholding. Im Vergleich zu seinem Vorgänger gilt er als Reformer.

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  • Gnose

    ✵ Neujahr ✵ Новый год ✵

    Ein geschmückter Tannenbaum mit wechselvoller Geschichte, ein überquellender Festtagstisch und der Fernseher als ständiger Begleiter: Das russische Neujahrsfest versammelt besinnliche und kuriose Traditionen aus verschiedenen Epochen. Nachdem Peter I. versucht hatte, erste Traditionen zum Jahreswechsel zu begründen, hielten im 19. Jahrhundert die europäischen Weihnachtsbräuche in Russland Einzug. Von den Bolschewiki als bürgerlich geschmäht und gleich darauf wieder zum Leben erweckt, verbanden sie sich mit dem konfessionsübergreifenden Neujahrsabend zu einem vergnüglichen, unverwechselbaren Fest.

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