Gnosen

Unsere Gnosen sind Hintergrundtexte, die ein spezifisches Thema oder Phänomen knapp, lesbar und wissenschaftlich fundiert erklären und zitierbar sind. Gnose kommt vom griechischen gnosis – Erkenntnis. Und das ist es, was unsere Gnosen liefern sollen. Etwa wie in Diagnose oder Prognose.  

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Gleichzeitig ist die Gnose ein eigenes dekoder-Format: ein Wort, das wir erfunden haben und das sich bei uns fest eingebürgert hat. Mit ihm bezeichnen wir diese besondere Textform, die es in dieser Kombination – journalistisch zugänglich, wissenschaftlich fundiert, in enger Zusammenarbeit mit Forschenden – nur bei dekoder gibt. Gnosen sind so etwas wie unser Markenzeichen, ein Stück „dekoder-Sprache“.  

Darum sind Gnosen für uns mehr als nur „Hintergrundtexte“: Sie stehen für die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, für die Qualität und Glaubwürdigkeit von dekoder – und für das kleine Stück Magic, das unser Projekt von Anfang an geprägt hat. 

Editorial: Gnose und Gnu


  • Gnose

    Bantiki – Haarschleifen

    Die riesigen weißen bantiki, die Haarschleifen sowjetischer Schülerinnen waren Ikonen einer idealisierten sowjetischen Kindheit. Wie die Blumensträuße für die Lehrerinnen gehören sie auch heute noch zu den Bildern des ersten Schultags, dem 1. September.

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  • Gnose

    Sowjetische Schuluniformen – Normierung und Eigensinn

    Die sowjetische Schuluniform gab es nicht. Und neben dem Überstülpen staatlicher Werte eröffneten die Uniformen auch Möglichkeiten der Abgrenzung: nämlich das Spiel mit Varianten entlang der Grenzen. Man konnte Uniformen aus anderen Republiken anziehen, die Accessoires variieren und die Uniform auf lässige Weise tragen, um Coolness zu demonstrieren und die Lehrer zu provozieren. 

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    Soligorsk

    Soligorsk (belarussisch: Salihorsk) ist eine Stadt in Belarus mit etwa 106.000 Einwohnern. Die Monostadt wurde ab 1958 für die Arbeiter des ebenfalls neu gegründeten Kalibergwerks errichtet und zählt heute zu den wohlhabendsten Städten des Landes. Der Kalibergbau und die damit verknüpften Wirtschaftszweige befinden sich nach wie vor in Staatsbesitz. Sie stellen eine wichtige Stütze der Staatsfinanzen sowie der Macht von Alexander Lukaschenko dar.

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    Die Brester Festung

    Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann auch die Schlacht um die Brester Festung. Der Widerstand der Besatzung ist in Russland und Belarus bis heute zentraler Bestandteil der Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg”. Allerdings ist die Überlieferung der Ereignisse stark ideologisch geprägt, wodurch das Geschehene nur selektiv erinnert wird und Fakten verzerrt werden.

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    Viktor Scheiman

    Viktor Scheiman gilt als graue Eminenz der belarussischen Politik und rechte Hand Alexander Lukaschenkos. Fast alle wichtigen politischen Ämter des Landes hatte er einmal inne. Im Juni 2021 trat er überraschend zurück. Was bleibt sind die Spekulationen um seine Verwicklungen in politische Morde, Waffenhandel und zwielichtige Devisengeschäfte.

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    Jüdisches Leben in Belarus bis 1917

    Bereits seit dem Mittelalter waren die belarussischen Gebiete Heimat zahlreicher Juden. Über die Jahrhunderte erlebten sie hier ein „goldenes Zeitalter“ und das Aufblühen des jüdischen Geisteslebens, aber auch Diskriminierung, Armut und Pogrome. Bis zum Holocaust waren zahlreiche belarussische Städte stark jüdisch geprägt.

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    Deutscher Überfall auf die Sowjetunion

    Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion. Somit fing der Große Vaterländische Krieg an – der im Nachhinein siegreiche Verteidigungskampf der Sowjetunion gegen die nationalsozialistischen Aggressoren. Innerhalb weniger Wochen drangen die Wehrmachttruppen weit auf das sowjetische Territorium vor, es fielen über 236.000 Sowjetsoldaten, während mehr als zwei Millionen in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten. Das „Unternehmen Barbarossa“ und der Blitzkrieg konnten jedoch nicht realisiert werden. Bereits im Herbst kamen die Truppen vor Moskau zum Stehen. 

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    NATO-Russland Beziehungen

    Die Beziehungen zwischen der NATO zu Russland standen von Anfang an unter keinem guten Stern. Der erste Generalsekretär der NATO, Hastings Ismay, brachte es in den 1950er Jahren auf die kurze Formel: „to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“. Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme in Osteuropa stand zeitweise jedoch sogar eine russische NATO-Mitgliedschaft im Raum. Die frühen 1990er Jahre waren von schwierigen Diskussionen geprägt, bei denen einerseits Beitrittswünsche osteuropäischer Staaten und andererseits russische Empfindlichkeiten berücksichtigt werden mussten. Letztlich setzte sich die Linie des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton durch, der eine Osterweiterung der NATO befürwortete. Heute sind die Beziehungen zwischen der NATO und Russland stark angespannt. 

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    Ales Adamowitsch

    Ales Adamowitsch (1927–1994) war ein sowjetischer und belarussischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Literaturwissenschaftler und Menschenrechtler. Er lehrte unter anderem belarussische Literatur in Minsk und an der Lomonossow-Universität Moskau. Adamowitschs Werke wurden zum Teil in andere Sprachen übersetzt, er gilt als Klassiker der belarussischen Literatur.

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  • Gnose

    Chatyn

    Chatyn war ein nordöstlich von Minsk gelegenes belarussisches Dorf, das 1943 von der SS niedergebrannt wurde. Dabei starben mindestens 150 Zivilisten. Chatyn wurde nie wieder aufgebaut und ist bis heute eines der wichtigsten Symbole des deutschen Vernichtungskrieges in Belarus. 1969 wurde am Ort des ehemaligen Dorfes eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die NS-Verbrechen errichtet.

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    Wassil Bykau

    Wassil Bykau (1924–2003) war ein sowjetisch-belarussischer Schriftsteller. Als Rotarmist kämpfte er im Zweiten Weltkrieg, der auch im Zentrum seines Werkes steht. Dabei widmete er sich nicht der Heroisierung des Krieges, sondern den moralischen Dilemmata der Soldaten und dem Überlebenskampf der Zivilbevölkerung. Seine auf Belarussisch verfassten Erzählungen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Während der Perestroika setzte sich Bykau für eine unabhängige und demokratische Republik Belarus ein. Aufgrund von Repressionen emigrierte er 1997 nach Westeuropa. 

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  • Gnose

    Erinnerung an den Holocaust im heutigen Russland

    Zahlreiche sowjetische Jüdinnen und Juden fielen dem Holocaust zum Opfer, Soldaten der Roten Armee zählten zu den ersten, die das Grauen der Konzentrationslager dokumentierten. Dennoch spielte der Holocaust nach 1945 keine Rolle in der sowjetischen Kriegserinnerung. Im heutigen Russland ist der Umgang mit dem Holocaust vom sowjetischen Erbe, aber auch von aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen geprägt. 

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