Gnosen

Unsere Gnosen sind Hintergrundtexte, die ein spezifisches Thema oder Phänomen knapp, lesbar und wissenschaftlich fundiert erklären und zitierbar sind. Gnose kommt vom griechischen gnosis – Erkenntnis. Und das ist es, was unsere Gnosen liefern sollen. Etwa wie in Diagnose oder Prognose.  

mehr über Gnosen

Gleichzeitig ist die Gnose ein eigenes dekoder-Format: ein Wort, das wir erfunden haben und das sich bei uns fest eingebürgert hat. Mit ihm bezeichnen wir diese besondere Textform, die es in dieser Kombination – journalistisch zugänglich, wissenschaftlich fundiert, in enger Zusammenarbeit mit Forschenden – nur bei dekoder gibt. Gnosen sind so etwas wie unser Markenzeichen, ein Stück „dekoder-Sprache“.  

Darum sind Gnosen für uns mehr als nur „Hintergrundtexte“: Sie stehen für die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, für die Qualität und Glaubwürdigkeit von dekoder – und für das kleine Stück Magic, das unser Projekt von Anfang an geprägt hat. 

Editorial: Gnose und Gnu


  • Gnose

    Odessa

    Odessa ist eine Stadt im Südwesten der Ukraine am Schwarzen Meer. Gegründet nach dem Russisch-Türkischen Krieg (1787–1792) im Jahre 1794 von Katharina der Großen entwickelte sich Odessa im 19. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Handelsstädte Europas, zum zentralen Getreidehafen des Russischen Reiches und zum kulturellen Schmelztiegel. Die Stadt ist stark von Multikulturalität und Mehrsprachigkeit sowie von ihrer gewaltvollen Geschichte geprägt.

    Von

  • Gnose

    Der Vertrag von Rapallo 1922 – Ein deutsch-(sowjet)russisches Jahrhundert-Abkommen

    Der Vertrag von Rapallo ist ein 1922 zwischen Deutschland und Sowjetrussland geschlossenes Abkommen, mit dem die beiden Länder nach dem Ersten Weltkrieg diplomatische Beziehungen aufnahmen und eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbarten. Der Vertrag stellte die Basis für die geheime militärische Kooperation beider Staaten dar und gehört zur Vorgeschichte des Hitler-Stalin-Paktes von 1939. Bis heute wird er als Chiffre für eine Annäherung von Deutschland an Russland zu Lasten anderer europäischer Staaten verstanden.

    Von ,

  • Gnose

    Noworossija – historische Region und politische Kampfvokabel

    Als Noworossija (dt. Neurussland) bezeichnet die russische Seite häufig den Südosten der Ukraine. Der Begriff wird auf unterschiedliche Gebiete angewandt, meistens werden aber darunter Territorien verstanden, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Katharina der Großen durch Russland erobert wurden. Im Zuge der Ukraine-Krise begannen die russischen Unterstützer der Separatisten diesen Begriff zu nutzen, um die sich abspaltenden Gebiete zu bezeichnen und diesen eine stärkere russische Identität zu verleihen.

    Von

  • Gnose

    Die belarussische Diaspora: Erneuerte Solidarität

    Über Jahrhunderte hat sich in zahlreichen Ländern eine belarussische Diaspora herausgebildet. Auch mit dem Krieg in der Ukraine sind auch viele Belarussen, die sich in Kiew oder anderen ukrainischen Städten etwas neu aufgebaut hatten, wieder auf der Flucht. Die ersten Auswanderungswellen aus dem belarussischen Kulturraum gab es bereits zu Zeiten des Großfürstentums Litauen. Seither haben politische Wirren, Kriege, autokratische Herrschaften, aber auch wirtschaftliche Notzeiten zu weiteren Migrationsbewegungen geführt. Dass Zehntausende  nach dem politischen Krisenjahr von 2020 ihr Land verlassen haben, ist in der Geschichte des unabhängigen Belarus bisher beispiellos. Das gab der Diaspora als politische Kraft völlig neuen Auftrieb. 

    Von

  • Gnose

    Die Geschichte der NATO-Osterweiterung

    Insgesamt gab es drei Runden der NATO-Osterweiterung: 1999 traten Tschechien, Polen und Ungarn bei. 2004 wurden Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Slowenien aufgenommen. Im Jahr 2009 wurde der Beitritt Kroatiens und Albaniens vollzogen. Russland sieht in diesen Beitritten eine Verletzung von Abmachungen. Die USA und die NATO betrachten die Erweiterungsrunden im Einklang mit der NATO-Russland-Grundakte – einer völkerrechtlichen Absichtserklärung, die vor allem die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen regelt.

    Von

  • Gnose

    Kaljady

    Als Kaljady (каляды) wird in Belarus und bei anderen slawischen Völkern die Zeit zwischen dem 25. Dezember und 6. Januar (mitunter bis zum 14. Januar) bezeichnet, in der sich heidnische und christliche Rituale und Glaubensvorstellungen zu einer besonderen Art des Weihnachtsfestes vermengt haben. 

    Von

  • Gnose

    Russlands Passportisierung des Donbas

    Passportisierung gilt als eine in großem Maßstab betriebene extraterritoriale Einbürgerung von Einwohnern eines Staates durch einen anderen Staat. Seit 2002 hat Russland tausende Menschen in Abchasien, Südossetien und Transnistrien passportisiert. Eine „Verhinderung von Genozid“ an schätzungsweise 530.000 passportisierten Menschen im Donbas diente dem Kreml im Februar 2022 als einer der Vorwände für den russischen Krieg gegen die Ukraine.

    Von

  • Gnose

    Maly Trostenez

    Maly Trostenez (belarus. Maly Traszjanez) war die größte NS-Vernichtungsstätte in den von Deutschen besetzten Gebieten der Sowjetunion. Der Name bezeichnet eigentlich ein Dorf in Belarus, doch steht er im historischen Kontext auch für drei Tatorte des nationalsozialistischen Mordens zwischen 1941 und 1944 unweit von Minsk. Viele zehntausende Jüdinnen und Juden wurden dort getötet, außerdem zivile Geiseln, Insassinnen und Insassen der Minsker Gefängnisse, darunter Untergrundkämpfer, Partisanen- und Widerstandsverdächtige, ebenso erkrankte Häftlinge. Seit Ende der Sowjetunion entwickelt sich ein gesamteuropäischer Gedenkort, der bislang allerdings von der sowjetischen Gedenkkultur überformt bleibt.

    Von ,

  • Gnose

    Memorial

    Memorial ist eine unabhängige, international aktive russische Menschenrechtsorganisation mit zahlreichen, teils eigenständigen Zweigstellen und Organisationen. Ihre Ziele sind die historische Aufarbeitung politischer Repressionen und soziale Fürsorge für Überlebende sowjetischer Zwangsarbeitslager (Gulag) sowie die Wahrung und Durchsetzung von Menschenrechten in Russland. 2016 als „ausländischer Agent“ gebrandmarkt, 2021 von Russlands Oberstem Gericht aufgelöst. Am 9. April 2026 von Moskau als „extremistische Organisation“ eingestuft.

    Von

    Zehntausende unterstützten die Unterschriftenaktion zur Gründung von Memorial und die damit verbundene Forderung nach einem angemessenen Gedenken / Foto – Kundgebung in Moskau 1988/© Archiv Memorial Moskau, M1_141a
  • Gnose

    Erste Russische Kunstausstellung in Berlin

    Die Erste Russische Kunstausstellung wurde 1922 in der Berliner Galerie van Diemen gezeigt. Noch heute gehört sie zu den bedeutendsten Ausstellungen des frühen 20. Jahrhunderts. Nach der Oktoberrevolution 1917 bot die Schau erstmals die Möglichkeit, sich im Westen einen umfassenden Eindruck über das künstlerische Schaffen des jungen Sowjetrusslands zu verschaffen. Die Ausstellung wurde vom Volkskommissariat für Bildungswesen organisiert und war kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Vertrag von Rapallo im Frühjahr 1922 auch ein politisches Signal an die Weimarer Republik. 

    Von

  • Gnose

    Die Beziehungen zwischen Belarus und der EU

    Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion bemüht sich die EU um pragmatische Beziehungen zu Belarus. Und auch in Belarus gab es Phasen der Annäherung an den westlichen Partner. Doch seit der Niederschlagung der Proteste im Herbst 2020 befinden sich die Beziehungen an einem historischen Tiefpunkt.

    Von