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Lenin-Mausoleum

Es war für jeden Sowjetbürger geradezu eine Pflicht, einmal im Leben eine Pilgerfahrt nach Moskau zu unternehmen. Dort erwartete ihn ein fest etablierter Kanon an Sehenswürdigkeiten: Der Rote Platz, die gut gefüllten Schaufenster der Geschäfte, die schönste Metro der Welt, das märchenhafte Ausstellungsgelände der WDNChIn den 1930er Jahren als Landwirtschaftsausstellung in Moskau angelegt, wurde die Schau 1959 zur dauerhaften Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft der UdSSR. Auf dem weitläufigen Gelände der WDNCh stellten sich die Teilrepubliken in Pavillons vor – es  entstand ein idealtypisches Abbild des Staates im Kleinen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Areal zunächst als Vergnügungspark und für den Verkauf von Konsumgütern genutzt, bis es 2014 unter Denkmalschutz gestellt wurde. und das zentrale Heiligtum: LeninNach der Februarrevolution, die zur einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Arbeiter- und Soldatensowjet geführt hatte, fixierte sich Lenin auf den gewaltsamen Sturz der Provisorischen Regierung. Die bolschewistische Partei wurde zum Anziehungspunkt für alle unzufriedenen, radikalen und anarchistischen Elemente, die durch die revolutionären Ereignisse aufgewühlt worden waren. Nach dem misslungenen Juliaufstand nutzte Lenin die politische Krise und das Machtvakuum aus, um seine Strategie des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 zu verwirklichen.  in seinem gläsernen Sarg. Im Herzen Russlands, dort, wo sich das alte Zentrum der orthodoxen KircheDie Russisch-Orthodoxe Kirche ist die christliche Kirche mit der größten Glaubensgemeinschaft in Russland. Prägend für ihr Verhältnis zum russischen Staat ist das von der byzantinischen Mutterkirche übernommene Ideal der Symphonie, d. h. einer harmonischen Beziehung zwischen Staat und Kirche. Vor 1917 galt die Orthodoxie neben der Autokratie und dem „Volk“, genauer: einem volksverbundenen Patriotismus, als eine der wichtigsten Stützen des russischen Staates und des Zarenreichs – eine Traditionslinie, die heute wieder wirksam scheint. und das neue Zentrum der weltlichen Macht befinden, steht das Lenin-Mausoleum als „Objekt zwischen Tresor und ägyptischer Pyramide, zwischen Kaaba und Tribüne oder Tempel und Sarg“.1 Davor bildete sich Tag für Tag die berühmteste Schlange des Sowjetreichs. Auch wenn sich heute viele in Russland für ein Begräbnis des Revolutionsführers aussprechen, stellen sich die Menschen immer noch an, um ihn zu sehen.

Zu Beginn gab es ein Holzmausoleum, hier im Jahr 1925. / Foto © Bundesarchiv unter CC-BY-SA 3.0

Seit 1921 war Wladimir Iljitsch Lenin (eigentlich Uljanow, 1870–1924) schwer krank und seit 1923 nicht mehr arbeitsfähig. Er lebte abgeschirmt von der Öffentlichkeit und kontrolliert durch die Parteispitze in Gorki unweit von Moskau. Bereits zu Lebzeiten setzte der Kult um Lenin ein und es wurde ihm jenes Charisma zugeschrieben, das über den Tod hinaus wirken sollte.2

So wurde er zu einem Monument stilisiert, durch Plakatkampagnen mit seinem Bild als Führungsfigur, die Herausgabe seiner gesammelten Werke sowie durch ein 1923 gegründetes Lenin-Institut mit angegliedertem Museum, für das bereits vor seinem Ableben Reliquien gesammelt wurden. Das fiel auf die Zeit der politischen Wende, in deren Zuge Stalin zur Macht gekommen war. Die Entstehung des Lenin-Kults wurde von ihm als Strategie benutzt: So wurde die Zeit angehalten, Wandel ausgeblendet und Identität geschaffen. Daher, so die These des Historikers Benno Ennker, blieb das Bild des charismatischen Führers unberührt vom tatsächlichen Niedergang seiner Macht, der bedingt war durch die lange Krankheit und die Machtkämpfe innerhalb der Parteiführung.3

Abschied von Iljitsch

Nach Lenins Tod am 22. Januar 1924 wurde eine Beisetzungs-Kommission unter der Leitung von Feliks DsershinskiFelix Dserschinski (1877–1926) war ein russischer Revolutionär und sowjetischer Politiker. 1917 gründete er die WeTscheKa – eine Behörde für Staatssicherheit, deren Abkürzung Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage bedeutet. In den folgenden Jahren leitete er die Staatssicherheit bzw. das Innenministerium. Wie kaum ein anderer steht der Name Dserschinski für das sowjetische Machtinstrument des Staatssicherheitsdienstes. Der Sturz seines Denkmals vor dem KGB-Gebäude an der Moskauer Lubjanka im Jahr 1991 gilt als eines der wichtigsten politischen Symbole der frühen 1990er Jahre.j eingerichtet, die die Staatstrauer organisieren sollte. Ihre wichtigste Aufgabe war die massenhafte Mobilisierung der Bevölkerung zum „Abschied von Iljitsch“.4 Tatsächlich kamen eine Million Menschen, und das Defilee an Lenins Sarg beeindruckte und begeisterte die Parteiführung. Dieses Erlebnis sollte, gegen den Widerstand der Witwe und einiger Parteifunktionäre, durch die Errichtung eines Mausoleums verstetigt werden.

Das provisorische hölzerne Mausoleum wurde vom Architekten Alexander Schtschusew auf dem Roten Platz in Eile aufgebaut, in dem der ebenso provisorisch einbalsamierte Leichnam am 27. Januar 1924 feierlich beigesetzt wurde. Mitte März entschied sich das Politbüro, den Körper langfristig zu konservieren und auszustellen. In der Zeitungsdebatte wurde der Anspruch formuliert, das Mausoleum solle in seiner Bedeutung für die Menschheit Mekka und Jerusalem überflügeln und für die Ewigkeit ausgerichtet sein.5

Im selben Jahr projektierte Schtschusew einen neuen Bau aus Eichenholz, der bereits die Grundformen des späteren steinernen Mausoleums und eine integrierte Tribüne auf dem Dach aufwies.6 Das definitive Mausoleum, das am 12. Oktober 1930 eingeweiht wurde, behielt die Grundform bei, vergrößerte jedoch das Volumen auf das Vierfache. Der Bau besteht aus einem mit Ziegelsteinen ausgefachten Betonskelett, das mit Steinen aus allen Landesteilen verkleidet ist: Granit, Prophyr, Quarzit, Gabronorit, Marmor, Labrador und Labradorit. Über dem Eingang liegt ein 60 Tonnen schwerer Block aus Labrador, in den mit rotem Porphyr der Name Lenin eingefügt ist. Der Sarkophag im Innern ruht auf einem zweiten Monolith aus Labrador.7 1946 wurde auf dem Mausoleum die Tribüne eingerichtet, von der aus die Partei- und Staatsspitzen fortan die Paraden abnahmen, außerdem die seitlichen Tribünen. Unsichtbare Veränderungen waren eine in den Sechzigerjahren eingebaute Toilettenanlage für die Politbüro-Mitglieder und eine Rolltreppe in den 1970er für den alternden BreshnewLeonid Breshnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und prägte als erster Mann im Staat fast zwei Jahrzehnte lang das Geschehen der Sowjetunion. Seine Herrschaft wird einerseits mit einem bescheidenen gesellschaftlichen Wohlstand assoziiert, gleichzeitig jedoch auch als Ära der Stagnation bezeichnet..8

Der Lenin-Kult

Das auf Ewigkeit angelegte Mausoleum wurde sofort zum Mittelpunkt des Lenin-Kultes, sekundiert von neuen Formen der Verewigung und Verehrung. Ein ganzer Kosmos von Ritualen entstand: Lenin-Abende, -Gedenktage, -Abzeichen, -Legenden und Lenin-Ecken, die in den Wohnungen die Stelle der IkonenDie Ikonenverehrung ist ein zentrales Element der orthodoxen Glaubenspraxis. Als Kultbilder der orthodoxen Kirchen zeigen sie Christus, die Gottesmutter Maria und andere Heilige, zuweilen auch biblische Szenen. Um nach traditioneller Praxis verehrt werden zu können, muss eine Ikone von der Kirche geweiht sein. Durch die Ikone gelangen Gläubige in einen direkten Kontakt mit den dargestellten Heiligen und indirekt auch zu Gott.-Ecken einnahmen. Lenin diente als Ursprung einer politischen Tradition. Die Reliquie im Schrein scheint auf den ersten Blick eine gute Illustration der Theorie von der „politischen Religion“9 zu sein.

 
1932, die Warteschlange vor dem Lenin-Mausoleum

Die Bemühungen der Sowjetmacht um Modernisierung und wissenschaftlichen Fortschritt hatten immer auch magische Züge. Die von Lenin auf den Weg gebrachte Kampagne zur Elektrifizierung des ganzen Landes wurde zugleich als Aufbruch in die Moderne und als metaphysische Erleuchtung inszeniert. Biologen und Physiologen arbeiteten daran, den Menschen zu verbessern, das Leben zu verlängern und Tote wiedererwecken zu können. So wurde auch von manchen Zeitgenossen die Konservierung Lenins und seine Ruhe im gläsernen Sarg als Vorbote seiner Auferstehung verstanden.10

Konservierung vs. Kultivierung

Lenins unsterblicher Körper repräsentierte den Leninismus als ewige Wahrheit und damit die Legitimation der Herrschaft der Kommunistischen Partei. Was der „Leninismus“ war, wurde allerdings in jeder sowjetischen Periode neu definiert. Der Antropologe Aleksei YurchakAlexei Yurchak (geb. 1960) ist ein außerordentlicher Professor für Kulturanthropologie an der Universität von Kalifornien, Berkeley. In seinem 2005 erschienenen Buch Everything was Forever, Until it was no More: The Last Soviet Generation zeigte er auf, dass der vorherrschende öffentliche Diskurs in der Sowjetunion – entgegen der häufigen Annahme – durchaus Zwischenräume bot, in denen sich alternative Lebensweisen entwickeln konnten. Das Buch gibt es seit 2014 auch auf Russisch. geht im Zusammenhang mit dieser Elastizität auf die Beschaffenheit von Lenins einbalsamiertem Körper ein. Dieser sei ein work in progress, da die Leiche nicht konserviert, sondern kultiviert wird. Es handelt sich zwar um die Leiche, aber im Bemühen um ihre „Kultivierung“  wurden immer wieder Teile ausgetauscht und rekonstruiert, so dass es sich um ein hybrides Zwischending zwischen biologischer Leiche und Skulptur handelt, bestehend aus Biomasse und Kunststoffen. Ein zentrales Ergebnis des Prozesses ist die erstaunliche Beweglichkeit der Leiche. YurchakAlexei Yurchak (geb. 1960) ist ein außerordentlicher Professor für Kulturanthropologie an der Universität von Kalifornien, Berkeley. In seinem 2005 erschienenen Buch Everything was Forever, Until it was no More: The Last Soviet Generation zeigte er auf, dass der vorherrschende öffentliche Diskurs in der Sowjetunion – entgegen der häufigen Annahme – durchaus Zwischenräume bot, in denen sich alternative Lebensweisen entwickeln konnten. Das Buch gibt es seit 2014 auch auf Russisch. argumentiert, dass zwei Körper im Sarg liegen: der bewegliche, durch den Kultivierungsprozess laufend veränderte Körper, dessen Flexibilität für die Partei sichtbar war, während für die Massen die unbewegliche Leiche, der ewige Lenin, im Sarg lag.11

Die Hierarchie der Ruhestätten

Betrachtet man die „Metropole als Nekropole“12, so war der Rote Platz ein Friedhof, auf dem man weder rauchen noch sich hinsetzen durfte. Im Mausoleum selbst musste man den Hut abnehmen, durfte die Hände nicht in die Taschen stecken, nicht sprechen, fotografieren oder stehen bleiben. Der Eingang des Mausoleums wurde von zwei Wachen flankiert, die alle drei Stunden abgelöst wurden. In der Hierarchie der Moskauer Totenstätten folgen auf das Mausoleum die Grabstätten an der Kreml-Mauer. Im Schatten des Lenin-Mausoleums stehen hier die Büsten der wichtigsten Führer der kommunistischen Partei, später kamen die Angehörigen der Parteispitze hinzu: von Stalin (1878–1953)13 über Leonid BreshnewLeonid Breshnew war von 1964 bis 1982 Vorsitzender der KPdSU und prägte als erster Mann im Staat fast zwei Jahrzehnte lang das Geschehen der Sowjetunion. Seine Herrschaft wird einerseits mit einem bescheidenen gesellschaftlichen Wohlstand assoziiert, gleichzeitig jedoch auch als Ära der Stagnation bezeichnet. (1906–1982) bis Konstantin Tschernenko (1911–1985). Weiter an der Kremlmauer folgt eine Wand mit Urnengräbern, wo verdiente Heldinnen und Helden der SowjetunionHeld der Sowjetunion war die höchste Auszeichnung des Landes. Der Ehrentitel wurde 1934 eingeführt. Mit seiner Verleihung zeichnete der Staat insgesamt 12.776 Menschen für ihren Heroismus aus. Als Propaganda-Motiv sollte der Ehrentitel zur Nachahmung animieren. Seit den 1960er Jahren bekamen auch einige Städte die Auszeichnung Heldenstadt bestattet sind, darunter Lenins Frau Nadeshda KrupskajaNadeshda Krupskaja (1869–1939) war seit 1898 Lenins Ehefrau. Nach der Oktoberrevolution 1917 wirkte sie beim Aufbau proletarischer Jugendorganisationen mit und beteiligte sich an der Planung des sowjetischen Erziehungs- und Bildungssystems. (1869–1939), der Schriftsteller Maxim GorkiMaxim Gorki (1868–1936) war ein russischer Schriftsteller. Er verkehrte in revolutionären Kreisen und begründete 1905 die bolschewistische Zeitung Nowaja Shisn (dt. Neues Leben) mit, bei der Lenin als Chefredakteur arbeitete. Spätestens nach der Veröffentlichung seiner beiden Theaterstücke Der Kleinbürger (1902) und Nachtasyl (1904) wurde er in Russland so populär, dass die verschiedenen Versuche der politischen Führung, gegen ihn vorzugehen, immer wieder große Proteste auslösten. Ab 1913 kam es zwischen Gorki und Lenin zu Auseinandersetzungen über die Revolution und deren Ziele, die zu einer zeitweisen Emigration Gorkis aus Russland führten. Nach Lenins Tod wurde er 1927 offiziell als proletarischer Schriftsteller anerkannt. Seine Geburtsstadt Nishni Nowgorod wurde ihm zu Ehren 1932 in Gorki umbenannt, sein Werk Die Mutter sollte fortan als Vorbild für die neue sowjetische Literatur dienen. (1868-1936) und der Kosmonaut Juri GagarinJuri Gagarin war 1961 der erste Mensch im Weltraum. Doch er wurde bald auch zu einem kommunistischen Friedensboten, populären Jugendidol, nationalen Kulturheros, dissidenten Raumfahrer und einer globalen Popikone. (1934–1968).

Der Auflösung der SowjetunionDer Zerfallsprozess der Sowjetunion begann Mitte der 1980er Jahre und dauerte mehrere Jahre an. Die Ursachen sind umstritten. Während einige hauptsächlich Gorbatschows Reformen für den Zerfall verantwortlich machen, sehen andere die Gründe vor allem in globalen Dynamiken. Eine zentrale Rolle spielte in jedem Fall die Politik der russischen Teilrepublik. folgte auch die Schrumpfung des Lenin-Kultes. Viele Personen des öffentlichen Lebens und Politiker sprachen sich dafür aus, Lenin nun zu begraben, darunter Michail Gorbatschew, der Patriarch Alexij II, aber auch der amtierende Kulturminister Wladimir MedinskiWladimir Medinski ist ein Politiker der Regierungspartei Einiges Russland. Seit 2012 leitet er das Kulturministerium und fördert dort aktiv einen stetigen Patriotisierungskurs.. Dagegen treten immer wieder die Vertreter der Kommunistischen Partei (KPRFDie KPRF ist die Kommunistische Partei der Russischen Föderation. Sie ist die direkte Nachfolgeorganisation der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und orientiert sich politisch an einem sozialistischen Kurs, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht jedoch auch von ihrer Vorgängerin. Bei den letzten Parlamentswahlen 2016 erreichte die KPRF 13,3 Prozent der Wählerstimmen und bleibt damit die größte Oppositionspartei im Parlament.) auf, vor allem Parteichef Gennadi SjuganowGennadi Sjuganow (geb. 1944) ist seit 2001 Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF). Er nahm an allen Präsidentschaftswahlen seit 1996 als Kandidat der KPRF teil und belegte jeweils den zweiten Platz. Sjuganow bezeichnet sich selbst als Marxist-Leninist und als Vertreter des “erneuerten Sozialismus”., der ein mögliches Begräbnis als Angriff auf die „Heiligtümer“14 betrachtet. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOMDas Meinungsforschungsinstitut WZIOM veröffentlicht regelmäßig umfangreiche Umfragen zu politischen und sozialen Themen. Im Jahr 2003 wurde es von einem Forschungsinstitut in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die zu 100 Prozent dem Staat gehört. Inwieweit dies und die finanzielle Abhängigkeit von Regierungsaufträgen sich auf die Methoden und Ergebnisse der Studien auswirken, ist umstritten, insgesamt gilt das WZIOM aber als regierungsnah. Uneinigkeit herrscht auch darüber, ob Umfragen im gegenwärtigen politischen Klima überhaupt die Stimmung in der Bevölkerung repräsentativ abbilden können. spricht sich eine Mehrheit der Bevölkerung zwar dafür aus, man solle damit aber abwarten, solange die ältere Generation noch am Leben ist.15


1.Huber W. (2007): Moskau – Metropole im Wandel. Ein architektonischer Stadtführer, Köln etc., S. 51
2.Ennker B. (2011): Das lange Sterben des V. I. Lenin. Politik und Kult im Angesicht des Todes, in: Großbölting T., Schmidt R. (Hrsg.): Der Tod des Diktators. Ereignis und Erinnerung im 20. Jahrhundert, Göttingen, S. 44
3.ebd. S. 46
4.ebd. S. 48
5.ebd. S. 50
6.Huber, S. 50
7.ebd. S. 51
8.ebd.
9.Voegelin E. (1939): Politische Religionen, Stockholm. Kritiker des Konzeptes bevorzugen das Analysevokabular, das aus Max Webers Konzept der charismatischen Herrschaft hervorgegangen ist.
10.Hagemeister M., Richers J. (2007): Utopien der Revolution. Von der Erschaffung des Neuen Menschen zur Eroberung des Weltraums, in: Haumann H. (Hrsg.): Die Russische Revolution, Köln, S. 133
11.YurchakAlexei Yurchak (geb. 1960) ist ein außerordentlicher Professor für Kulturanthropologie an der Universität von Kalifornien, Berkeley. In seinem 2005 erschienenen Buch Everything was Forever, Until it was no More: The Last Soviet Generation zeigte er auf, dass der vorherrschende öffentliche Diskurs in der Sowjetunion – entgegen der häufigen Annahme – durchaus Zwischenräume bot, in denen sich alternative Lebensweisen entwickeln konnten. Das Buch gibt es seit 2014 auch auf Russisch. A. (2015): Bodies of Lenin. The hidden science of communist sovereignty, in: Representations, Vol. 129 No. 1, Winter 2015, S. 128, 136
12.Richers J. (2003): Die Metropole als Nekropole. Totenkult zwischen Brauchtum und Politbür, in: Rüthers M. Scheide C. (Hrsg.): Moskau. Menschen – Mythen – Orte, Köln etc., S. 102-111
13.Nach dem Tod Stalins 1953 wurde dieser neben Lenin im Mausoleum beigesetzt. Im Jahr 1961, auf dem zweiten Höhepunkt der EntstalinisierungBefreiung vom Despoten, zarte Protestkultur und Poeten als Volkshelden: Die Zeit des Tauwetters in den Jahren nach Stalins Tod brachte eine Neudefinition des sowjetischen Lebens. Kultur und Politik erfuhren eine euphorische Phase der Liberalisierung. Doch schon mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows setzte eine politische Restaurationsphase ein, die bis zur Perestroika andauern sollte. Heutzutage wird das Tauwetter oft nostalgisch verklärt, unter Historikern ist seine Deutung weiterhin umstritten., ließ ihn ChruschtschowNikita Chruschtschow (1894–1971) war zwischen 1953 und 1964 Parteivorsitzender der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Er übernahm das Amt nach Stalins Tod, 1956 initiierte er mit seiner Geheimrede auf dem XX. Parteitag der KPdSU die Entstalinisierung des Landes. Chruschtschow betrieb ein massives Programm der Aufrüstung, dessen Auswirkungen als eine der Ursachen für die Kuba-Krise 1962 gelten. Seine Annäherung an die BRD sowie seine tiefgreifende Parteireform kosteten ihn viele Unterstützer in der KPdSU-Führung: 1964 wurde Chruschtschow gestürzt, sein Amt übernahm Leonid Breshnew. in einer Nacht- und Nebel-Aktion in der Reihe der Ehrengräber an der Kremlmauer beisetzen.
14.Aif.ru: Nevynosimij Lenin
15.Wciom.ru: Lenin žyl, Lenin živ, Lenin..?
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