
Seit Anfang des Jahres sorgt in der Ukraine ein neues altes Theaterstück für Furore: die Enejida, eine ukrainische Version von Vergils Aeneis, geschrieben hat es Iwan Kotljarewsky, inszeniert wurde es vom Theater der Veteranen. Das um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert entstandene Werk – eine freie, burleske Interpretation Vergils – ist legendär. Viele Jahre lang war Enejida ein Herzstück im Repertoire zahlreicher ukrainischer Theater. Allgemein gilt Kotljarewsky als Schlüsselfigur der professionellen ukrainischen Theaterkunst, deren Ursprung in der von ihm verfassten Oper Natalka Poltawka aus dem Jahr 1819 liegt.
Nun wurde gerade jene Enejida-Inszenierung zum Schlüsselstück für einen neuen Aufbruch im ukrainischen Theater, das sich während Russlands Krieg gegen die Ukraine zu einer zentralen künstlerischen Plattform entwickelt hat. Hier werden Traumata verarbeitet und unbequeme Fragen gestellt. Die ukrainische Theaterwissenschaftlerin Hanna Veselovska gibt einen Überblick über die wegweisenden Stücke der letzten Jahre und erklärt deren gesellschaftspolitische Bedeutung.
Mit Beginn der Vollinvasion traten Kotljarewskys Epos und Theaterstücke zunächst in den Hintergrund. Als der erste Schock über die Luftangriffe und die Besatzung in den ersten Märzwochen 2022 etwas nachließen und die meisten Theater in den sichereren Gebieten ihren Betrieb wieder aufnahmen, suchte man nach Stücken, welche die militärische Lage im Land thematisierten. So lag es nahe, die Höhen und Tiefen des Krieges und seine Folgen auf der Bühne darzustellen. In diesem Zusammenhang entstanden Inszenierungen nach Romanen von Erich Maria Remarque in Iwano-Frankiwsk, Kyjiw und Charkiw sowie eine Fassung Jaroslav Hašeks Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk in Tscherniwzi.
Augen und Stimmen des Krieges
Die Motive des Ersten Weltkriegs oder Parallelen zu anderen historischen Ereignissen sprachen die Zuschauer jedoch nicht an. Es bestand kein Bedarf, in die Vergangenheit einzutauchen, da seit den ersten Tagen des „Großen Krieges“ – wie die Vollinvasion in der Ukraine genannt wird – eine Flut an dokumentarischen und dokumentarischkünstlerischen Texten erschien und auf die Bühne kam. Sie beruhten auf eigenen, noch frischen Erfahrungen und jenen von Bekannten sowie dem, was man in den sozialen Netzwerken sah und las.
In den ersten Monaten der Vollinvasion entstanden Dutzende neuer Stücke, geschrieben unter anderem von Olena Astasieva, Igor Bilyts, Andrii Bondarenko, Iryna Harets, Oksana Hrytsenko, Nina Zakhozhenko, Lena Lagushonkova, Maryna Smilianets, Liudmyla Tymoshenko, Vitaliy Chenskiy, die sogleich auf verschiedenen Bühnen in Luftschutzbunkern, Metrostationen und in Kellerräumen aufgeführt wurden. Auf Initiative der Dramatikerin Iryna Harets wurden die Texte zudem auf einem Portal für zeitgenössische ukrainische Theaterstücke veröffentlicht und ein Teil davon im Rahmen von John Freedmans Projekt Worldwide Ukrainian Play Reading bald ins Englische übersetzt.
Somit drang das frische und impulsive Theater nicht nur zum ukrainischen Publikum vor, sondern konnte, in verschiedene Sprachen übertragen, eine Botschaft an die Welt senden: Die Ukraine lebt – unter Bomben, unter Besatzung und an der Front. Tatsächlich übernahm das Theater zu jenem Zeitpunkt, als hunderte Stunden Dokumentaraufnahmen über das Frühjahr 2022 noch nicht geschnitten und montiert waren, die Funktion, Informationen über die ersten Monate des großen Krieges auf künstlerisch-dokumentarische Weise zu vermitteln.1
Asketische Inszenierungen über das Erlebte in Butscha, Mariupol, Tschernihiw, Charkiw, Cherson und anderen Städten hielten fest, was am wichtigsten schien: die Angst und Tapferkeit der Menschen unter extremen Umständen, ihren Kampf ums physische Überleben, das Ringen um psychisches Gleichgewicht und ihr Bestreben, sich nicht als Persönlichkeit zu verlieren.
Eine Zeit lang sprach, schaute und fühlte das Theater aus der Perspektive der Zivilbevölkerung im Krieg, in dem viele selbst zu Schaden kamen und wiederum andere zu Soldaten wurden.2 Deshalb schufen ukrainische Künstler 2022 und 2023 zahlreiche Stücke, die als dokumentarische Zeugnisse des Russisch-Ukrainischen Krieges für ein ausländisches Publikum konzipiert waren. Die bekannte ukrainische Dramatikerin Nataliia Vorozhbyt schrieb im Auftrag der Münchner Kammerspiele das Stück Green Corridors über ukrainische Flüchtlinge, die nach der Vollinvasion in Deutschland gelandet waren. Die Regisseurin Tamara Trunova brachte in Białystok das Stück Invasion auf die Bühne, das von ukrainischen Frauen handelt, die vor den Schrecken des Krieges nach Polen flohen.
Für großes Aufsehen sorgte auch die Inszenierung des ukrainischen Regisseurs Stas Zhyrkov Sich waffnend gegen einen See von Plagen an der Berliner Schaubühne, deren Titel den Satz aus Hamlets Bekenntnismonolog „Sein oder Nichtsein“ aufgreift. Zusammen mit dem dramaturgischen Leiter Pavlo Arie stützten sie sich dabei auf reale Lebensgeschichten ukrainischer Theaterdarsteller, die sich unmittelbar nach dem 24. Februar 2022 an die Front meldeten, um „zu sein“, um Verteidiger ihres Landes zu werden.
Ihren eigenen ‚Hamlet im Widerstand‘ inszenierte Tamara Trunova mit dem Stück Ha*l*t (in dem das M und E aus dem Namen entfernt wurden) mit einem internationalen Team des Festivals RADAR OST im Deutschen Theater Berlin 2023, nachdem die ursprünglich geplante Premiere aufgrund der Vollinvasion nicht stattfinden konnte.
Indem es die Ereignisse der Vollinvasion auf unterschiedliche Art und Weise reflektierte, erfüllte das ukrainische Theater gleich mehrere Aufgaben: Einerseits fixierte es detailliert die Ereignisse der ersten Kriegswochen, leistete dem Publikum emotionale Unterstützung und berichtete darüber hinaus der Welt vom ukrainischen Widerstand und dem unerbittlichen Wunsch, den eigenen Staat zu retten.3
Klassiker im Angesicht existentieller Gefahr
Das gesellschaftliche Verständnis des Russisch-Ukrainischen Krieges als existenzielle Gefahr wies auch dem Theater einen Ausweg aus der Schaffenskrise, von der es nach der ersten Flut dokumentarischer Stücke im Jahr 2022 eingeholt worden war. Unter ständigem Druck lebend, wollten die Zuschauer keine Geschichten mehr sehen, die ihre tragische Gegenwart widerspiegelten. Als wollte man sich vor zusätzlichem Stress schützen, distanzierte sich das Publikum zunehmend von Erzählungen über die Schrecken des Krieges auf der Bühne. Gekränkt mussten dies beispielsweise die Autoren des eindringlichen und auch im Ausland gespielten Stücks Mariupol-Drama durch das Akademische Dramentheater der Region Donezk aus Mariupol zur Kenntnis nehmen.
Stattdessen wandten sich die Zuschauer als ‚Schutzreaktion‘ wieder ukrainischen Klassikern zu, von denen sie sich Antworten auf die existenzielle Herausforderung erhofften.4 Die Wiederentdeckung der eigenen Geschichte, Literatur und Biografien weltbekannter Ukrainer – wie etwa des Bildhauers Alexander Archipenko, der Malerin Alexandra Exter, oder des Luftfahrtpioniers Igor Sikorsky verstärkte das Interesse an den Neufassungen von Werken, die vielen noch aus dem Schulunterricht bekannt waren. So verband beispielsweise der Regisseur Rostyslav Derzhypilsky Lesja Ukrajinkas Feenmärchen Das Waldlied auf dem Blutacker mit ihrem lakonischen Poem über Judas Iskariot und das Wesen des Verrats. Doch auch im von der Front weit entfernten Iwano-Frankiwsk wird das Stück, bei dem die Zuschauer, einem Ritual gleich an einem langen Tisch wie mit einer Kette miteinander verbunden sind, in einem improvisierten Schutzraum unter der Theaterbühne aufgeführt, als wolle es an die allgegenwärtige Gefahr erinnern.

Als überaus emotionale Provokation erwies sich Das gestohlene Glück nach Iwan Franko in Sumy, nachdem sich viele der Zuschauer fragten, was sie ihren [russischen – dek] Nachbarn und „Brüdern“ denn getan hätten, dass diese ihr Leben nun mit so unglaublicher Grausamkeit zerstörten. Während der Aufführung von Regisseur Dmytro Nekrasov taucht das Publikum, nur 50 Kilometer von der Frontlinie entfernt, ein in die traumatischen Erfahrungen der 1990er Jahre. Die bittere Realität des kargen postsowjetischen Alltags wird im Stück durch authentische ukrainische Folklore mit tiefen Frauenstimmen überlagert, die dazu anregen soll, sich der eigenen Identität zu entsinnen und die aufgezwungene Rolle des „kleinen Bruders“ abzulegen.
Beispiellose Begeisterung beim Publikum, sowohl in der Ukraine als auch im Ausland, entfachte Die Hexe von Konotop nach der Novelle des ukrainischen Klassikers Hryhorii Kwitka-Osnowjanenko aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Stück wurde während zahlreicher Tourneen durch Europa und Amerika gezeigt. Die fast vergessene Erzählung über ein wundersames Hexenleben in der Kleinstadt Konotop, einem Ort in der Oblast Sumy nahe der ukrainisch-russischen Grenze, wurde von Regisseur Ivan Uryvskyj am Kyjiwer Iwan-Franko-Nationaltheater inszeniert. Besonders die jüngere Zuschauergeneration begeisterte sich für die Inszenierung, welche mit ausdrucksstarkem Maskenbild und im Ethno-Stil gestalteten Kostümen ästhetisch einem Schwarz-Weiß-Comic ähnelt. Dazu die mechanischen Bewegungen der Figuren, die sich wie Marionetten an einer Schnur vor einer endlos erscheinenden weißen Wand eines Lehmhauses bewegen. Als hätten sie nur darauf gewartet, die Bühne endlich von der stereotypen, folkloristischen Darstellung der Vergangenheit der Ukrainer zu befreien.
Tatsächlich verharrt das Stück keinesfalls in der Vergangenheit. Es handelt auch von in Kriegszeiten aktuellen Themen: einem nachlässigen und faulen Lokalbeamten namens Sotnik, der, anstatt sich auf den Krieg vorzubereiten und in den Kampf zu ziehen, Hexen im See ertränkt, und von einem korrupten, ambitionierten Schreiberling, der seinen Vorgesetzten zu gefährlichem Unsinn anstachelt. Und es handelt von der selbstverliebten, launischen Oxana, die ihr Glück nicht zu bewahren vermag, sowie einer weisen Hexe. Letztlich sehen alle Zuschauer, je nach Entfernung zur Front und zur Ukraine, die Inszenierung mit unterschiedlichen Augen. Manche sehen in ihr die tragischen Ereignisse an der Front, auch wenn die russischen Truppen 2022 Konotop zwar belagerten, aber nicht besetzen konnten. Andere sehen die Verantwortungslosigkeit der Politiker und Beamten, wieder andere eine Mahnung vor Träumerei und Leichtgläubigkeit, die fatale Folgen haben können. So konnte dieser fast vergessene klassische Text zu Kriegszeiten die drängenden Fragen der Gegenwart auf die Bühne bringen, die man in Friedenszeiten nicht zu stellen wagte. Darüber hinaus konnte Die Hexe von Konotop durch den Ansturm von Zuschauern mehr als eine Million Hrywnja für die ukrainischen Streitkräfte einspielen.
Überwindung von Traumata und Ängsten
Das Deuten von Gegenwart und Zukunft anhand der Vergangenheit blieb eine Zeit lang der vorherrschende Trend auf ukrainischen Theaterbühnen. Am Kyjiwer Operettentheater wurde die vergessene Kurzoper Das Osterfest der Nixen vom Autor des weltberühmten Weihnachtsliedes Schtschedryk, Mykola Leontowytsch, wiederentdeckt. Auch groß angelegte und kommerziell ausgerichtete Shows wie die Rap-Oper Du [Romantik] des Künstlerkollektivs MYR oder auch die Tanzaufführung von Walerjan Pidmohylnyjs Die Stadt nahmen sich dem Thema der Opfer totalitärer Regime an.
Dabei gingen die Autoren der Inszenierungen außerordentlich behutsam mit dem Publikum um, um dieses nicht zu traumatisieren. Viele Zuschauer suchten nach emotionaler Unterstützung und Entspannung durch die Stücke und kamen in der Hoffnung, dass sie das Gezeigte etwas der Realität entfliehen ließe. Im dritten Jahr der Vollinvasion dominierten somit Musicals und Komödien, in denen auch der Krieg thematisiert wurde, beispielsweise das Folk-Musical Liebe eines Sitscher-Schützen des Musikkomödietheaters Odesa und das berühmte Broadway-Musical Kabarett am Kyjiwer Jungen Theater. Andere Stücke wie das Musical Tscherwona Ruta (dt. Rote Rose) am Marija-Sankowezka-Theater in Lwiw boten eine Satire über die Sowjetunion.
Dass das Theater früher oder später mit seinem völlig erschöpften Publikum ‚auf Konfrontationskurs‘ gehen würde, wurde schnell all jenen klar, die seit 2022 einen verantwortungsvollen Dialog mit ihm geführt hatten. Zu ihnen gehören der Regisseur Dmytro Zakhozhenko, der sein erstes Werk nach der groß angelegten Invasion, Imperium Delendum Est beim Theaterfestival in Avignon zeigte, sowie Oksana Dmitrieva, Regisseurin des poetischen Märchens über die Giraffe Mons, die im Charkiwer Zoo unter Beschuss gerät. In beiden Inszenierungen bewiesen die Regisseure allergrößte Kreativität darin, die schweren Geschichten über Tod und Zerstörung ganzer Städte raffiniert in symbolischen Formen zu verpacken. Um eine Verbindung mit dem emotionalen ukrainischen Publikum herzustellen, bauten die Regisseure gewissermaßen eine Art Notstromversorgung auf, um den Zuschauern auch die zusätzlich benötigten Ressourcen für das Durchhalten mitzugeben.
Anstatt sich zu distanzieren, empfand das Publikum in Die Vögel nach Aristophanes mitfühlende Zärtlichkeit für die Kleinstadt Nowa Kachowka, die nach der Zerstörung des Staudamms des Kachowka-Wasserkraftwerks überflutet wurde. Oder es spürte den Atem des frierenden und zerstörten Charkiw in [dem einem traditionellen Krippenspiel nachempfundenen – dek] Stück Wertep.Krieg.Gedichte nach der Lyrik Serhij Zhadans.
Die Emotionen des Publikums zielgerichtet zu lenken, statt sie auszunutzen, gelingt auch der jüngsten Premiere am Kyjiwer Theater in Podil in Das Wasser trägt Halja nach dem Stück von Oksana Hrytsenko unter der Regie von Igor Matiiv. Der Titel bezieht sich als Paraphrase auf die erste Zeile des bekannten ukrainischen Volksliedes Halja trägt das Wasser über ein Mädchen, das schwere Eimer voller Wasser trägt. Das Strophenlied kann je nach Wunsch und Kenntnis der Strophen sehr lange gesungen werden. Im Theaterstück verwandelt sich diese Vielstrophigkeit in ein balladenhaftes Bekenntnis der Kampfsanitäterin Halja. Indem sie vom reißenden Wasser des Dnipro erzählt, das sie nach der Zerstörung des Staudamms in Kachowka mitriss, kann Halja einem das Bewusstsein verlierenden Verwundeten immer wieder Lebensgeister einhauchen. Ihre Verzweiflung und ihr leidenschaftliches Erzählen unter größten Anstrengungen können den unbekannten Jungen schließlich retten, doch der entpuppt sich als Verräter und Saboteur. Durch diese scheinbar widersprüchliche Wendung lenken die Dramatikerin und die Regisseurin den Blick weg von der emotional aufgeladenen, im Theater seit Jahren behandelten Auseinandersetzung mit dem Krieg – hin zu einer sachlichen Betrachtung dessen, womit man weiterleben muss und welche Konsequenzen tatsächlich zu bewältigen sind.
Ein Theater des Aufbruchs im Krieg
Um Überwältigung im wörtlichen und übertragenen Sinne geht es nun auch in der bereits erwähnten Aeneis-Inszenierung des Theaters der Veteranen. Hier spielen Menschen mit Amputationen, durch Verbrennungen gezeichneten Gesichtern sowie anderen sichtbaren und unsichtbaren Verletzungen, also jene, die der realen Hölle der Front und nicht nur der literarischen Hölle entsprungen sind.
Wie Kotljarewskys Werk, in dem die Trojaner als hartgesottene Kosaken-Raufbolde auftreten, die um Frauen buhlen, dem Essen und Alkohol frönen und ein friedliches, freies Leben führen, ist auch diese Bühnenfassung unglaublich optimistisch. Olha Semioshkina als Regisseurin und Choreografin schuf so ein stimmungsvolles und humorvolles Stück, in welchem tapfere Kämpfer von Verwundeten gespielt werden. Durch den provokanten und unerwarteten Einsatz von Veteranen als Darsteller erschloss sie dem ukrainischen Theater im Krieg ein neues Potenzial der Präsenz auf der Bühne und wies in eine Zukunft, die weit über einen Raum emotionalen Ausgleichs für die Zivilbevölkerung hinausgeht.
Diesen Beitrag veröffentlichen wir als Teil einer Gnosen-Reihe über die Ukraine in Kooperation mit dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS).
- Galats`ka, Valentyna. Modern Theater of Ukraine in the Challenges of War: the Focus of Journalistic Consideration. – Slovak international scientific journal, 2022. (64), p. 38–41. ↩︎
- Oltarshewska, L. Teatr tschassiw wiiny. – Krytyka. 2025 №9–10. S. 19–24. URL: https://krytyka.com/ua/articles/teatr-chasiv-viyny ↩︎
- Mysteztwo w oboroni: Kolektywna monohrafija Naz. akad. mystez. Ukrajiny / Uporjad.: O. Klekowkin, I. Kusnezowa, M. Tscherkaschyna-Hubarenko. Kyjiw: Fenix, 2024. URL: https://academyart.org.ua/news/kolektyvna-monohrafiia-nam-ukrainy ↩︎
- Bentja JU. Ukrajinsky teatr pislja pownomasschtabnoho rossiiskoho wtorhnennja: nowe swutschannja chrestomatiinych textiw. – Mysteztwosnawstwo Ukrajiny. 2023. Wyp. 23. S. 61–74.: https://doi.org/10.31500/2309-8155.23.2023.294855 ↩︎