Am Morgen des 24. Februar 2022 hat Russland die gesamte Ukraine angegriffen. Hintergründe zur aktuellen Entwicklung in unserem Dossier mit Analysen und Artikelübersetzungen aus unabhängigen russischen, ukrainischen und belarussischen Medien sowie FAQs und Hintergründen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Wie kommen Menschen damit zurecht, dass ihr Land einen Krieg führt, mit dem sie nicht einverstanden sind? Die Soziologin Anna Kuleschowa hat mehr als hundert Interviews mit russischen Kriegsgegnern geführt. Das Portal Cherta veröffentlicht ein erstes Fazit.
Für seinen Einsatz für Menschenrechte und die strafrechtliche Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat das ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten im Jahr 2022 den Friedensnobelpreis erhalten. Leiterin Olexandra Matwiitschuk erläutert in einem Interview ihre jahrelange Arbeit und deren neue Dimensionen seit Russlands Überfall auf die Ukraine.
Auf der Seite Kyjiws kämpfen mehrere Einheiten mit Freiwilligen aus Tschetschenien gegen die russischen Angreifer. Sie betrachten den Krieg als Teil ihres eigenen Freiheitskampfes. Das Portal The Insider hat mit dreien über ihre Motive gesprochen.
Über anderthalb Jahre hat der Frontmann der Gruppe Zveri sich klar gegen den Krieg ausgesprochen. Ende August gab er plötzlich ein Konzert für Soldaten an der Front. Die Fans rätseln, warum er eingeknickt ist.
Wer bildet die gesellschaftliche Stütze für den russischen Krieg gegen die Ukraine? Für einen anonymen Moskauer Soziologen verdeckt die intensive Diskussion über das „einfache Volk“ das eigentliche Problem: Vor allem die informierten und globalisierten Eliten unterstützen den Kreml, argumentiert er auf Meduza.
Shaman liefert den patriotischen Soundtrack zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alexander Baunow zeigt, wie dessen neuester Clip Zuschauern das Gefühl von Erhabenheit vermittelt – und gleichzeitig Mitgefühl für die Verursacher von Leid und Zerstörung in der Ukraine.
Die Ausrüstung schlecht, das Ziel unklar, der Tod wahrscheinlich – warum sind trotzdem so viele Russen bereit, in den Krieg gegen die Ukraine zu ziehen? Der Ökonom Wladislaw Inosemzew macht eine makabre Rechnung auf: Für viele Russen ist Sterben inzwischen auch wirtschaftlich attraktiver als Leben.
Noch bis ins 18. Jahrhundert sprachen die Menschen auf den Gebieten des heutigen Russland, Belarus und der heutigen Ukraine zahlreiche ostslawische, baltische oder finnische Mundarten. Als Schriftsprachen dominierten das Polnische im Großfürstentum Litauen und das Kirchenslawische im Moskauer Reich. Russisch als Standardsprache entwickelte sich im 18. Jahrhundert aus mittelrussischen Mundarten rund um Moskau und aus Elementen des Kirchenslawischen. Das Ukrainische und das Belarussische als Standardsprachen entwickelten sich auf der Grundlage verschiedener ukrainischer und belarussischer Mundarten. Die Kiewer Rus war ein sprachlicher melting pot, bei dem an das Russische, das Ukrainische und das Belarussische, so wie wir es heute kennen, noch gar nicht zu denken war.