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Reise nach Tuwa

Tuwa (oder Tywa, beide Namen exististieren parallel) gelang es über mehrere Jahrhunderte, sowohl Teil von China als auch – als unabhängige Republik – ein Teil der Sowjetunion zu sein. Sie trat als eine der letzten 1944 in die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ein.

Heute ist Tuwa eine der ärmsten und unzugänglichsten Regionen Russlands: Die turksprachige Republik ist mit dem übrigen Russland im Grunde nur über eine Autostraße verbunden, laut Rosstat lebten hier im Jahr 2017 40 Prozent der Einwohner unter dem Existenzminium.

Wie die turbulente politische Geschichte sich auf den Alltag der Tuwinen ausgewirkt hat, zeigt der Fotograf Max Sher auf Zapovednik.

Quelle dekoder

Die Turkstämme, die auf dem Gebiet des modernen Tuwa lebten, gerieten im 13. Jahrhundert unter mongolische Herrschaft. Als die Mongolei im 17. und 18. Jahrhundert langsam der chinesischen Qing-Dynastie unterworfen wurde, kam auch das Gebiet des heutigen Tuwa unter chinesische Herrschaft.
Während der chinesischen Revolution im Jahre 1911 und 1912 zerfiel das Reich. Tuwa (damals trug es den mongolischen Namen Uranchai) wurde von China abgespalten und dann zum russischen Protektorat namens Urjanchaiski Krai. Als solches existierte es nur einige Jahre, denn das Russische Reich zerfiel ebenfalls. 
Im Jahr 1921 wurde die Unabhängigkeit der Tuwinischen Volksrepublik ausgerufen. In Tuwa existiert bis heute die Meinung, dass die hinter den Kulissen getroffene Entscheidung der Regierungsclique, Teil der UdSSR zu werden, gesetzeswidrig gewesen sei, denn es gab kein Referendum, ja nicht einmal eine parlamentarische Abstimmung.

Anerkannt wurde die Sowjetrepublik allerdings nur von der UdSSR und der benachbarten Mongolei; die wiederum wurde in diesem Moment nur von der Sowjetunion als unabhängiger Staat anerkannt. Für die übrigen blieb Tuwa, wie auch vorher, eine chinesische Provinz. Die Mongolei machte sich derweil für ein Referendum in Tuwa stark, bei dem es um den Beitritt zur Mongolei gehen sollte. Dabei berief man sich auf Gemeinsamkeiten bei Bräuchen und Glauben, wie auch darauf, dass das chinesische Qing-Imperium Tuwa nicht direkt, sondern über einen mongolischen Statthalter verwaltet hatte.
China, das die Unabhängigkeit der Äußeren Mongolei, seiner ehemaligen Provinz, im Jahr 1949 anerkannt hatte, sagte sich nie offiziell von seiner Oberhoheit über Tuwa los.

Foto © Max Sher

Der Blick vom Gebirgspass Noljowka im Sajangebirge auf die Turan-Ujuk-Senke – dieser Blick eröffnet sich als Erstes, wenn man über den historischen Us-Trakt nach Tuwa hineinfährt. Die Berge des Sajangebirges dienen als natürliche Grenze, die Tuwa eine relativ isolierte Lage gewährleistet. Im rechten Teil des Bildes ist der Ussinski Trakt zu sehen, die Autostraße Jenissei R257. Es ist die einzige Transport-Ader, die Tuwa mit dem übrigen Russland verbindet.

Foto © Max Sher

Die Stadt Turan wurde 1885 von russischen Umsiedlern gegründet, als Tuwa noch zu China gehörte.

Foto © Max Sher

Das Zentrum von Kysyl, der Hauptstadt von Tuwa, mit ungefähr 117.000 Einwohnern

Foto © Max Sher

Buddhistischer Stupa Dupten-Scheduplin in der Nähe der Siedlung Sug-Aksy im Westen von Tuwa, erbaut 2010. Ein Stupa entspricht einer Kapelle, gewöhnlich markiert er einen bedeutenden Gedenkort. Im Hintergrund das Alasch-Hochland

Foto © Max Sher

Boris Erentschinowitsch Sodunam, oder einfach Baschky (tuwinisch für Lehrer), gründete 1990 die erste buddhistische Gemeinde in Tuwa

Foto © Max Sher

Das Portrait des Dalai Lama, geschmückt mit Gebetsbändchen und -fahnen (Chadak), aufgestellt in der Ruine des Ustuu-Churee-Klosters in der Nähe der Stadt Tschadan im Westen Tuwas.

Nach einem Umsturz durch die Stalinisten wurde das Kloster zerstört und die Mönche verfolgt. Im Jahr 2008 wurde das Kloster mit Unterstützung des gebürtigen Tschadaners Sergej Schoigu wiederaufgebaut.

Foto © Max Sher

Owaa-Khoomeishi: Der Platz für Riten und Feierlichkeiten mit dem Tuwinischen Kehlkopfgesang (Khoomej) am Ufer des Jenissei im Zentrum von Tuwa

Foto © Max Sher

„Schamanismus ist keine Religion, sondern die Grundlage aller Religionen“, sagt der Schamane Dugar-Sjurjun Oorshak. „Gott ist eine allumfassende Energie. Buddha, Jesus und alle anderen sind nur Bilder.“ Einst künstlerischer Leiter am Theater von Tuwa, gründete er 1990 nach der Einführung von Glaubens- und Religionsfreiheit die erste schamanische Gemeinschaft in Tuwa.

Foto © Max Sher

2014 wurde am Zusammenfluss von Großem und Kleinem Jenissei im Zentrum von Kysyl das Denkmal „Mittelpunkt Asiens“ mit skytischen und chinesischen Motiven errichtet. Warum ausgerechnet dieser Ort das Zentrum Asiens sein soll, ist allerdings nicht bekannt.

Foto © Max Sher

Nach dem Bau des Sajano-Schuschensker Wasserkraftwerks am Jenissei in den 1980er Jahren hat sich das Klima laut Bewohnern und Umweltschützern drastisch verändert: Es wurde wärmer und feuchter mit häufigen Starkregen.

Foto © Max Sher

Schimizi Chumbun (in der Mitte mit roter Jacke, auf dem Schoß sitzt ihre Urenkelin Santschira) wurde in dem schwer zugänglichen Tal des Flusses Katschyk geboren und hat dort ihr ganzes Leben lang gelebt. Sie hat 16 Kinder, 90 Enkel und 19 Urenkel.

Foto © Max Sher

Valentina Kenden melkt ein Yak auf der Nomaden-Weide ihrer Eltern im Flusstal des Katschyk. Valentina lebt in dem 120 Kilometer entfernten Ersin und arbeitet dort als Krankenschwester. Nach Katschyk kommt sie in den Ferien, um Eltern und Bruder in der Landwirtschaft zu helfen. 

Foto © Max Sher

Bajyr-Kys Bantschyk (links) und Valentina Sambyr zeigen das traditionelle Gerben von Kuhhaut, aus der anschließend Schuhe gemacht werden.

Der Ort Katschyk liegt 3 Kilometer von der mongolischen Grenze entfernt, bis zur nächsten Bezirksstadt sind es 120 Kilometer über Bergwege, die im Winter oft unbefahrbar sind. Die Bewohner, die Tuwinisch, Mongolisch und Russisch sprechen, erzählen, dass die Grenze bis in die 2000er Jahre nicht markiert war, weswegen sich die Bewohner der grenznahen Gebiete problemlos besuchen konnten und sich gegenseitig Vieh klauten. In dem Gebiet wohnen knapp über 300 Menschen, teils im Ort, teils auf nomadischen Weiden in den angrenzenden Tälern. Es gibt hier weder Polizei noch Ärzte noch Läden noch eine stabile Telefonverbindung. Strom gibt es nur abends über einen tragbaren Generator, dafür aber eine Schule und Internet. 

In den 1960er Jahren wurden mehrere ländliche Ortschaften zusammengelegt, alle Bewohner Katschyks wurden 100 Kilometer westlich nach Naryn umgesiedelt. Doch über die letzten 30 Jahre ist Katschyk wiederauferstanden. Kürzlich wurde ein eigener Sumon (dt. Gebiet) Katschyk gegründet.

Foto © Max Sher

Die Teilnehmer des jährlichen Fests Naadym bauen eine Jurte für den traditionellen Wettbewerb um das schönste Interieur. Naadym ist ein wichtiges Element der modernen tuwinischen Identität; bei dem Fest finden vielerlei Wettbewerbe statt.

Foto © Max Sher

Sieger-Jurte beim Wettbewerb um das schönste Interieur

Foto © Max Sher

Start des 15-Kilometer-Wettritts. Zum Wettkampf werden Jockeys ab 6 Jahren zugelassen.

Foto © Max Sher

Autos von Zuschauern und Teilnehmern an den Wettkämpfen des Naadym

Foto © Max Sher

Junge Einwohner von Kysyl vor dem städtischen Theater. Von den 322.000 Einwohnern bezeichneten sich bei der Volkszählung von 2010 82 Prozent als Tuwinen und 16 Prozent als Russen.

Foto © Max Sher

Das Portrait von Sergej Schoigu am Ortseingang der Stadt Tschadan im Westen von Tuwa. Schoigu wurde 1955 in Tuwa geboren als Sohn der Viehzucht-Spezialistin Alexandra Kudrjawzewa aus Luhansk und des Parteifunktionärs Kushuget Schoigu.

Sergej Schoigu ist der erste gebürtige Tuwiner, der eine politische Karriere jenseits der Grenzen der Republik gemacht hat. Nachdem Schoigu zum Verteidigungsminister ernannt worden war, begann in Tuwa ein Persönlichkeitskult um ihn: In Tschadan gibt es eine Sergej-Schoigu-Straße, in seinem Elternhaus wurde ein Museum eröffnet.

Ein Bewohner Tschadans, der einige Jahre in Moskau studiert hat, erzählt, welch einzigartige Schutzfunktion seine Meldeadresse in der Sergej-Schoigu-Straße für ihn hatte: Die Polizei hielt ihn einmal an, um „die Dokumente zu prüfen“. Als sie seine Adresse sahen, gaben sie ihm den Pass sofort zurück und ließen ihn weiterfahren.

Text und Fotos: Max Sher
Übersetzung: dekoder-Redaktion
Veröffentlicht am 24.07.2019

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Arbeitsmigration in Russland

Trotz der anhaltenden Rezession bleibt Russland ein Magnet für ausländische Arbeitskräfte und reihte sich im vergangenen Jahrzehnt stets in die Top-Fünf der Rangliste von Ländern mit der größten Anzahl von Immigranten ein.1 Die Mehrheit dieser Einwanderer stammt aus den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens. Arbeitsmigranten aus Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan fanden in Zeiten des Gas- und Ölbooms der 2000er Jahre Anstellung im Baugewerbe, dem Straßenbetrieb und dem Dienstleistungssektor. Doch die anhaltende wirtschaftliche Flaute stellt viele dieser, mit dem deutschen Lehnwort als Gastarbaitery bezeichneten, Migranten vor eine schwierige Wahl.
Die schwache heimische Wirtschaft und die autokratischen Regime Zentralasiens geben wenig Anlass zur Rückkehr. Gleichzeitig lassen die komplexe Rechtslage, der anhaltend schwache Rubel und oftmals miserable Arbeitsbedingungen das Arbeiten in Russland immer weniger lohnend erscheinen.

Der Zerfall der Sowjetunion brachte nicht nur die Entstehung von 15 unabhängigen Nationalstaaten mit sich, sondern verwandelte die vormals bloß verwaltungstechnischen Abgrenzungen zwischen den Ex-Sowjetrepubliken in konkrete Staatsgrenzen. Das GUS-Abkommen ermöglichte ehemaligen Sowjetbürgern, diese neuen Grenzen zu überqueren und sich bis zu drei Monate ohne Visum in anderen GUS-Mitgliedsstaaten aufzuhalten. Die schnell voranschreitende Deindustrialisierung, in Verbindung mit rasantem Bevölkerungswachstum in der Peripherie des früheren Sowjetreichs, machte aus diesem Recht auf Freizügigkeit häufig sogar eine Notwendigkeit.

Eine neue Generation postsowjetischer Bürger, zum Großteil aus dem ökonomisch hart getroffenen Zentralasien, versuchte im wirtschaftlich boomenden Russland der 2000er Jahre als Wanderarbeiter ihr Glück. Groß angelegte Bauprojekte und der zunehmende Bedarf an Serviceleistungen der neuen russischen Mittelschicht, sorgten für eine hohe Nachfrage nach ungelernten Arbeitskräften, die Russlands schrumpfende Bevölkerung selbst nicht befriedigen konnte.

ABHÄNGIG VON RÜCKÜBERWEISUNGEN

Dabei lassen sich allerdings nur die wenigsten der geschätzten vier bis fünf Millionen Saisonarbeiter aus Zentralasien dauerhaft in Russland nieder. Während der Wintermonate kehren viele Migranten zu ihren Familien zurück, die oft wirtschaftlich völlig von dem Einkommen aus der Saisonarbeit abhängig sind. Dementsprechend hoch ist der Anteil von Geldsendungen am Bruttoinlandsprodukt Zentralasiens. Rücküberweisungen von Migranten entsprachen zu Zeiten des russischen Wirtschaftswunders der Hälfte des BIP im ökonomischen Schlusslicht der ehemaligen UdSSR: Tadschikistan. Ähnlich in Kirgistan – hier entsprachen die Heimatüberweisungen nahezu einem Drittel des BIP.2

Dementsprechend hart traf der wirtschaftliche Abschwung im Zuge fallender Ölpreise und westlicher Sanktionen gegen Russland die zentralasiatischen Volkswirtschaften. Ähnlich schnell wie der Rubelkurs fielen auch die Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten. In US-Dollar gemessene Geldsendungen nach Tadschikistan brachen 2016 auf weniger als 50 Prozent des Vorkrisenniveaus ein; für Usbekistan liegt dieser Wert bei 40 Prozent.3
Jüngste Reformen im russischen Arbeits- und Migrationsrecht haben zudem den Erwerb einer Arbeitserlaubnis erheblich verkompliziert und verteuert. Einwanderer müssen seit 2015 innerhalb eines Monats nach Ankunft einen russischen Geschichts- und Sprachtest ablegen, ein Gesundheitszertifikat erwerben und einen Nachweis über Krankenversicherung vorlegen, bevor sie sich um die gebührenpflichtige Arbeitserlaubnis bemühen können.4
Kirgistans Bürger allerdings profitieren seit dem Eintritt in die Eurasische Wirtschaftsunion im August 2015 von der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb des Staatenverbunds und sind von diesen Auflagen befreit. So wurde Kirgistan weniger hart von der Krise getroffen – was der Regierung des widerwilligen Beitrittskandidaten Tadschikistan sicherlich nicht entgangen ist.

VERSCHÄRFTE GESETZE

Die Reformen im russischen Migrationsrecht waren ursprünglich dazu gedacht, Arbeitsmigranten, die oft unter prekären Bedingungen in einer rechtlichen Grauzone arbeiten, einen regulären Aufenthaltsstatus zu verschaffen. Doch es bestehen weiterhin Zweifel am Erfolg dieser Maßnahmen. So befinden sich mehrere hunderttausend Ausländer auf der sogenannten schwarzen Liste der russischen Migrationsbehörde. Ihnen wird aufgrund von Vergehen gegen das Aufenthaltsrecht oder anderer Gesetzesverstöße die erneute Einreise nach Russland für drei bis fünf Jahre untersagt. 

Migranten im Mediendiskurs

Nachdem der Ukraine-Konflikt lange Zeit das russische Fernsehen dominiert hatte, drohten 2017 wieder Migranten aus Zentralasien verstärkt zur Zielscheibe medialer Stigmatisierung zu werden. Nach dem tragischen Anschlag in der Sankt Petersburger U-Bahn, dessen mutmaßlicher Täter aus Kirgistan stammte, mehrten sich Stimmen, die ein „Russland für Russen“ fordern. Obwohl die fremdenfeindlichen Stimmungen in der russischen Gesellschaft seit 2016 rückgängig sind, sind sie immer noch auf einem sehr hohem Niveau.5 Auch vonseiten der russischen Regierung ist mit verschärften Kontrollen und größerer Überwachung zu rechnen, da nach Einschätzung des FSB Arbeitsmigranten aus GUS-Staaten zu den Hauptdrahtziehern der in Russland aktiven Terrororganisationen gehören.6

Die fremdenfeindliche Atmosphäre schreckt jedoch nur wenige ab, auch der krisenbedingte Rückgang der Zuwanderungszahlen war nur von kurzer Dauer. Von 2016 bis 2019 stiegen diese mitsamt der Heimatüberweisungen in die zentralasiatischen Länder auf neue Rekordhöhen7. 2019 betrug die Gesamtsumme der Rücküberweisungen von Migranten aus Russland laut Weltbank8 22,2 Milliarden US-Dollar – rund 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Russlands. 
Das Corona-Jahr 2020 stoppte diese Entwicklung weitgehend: Verglichen mit dem Vorjahr reisten von Januar bis November  nur halb so viele Ausländer nach Russland ein9, in Moskau lebten offiziellen Angaben zufolge rund 40 Prozent weniger Gastarbaitery als 2019. Viele von ihnen wurden arbeitslos10, ihre ohnehin schwierige Lebenslage in Russland wurde noch prekärer11
Zu Hause erwartet die zentralasiatischen Gastarbeiter aber eine kaum bessere Situation. Das insbesondere in Usbekistan und Tadschikistan von Repressionen geprägte politische Klima und die trüben wirtschaftlichen Aussichten werden trotz der schwächelnden russischen Wirtschaft und Corona wohl dafür sorgen, dass das Phänomen von Gastarbaitery in Russland auf absehbare Zeit bestehen bleibt.

aktualisiert am 19.01.2021


1.migrationpolicy.org: Russia: A Migration System with Soviet Roots 
2.The World Bank: Personal remittances, received (% of GDP) 
3.Cbr.ru: Statistika 
4.Aljazeera America: Ruble ripple: New Russian laws make Life difficult for migrant workers​ 
5. levada.ru: Ksenofobija v 2017 godu 
6.Echo.msk.ru: Direktor FSB A.Bortnikow: Trudovyje migranty načinajut sostavljat osnovnoj kostjak terrorističeskich grupp v Rossii 
7.oxussociety.org: Introducing the Central Asia Migration Tracker 
8.The World Bank: Migration and Remittances Data 
9.Ministerstvo vnutrennich del Possijskoj Federazii: Svodka osnovnych pokazatelej dejatel'nosti po migrazionnoj situazii v Rossijskoj Federazii za janvar' – nojab' 2020 goda 
10.RBK: Gastarbajtery podveli perevozku i dostavku 
11.Human Rights Watch: As Russia Faces an Economic Downturn, Migrant Workers are Paying the Price 

 

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