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Odessa

Tor zum globalen Handel, Magnet für Kaufleute und Abenteurer, kultureller Schmelztiegel, wo „alles einen Hauch Europa versprüht“: Historiker Boris Belge über Odessa, die Stadt, die durch Umbrüche, vielfache Neuerfindung geprägt ist – und nun durch den russischen Angriffskrieg einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt ist. 
 

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NATO-Russland Beziehungen

Schweden und Finnland reagieren auf Russlands Krieg gegen die Ukraine und beantragen den NATO-Beitritt. Schon zuvor hangelten sich die Beziehungen zwischen dem Militärbündnis und Russland von einem Tiefpunkt zum nächsten. Ulrich Schmid zeichnet die gegenseitigen Hoffnungen und Enttäuschungen nach, von den 1990er Jahren bis heute. 

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Chatyn

Chatyn war ein nordöstlich von Minsk gelegenes belarusisches Dorf, das 1943 von der SS niedergebrannt wurde. Dabei starben mindestens 150 Zivilisten. Chatyn wurde nie wieder aufgebaut und ist bis heute eines der wichtigsten Symbole des Vernichtungskrieges der Nationalsozialisten in Belarus.

Zum zentralen Erinnerungsort für die von den deutschen Besatzern verbrannten belarusischen Dörfer avancierte die am 5. Juli 1969 eröffnete Gedenkstätte in Chatyn. Das Dorf in der Nähe von Minsk war im März 1943 niedergebrannt und alle seine Bewohnerinnen und Bewohner waren ermordet worden; nach 1945 blieb es eine Wüstung. 

Die Gedenkstätte bildet den Grundriss des nicht mehr vorhandenen Dorfes Chatyn nach. Im Mittelpunkt befindet sich die Skulptur des „ungebeugten Menschen“, der ein ermordetes Kind auf den Armen trägt. Sie stellt den einzigen Überlebenden Iosif Kaminski dar. Das Mahnmal dient zugleich als Erinnerungsort für die zerstörten Dörfer in Belarus. Dabei ist der so genannte „Friedhof der nicht wiederaufgebauten Dörfer“ dem Schicksal der Orte gewidmet, die – wie Chatyn – für immer verloren blieben und nicht wieder aufgebaut wurden. 

Hintergrund der grausamen Praxis der Nazis, die Dörfer niederzubrennen, war die nationalsozialistische Expansionsideologie vom „Lebensraum im Osten“, der geschaffen werden sollte, ebenso der Kampf gegen mögliche Partisanen und andere NS-Widerständler. 

Ein weiterer Teil der Gedenkstätte in Chatyn mit „symbolischen Lebensbäumen“ erzählt die Geschichte von 433 weiteren Dörfern, die vollkommen zerstört wurden, anders als Chatyn in der Nachkriegszeit aber neu aufgebaut werden konnten. Das Erinnern an die verbrannten Dörfer wird durch die „Gedenkmauer“ vervollständigt. In eingelassenen Nischen dieser Mauer finden sich Angaben über größere Vernichtungsorte im nationalsozialistisch besetzten Gebiet von Belarus, darunter zum zentralen Tatort in Osteuropa: der NS-Vernichtungsstätte Maly Trostenez.

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Anders sein – Dissens in der Sowjetunion, © Anna Che (All rights reserved)