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Dimitri Bykow

Der Schriftsteller und Intellektuelle Dimitri Bykow wurde 2019 wahrscheinlich von denselben Mitarbeitern des FSB vergiftet wie später Nawalny. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Recherche von The Insider und Bellingcat

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Schaschlik

Es ist Sommerzeit. Tausende Menschen in Russland gehen in Parks oder fahren ins Grüne, um die Sommerfrische zu genießen. Ob auf dem Land, beim Angeln, auf der Jagd, bei einer Geburtstagsfeier oder Hochzeit – es gibt Schaschlik.

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Higher School of Economics

Die Higher School of Economics zählt zu den renommiertesten russischen Hochschulen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die Reformuniversität wurde Anfang der 1990er gegründet, um Wirtschaftsexperten für den Aufbau der Marktwirtschaft auszubilden. Heute zählt die Hochschule zu den führenden Forschungsuniversitäten in Russland und nimmt auch politisch eine wichtige Rolle ein.

Die Entstehung der Hochschule geht auf die Initiative führender liberaler Ökonomen und Reformer wie Jewgeni Jasin, Jaroslaw Kusminow und Jegor Gaidar zurück. Sie gründeten 1992 mit der Higher School of Economics (HSE) eine neue Universität nach westlichem Vorbild, um dringend benötigtes Fachpersonal für die Systemtransformation auszubilden und die Regierung bei ihren Reformbemühungen zu unterstützen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es praktisch keine Wirtschaftswissenschaften nach „westlichem“ Vorbild, denn die ökonomische Ausbildung orientierte sich an der marxistischen Ideologie.

Unterstützt durch eine üppige Finanzierung aus dem Wirtschaftsministerium entwickelte sich die HSE schnell zur führenden liberalen Wirtschaftsuniversität in Russland. Die Wyschka, wie die Higher School of Economics (russ. Wysschaja Schkola Ekonomiki) im Volksmund genannt wird, erweiterte sukzessive ihr Fächerspektrum und zählt inzwischen auch im Bereich der Sozialwissenschaften zu den besten Hochschulen im Land, gemeinsam mit der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität und dem Moskauer Institut für Internationale Beziehungen. Sie betreibt, neben dem Moskauer Hauptsitz, auch Filialen in Sankt Petersburg, Perm und Nishni Nowgorod.

Die wissenschaftliche Bedeutung der HSE wurde zuletzt weiter aufgewertet: Als einzige Universität mit sozialwissenschaftlichem Profil erhielt sie 2009 den begehrten Titel „Nationale Forschungsuniversität“. Zudem wird die HSE in einer Art russischer Exzellenzinitiative seit 2013 als eine von 21 russischen Universitäten zusätzlich gefördert, um international zur Weltspitze aufzuschließen.    

Aber nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch politisch kommt der HSE eine wichtige Rolle zu: Als zentrale Institution des wirtschaftsliberalen Flügels im Machtapparat wirkt die HSE an zahlreichen Reformen der Wirtschafts- und Sozialpolitik mit und war zum Beispiel maßgeblich an den Bildungsreformen der letzten Dekade und an der Ausarbeitung der Strategie 2020 beteiligt. Die liberalen Vertreter und Experten der HSE kritisieren regelmäßig politische Fehlentwicklungen im Land und zeigen in ihren Analysen Missstände verfehlter Politik auf. 

Als im Juni 2019 bekannt wurde, dass die HSE den Fachbereich für Politikwissenschaft mit einem anderen Fachbereich zusammenlegen will, glaubten viele Beobachter in Russland, dass diese Umstrukturierung vor allem eines zum Ziel hat: kritische Lehrende zum Verstummen zu bringen. Tatsächlich ist das Schicksal zahlreicher Professoren und Dozenten an der sogenannten Wyschka damit offen. Vor diesem Hintergrund meinte Alexander Kynew in einem Interview mit Znak, dass die Hochschulpolitik der letzten Jahre einer Gesetzmäßigkeit folge: Jeder abweichende Standpunkt, so der HSE-Politologe, werde als Bedrohung angesehen. Insbesondere würden aber Hochschulen zur Zielscheibe, denn dort werde die bei Protestaktionen aktive Jugend ausgebildet.

Stand: 09.07.2019

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Am 25. Januar 1755 wurde sie auf Initiative des Universalgelehrten Michail Lomonossow gegründet: Die Staatliche Universität Moskau ist nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste und renommierteste Hochschule Russlands. Das Gründungsdatum am Tatjanin Den (dt. Tatjana-Tag) wird bis heute in Russland als Feiertag der Studierenden begangen.

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Jewgeni Jasin

Jewgeni Jasin (geb. 1934) ist ein liberaler russischer Ökonom, der zunächst als Berater von Boris Jelzin und von 1994 bis 1997 dann als Wirtschaftsminister die Wirtschaftsreformen der Jelzinzeit entscheidend mitprägte. Auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik ist er weiterhin gesellschaftspolitisch aktiv: Jasin ist Forschungsdirektor der Higher School of Economics, leitet die Stiftung Liberale Mission und ist Kolumnist beim unabhängigen Radiosender Echo Moskwy. Als Vertreter der wirtschaftsliberalen Elite kritisiert er die zunehmende Autokratisierung in Putins Regime und fordert mehr Rechtsstaatlichkeit ein.

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Kurz vor der Dumawahl 2016 war es soweit: Das Lewada-Zentrum, das als das einzige unabhängige Meinungsforschungsinstitut Russlands gilt, wurde als ausländischer Agent registriert. Dem international renommierten Institut droht nun die Schließung. Weshalb das Lewada-Zentrum den russischen Behörden schon seit Jahren offenbar ein Dorn im Auge ist, erklärt Eduard Klein.

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